Kommentar von MALTE KREUTZFELDT
Wie schlecht kann ein Umweltminister eigentlich beraten sein? Frei von jeglichem politischen Gespür wollte Norbert Röttgen der Atomindustrie ihre nächsten Wünsche erfüllen. Nachdem die Laufzeitverlängerung beschlossen war und von zusätzlichen Sicherheitsauflagen vorerst keine Rede mehr ist, sollte jetzt die Endlagerung privatisiert werden.
Während Röttgens eigenes Ministerium diese Pläne am Mittag noch verteidigte, zog der Regierungssprecher die Notbremse und erklärte den Plan für gestoppt. Für den Umweltminister ist das eine weitere Blamage. Es zeigt, wie sehr er den Atomlobbyisten, die er sich ins Haus geholt hat, freie Hand lässt - und dabei die Stimmung im Land aus dem Auge verliert.
Schon bisher hat Röttgen beim Thema Endlager alles getan, um das notwendige Vertrauen zu zerstören. Das von Rot-Grün beschlossene Gorleben-Moratorium ist aufgehoben, aber alternative Standorte werden nicht gesucht. Die Öffentlichkeit wird mit rechtlichen Tricks ausgeschlossen, widerspenstige Grundbesitzer sollen enteignet werden.

Malte Kreutzfeldt ist Leiter des Öko- und Wirtschaftsressorts der taz. Foto: taz
Als letzter Schritt sollte nun die für die Endlagerung zuständige Behörde kaltgestellt werden. Denn im Bundesamt für Strahlenschutz sitzen ExpertInnen, die nicht bereit sind, ihre fachlichen Einschätzungen unter politischem Druck aufzugeben. Statt auf diese Expertise zu vertrauen, sollten die Atommüllproduzenten - die nicht an Sicherheit, sondern ausschließlich an einer schnellen und billigen Lösung interessiert sind - selbst die Verantwortung für die Endlagerung übernehmen.
Dass dieser Plan nun gestoppt wurde, ist kein Grund zur Entwarnung, denn die Geisteshaltung im Ministerium hat sich nicht geändert: Bleibt nur die Hoffnung, dass die Halbwertzeit dieser Regierung durch die jüngste Aktion weiter geschrumpft ist.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
24.09.2010 08:55 | Amos
Das Paradoxum der Politik: Wir müssen an die folgenden ...
23.09.2010 13:19 | maximilian heuer
Wieso sollte den jetzt die Endlagerung privatisiert werden, dass Dritte beauftragt vom Bund werden können steht doch schon ...
23.09.2010 11:04 | Ahnungs-Looser
Es geht nicht nur uns allen so, ...