Kommentar von ULRIKE HERRMANN
Auch Symbolpolitik kann verräterisch sein. Die Liberalen behaupten stolz, dass sie die Werbungskostenpauschale für die Arbeitnehmer erhöht hätten. Doch tatsächlich bringt diese "Entlastung" den meisten Beschäftigten ungefähr einen Euro im Monat - also gar nichts.
Trotzdem wiederholen die Liberalen beharrlich, sie würden sich um die "kleinen und mittleren Einkommen" kümmern. Das ist eine glatte Lüge, wie ein einfacher Vergleich zeigt: Die erhöhte Werbungskostenpauschale belastet den Staat mit ganzen 330 Millionen Euro im Jahr.
Dagegen haben allein die schwarz-gelben Steuergeschenke an die Hoteliers rund zwei Milliarden gekostet. Hinzu kam eine Reform der Unternehmenssteuern, die weitere 2,5 Milliarden an die Firmen verteilte.

ULRIKE HERRMANN ULRIKE HERRMANN ist Wirtschaftsredakteurin der taz. Foto: taz
Es ist also keine Paranoia, wenn man schwarz-gelbe Steuerreformen mit höchstem Misstrauen begleitet. Hinter ihnen verbirgt sich stets Klientelpolitik. Noch schlimmer: Mit der Werbungskostenpauschale ist die Steuerdebatte nicht vorbei - sie hat gerade erst begonnen.
Denn die Liberalen haben bekanntlich kein anderes Thema. Außerdem glaubt zumindest die Bundesregierung, dass die deutsche Wirtschaft rasant wachsen wird. Ein Plus von 2,3 Prozent prognostiziert sie für dieses Jahr. Da muss man doch an den Steuern schrauben!
Die Durchschnittsverdiener dürften dabei erneut verlieren. Denn viele von ihnen zahlen kaum noch Einkommensteuern, werden aber immer stärker durch die Sozialabgaben belastet.
Dieser Mechanismus ist auch bei der jetzigen Reform zu besichtigen: Bei den Werbungskosten spart man zwar, dafür steigt aber zeitgleich der Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse. Es handelt sich also um ein echtes Minusgeschäft.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
22.01.2011 11:26 | hto
"Minusgeschäft für Normalbürger" ...
20.01.2011 16:48 | Karl Kraus
@ Taxman ...
20.01.2011 12:35 | Amos
Guter Kommentar! So versteht auch der "letzte Dumme", was die FDP für eine politische Brut ist.Man schaue sich nur mal den ...