Kommentar von Barbara Oertel
Immerhin: Tote infolge von gewaltsamen Protesten gegen das Wahlergebnis wie 2008 hat es nach dem Urnengang am Montag in der Kaukasusrepublik Armenien – bis jetzt – glücklicherweise noch nicht gegeben.
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Doch damit erschöpfen sich die positiven Nachrichten. Wie bei allen anderen Abstimmungen seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 kam auch bei diesen Präsidentenwahlen, aus denen Amtsinhaber Sersch Sargsjan erwartungsgemäß als Sieger hervorgegangen ist, wieder das gesamte Repertoire der Machthaber zum Einsatz: Wähler wurden systematisch unter Druck gesetzt, um an der gewünschten Stelle ihr Kreuz zu machen, und Stimmen im großen Stil gekauft.
Ganze Gruppen von Wählern wurden von Wahllokal zu Wahllokal gekarrt, um so mehrfach ihre Stimme abzugeben.
Doch solcherlei dreiste Fälschungen sind nicht der einzige Grund für Sargsjans Wiederwahl. Die wurde nicht zuletzt auch durch den Umstand befördert, dass nach dem Rückzug von zwei politischen Schwergewichten der Opposition kein ernst zu nehmender Rivale mehr im Rennen war.

BARBARA OERTEL
ist Co-Leiterin des Auslandsressorts der taz.
Foto: Wolfgang BorrsDie zweite Amtszeit dürfte für den neuen alten Präsidenten alles andere als leicht werden. Etwa ein Drittel der Armenier lebt unter der Armutsgrenze. Vor allem junge, gut ausgebildete Menschen suchen das Weite.
Die Aussöhnung mit der Türkei kommt nicht voran, da sich Ankara immer noch weigert, die Schuld am Genozid von 1915 anzuerkennen. Dabei wäre eine Entspannung dieses Verhältnisses für Armenien auch wirtschaftlich von immenser Bedeutung.
#Und der schwelende Konflikt mit dem Nachbarn Aserbaidschan über die Enklave Berg-Karabach kann sich jederzeit wieder gewaltsam entladen.
Angesichts dieser drückenden Probleme müssen jetzt die Weichen schnell gestellt werden. Doch dafür ist Sargsjan mit Sicherheit der falsche Mann.
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Leserkommentare
19.02.2013 19:51 | Sissy Fuß
@ewald gerber: Dafür haben SIe doch sicherlich ein Beispiel, und weil es gerichtsfest ist, sind Sie damit auch schon zum St ...
19.02.2013 15:39 | ewald gerber
Im Bananenländle auch Ex-DDR gabs und gibts auch Wahlfälschungen.