Kommentar Grotelüschen : Astrid, halt durch!
Viele halten es für wahrscheinlich, dass Astrid Grotelüschen in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zurücktritt. Das wäre ausgesprochen bedauerlich.
V iele halten es für wahrscheinlich, dass Niedersachsens Agrarministerin Astrid Grotelüschen in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zurücktritt. Das wäre ausgesprochen bedauerlich. Denn Astrid Grotelüschen ist ein Glücksfall für den Tierschutz, für die Bürgerinitiativen, die sich gegen die Hähnchen- und Puten-Fabriken in ihrer Nachbarschaft wehren - und für die gesamte niedersächsische Opposition.
Seit Christian Wulff sie als eine Art vergiftetes Abschiedsgeschenk im Kabinett installiert hat, reißen die Enthüllungen über die menschenverachtenden und kreaturfeindlichen Prinzipien der Massenmast nicht ab. Seit sie Ministerin ist versteht auch der Naivste, wie stark diese so finanzstarke wie volkswirtschaftlich schädliche Branche unverfroren mitregiert - weil Grotelüschen ihre Verstrickung in sie nicht bestreiten kann. Und weil sie durch dieses Metier so abgestumpft ist, empört sie sich auch nicht über die beschämenden und juristisch verdächtigen Bedingungen, unter denen Menschen in solchen Betrieben arbeiten. Sie kennt ja die Branche. Da ist das normal.
Astrid Grotelüschen wird keine Anstrengungen unternehmen, um das zu ändern. Aber als skandalöse Personalie hält sie das Interesse am Dauerskandal dieser Industrie wach. Sie ist derzeit die wirksamste Agentin von deren Abschaffung. Hoffentlich hält sie dem wachsenden Druck aus CDU-Fraktion und Kabinett stand.
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