Kommentar zur Schulreform: Kein Zweite-Wahl-Gymnasium
Die Linkspartei beharrt auf der Gleichwertigkeit der künftigen Sekundarschulen mit den Gymnasien. Das ist gut so. Denn: Die Sekundarschule darf kein Zweite-Klasse-Gymnasium sein. Entscheidend sollte nicht das Tempo sein, sondern die Qualität.
Was Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) mit der Schulreform auf den Weg bringt, ist ein radikaler Einschnitt. Einen Quantensprung nennt er selbst das zweigliedrige System, das er einführen will, und meint damit, dass es wegweisend für andere Bundesländer sein wird, die noch mit der Abschaffung der Hauptschulen ringen.
Trotzdem ist es gut, dass die Linkspartei auf der nötigen Gleichwertigkeit der zukünftigen Sekundarschule mit dem Gymnasium beharrt. Denn es waren vor allem die "Gymnasialeltern", die sich gegen eine Reform der Schullandschaft gewehrt haben - aus Angst davor, dass ihre Kinder die Oberschulbank mit langsamer lernenden Klassenkameraden drücken.
Tatsächlich zielt die neue Sekundarschule darauf ab, auch diesen den Weg bis zum Abitur zu erleichtern. Deshalb ist die verbesserte Ausstattung der Sekundarschulen nötig und gut. Ebenso nötig ist aber eine ausgewogene Schülermischung. Will man die Angst der "Gymnasialeltern" vor der Sekundarschule besiegen, darf diese kein Zweite-Klasse-Gymnasium sein.
Ob es dafür allerdings, wie die Linke fordert, nötig ist, das Abitur auch nach 12 Jahren ablegen zu können, ist fraglich. Angesichts einer steigenden Lebenserwartung wird die Zukunft der Kinder kaum davon abhängen, ob sie nach 12 oder 13 Jahren Abitur gemacht haben.
Entscheidend ist nicht das Tempo, sondern die Qualität. Das muss für die Sekundarschule genauso gelten wie für das Gymnasium. Foto: A. Losier
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