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MietenreportWohnen wird zum Armutsrisiko

Die Mieten sind so drastisch gestiegen, dass viele an Essen und Gesundheitsausgaben sparen, sagt der Mieterbund. Er fordert einen bundesweiten Mietenstopp.

Man muss sich Jurek S.* als glücklichen Menschen vorstellen. Als der 27-Jährige zum Masterstudium nach Berlin zog, konnte er bei seiner Schwester unterkommen. Die kann sich mit ihrer Familie dank uraltem Mietvertrag mitten in der Hauptstadt eine große Wohnung leisten – mit Gästezimmer. Für Jurek war das die ideale Ausgangslage, um in Ruhe ein Zimmer zu suchen. Oder sogar eine eigene Wohnung.

Der Student forstete die einschlägigen Portale durch, absolvierte mehrstufige Castings für Wohngemeinschaften auch am Stadtrand, von denen er mehr als eine Stunde zur Uni hätte fahren müssen. Nur ein Zimmer bekam er nicht. Auch, weil er nicht 700 Euro oder mehr für eine Minibutze aufbringen konnte. Er blieb dann bei seiner Schwester – zwei Jahre lang. Ging schon irgendwie. Glück muss man halt haben.

Für den großstädtischen Wohnungsmarkt ist Jureks Fall typisch. Man rückt zusammen, weil es nicht anders geht. Viele Familien ziehen inzwischen Trennwände in ihre Wohnungen, um Raum für Kinder zu schaffen, oder auch Zwischenetagen aus Holz. Manche ziehen aufs Land. Denn Umziehen innerhalb von Großstädten in eine größere Wohnung ist für Nor­mal­ver­die­ne­r:in­nen unbezahlbar.

In München etwa liegt der durchschnittliche Preis für eine angebotene Wohnung mittlerweile bei 25 Euro pro Quadratmeter. Bizarrer Nebeneffekt: In der bayerischen Landeshauptstadt steigen die Mieten kaum noch an. Weil sich das niemand mehr leisten kann.

Über die Hälfte spart fürs Wohnen beim Wesentlichen

Doch selbst diejenigen, die eine einigermaßen bezahlbare Wohnung haben, müssen sich mittlerweile Sorgen machen. Denn bei 58 Prozent der Mie­te­r:in­nen wurden im vergangenen Jahr die Mieten weiter erhöht, verrät der Mietenreport 2026. Der Anstieg führe in Deutschland mittlerweile „zu einer Sozialstaatskrise“, sagt Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, bei der Vorstellung des Reports am Dienstag. Der Mieterbund hat dafür amtliche Statistiken und aktuelle wissenschaftliche Studien ausgewertet und über 1.000 Mieterinnen und Mieter befragt.

Das muss man sich klarmachen: Menschen sparen am Essen, an Medikamenten oder an ihrer Altersvorsorge, damit sie ihre Wohnung bezahlen können.

Melanie Weber-Moritz

Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Wegen gestiegener Mieten habe mehr als die Hälfte der Mie­te­r:in­nen weniger Geld für die Altersvorsorge zurückgelegt. Je­de:r Vierte habe an gesunden Lebensmitteln gespart. 15 Prozent sogar an der eigenen Gesundheit, etwa bei Ausgaben für Medikamente oder Zahnersatz. „Das muss man sich klarmachen: Menschen sparen am Essen, an Medikamenten oder an ihrer Altersvorsorge, damit sie ihre Wohnung bezahlen können“, sagt Weber-Moritz.

Fast ein Drittel der Mie­te­r:in­nen fürchtet demnach, künftig die Wohnung nicht mehr bezahlen zu können. Im Fall von Einkommensverlust durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennung könnte ein Viertel die Wohnung noch höchstens drei Monate halten. Jeder Zehnte sogar nur noch einen. „Das heißt: Für Millionen Menschen kann eine ganz normale biografische Krise sehr schnell zur Wohnkrise werden“, so Weber-Moritz.

Deshalb müsse das Problem grundlegend angegangen werden. Weber-Moritz fordert zum Beispiel einen bundesweiten Mietenstopp. Zwar wurde der einst in Berlin eingeführte Mietendeckel von Gerichten gestoppt. Aber nur, weil dem Land dafür die rechtliche Kompetenz fehlte. „Aber der Bund kann das“, erklärt Weber-Moritz. Ein Mietsteigerungsverbot für etwa sechs Jahre würde den Menschen die größten Sorgen nehmen.

Bauen, kaufen, stoppen

Notwendig ist laut Mieterbund aber auch eine Verdopplung der Sozialwohnungen von derzeit nur noch einer Million auf zwei Millionen bis zum Jahr 2030. Und anders als bisher müsse für einmal vom Staat geförderte Wohnungen dauerhaft eine Mietpreisbindung gelten. Denn derzeit fallen Wohnungen nach 15, 20 oder 25 Jahren aus der Förderung heraus – und werden dann frei verfügbar als Spekulationsobjekt.

Wir halten es für eine sehr gute Idee, dass der Staat die Hand drauf hat.

Melanie Weber-Moritz

Weber-Moritz begrüßte daher die Schaffung einer Bundeswohnungsbaugesellschaft, die zuletzt von der SPD vorgeschlagen wurde. „Wir halten es für eine sehr gute Idee, dass der Staat die Hand drauf hat“. Dringend müsse auch über die Nutzung von kommunalen Flächen für Wohnungsbau nachgedacht werden. Denn auch die Bodenpreise seien so stark gestiegen, dass hier ein Deckel wünschenswert sei.

Aber mit Neubau allein sei der Bedarf an Sozialwohnungen nicht zu decken. Es müssten Wohnungen angekauft werden, so Weber-Moritz. Als ultima ratio müsse auch eine Vergesellschaftung möglich sein, wie sie aktuell in Berlin diskutiert wird. Ziel müsse sein, dass mindestens ein Drittel des Wohnungsmarktes in kommunaler oder gemeinnütziger Hand sei. Es sei falsch, dass die Bundesregierung den Ländern dafür die Möglichkeit nehmen wolle.

Bundesregierung will beim Wohngeld kürzen

Die Politik der schwarz-roten Koalition stößt der Mieterbund-Präsidentin auch an anderer Stelle auf. Geradezu absurd sei angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt, dass die Bundesregierung das Wohngeld kürzen will. Das sei sozial- und wohnungspolitisch der falsche Weg, sagte Weber-Moritz. „Das beseitigt keine einzige Ursache, sondern erhöht das Risiko, in die Wohnungslosigkeit abzurutschen“.

Zwar gebe es durchaus auch positive Entwicklungen. Die Mietpreisbremse zum Beispiel wirke dort gut, wo sie eingesetzt werden könne, sagte Weber-Moritz. Allerdings hätten viele Mieter Angst, ihre Vermieter zu verklagen.

Vor diesem Problem steht mittlerweile auch Jurek S. Denn er hat eine kleine Wohnung gefunden – für 13,50 Euro pro Quadratmeter bei einem der großen Wohnungskonzerne. Das sei der ortsübliche Preis, behauptet der Vermieter frech, auch wenn die Miete rund 45 Prozent über dem Mietspiegel liegt. Ab 50 Prozent wäre es strafbarer Wucher und ein Fall für den Staatsanwalt. So aber muss S. selbst vor Gericht ziehen.

Mietexperten haben ihm geraten, einzuziehen und die Klage kurz vor dem Auszug einzureichen, um sich Ärger mit dem Vermieter zu ersparen. Aber das müsste Jurek S. sich erstmal leisten können.

*Name bekannt, aber von Redaktion geändert

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47 Kommentare

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  • Šarru-kīnu

    Die Ärmsten in Deutschland leben in den Regionen mit den niedrigsten Mieten. Bei uns im ärmsten Landkreis des Landes sind das Problem die Nebenkosten aber hier wird ja nur noch Politik für die Großstädter gemacht.

  • Privatkundig

    Ich habe mich seit einiger zeit umgehört, viele Mieter zahlen mehr als 30% ihres Nettoeinkommens, viele liegen bei 50% und mehr. Wenn eine kleine Wohnung z.B. in Köln oder Düsseldorf schnell mal 900€ +400€ Nebenkosten kosten, so müsste der Nettoverdienst hier bereits 4.333€ sein und brutto mit Steuerklasse 1 oder 2 wären dies im Regelfall ca. 7.222€ Bruttoverdienst! Die verdienen noch nicht einmal viele Akademiker!



    Hieraus wird doch deutlich, dass der Mietwohnungsmarkt vollkommen überzogen ist, und v.a. die Menschen die mit Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und kein Erbe besitzen, und hierdurch an ihre Grenzen kommen.

  • Ricky-13

    Während gesetzliche Regulierungsschranken bestehen, verzeichnen börsennotierte Immobilienkonzerne wie z.B. die Vonovia im Vermietungsgeschäft kontinuierlich Mietwachstumsraten von rund 4 % oder mehr und schütten Jahr für Jahr hohe Dividenden im dreistelligen Millionenbereich aus.

    Dass "Miethaie" trotz Regulierung finanziell so erfolgreich sind, liegt nämlich nicht daran, dass sie das Gesetz brechen. Es liegt daran, dass das Gesetz selbst legale Schlupflöcher, Ausnahmen und Geschäftsmodelle bereithält, die Konzerne im großen Stil professionalisiert haben.

    Nur mal ein Beispiel: Wenn der vorherige Mieter bereits eine sehr hohe Miete bezahlt hat, darf der Vermieter diese hohe Miete beim Nachmieter gesetzlich weiterverlangen (sogenannter Bestandsschutz der Vormiete). Die Mietpreisbremse greift hier also ins Leere.

    Und Unternehmen wie z.B. Vonovia verdienen ihr Geld längst nicht mehr nur mit der reinen Kaltmiete. Sie haben 'eigene Tochterfirmen' für Kabelfernsehen, Treppenhausreinigung, Gartenpflege und so weiter. Diese Kosten werden über die Nebenkostenabrechnung direkt an die Mieter durchgereicht.

    Und was machen unsere gewählten Volksvertreter aus CDU/CSU und (S)PD dagegen? NICHTS.

  • Wanderin

    Klar betrifft die Mietkrise auch Rentner:innen, die nach einer Eigenbedarfskündigung nichts mehr in ihrer Heimatstadt finden. Aber vor allem ist der mangelnde politische Willen, die Mietkrise in den Ballungszentren zu lösen, ein Verrat an der sozialen Mobilität der jungen Generation. Zwischen 20 und 30 werden viele berufliche Weichen gestellt. Die attraktiven Karrieremöglichkeiten sind in den Ballungszentren. Wer aus einer strukturschwachen, zunehmend rechtsradikalen Region zur Ausbildung oder zum Studium in die Großstadt ziehen möchte, und keine elterliche Unterstützung hat, steht vor wesentlich größeren Herausforderungen als frühere Generationen. Nutznießer der Krise sind internationale Mietspekulanten und die ältere, wohlhabende Generation, die sich über die wachsende Rendite ihrer Betongold-Investitionen freut.

  • Bolzkopf

    Die Mietenexplosion ist ist leider leider ein unvermeidliches Naturereignis.



    Unsere Regierung tut alles erdenkliche um diese Katastrophe in den Griff zu bekommen.



    Schließlich garantiert das Grundgesetz ein Recht auf Wohnen

    Da kann man eben nichts machen.

    Weitergehen, bitte gehen sie weiter... hier gibt es nichts zu sehen.

  • Klaus Klarblick

    Der Mietenreport 2026 bringt einige gute Nachrichten:



    Im Vergleich zum letztjährigen Mietenreport 2025 ist der Anteil der Mieter, die sich Sorgen um die Mieterhöhungen machen, gesunken.



    Allerdings liegt der Anteil der Mieter, die sich Sorgen über die Nebenkosten machen, deutlich über dem Anteil, die sich Sorgen über die Miete machen. Hier passend auch RBB-Beitrag vom 27.8.2026: "Berlin ist Nebenkostenweltmeister. Berlin hat die höchsten monatlichen Nebenkosten für Mieter. Eine neue Studie der Deutschen Bank zeigt eine drastische Kostensteigerung. Demnach sind in Berlin die monatlichen Grundversorgungskosten bei Strom, Heizung, Kühlung, Wasser und Müll sogar höher als in London." Berliner Mieterverein zum aktuellen Nebenkostenspiegel: "Wasser doppelt so teuer wie im Bundesdurchschnitt".

    Was ist bei den landeseigenen Betrieben los? Die Berliner Energie und Wärme (Fernwärme) hat den Gewinn von 15 Mio.€ auf 80 Mio.€ gesteigert; die Berliner Wasserwerke von114 Mio.€ auf 127 Mio.€; die Berliner Stadtreinigung von 69 Mio.€ auf 120 Mio.€.

    Es ist doch nicht hinnehmbar, dass ausgerechnet der Staat die Mieter abzockt. Von der Grundsteuererhöhung will ich gar nicht erst anfangen.

    • Gerhard Krause

      @Klaus Klarblick:

      Ich habe die Zahlen (bislang) nicht überprüft, jedoch auch unter einem Durchschnitt stimmte diese Frage immer: Warum haben wir nicht eine andere Steuereinnahmenpolitik?(!) Das Wort "Steuer" klingt sicherlich so attraktiv, wie ein verbeulter rostiger Mülleimer aussieht, jedoch bezeichnet dieses Wort - sehr frei nach einem bekannten Sprichwort: "Hässlich, aber sexy." - den Haupteinnahmen unserer offenen öffentlichen Gesellschaft. Wenn sich, was angesichts dessen, dass in diesem Land nun einmal alles zu bezahlen ist und dies auch erwartet werden darf, (reiche) Menschen finanziell zum Beispiel mit Verschonungsbedarfsprüfung sowie Stiftungen aus der Verantwortung ziehen und sich insbesondere der Bund zusätzlich durch mangelnde (aber notwendige) Geldschöpfung kastriert, fallen die 💩Stoffwechselendprodukte 💩 insbesondere auf die Kommunen.

  • Desti

    Ich finde es wirklich interessant, dass immer nur über die Kaltmiete gesprochen wird, niemals, aber über die Nebenkosten.

    Ich bewohne eine recht großzügige Wohnung in einer Genossenschaft.



    Mittlerweile seit fast zehn Jahren.

    Die Kaltmiete blieb (unter 8 € je m2), allerdings sind die Nebenkosten massiv gestiegen. Und ein Großteil davon aufgrund (erwünschter!) politischer Entscheidungen - bspw. höherer Mindestlohn, stetig steigende Energiepreise, zuzüglich der stetig steigenden Steuern auf diese Energie.



    In Bezug auf eine Warmmiete machen den Nebenkosten mittlerweile 35 % aus.

    Irgendwann ist eben auch das Einsparungspotenzial bei den Energiekosten vollständig ausgereizt.

    Nein, und ein paar € "Klima-Geld" können dies nicht einmal im Ansatz kompensieren!

  • Astrid Sehnefeld

    Nach wie vor: wenn 6 Millionen in Berlin leben wollen und nur Wohnraum für 3 Millionen da ist, wird es immer ein Instrument zur Selektion geben.



    Im Kapitalismus ist das der Mietpreis. Dank der hohen Nachfrage steigen die Mieten so weit, bis sich die Nachfrage so weit erschöpft, dass sie sich mit dem Angebot deckt - siehe München.



    In der DDR hatten wir auch zu wenig Wohnraum in Berlin. Im Sozialismus war das Instrument zur Selektion die Wartezeit. Auf den Trabant hast du 10 Jahre gewartet, auf die Wohnung oft auch nich kürzer.



    Nachfrage und Angebot müssen sich also angleichen - entweder indem massiv zusätzlicher Wohnraum in Städten geschaffen wird (Bürogebäude, Brachen, Aufstockung) oder indem sich eben genügend Menschen ob der hohen Preise vom Stadtleben abwenden.



    Einen Mietendeckel zu fordern ist genau so klug, wie von Gemüsehändlern zu verlangen, dass Tomaten im Winter das gleiche kosten sollen wie im Sommer...



    Die lachen dich auch aus und zeigen dir den Vogel.



    In den 1970ern wurden jährlich 700.000 Wohnungen gebaut, davon 400.000 Sozialwohnungen. Da liegt der Fehler.



    Wir müssen bauen bauen bauen, durch drangsalieren von Vermietern entsteht keine einziger qm zusätzlicher Wohnraum

    • Privatkundig

      @Astrid Sehnefeld:

      Es ist beim Immobilienmarkt nicht so, dass dar Markt Nachfrage-Angebot-Preis funktionieren würde, denn dann würden mit steigenden Mieteinkünften auch neue Wohnungen gebaut werden. Dies ist nicht so, da die Bodenpolitik seit 30 Jahren so ausgelegt ist, dass nicht jeder bauen kann der die Gegenrechnung anstellt. Die Mietsteigerungen haben sich seit Jahren von den bereits sehr hohen Wertsteigerungen der Grundstücke inkl. Immobilien abgekoppelt, Mieten steigen unproportional mehr als die Grundstücksspekulation, verkürzt gesagt. Da Eigentum auch bei Sozialleistungen verschont werden, ensteht hier eine klare 2-Klassen-Gesellschaft, bei der v.a. Mietern die ganzen Lasten und Altlasten zahlen müssen (alte uneffektive Heizungsanlagen, Schadstoff-, Energetische Sanierung). Diese Sanierungskosten müssen in der BK-Umlage sogar zeitlich unbegrenzt bezahlt werden, unabhängig davon, ob die Kosten bereits abgegolten sind. Fördergelder und die Abbezahlung durch die Mieter gehen vollumfänglich nur in das Eigentum des Vermieters über und führen dort zudem zu Wertsteigerungen, also zu immensen Gewinnen, die der Eigentümer nicht versteuern muss. Grundsteuern werden unberechtigtauch auf Mieter umgelegt.

    • silicananopartikel

      @Astrid Sehnefeld:

      Ich bin für eine Selektion per Losverfahren. Einmal alle fünf Jahre müssen sich alle (weltweit; internationale Solidarität), die in Berlin wohnen oder dort wohnen wollen um eine Wohnung bewerben. Dann wir gelost. Wer Glück hat, erhält für fünf Jahre eine Wohnung zugewiesen, der Mietpreis wird strikt bei 1/3 des Nettoeinkommens gedeckelt. Wer Pech hat, muss wegziehen bzw. darf nicht hinziehen. So hat jeder Mensch exakt die gleiche Chance auf Wohnen in Berlin

    • Axel Berger

      @Astrid Sehnefeld:

      Die Wartezeit war das Offizielle. Daneben wirksam waren aber auch weit mehr als in jeder Marktwirtschaft und wie meist in behördlichen Zuteilungen die richtigen Connections. Genau das sehen wir längst auch in Städten wie Köln und Berlin wieder.

    • Günter Witte

      @Astrid Sehnefeld:

      Hätten wir heute noch die Bauvorschriften aus den 1970ern Jahren wäre das Bauen auch einfacher. Höchster Standard, Klimaschutzmaßnahmen, immer mehr qm Wohnraum, usw., usw., müssen erst mal umgesetzt und bezahlt werden.

  • Georg Sonntag

    Da hoffe ich das die nun bald gewählte neue Berliner Stadtregierung, Linke Grüne und bestimmt noch SPD Nägel mit Köpfen machen. Die Mieten werden auf einen Spotpreis sinken, während der Wohnkomfort in ungeahnte Höhen schnellt.



    Das Schlaraffenland für Mieter ist nah! Hoffentlich werden sie nicht enttäuscht.

  • Wanderin

    Die Benachteiligten am Wohnmarkt sind bereits von mehreren Systemen betroffen, die rigoros nach Einkommen aussortieren. Die Auslese am Wohnmarkt greift mit der sozialen Auslese des Bildungssystems ineinander.

    Studierende aus armen Familien z.B. sollen Bafoeg-Amt-Probleme, Nebenjob, versnobte Kommilitonen, Kulturschock, WGs und einen schwierigen Wohnmarkt auf einmal bewältigen- neben einem anspruchsvollen Studium im straffen BA Lehrplan. Wer mittellose Eltern/ keine elterliche Bürgschaft hat, lebt oft in Mietverhältnissen, die einen erheblichen Dauerstressfaktor darstellen. Es muss in diesem prekären Gefüge nur ein kleines Problem auftauchen und schon fällt alles auseinander.

    • Privatkundig

      @Wanderin:

      Es ist tatsächlich im Sozialrecht so, dass Immobilieneigentum geschützt ist, aber jemand der alleine schon auf Grund der erforderlichen Eigenbeitragshöhe erst gar keine Finazierung für den Kauf einer Immobilie erhält, und zur Miete wohnen muss, muss in dem Fall, wenn er Bürgergeld oder Sozialhilfe beantragen muss sein "Geldvermögen" (Grenze 20.000€ inkl. aller Werte) aufzehren, und erhält Sozialhilfe erst gar nicht und muss KV und RV selber zahlen, auch ein Anrecht auf eine Sozialwohnung hat er dann nicht und auch kein Anrecht auf GEZ-Nachlass.



      Dies alles wird Immobilienbesitzern trotz der immensen Wertsteigerungen der letzten 15 Jahre gewährt. Das ist m.E. auch mitunter der Grund für die Gründung von Pegida und später AfD, weil die Menschen diese Schieflage bei der Klassengesellschaft ja bemerken. Und diese Bevölkerungsgruppen, die überwiegend durch Arbeit ihre überhöhten Mietkosten erwirtschaften müsssen, kann man durch die Stellschrauben Wohngeldkürzung, BK-Umlage von Sanierungsrückstau, Umlage energetische Sanierung, und durch Unterlassen von Wohnungbau, und Neoliberalisierung des Sozialwohnungsmarktes immer weiter "melken" und unter Druck setzen, mit weniger Leneschancen.

  • Axel Berger

    > Weber-Moritz fordert zum Beispiel einen bundesweiten Mietenstopp.



    Wenn ein Gut knapp wird und echter Mangel herrscht, dann ist es natürlich besonders zielführend, die einzigen, die dieses Gut erzeugen können, gezielt zu ruinieren. Im Holodomor haben Sowjetkader das Saatgut der Ukraine geplündert.



    > Als ultima ratio müsse auch eine Vergesellschaftung möglich sein



    Erst vor wenigen Tagen war hier wieder ein Artikel über die Zustände in Wohnungen eines landeseigenen Gesellschaft. Einer von vielen. Immerhin, Gewinne machen diese Gesellschaften in der Regel nicht sondern werden zusätzlich zur Miete auch noch über Steuern finanziert. Mieter haben schließlich zwei Taschen, also soll man auch in beide reingreifen.

    • Privatkundig

      @Axel Berger:

      ? Natürlich machen die Gesellschaften keine ausgewiesenen Gewinne, es bestehen gerade bei Immobilien viele Möglichkeiten Gewinne wo anders hin zu schieben. Zudem müssen die geforderten Fondsgewinne ja auch zuerst ausgeschüttet werden.



      Und die Wertsteigerungsgewinne kommen ja noch hinzu bleiben komplett steuerfrei!



      Ich habe kein Mitleid, zudem wenn Haus und Grund immer derart klagt, dann könnten diese Eigentümer ja jederzeit verkaufen, das tun sie aber nicht, warum nicht?

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Axel Berger:

      "... dann ist es natürlich besonders zielführend, die einzigen, die dieses Gut erzeugen können, gezielt zu ruinieren."

      Profitorientierte Akteure sind aber nicht die einzigen, die Wohnraum schaffen und bewirtschaften können. Auch wenn sie es immer wieder behaupten. Sehr viele gut funktionierende Genossenschaften beweisen täglich das Gegenteil.

      PS: Muss man echt Stalins Verbrechen für schräge Vergleiche ausgraben?

  • Desdur Nahe

    "für 13,50 Euro pro Quadratmeter...45 Prozent über dem Mietspiegel"



    Unter



    taz.de/Wohnungsunt...n-Berlin/!6207569/



    ist zu lesen, dass alleine die Zinsen aktuell 754 Euro im Monat bei einer 65 qm Wohnung ausmachen, also 11,60 Euro im Monat. Und da wurde noch nichts von Kredit getilgt, nichts für Reparaturen zurückgelegt. Vom Gewinn ganz zu schweigen. Und da ging es um die landeseigenen Unternehmen!



    Es ist erstaunlich: In so vielen Artikeln wie auch hier wird der Wohnraummangel thematisiert: Warteschlangen, endlose Suche, "mehrstufige Castings" etc.



    Und das Fazit ist dann immer: Mietendeckel. Und Enteignungen. Alles Maßnahmen, die keine einzige neue Wohnung schaffen. Absurd.



    Genauso absurd: Zu sehen, dass jedes Jahr wieder die landeseigenen Unternehmen an den Neubauzielen scheitern, aber die Lösung in noch mehr staatlicher Inkompetenz zu suchen:



    Schaffung einer Bundeswohnungsbaugesellschaft. Vermutlich mit vielen hoch dotierten Posten.



    Gebaut wird dennoch nicht werden, wo denn auch? Das Tempelhofer Feld z. B. muss ja unbedingt für die frei beliebn, die ja schon eine Wohnung haben. Und im Wahlkreis auch wählen.

  • Il_Leopardo

    Die Ausgaben für Miete + Nebenkosten sollten nicht höher sein als ein Drittel des Monatseinkommens - so habe ich es einst gelernt. Ach ja, die gute alte Zeit! Inzwischen geht wohl die Hälfte des Einkommens dafür drauf.

    • Klaus Klarblick

      @Il_Leopardo:

      Ich kann Ihnen da mit einer Statistik aus dem hier besprochenen Mietenreport 2026 helfen: 11,3% der Mieter müssen mehr als 30% ihres Einkommens für Miete + Nebenkosten ausgeben ("Wohnkostenüberlastungsquote") Die Zahl der überlasten Mieter ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,7% gesunken.



      Bei Eigentümern, die noch den Hauskredit abbezahlen müssen, sind hingegen 13% mit den Wohnkosten überlastet.

      • Privatkundig

        @Klaus Klarblick:

        Bitte, ich habe oben die Hochrechnung dargestellt, wieviel man bei einem üblichen Mietzins für Wohnkosten inkl. BK-Kosten brutto verdienen muss bei 30%, ich kommen auf 7.222€ brutto bei einer nicht übezogenen üblichen Miete!



        Ich kann die Klagerei der Immobilieneigentümer wirklich nicht mehr hören, Finanzierungen der Häuser werden meist so berechnet, dass diese innerhalb von 10 bis 20 Jahren abbezahlt sein sollen. Dies ist schon sehr sportlich. Die Lebensdauer einer Immobilie ist aber mindestens 100 J. mietfrei und viele stehen noch viel länger, je nachdem. Hinzu kommen Wertgewinne. Viele Menschen schaffen sich auch Immobilien an, die es sich eigentlich nicht leisten können. Und wenn dann beides zusammen kommt sind sie selber Schuld, aber doch nicht Mieter, die ja noch mehr darunter leiden, da auf Grund der immensen Wohnungsknappheit, die Mieten schon seit Jahren auf hohem Niveau unproportional höher steigen, als die bereits hohen Wertzuwächse der Immobilien.

      • Axel Berger

        @Klaus Klarblick:

        Vor vielen Jahren las ich ich einen Bericht, nach dem Hauseigentümer im Alter oft auch ein ansehnliches Geldvermögen besäßen. Die Suche nach den Ursachen ergab: In der Abzahlungsphase haben sie sich eine äußerst sparsames Leben angewöhnen müssen, kein Urlaub, keine teuren Freizeitbeschäftigungen, altes Auto, günstige Kleidung etc. und das aus eingeübter Gewohnheit später beibehalten.

    • the-void

      @Il_Leopardo:

      Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft kein würdiges Leben garantieren kann.

      Eine Idee, die mir oft einfällt: Man könnte den MIndestlohn an einen Mietendeckel koppeln, z.B. die monatliche Miete für eine 50 qm Wohnung könnte höchstens 1 / 3 des Netto-Mindestlohns betragen. Die Anpassung sollte automatisch sein, d.h.: Wenn der Mietendeckel erhöht wird, muss der Mindestlohn automatisch angepasst werden, oder umgekehrt.

      Dann wären Mieter aus der Gleichung raus und die Immobilieninvestoren müssten mit den restlichen Unternehmen verhandeln.

      • Privatkundig

        @the-void:

        Man hätte in den 1990gern und v.a. seit der 2000der den Wohungs- und gleich auch noch den Sozialwohnungsmarkt als Daseinsvorsorge bzw.- infrastruktur eben nicht neoliberalisieren und der Spekulation freigeben dürfen, so wie es die CDU/CSU und FDP-Regierungen dies ehemals getan haben und stark darauf gedrängt haben. Ich saß damals selber in solchen Gesprächsrunden der Parteien, die Grünen und SPD waren dagegen.



        Ich werde wütend, wenn nun gerade diese Parteien, nun, wo ihnen die Folgen ihrer eigenen Politik uns um die Ohren fliegen, nun noch nicht einmal schaffen auch nur die nötigsten Wohnungen zu bauen und stattdessen einfach das Wohngeld reduzieren und die Kosten einfach wieder nur auf die Bürger abwälzen, aber die Spekulationsgewinne auch des Wohungsmarktes ins Ausland gehen und kaum besteuert werden. Dies stellt ein "Aussaugen" der Wertschöpfung unseres Landes dar, was v.a. die arbeitende Bevölkerung erwirtschaftet und eben nicht die vermeintlichen "Leistungsträger" in den oberen Etagen.



        Wohngeldkürzungen, das Schröpfen der arbeitenden Bevölkerung und der sozial Schwachen und Kranken ersetzt keine Reformen!



        Eine derart schlechte einfallslose und ressenimentgetriebene Politk!

  • David Lejdar

    Bin ich großer Fan von, darüber ausführlicher zu reden. Aber würde auch angebracht finden, sich nochmal mit Auswertung der Lage zu befassen. Also im Beispiel, in Dessau-Roßlau Inserate wie 4-Raumwohnung, 90qm für 590 Euro kalt (840 warm), oder zwei Zimmer 55qm für 400 Euro kalt - also um die 7 Euro per qm (insg. 437 Mietwohnungen). Und da ist die Lage auf dem Wohnmarkt etwas anders, als dies z.B. in Berlin der Fall ist - insb. durch Veränderungen der Einwohnerzahlen.

    Des weiteren, wenn man Kapazität von Studentenwohnheimen für die rund 150.000 Studenten hätte, die in Berlin in eigener Mietwohnung/WG wohnen, da wären das viele verfügbare Wohnungen. Das würde den Wohnungsmarkt von selbst etwas entspannen, mit relativ niedrigem Investitionsbedarf (statt riesigem Bedarf, wenn für Million mehr Leute noch Wohnungen, und dies aber kaum mit niedrigen Mieten finanzierbar). Und ich bin auch für Einschränkung von Spekulationserwerb durch Briefkastenfirmen, u.ä.

  • Jalella

    Als Besitzer einer Wohnung, in der ich selbst wohne, kann ich beurteilen, wie absurd hoch Mieten sind. Ich selbst zahle im Monat 390€ warm inklusive einer Verwaltungsgesellschaft, die sich um alles kümmert. Diese Wohnung könnte man leicht warm für 1400€ vermieten. Die Differenz von 1000€ (>200% der Kosten!) sind der "Umsatz" den Vermieter sich leistungslos in die eigene Tasche stecken.

    Das schädigt unsere Volkswirtschaft massiv. Es reduziert die Kaufkraft der Menschen radikal, wie der Bericht ja bestätigt. Das alles würde bei ärmeren Menschen 100% in Konsum fließen; sie könnten sich dann die Klassenfahrt, die fällige Waschmaschine etc. leisten, die sie sich jetzt vom Mund absparen müssen. Das Wohngeld, das armen Menschen (nicht nur GrundsicherungsempfängerInnen) gezahlt werden muss, wäre niedriger bei niedrigeren Mieten. Selbst Gehälter könnten niedriger sein, denn auch die müssen ja entsprechend hoch sein, damit die Angestellten leben können.



    Gell, liebe UnternehmerInnen? Das ist sogar in eurem Interesse.

    Und natürlich last but really not least, ist es eine maßlose ungerechte Schweinerei, dass Menschen ein Grundbedürfnis wegen schlichter Geldgier so teuer gemacht wird!

    • Tom Tailor

      @Jalella:

      Das ist mal eine absolute Milchmädchenrechnung.

      1.) Die Kosten für den Vermieter sind höher als für den Mieter, denn es gibt auch diverse nicht-umlagefähige Nebenkosten.



      2.) Immobilien generieren mitnichten ein leistungsloses Einkommen, denn sie müssen bewirtschaftet, ggbf saniert und / oder renoviert werden. Es sei denn sie nehmen inkauf dass die von Ihnen bewohnte Immobilie Zug um Zug verfällt.



      3.) In nicht seltenen Fällen ist die Immobilie mit einer Hypothek belastet, d.h. als Eigentümer sind monatlich Zins- und Tilgungsraten zu leisten



      4.) Und auch das Finanzamt möchte etwas abhaben: der nach Kosten erzielte Gewinn aus Vermietung und Verpachtung muss voll versteuert werden.

      Da ich selbst Eigentümer bin weiß ich wovon ich schreibe. Und wenn Sie nun weiterhin der Meinung sind, auch wenn die Miete um 50 Prozent reduziert wäre bleibt immer noch genug übrig, setzen wir uns mal zusammen und rechnen das bei meinen Mietobjekten durch.

    • Michel76

      @Jalella:

      Soweit ich das im Kopf habe, liegt die durchschnittliche Nettorendite bei Immobilien irgendwo bei 4-6%. Bestimmt nicht bei 200%. Sonst würde gebaut, wie wild.

    • Barbara Falk

      @Jalella:

      Für den geldwerten Vorteil von 1000,- Euro jeden Monat, den Sie durch das Bewohnen ihrer Eigentumswohnung erzielen, leisten Sie aber auch nichts. Sie müssen die 1000 Euro, anders als ein Vermieter, noch nichtmal versteuern.

      • Jalella

        @Barbara Falk:

        Das ist ja mal eine schräge Logik. Ich habe doch keinen "geldwerten Vorteil" wenn ich die überzogene Miete nicht zahle. Ich zahle alles, was ansteht. Investitionsrücklage, Verwaltung, Hausmeister, Gärtner, Heizung etc. Nur, dass ein Vermieter eben das Geld von den Mietern abzockt.

        Das ist ja so als würde ich sagen, ich habe mir den Porsche für 70.000€ (die ich nicht habe) nicht gekauft, von dem Geld fahre ich jetzt mal schön in den Urlaub. Als hätte ich durch's Nichtausgeben plötzlich mehr Geld in der Tasche.

        Aber ich habe im TAZ-Forum auch schon Leute gesehen, die geschrieben haben, Teilzeit-Arbeitende würde ja nur Steuern sparen wollen und deswegen njicht Vollzeit arbeiten. Oder muss ich jetzt auch noch erklären, warum das kompletter Nonsense ist?

      • the-void

        @Barbara Falk:

        Die gesparte Miete ist kein Einkommen und daher ist es auch nicht problematisch, wenn dieser Vorteil ohne Leistung entsteht.

        Nach Ihrer Logik hätte z.B. jede Autobesitzerin / jeder Autobesitzer ein Einkommen, weil das Auto nicht gemietet werden muss, usw.

        • Barbara Falk

          @the-void:

          In der nun wirklich nicht sozialismusverdächtigen Schweiz müsste @Jalella diese fiktive ersparte Miete, berechnet nach dem Mietspiegel der Gemeinde, versteuern ( nennt sich Eigenmietwert).

    • Chris McZott

      @Jalella:

      Wenn die Wohnung vom Vermieter abbezahlt ist und dieser keinerlei Vorkehrungen für Instandhaltung etc. trifft und dieser das Objekt als Spende an die Gesellschaft sieht, dann kann man das Hausgeld (Nebenkosten) als wahre Miete ansehen.

      In der Realität müssen selbst staatliche Wohnungsgesellschaften eine alle Kosten abdeckende Miete ansetzen um sich vor dem Steuerzahler rechtfertigen zu können..

    • Desti

      @Jalella:

      Sie plädieren also dafür, Wohneigentum zu fördern?

      • Jalella

        @Desti:

        Dazu müssten die Menschen das Kapital erstmal aufbringen, das kann genossenschaftlich funktionieren. So ist es meines Wissen ähnlich in Schweden.

        Natürlich nicht mit unserem absurden Vermögensgefälle. Ein Mensch, der Mindestlohn (der bei uns nicht mal armutsfest ist) bezieht, wird sich niemals Eigentum leisten können. Ein weiterer Punkt, der dringend geändert werden muss.

        Aber generell bin ich nicht Meinung, dass man Wohneigentum besitzen muss wenn es auch anders geht. Die Hauptsache ist, dass niemand auf der Staße stehen muss. Ob das staatliche Wohnraum ist, oder wir alle Menschen so reich machen, dass sie sich Eigentum leisten können, ist diskutierbar.

    • Martin Sauer

      @Jalella:

      Und haben Sie die ETW kostenlos erhalten? Und wen Sie die Wohnung verlassen müssen Sie sich eine neue suchen. Und die gibt es auch nicht geschenkt.

      In der Regel kaufen Menschen ETW auf Kredit, und die monatlichen raten müste man in die "Miete" hineinberechnen.

      Ich fahre kostenlos ein Mercedes Diesel 220 und habe keinerlei Kosten. Den zahlt mein Arbeitgeber

      • Barbara Falk

        @Martin Sauer:

        Natürlich haben Sie Kosten. Sie müssen für die Dienstwagennutzung Einkommensteuer zahlen.

    • behr Behr

      @Jalella:

      So einfach ist das nicht - den Umsatz steckt sich keiner als



      Gewinn in die Tasche. In der Regel sind die Finanzierungskosten dagegen zu rechnen und selbst wenn die Wohnung abbezahlt wäre würde der Umsatz komplet besteuert.



      Richtige Probleme und die Miete übersteigende kosten haben die Wohnungsmieter, die eine hohe Finanzierung jetzt prolongieren müssen und statt 1% zinsen jetzt die 4-fache Zinslast bezahlen müssen - da kreist der Pleitegeier über dem Wohnungsprojekt.

  • fly

    "Mietexperten haben ihm geraten, einzuziehen und die Klage kurz vor dem Auszug einzureichen..." Rückwirkende Erstattung geht wohl nur für eine bestimmte Zeit. Und möchte man sich wirklich, wenn man eine neue Wohnung und neue Perspektive hat, einen ein bis zwei Jahre dauernden Rechtsstreit antun? Klar, wenn nicht, profitiert der Vermieter, aber für so manchen stellt ein Rechtstreit einen Belastung dar. Da sollte man persönlich genau abwägen.

    PS Bei 13,50 /qm 45% über dem Mietspiegel = der Mietspiegel liegt bei ca 9 Euro /qm? Wo gibt es das?

    • Wer Ihrgend

      @fly:

      Das gibt es vor allem in Berlin, weil die Bestandmieten sehr niedrig sind und die Neuvermietung extrem stark angestiegen sind. Je nach Viertel ist der Mietspiegel noch bei >8€.

  • Ohne_Mitte_geht_nix

    "...13,50 Euro pro Quadratmeter..."



    Aber das ist nun ja wirklich nicht total überzogen, wenn die durchschnittliche Kaltmiete in Deutschland aktuell bei rund 10,93 bis 12,84 Euro pro Quadratmeter liegt

    • Jalella

      @Ohne_Mitte_geht_nix:

      Die durchschnittliche Miete, die immer herangezogen wird, ist ja bereits viel zu hoch. An einem Mietspiegel zu messen, der sich bereits aus den absurden Abzockereien speist, ist selbstbezüglich und darum falsch. Man muss es an den Kosten der Vermieter messen, und die sind erheblich niedriger als die Durchschnittsmieten.

      • Oleg Fedotov

        @Jalella:

        Ich hatte dieses Beispiel bereits im Februar gebracht:



        Ich wollte mit meinen beiden erwachsenen Söhnen ein Mietshaus bauen. 4 Parteien. Das Grundstück hinter meinem Elternhaus ist vorhanden und groß genug. Das ist auch unser Eigenkapital, was wir bei der Bank einbringen müssten. Der Bau selbst muß per Kredit finanziert werden. Selbst bei einfacher Bauweise (Heizkörper statt Fußbodenheizung, billiger Bodenbelag,..) müsste jeder mindestens 16€ pro qm kalkulieren, um nur ! kostendeckend zu sein. Also lassen wir es mit bezahlbarem Wohnraum für Geringverdiener, und im Großraum Köln (20 min bis zur Stadt) werden, wenn überhaupt, vier weitere "Luxuswohnungen" auf den Markt geworfen.

      • Ohne_Mitte_geht_nix

        @Jalella:

        Also als Vermieter möchte ich schon etwas an meiner Wohnung verdienen. Immerhin habe ich ja in Kauf und Renovierung investiert. Zu verschenken habe ich auch nichts.

        • Michel76

          @Ohne_Mitte_geht_nix:

          Kommt noch hinzu, dass irgendwann auch Renovationern notwendig werden. Und wenn ein Mieter 3 oder 6 Monate nicht bezahlt und Sie ihn rausklagen müssen, ist die Rendite der letzten Jahre weggeschmolzen.