Über das Internet gelangen falsche Pillen unters Volk. Die Schäden sind nicht nur finanzieller Art - vor allem die gesundheitlichen Folgeschäden sind enorm.von FRANZ NESTLER

Männer stehen nur auf das Original - nicht auf die Fälschung. Bild: dpa
BERLIN taz | Es war für das Ärzteehepaar aus Deutschland einfach zu verlockend. Während des Türkeiurlaubs entdeckten sie die Antibabypille in Originalverpackung für einen Bruchteil des deutschen Preises und schlugen zu. Kurz darauf wurde die Frau in Deutschland schwanger. Der "Schuldige" war schnell gefunden: Die in der Türkei gekaufte Pille war gefälscht und hatte keinerlei Nutzen.
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"Selbst Ärzte unterschätzen die Gefahren, die von gefälschten Arzneimitteln ausgehen", warnte Wolfgang Schmitz vom Bundeszollkriminalamt Köln am Mittwoch in Berlin. Diese reichten von Wirkungslosigkeit bis hin zu einer Vergiftung.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass jedes zehnte Medikament weltweit gefälscht ist. Selbst in Deutschland sei jedes hundertste von Ärzten und Apothekern ausgegebene Medikament nicht das Original. Große Vorsicht ist bei Bestellungen im Internet geboten: Dort ist laut WHO jede zweite gehandelte Arznei gefälscht. Besonders beliebt bei Betrügern sei die Potenzpille Viagra. Allein 5 Millionen der kleinen blauen Pillen wurden 2010 weltweit beschlagnahmt.
Zum Vergleich: 2010 sicherte der deutsche Zoll insgesamt 10 Millionen Tabletten. Einer der Fälscher wurde sogar zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Mit einem falschen Kilogramm Viagra macht man etwa hundertmal so viel Profit wie mit einem Kilogramm Heroin.
"Die gefälschten sind von den echten Produkten kaum noch zu unterscheiden", sagte Schmitz. Ihr Schaden dagegen sei immens: Von den Imitaten enthielten 16 Prozent einen falschen Wirkstoff, 17 Prozent eine falsche Menge und 50 Prozent gar keinen Wirkstoff. Um sicherzugehen, sollten Verbraucher Medikamente lieber in der Apotheke vor Ort kaufen. Dort sei das Risiko relativ gering, an gefälschte Produkte zu geraten. Bei Bestellungen über das Internet sei Vorsicht geboten.
Wenn rezeptpflichtige Medikamente im Internet gekauft werden können, ohne dass ein Rezept verlangt wird, sollte man misstrauisch werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich auf den Seiten des deutschen Apothekerverbandes und beim Bundesverband Deutscher Versandapotheken informieren. Dort gibt es eine Liste mit geprüften Versandapotheken.
Er war der wohl schärfste Kritiker der Agenda 2010 in seiner eigenen Partei. Mit 67 Jahren starb der SPD-Politiker Ottmar Schreiner nach einer Krebserkrankung.

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Leserkommentare
06.04.2013 16:13 | Rainer B.
Es würde mich nicht wundern, wenn der Apotheker um die Ecke nicht auch von Zeit zu Zeit im Internet bestellt. Wer kontrolli ...
07.10.2011 12:50 | anonymous
Peinlich ist, dass nun, da innerhalb weniger Tage die komplette Bürgers- und Kleinbürgerspresse beinahe im selben Wortlaut ...
06.10.2011 15:08 | olololakademiker
Geiz ist geil. Hahahaha.