Zwei Drittel aller Deutschen können sich vorstellen, eine Chefin zu haben. Die Furcht, Frauen können sich nicht durchsetzen, ist unbegründet, sagt Unternehmensberater Bernhard Walter.Interview: SIMONE SCHMOLLACK

Nur noch jeder fünfte Arbeitnehmer hält Männer für die besseren Chefs. Bild: Frank Martin Dietrich/photocase.com
taz: Herr Walter, in einer Online-Umfrage haben Sie herausgefunden, dass es zwei Dritteln der Deutschen egal ist, ob sie einen Chef oder eine Chefin haben. Auch Chefinnen in Teilzeitjobs sind gern gesehen. Müssen Firmen umdenken?
Bernhard Walter: Die Angst vieler Unternehmen, dass Teilzeit-Chefinnen Autoritätsprobleme haben, ist unbegründet. Ebenso die Annahme, sie könnten sich nicht durchsetzen.
Mit welchen Vorurteilen haben Chefinnen zu kämpfen?
Offensichtlich mit kaum einem. Nur noch jeder fünfte Arbeitnehmer hält Männer für die besseren Chefs.
Immer mehr Frauen in Führungspositionen haben Kinder. Sind Teilzeit-Chefinnen ein Thema der Zukunft?
Unternehmen sind jedenfalls gut beraten, wenn sie künftig ihre Firmenkultur auf Teilzeitmodelle auch für Führungskräfte umstellen. Unternehmen, die keine flexiblen Arbeitszeiten anbieten und die es Frauen und Männer in Führungspositionen nach der Elternzeit nicht ermöglichen, als Teilzeitkräfte ins Unternehmen zurückzukehren, verlieren als Arbeitgeber ihre Attraktivität und verschenken wichtiges Potenzial.
Was muss passieren, damit es mehr Chefinnen gibt?
Die Politik muss - unabhängig von der aktuellen Debatte um die Quote - die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Frauen es bis nach oben schaffen können. Dabei geht es jedoch nicht nur um Aufsichtsräte und Vorstände, sondern auch um Führungspositionen auf der zweiten und dritten Ebene. Die Unternehmen sind aufgrund des demografischen Wandels ohnehin bald gezwungen, stärker auf Frauen zu setzen.

BERNHARD WALTER, 42, ist Jurist und Seniorberater bei der Unternehmens- und Personalberatung Rochus Mummert in Hamburg. Foto: privat
Wie muss eine Teilzeitchefin sein?
Wie eine Chefin und wie ein Chef: kompetent, integrativ, glaubwürdig. Führungskräfte, die Teilzeit arbeiten, sind in der Regel sehr effektiv. Sie müssen in kürzerer Zeit das erledigen, wofür andere länger brauchen.
Dann arbeiten sie doppelt so viel.
Das Arbeitsergebnis muss stimmen. Aber ich sage auch immer: Mut zur Lücke.
Der Lebensmittels- und Kosmetikhersteller Unilever wirbt damit, dass sich zwei Frauen einen Führungsjob teilen. Hat dieses Modell Zukunft?
Jobsharing hat sich hier noch nicht durchgesetzt. Aber es kann funktionieren, wenn das Unternehmen das will.
In ihrem Videocast fordert Kanzlerin Merkel einen schnellen Ausbau der deutschen Stromnetze. Um den Windstrom von den Norden in den Süden zu schaffen, sind Tausende neue Netzkilometer nötig.

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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
04.05.2011 15:21 | Ranessa
Hey, good to find seomone who agrees with me. GMTA.
26.04.2011 14:31 | JPL
Volle Zustimmung für "eineR". Wahrscheinlich dauert es noch eine Weile bis die Vereinbarkeit von Karriere und Familie nicht ...
26.04.2011 14:06 | eineR
und was ist mit Teilzeit-Chefs? ...