Kommentar von Marcus Bensmann
Kasachstan macht den Westen und dessen Tischreden zu Demokratie und Menschenrechte lächerlich. Mit einer possenhaften Intrige schafft das zentralasiatische Land die Wahlen ab.
Erst wehrt sich der mittlerweile 70-jährige Nursultan Nasarbajew mittels Veto gegen ein Referendum zur Amtsverlängerung, danach sammelt eine kasachische Volksinitiative in Windeseile über fünf Millionen Stimmen unter die Forderung dessen Vollmachten bis in das Jahr 2020 zu verlängern, und zum Schluss paukt das kasachische Parlament eine Verfassungsänderung durch, die dieses in Form eines Referendums ermöglicht.
Der Steppenautokrat Nasarbajew, dessen Land über riesige Öl und Gasvorkommen verfügt, wird vom Volk gezwungen, lebenslang zu regieren. Wenn das nicht wirklich gelebte Demokratie ist?
Und all das ereignet sich kurz nach dem Kasachstan den einjährigen Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa inne hatte und dazu in Astana ein pompöses Gipfeltreffen veranstaltete.
MARCUS BENSMANN lebt und arbeitet als Korrespondent der taz in Zentralasien.
Gerade die USA und die EU und vor allem auch Deutschland erklärten zuvor, dass dadurch die demokratischen Reformen in dem zentralasiatischen Land regelrecht befeuert würden; dabei diente die Veranstaltung in Kasachstan nur dem Zweck, den Personenkult des kasachischen Herrschers zu bereichern.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und die US-Außenministerin Hillary Clinton, die gehorsam im Dezember Nasarbajew in Astana die Aufwartung machten, zeigten, worum es dem Westen in den Beziehungen zu Zentralasien geht: Gas, Öl und die geopolitische Nähe zu Afghanistan.
Die nun gespielte Empörung der USA und Deutschland über die kasachischen Referendumsspielchen ist heiße Luft. Denn Kasachstan liefert beides: Die Rohstoffe und den Transit für die nördliche Versorgungsroute für den Afghanistankrieg.
Und schon am 24.Januar steht ein weit schlimmerer Despot als Nasarbajew vor Europas Toren. Der usbekische Präsident Islam Karimow reist nach Brüssel.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
25.01.2011 11:03 | wieni2010
Was hat dieses Massenmörder-Schwein Karimov überhaupt in Europa zu suchen. ab mit dem ins Gefängniss. Jeder normale Mensch ...
19.01.2011 07:58 | Conrado
Voellig richtig: Der Vorgang in Kasachstan ist eine peinliche Posse. Die aus durchschaubaren Gruenden verhaltenen Kommentar ...
17.01.2011 14:24 | miri
Könnte man Karimow da in Brüssel nicht gleich kassieren und in Milosevics freigewordene Zelle stecken?