Kommentar von GEREON ASMUTH
Eins ist seit Mittwoch klar: Der Volksentscheid zu den Wasserverträgen ist überflüssig. Es gibt nichts mehr zu entscheiden. Die Verträge stehen im Internet. Nicht mehr nur auf einer Seite der taz. Auch das Land Berlin, RWE und Veolia haben sie offengelegt. Dass das Volk aus rechtlichen Gründen dennoch zur Abstimmung gerufen wird, klingt absurd. Einige werden das gar als Beleg dafür sehen, dass direkte Demokratie eh nur Murks sei. Dabei hat die Initiative Wassertisch nur einen Makel: Sie hat schon vor dem Urnengang alle Ziele erreicht.
Ohne das Volksbegehren hätten sich niemals so viele Berliner für die Wasserbetriebe interessiert. Ohne dieses Interesse wäre es der taz kaum möglich gewesen, die Verträge ins Netz zu stellen. Und ohne diese Veröffentlichung hätten die Eigentümer nicht so schnell klein beigegeben. Jetzt kann jeder nachlesen, welche Luxusbedingungen die Käufer 1999 vom damaligen CDU-SPD-Senat bekamen. Dass ihnen eine Renditeberechnung garantiert wurde - obwohl ein Gericht die für illegal erklärt hat. Das Schlimmste aber ist: Man kann nachlesen, dass Berlin aus diesen Verträgen kaum wieder rauskommen wird.
Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?, fragte einst Bert Brecht. Zeitgemäße Geldvermehrer gründen keine Bank mehr, sie lassen sich von Politikern einen Monopolbetrieb verkaufen, der mittlerweile fast exorbitante 25 Prozent seiner Einnahmen als Gewinn verbuchen darf. Diese Erkenntnis dürfte das Vertrauen in die Politik weitaus mehr untergraben als ein überflüssig gewordener Volksentscheid.
Im Jahr 2008 behauptete Klaus Wowereit: Für sein Hoffest fließt kein Steuergeld. Nun steht fest: Er nahm es mit der Wahrheit nicht so genau. von Sebastian Heiser

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Ausgerechnet Bildungsministerin Annette Schavan? Auch sie soll bei ihrer Doktorarbeit mit dem bezeichnenden Titel „Person und Gewissen“ gemogelt und abgekupfert haben. Sehen Sie hier: Einige Vorbilder und Nachahmer ...

Leserkommentare
11.11.2010 22:18 | Iris Pfitzner
Die ganze Angelegenheit ist schon ziemlich seltsam. Die taz stellt 200 seiten aus dem Vertrag onlien und behauptet, dass se ...
10.11.2010 20:32 | von jo
Das sehe ich überhaupt nicht so! ...