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Kommentar Stadtluft Wie der Autokanzler

Kommentar von

Sven-Michael Veit

Bürgermeister Olaf Scholz hat Maßnahmen wie Umweltzonen oder City-Maut für Teufelszeug erklärt. Dabei spielt die Angst vor autofahrenden WählerInnen ebenso eine Rolle wie die traditionelle technikgläubige Kleingeistigkeit der Sozialdemokratie.

M it dem frischen Wind ist es in Hamburg nicht weit her. Die Luft ist zwar oft in Bewegung, sauberer aber wird sie davon keineswegs. Für etliche Schadstoffe werden die Grenzwerte überschritten, welche Gesundheitsgefährdungen markieren. Und Schuld daran ist der Autoverkehr, das räumt selbst der Senat ein. Trotzdem bleibt er untätig.

Bürgermeister Olaf Scholz höchstselbst hat verkehrsbeschränkende Maßnahmen wie Umweltzonen oder City-Maut für Teufelszeug erklärt. Dabei spielt die Angst vor autofahrenden WählerInnen ebenso eine Rolle wie die traditionelle technikgläubige Kleingeistigkeit der Sozialdemokratie. Scholz ist jahrelang beim selbsternannten Autokanzler Schröder in die Lehre gegangen – sowas wirkt nach.

Hamburg kann für gesunde Atemluft nicht garantieren. Ab 2015 drohen deshalb Bußgelder der EU in sechsstelliger Höhe – pro Tag. Diese Finanzrisiken seien unkalkulierbar, gibt der Senat zu, und geht das Risiko dennoch ein. Wie er das mit der Schuldenbremse in Einklang kriegen will, bleibt sein Geheimnis.

Und deshalb ist die Notbremse dringend geboten. Das Spazierenfahren von Verbrennungsmotoren muss harten Beschränkungen unterworfen werden. Diese Technologie von vorgestern hat in der Stadt der Zukunft nichts zu suchen – weder in Hamburg noch anderswo.

Die Formel ist simpel: Saubere Luft plus weniger Lärm gleich mehr Lebensqualität.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Sven-Michael Veit Hamburg-Redakteur

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2 Kommentare

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  • JS
    Joe Schmoe

    Und stattdessen bekämpfen die Schweine "Fahrradrowdies".

     

    Queen Mary II versenken!

    Elbphilharmonie sprengen!

    Beach Clubs zu Community Gärten!

  • WR
    Weiße Rose

    Ob nun Scholz, Schröder, Schmidt und und und...

    Diese Namen stehen für eine abgewirtschaftete Partei, die außer den berühmt-berüchtigten Amigos der Genossenseilschaften, nun wirklich niemand mehr braucht. Der uneinsichtige Autofahrer kann schließlich gleich die FDP wählen, der Kleingeist empfiehlt sich der CDU...

    Dumm ist - wie immer - einmal mehr nur der Steuerzahler, der am Ende die Zeche zahlen darf.