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Sicherheit im FußballstadionÜbertriebene Maßnahmen

Erik Peter

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Erik Peter

KI-gestützte Gesichtskontrollen und Stadionverbote sollen mehr Sicherheit für die Fans bringen. Tatsächlich droht gar keine Gefahr in den Stadien.

D eutsche Fußballstadien sind so sicher wie nie. Vergangene Saison besuchten 25,3 Millionen Menschen die Spiele der ersten drei Ligen, mehr als jemals zuvor. Laut der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze wurden dabei 1.107 Fans und Po­li­zis­t:in­nen verletzt – ein deutlicher Rückgang zur Vorsaison. Die Gefahrenquote für Be­su­che­r:in­nen liegt bei 0,0044 Prozent, gerundet 0,0 Prozent, und das bei einer Reduzierung der polizeilichen Einsatzstunden um zehn Prozent.

Man könnte sich kollektiv auf die Schulter zu klopfen: Vereine, Verbände, Politik und Polizei, nicht zuletzt die Fans selbst haben ganze Arbeit geleistet. Die Zeiten, in denen sich Hooligans Schlachten in den Stadien lieferten, sind lange vorbei. Ausgefeilte Sicherheitskonzepte, Fantrennung, der Wandel der Fankultur und sozialpädagogische Arbeit haben dafür gesorgt, dass die gefährlichsten Bilder heutzutage Ultras mit Bengalos sind.

Doch in die Logik von In­nen­mi­nis­te­r:in­nen passt der nüchterne Blick auf die Fakten nicht. Auf ihrer am Mittwoch in Bremen beginnenden Konferenz wollen sie ein Maßrahmenpaket beschließen, das die Sicherheit in den Stadien erhöhen soll, tatsächlich aber ein Repressionskatalog ist: KI-gestützte Gesichtserkennungssoftware, zentral verfügte Stadionverbote schon auf Verdacht, striktes Vorgehen gegen Pyrotechnik und die Einführung personalisierter Tickets. Dabei sind weder Ausweiskontrollen am Stadiontor logistisch zu bewältigen, noch helfen Kameras oder Strafen gegen den Einsatz von Pyros.

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Die mit Stimmungsboykotten, Demos und Bannern protestierenden Fanszenen kritisieren zu Recht den „Populismus“ der Innenpolitiker:innen, die sich nicht nur ahnungslos über Fakten, sondern auch über die gewachsene Strukturen zwischen Fans, Fanprojekten und Vereinen hinwegsetzen wollen. Es sind wie so oft Fußballfans, an denen autoritäre Kontrollfantasien zuerst erprobt werden sollen. Das aber ist ein Sicherheitsrisiko für alle, die mit einem zunehmend autoritären Staat in Berührung kommen.

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Erik Peter

Erik Peter Politik | Berlin

Leiter der Berlin-Redaktion und Redakteur für parlamentarische und außerparlamentarische Politik in Berlin, für Krawall und Remmidemmi. Schreibt über soziale Bewegungen, Innenpolitik, Stadtentwicklung und alles, was sonst polarisiert. War zu hören im Podcast "Lokalrunde".
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1 Kommentar

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  • Da gibt’s nichts auf die Schulter zu klopfen, wenn man sieht, wie randalierende & übergriffige Fans die Regios auseinandernehmen & FLINTA* in S-Bahn Waggons belästigen & bedrohen. Aus der Rubrik verweigerte Hilfeleistung: Anrufe bei der 110 ins Leere laufen, weil die Dienstkräfte doch nicht den S-Bahnen hinterherfahren oder Zuständigkeiten je nach aktuellem Aufenthalt des Regios gerne mal outgesourced werden. Danke für nichts, war sicher nur ein Einzelfall, wobei…

    taz.de/Platzverwei...regionalz%C3%BCge/

    taz.de/Platzverwei...regionalz%C3%BCge/

    taz.de/Auf-dem-Weg...all%2Bregionalzug/

    Die Fans, Hooligans & Ultras werden erst wirklich zum Problem außerhalb der Stadien. Was ist mit gewaltbereiten, besoffenen Gruppen die Innenstädte, Bahnhöfe, Züge zum Eiertanz für alle anderen machen? Wann werden endlich auch Vereine in die Verantwortung genommen für eine sich selbst feiernde & eskalierende Manosphere Culture unter vermeintlich harmlosen Fans, die im Gruppenverband unter Substanzeneinfluss völlig Entarten?