Relegationsspiele sind überflüssig. Sie verhindern klare Verhältnisse und zwar nicht nur wegen des aktuellen juristischen Nachspiels. Sie fördern auch niedere Motive.
Dass diese Spiele sich besonderer emotionaler Anteilnahme erfreuen, ist klar, bedeuten sie in jedem Fall wirtschaftlich oft die Existenz oder den Niedergang eines Vereins, was für die einen noch eine Chance darstellt, ist für die anderen nur eine Verlängerung der sportlichen Agonie. Sportlich halte ich sie für überflüsse Geldquellen, da die Tabellenplatzierungen der Erst- und Letztplatzierten hier ohne diese Zusatzspiele über Auf- und Abstieg entscheiden sollten. Die Eskalationen von Düsseldorf sind da nur ein weiterer trauriger Beweis dafür, daß weder die Schiedsrichter am Spielfeld, noch die Sicherheitskräfte der Vereine im Verbund mit der Staatsgewalt in der Lage sind, geltende Spielregeln und Gesetze umzusetzten. Die Mehrheit wird von einer kleinen kriminellen Gruppe in jeder Beziehung vorgeführt. Aus kommerziellen Gründen scheinen die Vereine sogar mit diesen destruktiven Hooligans zu kooperieren. Jetzt schon trauen sich viele Fußballbegeisterte nicht mehr in ein Stadion, droht diese Sportart von Commerz und Gewalt bestimmt zu werden. Da helfen die wohlgesinnten Banner von Fairplay und Integration nichts, wenn Sportevents zum Ablassventil gesellschaftlichen Frusts werden und VIP-Lounge-Business-Leute dort ihre Strippen ziehen. Für beide Gruppen ist offensichtlich das Spiel am Platz zweitrangig, erstere sind die Sponsoren, letztere machen Randale, finanzieren jedoch mit ihrem Eintritt das Gesamtsystem mit. Ausbaden dürfen es immer die aktiven Spieler am Feld, auch die von Hertha, wobei ich es Herrn Preetz gönne, abzusteigen, da ich es absurd finde, stets den Trainern die Schuld für allen Unbill zuzuschieben.
25.05.2012 13:01 Uhr
von JoergKrauss:
Denke, dieses Geschäft Profifussball darf nur noch ausschliesslich unter Konjunkturabhängigkeiten betrachtet werden. Die Entfremndung Fan - Verein war in Karlsruhe ein gewalttätiges Beispiel. Bleibt aber für mich kein Einzelfall. Ein Unternehmen (hier: Fussball) befördert sich durch "Konzept Wachstum" und massiven Geldeinsatz in die CL oder sonst wohin in Europa. Die eigentlich zu beobachtende Konfliktpotentiale sind die Vereine wie Karlsruhe oder andere vermeintlich "Großen", die wirtschaftlich nicht so wirklich "auf die Beine kommen". In der Unzufriedenheit und der Nichtbeteiligung an der Verbesserung der Bedingungen durch die Fankultur darüber, die Zeiträume der Pflege derselben und dem "werkeln" der Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft spinnt sich dann das Netz, das die Gewalt schlussendlich produziert. Der Fan vorher wie nachher und auch während wird quasi domestiziert in vielfältiger Weise und gleichzeitig werden seine, bitte um Nachsicht, niederen Vereinszugehörgikeitsgefühle bedient. Wenn es der Fanhorizont und, nein, vorher die Geldgeber der Unternehmen (hier: Fussball) erlauben würden, wäre die Pause zwischen den Saisonen noch kürzer. Und der Relegationshype länger.
25.05.2012 12:50 Uhr
von dennis:
herzlichen glückwunsch zu diesem wirklich gelungenen kommentar. sie sprechen mir, obwohl hamburger und dieses jahr fast nutzniesser dieser leichenzerfledderei aka relagtion, aus dem herzen. danke schön.
25.05.2012 12:34 Uhr
von Roland Kuhnert:
"Es ist in den letzten Tagen viel Unsinn gesagt worden" - that's right, Herr Völker, zum Beispiel von Ihnen, wenn andere Auffassungen ohne stimmige Analyse en passant diskreditiert werden.
25.05.2012 12:08 Uhr
von Thomas:
Lieber Herr Völker,
Hertha sitzt auf keinem Gaul, es geht auch nicht darum, mit Winkelzügen einen nach so einer desaströsen Rückrunde verdienten Abstieg zu verhindern. Es geht einzig darum, diesen sportlich fair und ohne "Geschmäckle" auszuspielen. Hätten Sie das gleiche bei umgekehrter Rollenverteilung auch über Düsseldorf oder andere Vereine gesagt? Es geht bei dem Prozess zuvorderst um den fairen Sport, ohne zukünftig als "positiv motivierte Platzstürme". Ich hoffe, auch Sie sind ein Anhänger von Fußball ohne Gewalt.
25.05.2012 11:53 Uhr
von Regensburger Schnecke:
Die Relegation war die letzte Chance den KSC aus der 2. Liga zu entfernen. Danke !
25.05.2012 10:43 Uhr
von EdoZ:
War ich auch immer gegen, als Gladbacher hat sich das aber 2011 relativiert. ;-)
Fakt ist ja: In den Jahren zuvor hat sich das Publikum immer "gut" im Sinne der Familien-Fußball-Spießer benommen. Die Randale in Karlsruhe ist ein Sonderfall, da wurde eine große Abrechnung zwischen Teilen der Fans und dem Verein vorgenommen, die so oder so bei einem wie auch immer beschlossenen Abstieg (also auch am 33. Spieltag z.B.) gekommen wäre.
Und in Düsseldorf - was ist denn groß passiert? Niemandem irgendwas.
Relegation ist etwas unfair gegenüber dem unterklassigen Verein, aber ein schönes Spektakel zum Saisonabschluss, wg. der Reaktionen einer übersteigert hysterischen Öffentlichkeit (die ARD-Talkshows zum Thema sind z.B. ein Grund zum umgehenden Gebührenboykott, die Reaktionen der Politkasper aka Innenminister vorhersehbar) sollte man das nicht wieder opfern.
Leserkommentare
25.05.2012 18:15 Uhr
von kroete:
Dass diese Spiele sich besonderer emotionaler Anteilnahme erfreuen, ist klar, bedeuten sie in jedem Fall wirtschaftlich oft die Existenz oder den Niedergang eines Vereins, was für die einen noch eine Chance darstellt, ist für die anderen nur eine Verlängerung der sportlichen Agonie.
Sportlich halte ich sie für überflüsse Geldquellen, da die Tabellenplatzierungen der Erst- und Letztplatzierten hier ohne diese Zusatzspiele über Auf- und Abstieg entscheiden sollten.
Die Eskalationen von Düsseldorf sind da nur ein weiterer trauriger Beweis dafür, daß weder die Schiedsrichter am Spielfeld, noch die Sicherheitskräfte der Vereine im Verbund mit der Staatsgewalt in der Lage sind, geltende Spielregeln und Gesetze umzusetzten.
Die Mehrheit wird von einer kleinen kriminellen Gruppe in jeder Beziehung vorgeführt.
Aus kommerziellen Gründen scheinen die Vereine sogar mit diesen destruktiven Hooligans zu kooperieren.
Jetzt schon trauen sich viele Fußballbegeisterte nicht mehr in ein Stadion, droht diese Sportart von Commerz und Gewalt bestimmt zu werden.
Da helfen die wohlgesinnten Banner von Fairplay und Integration nichts, wenn Sportevents zum Ablassventil gesellschaftlichen Frusts werden und VIP-Lounge-Business-Leute dort ihre Strippen ziehen.
Für beide Gruppen ist offensichtlich das Spiel am Platz zweitrangig, erstere sind die Sponsoren, letztere machen Randale, finanzieren jedoch mit ihrem Eintritt das Gesamtsystem mit.
Ausbaden dürfen es immer die aktiven Spieler am Feld, auch die von Hertha, wobei ich es Herrn Preetz gönne, abzusteigen, da ich es absurd finde, stets den Trainern die Schuld für allen Unbill zuzuschieben.
25.05.2012 13:01 Uhr
von JoergKrauss:
Denke, dieses Geschäft Profifussball darf nur noch ausschliesslich unter Konjunkturabhängigkeiten betrachtet werden. Die Entfremndung Fan - Verein war in Karlsruhe ein gewalttätiges Beispiel. Bleibt aber für mich kein Einzelfall. Ein Unternehmen (hier: Fussball) befördert sich durch "Konzept Wachstum" und massiven Geldeinsatz in die CL oder sonst wohin in Europa. Die eigentlich zu beobachtende Konfliktpotentiale sind die Vereine wie Karlsruhe oder andere vermeintlich "Großen", die wirtschaftlich nicht so wirklich "auf die Beine kommen". In der Unzufriedenheit und der Nichtbeteiligung an der Verbesserung der Bedingungen durch die Fankultur darüber, die Zeiträume der Pflege derselben und dem "werkeln" der Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft spinnt sich dann das Netz, das die Gewalt schlussendlich produziert. Der Fan vorher wie nachher und auch während wird quasi domestiziert in vielfältiger Weise und gleichzeitig werden seine, bitte um Nachsicht, niederen Vereinszugehörgikeitsgefühle bedient. Wenn es der Fanhorizont und, nein, vorher die Geldgeber der Unternehmen (hier: Fussball) erlauben würden, wäre die Pause zwischen den Saisonen noch kürzer. Und der Relegationshype länger.
25.05.2012 12:50 Uhr
von dennis:
herzlichen glückwunsch zu diesem wirklich gelungenen kommentar. sie sprechen mir, obwohl hamburger und dieses jahr fast nutzniesser dieser leichenzerfledderei aka relagtion, aus dem herzen. danke schön.
25.05.2012 12:34 Uhr
von Roland Kuhnert:
"Es ist in den letzten Tagen viel Unsinn gesagt worden" - that's right, Herr Völker, zum Beispiel von Ihnen, wenn andere Auffassungen ohne stimmige Analyse en passant diskreditiert werden.
25.05.2012 12:08 Uhr
von Thomas:
Lieber Herr Völker,
Hertha sitzt auf keinem Gaul, es geht auch nicht darum, mit Winkelzügen einen nach so einer desaströsen Rückrunde verdienten Abstieg zu verhindern. Es geht einzig darum, diesen sportlich fair und ohne "Geschmäckle" auszuspielen. Hätten Sie das gleiche bei umgekehrter Rollenverteilung auch über Düsseldorf oder andere Vereine gesagt? Es geht bei dem Prozess zuvorderst um den fairen Sport, ohne zukünftig als "positiv motivierte Platzstürme". Ich hoffe, auch Sie sind ein Anhänger von Fußball ohne Gewalt.
25.05.2012 11:53 Uhr
von Regensburger Schnecke:
Die Relegation war die letzte Chance den KSC aus der 2. Liga zu entfernen. Danke !
25.05.2012 10:43 Uhr
von EdoZ:
War ich auch immer gegen, als Gladbacher hat sich das aber 2011 relativiert. ;-)
Fakt ist ja: In den Jahren zuvor hat sich das Publikum immer "gut" im Sinne der Familien-Fußball-Spießer benommen. Die Randale in Karlsruhe ist ein Sonderfall, da wurde eine große Abrechnung zwischen Teilen der Fans und dem Verein vorgenommen, die so oder so bei einem wie auch immer beschlossenen Abstieg (also auch am 33. Spieltag z.B.) gekommen wäre.
Und in Düsseldorf - was ist denn groß passiert? Niemandem irgendwas.
Relegation ist etwas unfair gegenüber dem unterklassigen Verein, aber ein schönes Spektakel zum Saisonabschluss, wg. der Reaktionen einer übersteigert hysterischen Öffentlichkeit (die ARD-Talkshows zum Thema sind z.B. ein Grund zum umgehenden Gebührenboykott, die Reaktionen der Politkasper aka Innenminister vorhersehbar) sollte man das nicht wieder opfern.