Deutschland im Jahr 2030: Zerrissen zwischen Arm und Reich, der Klassenkampf tobt. Das ZDF wagt am Dienstagabend einen düster-demografischen Blick in die Zukunft.von Steffen Grimberg

Sie heben die Faust - zumindest im Film: Die Mitwirkenden am Set von "2030 - Aufstand der Jungen". Bild: dpa
Nach den Rentnern sind jetzt die Jungen dran: In "2030 - Aufstand der Alten" wagt das ZDF einen beklemmenden, fiktionalen Blick in die Zukunft. Mit den Mitteln dieser Doku-Fiction wird das Thema jetzt aus dem Blickwinkel der 2000 geborenen, heute gerade einmal zehn Jahre alten, Generation fortgesetzt.
Diese Millenniumkinder haben es schwer - vor allem die, die hoch verschuldet im Berliner No-Go-Bezirk "Höllenberg" ihr Dasein fristen. Das ist natürlich das ehemalige Schöneberg, aber nun vom Rest der noch etwas solventeren Gesellschaft isoliert, nur ab und an kommt ein SEK-Kommando zu Besuch. Die neuerliche Beschäftigung des ZDF mit Sozialbankrott und einer in Arm und Reich zerfallenden Gesellschaft ist verdienstvoll. Aber bringt leider wenig mehr als Sarrazin reloaded: Deutschland schafft sich mal wieder ab, diesmal nicht per Kultur-, sondern im guten, alten Klassenkampf.
Das passt zwar zu den halbgaren Sätzen der Linken Gesine Lötzsch und zu ihrem Weg zum Kommunismus. Doch es will einfach nicht so überzeugen wie das Szenario der - übrigens vom selben Autor und Regisseur stammenden - Erstauflage von 2007. Der Film lässt es knallen, mal sieht es aus wie im Krieg, mal wie im Hologramm von heute - und immer schrecklich unecht. "Die Geschichte zweier Kinder. Sie kann so verlaufen. Aber sie muss nicht - wenn jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden", raunt die Botschaft von "2030 - Aufstand der Jungen" am Schluss. Das ist zwar richtig - aber man ahnt: Alles bleibt so bieder-folgenlos wie demnächst der Wahlkampfauftakt der Berliner CDU.
Immerhin: Das Zweite kommt hier seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag nach, zu dem eben auch Endzeitfilme gehören - und deutet diskret an, wie es um das Fernsehen selbst steht: Wahrscheinlich war schon heute kein Geld mehr für ein besseres Drehbuch da.
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Leserkommentare
14.01.2011 04:07 | H.Balck
Na daa hat mal wieder ein Nationalkonservativer seinen Kommentar geschrieben. Wach endlich auf, diese Lebensbedingungen gib ...
13.01.2011 17:56 | Ditmar
..s´isch typysch: "Wahrscheinlich war kein Geld für ein besseres Drehbuch vorhanden". Die "Öffentlich Rechtlichen" gehen mi ...
12.01.2011 12:51 | Franz
Wahrlich düster dieser Film, aber bereits Realität in noch wenigen Gegenden. ...