Kommentar von REINER METZGER
Es ist zum Verzweifeln. Sobald es einfach wird, rollt die Empörung: Eine Ministerin, ihr Dienstwagen im Urlaub geklaut, und schon ist der karrierebedrohende Skandal da. Wenn hingegen im Bundestags-Untersuchungsausschuss über das Wann und Wie von 102 Milliarden Euro Steuergeldern für die Bank Hypo Real Estate geforscht wird, bleibt die Öffentlichkeit kühl.

Reiner Metzger ist stellvertretender Chefredakteur der taz. Foto: taz
Es kommt ja auch nichts Griffiges dabei heraus: Der Minister und seine Staatssekretäre waschen ihre Hände in Unschuld. Die Bankenaufsicht hat die HRE geprüft, etwas festgestellt und auch nach oben gemeldet, aber irgendwie alles nicht so gemeint.
Und dankenswerterweise ist ja auch in wenigen Wochen die Wahlperiode zu Ende, danach muss jede Untersuchung im Bundestag wieder von vorne anfangen. Das werden alle Verantwortlichen aussitzen.
Was bleibt: Der Staat hat mit etwa 100 Milliarden gebürgt und gezahlt, die Privatwirtschaft in weit geringerem Maße. Die Rede ist von 15 Milliarden Euro durch die deutschen Banken. Aber Genaues weiß man nicht, denn viele Akten sind und bleiben vertraulich. Der Staat hilft einer privaten Bank aus der Patsche, verstaatlicht sie schließlich, jeder der 82 Millionen Bundesbürger bürgt im Schnitt mit 1.200 Euro - und niemand erfährt die Details. Wessen Karriere bedroht dieser Skandal? In der Politik offensichtlich niemandes. Die Banker verdienen sogar auf lange Frist an dem Deal: Sie geben der geretteten HRE munter Kredite und kassieren die Zinsen voller Zuversicht, denn die Bundesregierung bürgt ja dafür. Mit dem Staat Geschäfte machen macht einfach richtig Spaß.
Wenn Bundesministerin Ulla Schmidt bei der Gesundheitsreform ähnlich wenig zustande gebracht hätte wie das Kanzleramt und das Finanzministerium bei der Finanzkrise, wäre sie schon längst weg. Wo bleiben denn nun die veränderten Börsenregeln, die Börsenumsatzsteuer? Wo die Vereinbarungen zur Offenlegung und Standardisierung der ganzen Derivate, die die Misere ausgelöst haben? Wo bleibt eine wirksame Gesetzgebung zu den versagenden Prüfern, den Rating-Agenturen? Es ist nichts in Sicht. Zwei Tage vor den Bundestagswahlen endet der Weltfinanzgipfel von Pittsburgh, USA. Wenn dort wieder nichts passiert, hat diese Bundesregierung eine Bestrafung durch die Wähler wahrlich verdient. Die müssen es nur noch merken.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
31.07.2009 09:44 | Amos
Es wurde nichts zur Verhinderung des nächsten Crashs ...
30.07.2009 11:22 | Kassandra
"Die Wähler müssten es mal merken.": ...
30.07.2009 04:46 | Martin
wenn das eine schlecht ist, braucht das andere nicht gut zu sein. frau schmidt und die hre sind zwei verschiedene paar schu ...