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Geplante Besiedlung des MondsUS-imperialer Außenposten im Weltraum

Enno Schöningh

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Enno Schöningh

Die Nasa lässt ihre geplante riesige Mondbasis von Privatfirmen bauen. Was als Dienst an der Menschheit verkauft wird, ist von amerikanischen Machtinteressen geleitet.

Die Rückkehr zum Mond ist keine staatliche Mission mehr, sondern ein Mark Foto: Uncredited/NASA/AP/dpa

W enn es nach der Nasa geht, wird der Mond eine Art galaktischer Außenposten der USA. Am Dienstag stellte die US-Raumfahrtbehörde die ersten Aufträge für ihre geplante Basis am lunaren Südpol vor, verteilt auf private Firmen, in drei Phasen bis über 2032 hinaus.

Blue Origin, die Firma von Amazon-Gründer Jeff Bezos, soll ab Herbst die ersten Nutzlasten zum Mond bringen. Nasa-Chef Jared Isaacman feiert das als „erste privat finanzierte Mondlandemission der Geschichte“. Astrobotic und Intuitive Machines folgen mit weiteren Landern, die Konsortien um Astrolab und Lunar Outpost bauen für je rund 220 Millionen Dollar die Mondautos, Firefly liefert hüpfende Erkundungsdrohnen.

Später sollen ein Atomreaktor und bewohnbare Module dazukommen. Und während die Behörde noch baut, ist der kommerzielle Mond längst gebucht: Prada entwirft Raumanzüge, Axiom Space plant die private Nachfolgerin der Internationalen Raumstation ISS samt Hoteltrakt, und das Unternehmen GRU Space nimmt schon Reservierungen für ein Mondhotel entgegen.

Die Rückkehr zum Mond ist keine staatliche Mission mehr, sondern ein Markt. Kommerzialisierung und Privatisierung greifen ineinander, und beides folgt einer alten, imperialen Logik: erst aneignen, dann aufteilen, dann verwerten. Der juristische Boden dafür ist längst bereitet. Der Weltraumvertrag von 1967 verbietet zwar, sich Himmelskörper anzueignen – aber Washington hat die Auslegung in einem Abkommen und nationalen Gesetzen längst umgedeutet.

Im Artemis-Abkommen, das inzwischen mehr als sechzig Staaten unterzeichnet haben, gilt der Abbau von Rohstoffen ausdrücklich nicht als Aneignung. Nationale Gesetze von den USA bis Luxemburg erlauben Privateigentum an dem, was im All gefördert wird. Die „Sicherheitszonen“ des Artemis-Abkommens, die Aktivitäten vor Störung schützen sollen, seien nichts anderes als die Vorstufe zum Grundeigentum, argumentiert die Völkerrechtlerin Isabel Feichtner. Auch der Wirtschaftsbericht des US-Präsidenten von 2021 versteht sie als Mittel zur Sicherung von Eigentumsrechten – und vergleicht sie mit Stacheldraht, mit dem man Land absteckt und sichert. Sprich: Landnahme, im Wortsinn.

Die Sprache, mit der die Nasa amerikanische Machtinteressen zum Dienst an der Menschheit verklärt, ist fast 70 Jahre alt und ebenso lange durchschaubar. Bemerkenswert ist die Wendung: Einst war die Menschheit der Grund, warum niemand den Weltraum besitzen durfte. Heute ist sie die Begründung dafür, dass einige wenige es versuchen.

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Enno Schöningh
Redakteur Wissen
Redakteur Wissen bei der wochentaz, davor Redakteur im taz-Klimahub. Schreibt über den Weltraum, Wissenschaft und Klima. Studierte Internationale Beziehungen in Kleve und Buenos Aires und "Anthropocene Studies" in Cambridge. Mit dem Ressort Zukunft als Team des Jahres 2025 vom Medium Magazin (Top 30 bis 30) ausgezeichnet. Bild: Kim Görtz
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1 Kommentar

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  • Die NASA hat schon immer bei der Privatwirtschaft eingekauft.



    Die Stufen der Saturn V wurden von Boieng, North American Aviaton und Douglas Aircraft Compnay gebaut. und dort auch mitentwickelt.



    McDonnel entwickelte und fertigte die Gemini-Raumfahrzeuge.



    Neu ist daran nur, dass sich die Märkte konsolidiert haben und von (Tech-)Broligarchs berherrscht werden.