Kommentar von GEREON ASMUTH
In Potsdam wollen die Bewohner von Seegrundstücken die Öffentlichkeit vom Ufer vertreiben. In Prenzlauer Berg erregen sich Neubaunachbarn über einen alteingesessenen Musikclub. Und nun wollen sich dort auch noch Wohnungseigner ein Stück von einem öffentlichen Park erklagen. Man könnte einen Hauch von Verständnis aufbringen, wenn hier tatsächlich der böse Staat die Freiheit Einzelner eingeschränkt hätte. Doch das Gegenteil ist der Fall. In der Regel werden Neueigentümer aktiv, die sich in voller Kenntnis der Situation Häuser, Wohnungen oder Grundstücke gekauft haben - und mehr für sich rausschlagen wollen. Weg mit den Uferwegen! Weg mit den Clubs! Weg mit den Parks! Das ist nicht einfach geschichtsvergessen oder ignorant. Das ist - gelinde gesagt - eine Frechheit.
Das Problem dahinter ist die heilige deutsche Kuh: das Eigentum an Grund und Boden. Nach der Wiedervereinigung wurde so ziemlich alles "rückübertragen", was möglich war. Und als ob das nicht gereicht hätte, wurden auch noch massenhaft Grundstücke und Häuser von der öffentlichen Hand verkauft.
Doch wer in Deutschland besitzt, hat die Macht. Da kann die Politik bitten und betteln. Gestaltungsmacht bekommt sie nur, wenn sie Eigentümer mit reichlich Geld ruhigstellen kann. Das aber fehlt. Und daher muss man den Klägern fast schon dankbar sein. Denn je dreister sie agieren, desto offensichtlicher wird, dass das Eigentum nicht in jedem Fall unantastbar bleiben kann. Dass bei radikalen Verstößen des Individuums gegen das Gemeinwohl vielmehr dringend über Enteignung nachgedacht werden muss. Enteignet Spinner! Denn nur so wird aus der Frechheit der Eigentümer eine im Wortsinne bodenlose Frechheit.
Michael Brenncke ist Travestiekünstler und Intendant der kleinsten Showbühne Berlins in Neukölln. Ein Gespräch über Tunten und Türken - und über Licht und Schatten.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Ausgerechnet Bildungsministerin Annette Schavan? Auch sie soll bei ihrer Doktorarbeit mit dem bezeichnenden Titel „Person und Gewissen“ gemogelt und abgekupfert haben. Sehen Sie hier: Einige Vorbilder und Nachahmer ...

Leserkommentare
29.06.2010 22:33 | Das ganze sehen
Na toll: Mal wieder sieht niemand das Ganze. Jetzt sollen kleine Yuppies, die immernoch verzweifelt an einer alternativne T ...
28.06.2010 22:30 | DJ Tüddel
Solche Fälle hat es ja auch schon seit einigen Jahren gegeben. Erinnert sei an skandalöse Urteile gegen Wagenplätze, die vo ...
26.06.2010 12:50 | Lukas
ich bin ja selber ein zugezogener in berlin-nordost, aber mit welcher gierigen kleingeistigkeit an allen ecken und enden di ...