piwik no script img

Demos gegen Castor-TransporteWeitere Aktionen angekündigt

Die Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus gehen weiter. Atomkraftgegner kündigen erneut Proteste gegen dritte Castor-Fahrt am Dienstag an.

epd | Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland und in Jülich gehen von einem dritten Atommüll-Transport am kommenden Dienstag aus. Am Sonntag kündigten sie erneut Proteste gegen den weiteren Lkw-Konvoi durch Nordrhein-Westfalen (NRW) ins Zwischenlager Ahaus an.

Am 5. Mai wird es am Startpunkt in Jülich den Angaben nach ab 18 Uhr eine Dauer-Mahnwache vor dem Forschungszentrum geben. Am Zielort Ahaus starte um 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo vom Bahnhof durch die Innenstadt zur Castor-Strecke. Dort beginne um 19 Uhr die zentrale Kundgebung, gefolgt von einer Mahnwache bis zur nächtlichen Ankunft des Castor-Konvois. Am Zwischenlager finde keine Mahnwache statt.

Vierter Transport Mitte Mai

Der vierte Castor-Transport von Jülich nach Ahaus soll am 19. Mai folgen, wie die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, „Stop Westcastor“ Jülich, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster, der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) mitteilten.

Angesichts der Personalbelastung für die Polizei und der Kosten für die Landeskasse sei zu befürchten, dass die Landesregierung die Polizeisicherung der Castor-Transporte auf Jahre zurückfahren werde. Die Verlagerung der verbleibenden 150 Behälter werde nicht vor 2030 abgeschlossen sein, obwohl die Transportgenehmigung nur bis Mitte nächsten Jahres gültig sei, mahnten die Initiativen. Zudem gelte auch die Lagergenehmigung im Zwischenlager Ahaus nur bis 2036.

Umlagerung von 152 Behältern

Insgesamt geht es um die Umlagerung von 152 Atommüllbehältern, sogenannten Castoren, von der bisherigen Lagerstätte in Jülich zum Zwischenlager nach Ahaus im westlichen Münsterland. Der erste Transport fand Ende März statt. Die Castoren mit insgesamt 300.000 Brennelement-Kugeln stammen aus dem stillgelegten Versuchsreaktor in Jülich. Die Betriebserlaubnis für die Lagerstätte dort ist seit Jahren ausgelaufen. Das Lager in Ahaus ist ebenfalls nur ein Zwischenlager.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare