Da der Essener Energiekonzern in rumänischem Erdbebengebiet ein Atomkraftwerk bauen will, startet eine Protestaktion.von ANDREAS WYPUTTA

"Finger weg von Belene - keine Atomreaktoren auf unsicherem Boden!" Bild: dpa
BOCHUM taz Mit einer bundesweiten Kampagne machen Umweltschützer Druck gegen den strammen Atomkurs des Essener Energiekonzerns RWE. Seit Dienstag protestieren Atomkraftgegner in 54 Städten gegen den Bau des umstrittenen bulgarischen Atomkraftwerks Belene. Die Aktion geht noch bis zum Sonntag.
Das Atomkraftwerk Belene liegt mitten im Erdbebengebiet an der Grenze zu Rumänien. Dort will der Energiekonzern bei der Errichtung des Atommeilers Cernavoda dabei sein. Dabei hatten selbst sowjetische Wissenschaftler schon 1983 gewarnt, Atomkraftwerke seien in der erdbebengefährdeten Region nicht zu verantworten. Weitere neue Meiler plant RWE außerdem in Großbritannien und im litauischen Ignalina.
Umweltschutzorganisationen wie der Deutsche Naturschutzring oder Urgewald riefen darum am Dienstag zu einem Boykott des Essener Konzerns auf: "Die Leute sollen bei RWE kündigen und zu einem Ökostromanbieter wechseln", sagt Urgewald-Geschäftsführerin Heffa Schücking. Deutlich machen soll das etwa eine Menschenkette rund um den RWE-Turm in Essen am Freitag; in Hamburg, Berlin und München sind ähnlich große Aktionen geplant. Die Aktionswoche sei nur der Auftakt einer Langfrist-Kampagne: "Wir machen weiter, bis sich RWE aus Belene zurückzieht."
Gleichzeitig erhöht das Online-Netzwerk Campact den Druck auf die im Kommunalwahlkampf steckenden OberbürgermeisterInnen von Dortmund, Essen und Mülheim an der Ruhr. Die drei Städte sind wie der Versicherer Allianz RWE-Aktionäre. Die Rathauschefs bekommen über 22.000 von Umweltschützern unterschriebene "gelbe Karten" überreicht - und müssen sich so dem Protest gegen den Atomkurs von RWE stellen. "Noch versuchen die Oberbürgermeister, der Kritik zu entgehen und mit Verweis auf Geheimhaltungspflichten abzutauchen", sagt Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz. "Aber selbstverständlich können sie Postkarten annehmen - und müssen sich dann politisch positionieren."
In ihrem Videocast fordert Kanzlerin Merkel einen schnellen Ausbau der deutschen Stromnetze. Um den Windstrom von den Norden in den Süden zu schaffen, sind Tausende neue Netzkilometer nötig.

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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
05.03.2009 13:15 | Sakralpunker
Der Unterschied zwischen Ökostrom und Ökostromtarif ist bei vielen, die wechseln wollen nicht geklärt. RWE bietet beispiels ...
04.03.2009 16:14 | Von
Endlich passiert mal was! Und wenn es gut läuft dann schlägt das Boykott so ein wie damals bei Shell mit seiner Brent Spar- ...
04.03.2009 11:50 | archimedes
Ich stimme Islenski Hesturinn zu. Insbesondere sollten zu diesem Zweck möglichst die Produktion auch innerhalb Bulgariens s ...