Ein Konsortium der britischen Polizei bereitet den Einsatz von Drohnen für normale Polizeiarbeit vor. Favorit sind die Herti-Drohnen, die bereits in Afghanistan im Einsatz sind.

Von der Auslandsfront in die City: Herti-Drohne soll Polizeiarbeit machen. Bild: bae systems
BERLIN taz | Die britische Polizei plant den Einsatz von Drohnen zur Überwachung. Das geht aus Papieren hervor, die die britische Zeitung Guardian ausgegraben hat. Demnach soll der
Rüstungskonzern BAE Systems</i> die nötigen Drohnen produzieren – in Abwandlung seiner unbemannten Fluggeräte für militärische Zwecke.Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
In Großbritannien ist die Überwachung öffentlicher Plätze bereits deutlich weiter fortgeschritten als hierzulande: Videokameras werden in vielen Städten routinemäßig zur Kontrolle eingesetzt, auch ferngesteuerte kleine Hubschrauber mit Kameras kamen schon zum Einsatz.
Das Entwicklungskonsortium wird von der Polizei der Grafschaft Kent geleitet. Ziel sei es, berichtet der Guardian, die Drohnen bis spätesten zu den Olympischen Spielen 2012 in London einzusetzen. In der Hauptstadt sollen die Fluggeräte die Wasserflächen überwachen.
Zunächst wünscht sich die Polizei die neue Technik vor allem für Großereignisse. Darüber hinaus ist es den Dokumenten zufolge das Ziel, die Fluggeräte routinemäßig in die Polizeiarbeit einzubinden, schreibt der Guardian.
Ein erster Prototyp soll noch dieses Jahr getestet werden. Die BAE-Drohnen können stundenlang in der Luft bleiben und mehrere tausend Meter hoch fliegen. Im Gegensatz zu den hubschrauberähnlichen Minifliegern (MAV), die die Polizei bereits nutzt, die nur wenige paar zehn Meter hoch fliegen und ferngesteuert werden müssen, fliegen Drohnen autonom und sind in der Lage, eigenständig verdächtigen Bewegungen zu folgen.
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Video über die Fähigkeiten der Hertie-Drohne von AINtv.com, einem industrienahem WebTV-Dienst.
Zwei Drohnen sind derzeit offenbar im Rennen für den Auftrag der britischen Polizei: Die fünf Meter lange Herti-Drohne, die bereits in Afghanistan im Einsatz ist. Und die deutlich größere GA22.
Offenbar nutzt die Polizei die Olympischen Spiele auch als Druckmittel auf andere Behörden, um das Projekt voranzutreiben. So dürfte es in der britischen Flugaufsicht einiges Unbehagen geben, unbemannte Flugkörper mit solchen Leistungswerten zu genehmigen – aus Furcht vor Kollisionen mit andern Flugzeugen.
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Werbe-Video der Microdrones GmbH über ihren kleinen ferngesteuerten Überwachungshubschrauber, den die britische Polizei bereits einsetzte.
Dem Guardian zufolge gehört es zur Strategie der Police Kent, den Einsatz der Drohnen zunächst vor allem für den Einsatz über Wasser zu propagieren, etwa beim Grenzschutz, um so den Widerstand gegen die neue Technik möglichst klein zu halten.
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