Kommentar von RALPH BOLLMANN
Schon oft hatten Landtagswahlen Symbolwirkung für die politische Entwicklung im Bund. So machte Gerhard Schröder die niedersächsische Landtagswahl 1998 zum Plebiszit über die SPD-Kanzlerkandidatur; die Niederlage in Nordrhein-Westfalen animierte ihn 2005 zu vorgezogenen Neuwahlen. Die Versuchung ist groß, in den Neuwahlambitionen der Kieler CDU einen Vorgriff auf die Bundestagswahl zu sehen: Schwarz-Gelb in Kiel wie in Berlin.
In Wahrheit jedoch verhält es sich eher umgekehrt. Die Aussicht, das Deutschland im Herbst womöglich von Union und FDP regiert werden könnte, versetzt die elf schwarzen Ministerpräsidenten geradezu in Panik. Allein der Umstand, dass die CDU etwaige Berliner Misserfolge ganz kommod auf den Koalitionspartner SPD abschieben konnte, hielt die Verluste der Partei in den vier Kanzlerinnenjahren Merkels in Grenzen. Bei fast allen Landtagswahlen büßte die Union zwar Stimmen ein. Das fiel nicht weiter auf, weil die Regierungschefs im Amt blieben - schwarze, gelbe und rote Koalitionspartner standen bereit.

Ralph Bollmann ist Leiter des Parlamentsbüros der Taz. Foto: dpa
Das könnte sich vom Herbst an ändern. Regiert in Berlin ein schwarz-gelbes Bündnis, das angesichts von Wirtschaftskrise und Haushaltsnot zu unpopulären Einschnitten schreiten muss, dann wird das Pendel in den Ländern zurückschwingen. Besonders heikel wird das für Jürgen Rüttgers in Nordrhein-Westfalen, der die CDU-Mehrheit im größten Bundesland im kommenden Frühjahr verteidigen muss. Eng wird es auch für den Kieler Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen, der spätestens seit der umstrittenen Rettungsaktion für die HSH Nordbank angezählt ist. Eine Neuwahl am 27. September könnte für ihn auf absehbare Zeit der letzte Notausgang sein aus der ungeliebten Koalition mit Ralf Stegner und der SPD.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
18.07.2009 11:20 | Amos
Wir bekommen erst wieder eine saubere Politik, wenn ...
17.07.2009 15:09 | Nadi
Die CDU könnte in Kiel eine Überaschung erleben, denn die Deutungen und Argumentationen im Landtag spielen durchaus eine Ro ...