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Silvester im indischen BangaloreMassenhaft sexuelle Übergriffe

Offenbar wurden zu Silvester Frauen im Stadtzentrum von Bangalore angegriffen, betatscht, sexuell belästigt. Nun ermittelt die Polizei.

afp | Die Szenen rufen Erinnerungen an die Kölner Silvesternacht vor einem Jahr wach: Frauen, die von Männerbanden verfolgt, betatscht, sexuell belästigt und bestohlen werden, um Hilfe rufen – und keine bekommen. Sie spielten sich diesmal offenbar in Bangalore ab, der Hauptstadt des indischen Bundesstaats Karnataka und eines der wichtigsten IT-Zentren des Landes. Nun hat die Polizei Ermittlungen eingeleitet – auf eigene Initiative, wie sie betonte.

Den Ermittlern liege genügend „glaubwürdiges Beweismaterial“ vor, um selbst die Initiative zu ergreifen und nicht erst auf eine Anzeige warten zu müssen, sagte Bangalores Polizeichef Praveen Sood am Mittwoch. „Wir haben keine Zeit verschwendet, die Teams sind bereits bei der Arbeit und wir sind uns sicher, die Täter zu finden.“

Nach seinen Angaben werten die Ermittler unter anderem Aufnahmen von über 45 Überwachungskameras aus dem Stadtzentrum aus, wo hunderte Menschen am Wochenende in das neue Jahr gefeiert hatten. Soods Stellvertreter Hemant Nimbalkar sagte der Nachrichtenagentur AFP, ermittelt werde unter anderem wegen sexueller Belästigung und Versuche, die Frauen gegen ihren Willen festzuhalten und zu entkleiden.

In sozialen Netzwerken waren zuvor bereits Videoaufnahmen aufgetaucht, die weinende und laut um Hilfe rufende Frauen zeigten. Die sozialen Netzwerke waren voll mit entsetzten Kommentaren zu der „Nacht des Horrors“.

Immer wieder Gruppenvergewaltigungen

Am Dienstag hatte der Innenminister von Karnataka mit Äußerungen für Empörung gesorgt, der „westliche“ Kleidungsstil von Frauen sei der Grund für die sexuellen Angriffe gewesen. Von der Zentralregierung wurde er dafür scharf kritisiert. Sie versprach, die mutmaßlichen Taten aufzuklären.

Indien wird immer wieder von Berichten über schwere sexuelle Übergriffe auf Frauen sowie über Gruppenvergewaltigungen erschüttert. Im Dezember 2012 war in Neu Delhi eine Studentin Opfer einer brutalen Gruppenvergewaltigung geworden, sie starb wenige Tage später an ihren schweren Verletzungen. Danach ging eine Protestwelle durch das Land, die entsprechenden Gesetze wurden verschärft. Sexuelle Gewalt gegen Frauen bleibt aber verbreitet, und die Täter gehen oft straflos aus.

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