Familienplanung in den Entwicklungsländern könnte das Klima retten. Rund 200 Millionen Frauen hätten keinen Zugang zu Verhütungsmitteln, sagt die Deutsche Stiftung für Weltbevölkerung.

So bunt müssen sie ja gar nicht sein. Bild: Peter Rivera - Lizenz: CC-BY
BERLIN taz | Globale Klimapolitik kann nur erfolgreich sein, wenn sie Bevölkerungswachstum, Frauenförderung und -gesundheit stärker berücksichtige. Das erklärten am Mittwoch der UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) und die Deutsche Stiftung für Weltbevölkerung (DSW).
Würde es 2050 nur 8 statt der bislang prognostizierten 9 Milliarden Menschen auf der Welt geben, würden 1 bis 2 Milliarden Tonnen weniger CO2 ausgestoßen. Die Klimadebatte würde in den Industriestaaten verstärkt über neue Technologien geführt, sagte Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium: "Es kommt jedoch darauf an, die globalen Zusammenhänge darzustellen."
Mehr Menschen würden auch mehr konsumieren und dadurch den Treibhauseffekt erhöhen, sagte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr.
Die UNFPA räumte jedoch ein, dass der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Bevölkerungsdynamik wissenschaftlich nicht nachgewiesen sei. Dennoch müsste die Familienplanung verbessert werden, so die OrganisatorInnen, zum Beispiel mit kostenlosen Kondomen und Pillen.
Rund 200 Millionen Frauen hätten keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. "Frauen müssen darin unterstützt werden, über Familienplanung selbst zu entscheiden", sagte Renate Bähr. Die internationale Entwicklungshilfe für Familienplanung ist jedoch gesunken. Wurden 1995 noch 723 Millionen Dollar dafür ausgegeben, waren es 2007 nur noch 338 Millionen Dollar.
SIS
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