Kommentar von ULRICH SCHULTE
Das Gezerre, das um geplante Steuersenkungen in der Union eingesetzt hat, ist ein Symptom. Es zeigt, wie realitätsfern dieses zentrale Projekt der schwarz-gelben Koalition ist. Das Versprechen, mitten in einer schweren Wirtschaftskrise ließen sich mal eben die Steuern senken, erweist sich als unhaltbar. Gerade mal zwei Monate nach Start der Regierung zwingt es die Koalition zu Verrenkungen, die kaum vermittelbar sind.
Zwar ist es bei Steuerreformen gang und gäbe, dass sich die Bundesregierung die Zustimmung der Länder mit Geschenken erkauft. Doch in diesem Fall mutet es abenteuerlich an: Die Koalition entwirft ein Gesetz, das angeblich Wachstum fördern soll, aber nur Geld an Privilegierte verteilt: an gut verdienende Familien, Firmenerben und Hoteliers, die sich über niedrige Mehrwertsteuersätze freuen können. Wirtschaftsexperten jedweder Couleur sind sich einig, dass diese Ideen vieles bewirken, nur kein Wachstum.
Eine ganze Reihe von Ministerpräsidenten, die selbst der Union angehören, sagt voraus, dass das Gesetz für ihre Länderhaushalte vernichtende Wirkung hätte. So rechnet Schleswig-Holstein vor, dass eine Konsolidierungshilfe wegen der Schuldenbremse von den Steuersenkungen wieder aufgefressen wird. Dennoch will die Koalition das Gesetz beschließen - in der Hoffnung, die Ministerpräsidenten noch auf andere Weise zu besänftigen. Ein solcher Kompromiss könnte lauten, dass bereits aufgelegte Konjunkturprogramme neu aufgeknüpft werden. Womit das Ziel, Wachstum zu fördern, ein zweites Mal ad absurdum geführt würde, weil dadurch für wirklich sinnvolle Maßnahmen künftig weniger Geld übrig bleiben dürfte.

Ulrich Schulte ist Ressortleiter Inland der taz. Foto: Anja Weber
Eine solche Politik ist ziellos, beratungsresistent und außerdem handwerklich schlecht gemacht. Fast kann man sich fürchten. Denn die große Steuerreform von Schwarz-Gelb steht noch aus.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
02.12.2009 09:36 | Dr. Ludwig Paul Häußner
Ddebatte über MwSt-Erhöhung anstoßen! ...
01.12.2009 20:46 | SonHals
Mein Gott, wann wird endlich mal vernünftige, den Problemen angemessene, auch langfristige Politik in Deutschland gemacht. ...