Zukunft der "Community Center"

Netzwerk auf dem Prüfstand

Nach dem Auslaufen der Startfinanzierung muss die SPD zeigen, was ihr die Koordination der Stadtteilzentren Wert ist. Einsparungen sind wahrscheinlich.

Sieben Träger unter einem Dach: das Stadtteilzentrum Barmbek Basch von hinten.  Bild: Lena Kaiser

Der Koordinationsstelle für die Stadtteilzentren könnte es künftig an den Kragen gehen. Denn die Finanzierung des Center-Management ist ungewiss. Zwar will die SPD bestehende Stadtteilzentren im Haushalt fest verankern. Nach wie vor ist aber unklar, wie diese finanziell ausgestattet werden sollen.

Fiele die Koordinationsstelle weg, würde darunter die stadtteilorientierte Arbeit leiden, befürchtet Heike Gronholz, die Geschäftsführerin und Koordinatorin des Barmbek Basch. Das Basch wurde im Januar 2010 eröffnet und gilt als Pilot- und Vorzeigeprojekt, in dem sieben Einrichtungen unter dem Label „Community Center“ zusammengelegt sind.

Das Center-Management kümmert sich um kooperative Projekte, beschafft Drittmittel, übernimmt Moderation und Raumplanung und macht die übergeordnete Öffentlichkeitsarbeit. Bei der Initiierung hatte der schwarz-grüne Senat Mittel für den Bau und die Projektentwicklung bereitgestellt, für die Koordination gab es aber lediglich eine Anschubfinanzierung aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“. Bei den meisten Stadtteilzentren läuft diese Finanzierung Ende des Jahres aus.

sollen Menschen im Stadtteil einen Treffpunkt und ein niedrigschwelliges Angebot bieten, Ressourcen bündeln, Netzwerkgedanken und das Gemeinsame fördern.

Das Basch gilt als Pilotprojekt mit Modellcharakter. Beteiligte sind die Kirchengemeinde Alt-Barmbek, das Kinder- und Familienzentrum, die Mütterberatungsstelle, die Erziehungsberatung, die Bücherhalle Dehnhaide, das Kulturhaus Dehnhaide und der AWO-Seniorentreff.

Mittlerweile gibt es weitere ähnlich konzipierte Zentren in Harburg, Hohenhorst, Neugraben und auf St. Pauli. In Wilhelmsburg befindet sich eins im Bau und am Osdorfer Born in Planung.

Nun steht das Barmbeker Projekt auf dem Prüfstand: Der Senat will klären, ob „Optimierungen der Organisationsstruktur und der Betriebsabläufe“ möglich sind. Das Center-Management könne auf keinen Fall mal eben so wegfallen, sagt Yvonne Nische, die das Sozialraummanagement im Bezirk Nord leitet. „Nachdem es eine unglaubliche Aufbauarbeit geleistet hat, ist es nicht einfach, das Management nun in eine andere finanzielle Struktur zu überführen, bei der sich die Einrichtungen noch mehr engagieren müssen und wo vielleicht auch bestimmte Tätigkeiten wegfallen.“

Zusammen mit den Einrichtungen sucht der Bezirk nun nach einer Lösung. Im Gespräch sind die Gründung eines Unterstützervereins, eine verstärkte Akquise von Spenden. Auch wird geprüft, ob die Einrichtungen bestimmte Leistungen selbst übernehmen oder auf Ehrenämter zurückgreifen.

Eine Streichung des Barmbeker Center-Managements beträfe auch andere Stadtteilzentren. „Die Community Center leisten eine hervorragende Arbeit und werden sehr gut angenommen“, sagt Ksenija Bekeris, die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion in der Bürgerschaft. „Wir müssen die bestehenden Stadtteilzentren strukturell absichern und sehen, dass wir sie gut unterstützen können.“ Das sei für die SPD ein wichtiges Thema, versichert Bekeris.

In welcher Größenordnung die finanzielle Ausstattung aber ausfällt, steht wohl auf einem anderen Blatt. Wichtig sei, „dass wir einen Titel im Haushalt haben, aus dem Community Center und Bürgerhäuser dann finanziert werden können“, sagt Bekeris. Wenn die finanzielle Absicherung gewährleistet ist, will die SPD bei den einzelnen Zentren prüfen, was vor Ort gebraucht wird.

 

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