Die Asse-Anwohner trauen den Behörden nicht. Sie fürchten, dass Exbergwerk solle nicht wirklich leergeräumt, sondern mit Salzlauge aufgefüllt werden.von JÜRGEN VOGES

Ein Bergmann sucht in der Nähe des "Laugensumpfes" nach radioaktiver Strahlung. Bild: ap
HANNOVER taz | Das Bundesamt für Strahlenschutz, BfS, will noch dieses Jahr damit beginnen, den Atommüll aus dem einsturzgefährdeten Endlager Asse in Niedersachsen zu bergen. In dem Salzbergwerk bei Wolfenbüttel liegen rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall.
Im November werde unter Tage als Erstes die Abfallkammer 7 angebohrt, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Amtes in Salzgitter. Techniker sollten eine Kamera und Messsonden in die Kammer einführen, in der rund 4.300 Fässer mit Atommüll lagern. Dann werde eine weitere Kammer angebohrt. Erst in einem nächsten Schritt würden beide Kammern geöffnet, der Atommüll herausgeholt.
Wenn die Strahlenbelastung der Beschäftigten dabei deutlich höher ausfiele als bislang angenommen, müsse allerdings "die Machbarkeit der Rückholung neu bewertet werden", sagte der BfS-Sprecher. Die Strahlenbelastung könne sich erhöhen, wenn die Abfälle in einem sehr schlechten Zustand seien oder ihre Bergung und Verpackung deutlich mehr Zeit in Anspruch nehme als bislang angenommen. Den Zeitplan könne man zudem nur umsetzen, wenn alle beteiligten Behörden und Unternehmen an einem Strang ziehen.
Anwohner und Gegner des Atommülllagers zeigten sich gegenüber dem Vorgehen des Bundes skeptisch. "Wir befürchten, dass man nach außen hin die Rückholung verfolgt, intern aber eine Flutung des Bergwerks vorbereitet", sagte Heike Wiegel vom Asse-II-Koordinationskreis. Im Bundesumweltministerium und in der Atomwirtschaft gebe es Akteure, "die die Rückholung hintertreiben", meinte die SPD-Kommunalpolitikerin aus Remlingen. "Wir haben für die Rückholung nur zehn Jahre Zeit und es liegt immer noch kein Planungsrahmen vor", bemängelte sie. Allein der Bau eines zweiten Schachtes in das Endlager werde sieben Jahre dauern. Ein zweiter Schacht sei für die Rückholung notwendig.
Der Asse-II-Koordinationskreis legte zudem eine neue Expertise zu den Folgen der sogenannten Vollverfüllung der Asse vor. Das Bundesamt für Strahlenschutz will das Bergwerk mit Salzbeton und Salzlauge füllen, wenn die Abfälle nicht geborgen werden können. Nach Modellrechnungen des Geochemikers Ralf Krupp würden es nach der Füllung aller Hohlräume des Atommülllagers mit Salzlauge nur wenige Jahre dauern, bis an der Erdoberfläche radioaktive kontaminierte Lauge austritt.
In ihrem Videocast fordert Kanzlerin Merkel einen schnellen Ausbau der deutschen Stromnetze. Um den Windstrom von den Norden in den Süden zu schaffen, sind Tausende neue Netzkilometer nötig.

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
04.06.2010 09:43 | lumpi
http://www.das-dass.de/