Tausende Bürger bilden an den Atomlagern Asse und Schacht Konrad eine 52 Kilometer lange Lichterkette. Sie fordern, "Licht ins Dunkel der Atommüllentsorgung" zu bringen.von JÜRGEN VOGES
Mit einer 52 Kilometer langen Lichterkette haben Anwohner der ehemaligen Bergwerke Asse und Schacht Konrad gegen die Lagerung von radioaktivem Müll in ihrer Region demonstriert. Nach Angaben der Organisatoren und der Polizei formierten sich am Donnerstagabend rund 15.000 Menschen mit Fackeln zu einer weithin leuchtenden Kette. Sie führte vom im Bau befindlichen Endlager Schacht Konrad in Salzgitter am maroden Atommülllager Asse vorbei über Wolfenbüttel bis nach Braunschweig.
Am Atommülllager Asse, das auf dem gleichnamigen Höhenzug bei Wolfenbüttel liegt, schlängelte sich um 19 Uhr die Fackelkette viele Kilometer weit sichtbar nach Westen in Richtung Salzgitter. Auch nach Nordosten hin an der Straße über den bewaldeten Höhenzug stand alle paar Meter ein mit Licht bewaffneter Anwohner.
An 78 Sammelpunkten, in die die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad und der Asse Koordinationskreis die Strecke eingeteilt hatten, trafen die Demonstranten ab sechs Uhr Abends ein. Die örtlichen Gruppen überreichten ihnen Fackeln. Sie hatten auch für wärmende Feuerstellen, heiße Getränke, Bier und Bratwurst gesorgt. Ab halb sieben verteilten sich die Atommüllgegner und entzündeten ihre Fackeln. "Auf der gesamten Strecke war die Kette komplett geschlossen", berichtete später auch ein Sprecher der Polizei in Salzgitter.
Die Fackeln leuchteten hell im starken Wind, brannten aber auch schnell ab. Nach einer halben Stunde war die Kette, die symbolisch "Licht ins Dunkel der Atommüllentsorgung" bringen sollte, nicht mehr zu sehen. "Trotz Kälte und Wind hat im Durchschnitt alle drei Meter jemand mit einer Fackel gestanden - das ist ein Erfolg, wie wir ihn anfangs wirklich nicht erwartet haben", sagte Udo Dettmann vom Koordinationskreis. Nach Angaben von Peter Dickel von der AG Schacht Konrad beteiligten sich rund 200 örtliche Gruppierungen an dem Protest. Darunter waren Kirchengemeinden, Gewerkschaftsgruppen, Gliederungen der Linken, der Grünen, der SPD, der CDU, Sportvereine und lokale Anti-AKW-Gruppen. In Wolfenbüttel gingen auch mit Fackeln bewaffnete Schulklassen gemeinsam auf die Straße. Um 19 Uhr läuteten Kirchenglocken. Mit Abordnungen beteiligten sich auch die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg und Anwohner des Endlagers Morsleben. Die Beteiligung verschiedener Gruppen über Parteigrenzen hinweg dokumentiere, dass die Bevölkerung der Region die Atommülllagerung in der Asse und in Schacht Konrad mittlerweile klar ablehne, so Dickel.
An der Asse gratulierte der Landrat des Kreises Wolfenbüttel, Jörg Röhmann (SPD), den Organisatoren. Auch er betonte, dass bei der Kette alle Bevölkerungsgruppen dabei sein. Der seit Jahresanfang für die Asse verantwortliche Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz, Wolfram König, äußerte Verständnis dafür, dass das Vertrauen der Bürger gestört sei. Er versprach, durch Transparenz künftig Licht ins Dunkel der Atommülllagerung zu bringen.
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Leserkommentare
06.03.2009 11:45 | Islenski Hesturinn
Entschuldigung, dass ich nochmal kurz schreibe: Vorhin hätte ich vielleicht genauer "südlich und südöstlich von Spitzbergen ...
06.03.2009 09:58 | Islenski Hesturinn
Übrigens ließen sich auch in den Gewässern südlich von Spitzbergen, wo mehr als 800 km2 nicht allzu tiefe Meeresfläche exis ...
05.03.2009 23:02 | Islenski Hesturinn
@ Jan Gottwald: Ich finde es auch seltsam. Übrigens wäre es ein grotesker Fehlschluss, den radioaktiven Müll nun für harmlo ...