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Entwickler von Chatbot ClaudeKI-Unternehmen Anthropic will an die Börse

2026 nimmt als Jahr der Mega-Börsengänge Gestalt an. Nach Elon Musks SpaceX macht jetzt der OpenAI-Konkurrent den Schritt zur Aktienplatzierung.

dpa/afp | Die KI-Firma Anthropic, die der schärfste Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI ist, nimmt Kurs auf die Börse. Ein Antrag für eine Aktienplatzierung wurde zunächst vertraulich eingereicht, wie Anthropic mitteilte. Damit bleiben Geschäftsinformationen zunächst unter Verschluss, während die Unterlagen von der US-Börsenaufsicht SEC geprüft werden.

Anthropic ist für seinen Chatbot Claude bekannt, der vor allem von Unternehmen genutzt wird. Zudem arbeitet das Unternehmen an einem KI-Modell namens Mythos, das Lücken in Cybersicherheitssystemen aufspüren soll. Neben den US-Behörden hofft auch die EU auf einen Test-Zugriff, um mögliche Risiken auszuloten. Deutsche Ver­fas­sungs­schüt­ze­r*in­nen und Si­cher­heits­po­li­ti­ke­r*in­nen hatten gewarnt, Kriminelle oder staatliche Akteure könnten Mythos für Cyberangriffe nutzen.

Der Börsengang von Anthropic könnte einer der drei größten in diesem Jahr werden. Die KI-Firma schloss zuletzt eine 65 Milliarden Dollar schwere Finanzierungsrunde zu einer Gesamtbewertung von 900 Milliarden US-Dollar ab.

Weitere Mega-Börsengänge bei Big Tech

Auch OpenAI werden Börsenambitionen nachgesagt, die in ähnlichen Dimensionen liegen könnten. Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX, in der inzwischen auch seine KI-Firma xAI aufgegangen ist, könnte bereits Mitte Juni an die Börse gehen. Dabei wird Medienberichten zufolge eine Gesamtbewertung von bis 1,8 Billionen US-Dollar angestrebt. Mit demnach erhofften Erlösen von bis zu 80 Milliarden Dollar wäre es der mit Abstand größte Börsengang. Zugleich gibt es nach wie vor Zweifel, ob die Investitionen von Hunderten Milliarden Dollar in Infrastruktur für künstliche Intelligenz am Ende wieder zurückverdient werden können.

Anthropic steht derzeit in einem Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium. Dabei geht es um die uneingeschränkte militärische Nutzung der KI-Technologie, die Anthropic dem Pentagon verweigert hat. Der Konzern erklärte, er wolle KI nicht zur „Massenüberwachung im Inland“ oder in vollautonomen Waffensystemen einsetzen lassen. Das Pentagon stufte Anthropic daraufhin als „Sicherheitsrisiko in der Lieferkette“ ein, wogegen das Unternehmen sich juristisch wehrt.

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