Kommentar von S. KNAUL
Der deutsche Außenminister scheint eine neue Spielwiese gefunden zu haben. Ähnlich wie sein Vorvorgänger im Außenamt Joschka Fischer zieht es auch Guido Westerwelle besonders häufig nach Jerusalem und dort speziell zum Amtskollegen Liebermann. Denn aus dem besonderen Draht, den Avigdor und Guido - man dutzt sich - zueinander haben, macht keiner einen Hehl. So seltsam das Bündnis zwischen dem zu Hause umstrittenen Liberalen und dem unter den eigenen Landsleuten nicht weniger umstrittenen Rechtsnationalen anmuten mag, so könnte es doch eines Tages Früchte tragen.
Weder Liebermann noch Regierungschef Benjamin Netanjahu lassen sich von dem internationalen Druck beeinflussen, wie an ihrer gnadenlosen Fortsetzung des Siedlungsbaus im Westjordanland unschwer zu erkennen ist. Wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst, dann mache ihn dir zum Freund, sagt eine alte Volksweisheit. Westerwelle droht nicht. Er redet gut zu.
Es geht ihm um die Exportschranken für den Gazastreifen. Solange die Ausfuhr von Waren verboten bleibt, hat die Wirtschaft in dem belagerten Küstenstreifen keine Chance, sich zu erholen. Natürlich würde auch die Hamas indirekt von einem Wirtschaftsaufschwung profitieren. Umgekehrt büßen die Extremisten erfahrungsgemäß immer dann an Popularität ein, wenn es den Menschen wirtschaftlich besser geht.

Susanne Knaul ist Israel-Korrespondentin der taz. Foto: taz
Es sind zwei verschiedene Dinge, ob man die Hamas boykottiert, weil sie sich weigert, Israel anzuerkennen und der Gewalt abzuschwören - oder ob man ein Embargo über 1,5 Millionen Menschen verhängt. Die Aufhebung der Exportsperre könnte den Palästinensern neue Hoffnung geben und ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von den Geldgebern in Europa, in den USA und im Iran mildern. Sollte es Westerwelle tatsächlich gelingen, seinen Amtskollegen in Jerusalem umzustimmen, könnte er sich zu Recht dafür feiern lassen.
Am Tag nach Lafontaines Abgang sucht die „Linke“ jetzt den „Dritten Weg“. Führen muss der jedenfalls endlich in eine Richtung: Nach vorne. von Tom Strohschneider

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

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