Krieg in der Ukraine : Menschenjagd auf russisch
Ein Video zeigt einen Ukrainer, der vor einer Drohne davonzurennen versucht. Gnadenlos geht die Angriffsarmee gerade gegen die Zivilbevölkerung vor.
Foto: Kherson Regional Military Administration/Handout via reuters
D as Video lässt einem den Atem stocken: Ein Gemüsehändler in der südukrainischen Stadt Cherson bereitet gerade seinen Stand vor. Wie aus dem Nichts taucht eine Drohne auf, die mehrfach über dem Platz kreist. Dann ist eine Explosion zu sehen. Die gute Nachricht: Der Mann hat überlebt, in einem weiteren Video aus dem Krankenhaus berichtet er, wie er um sein Leben rannte.
Diese Art der Kriegsführung heißt in der Ukraine „Drohnen-Safari“. Das Phänomen ist nicht neu. Seit über zwei Jahren praktiziert die russische Armee diese zynische Art der Menschenjagd. Berichten aus der Ukraine zufolge würden viele Menschen auch auf ihren Datschen getötet oder verletzt – nicht selten beim Toilettengang.
Das erinnert an einen Ausspruch von Wladimir Putin, damals noch russischer Ministerpräsident, aus dem Jahr 1999. Da kündigte er an, tschetschenische Terroristen würden notfalls auch auf dem Abort zur Strecke gebracht. Diese zweite „Antiterroroperation“ gegen die Nordkaukasusrepublik sollte zehn Jahre dauern. Auch wenn der Kontext ein gänzlich anderer ist und der Vergleich vielleicht geschmacklos erscheint, die Botschaft ist dieselbe: Wir erwischen euch – überall.
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Zwar ist unbestreitbar, dass die Ukraine hinsichtlich der technologischen Entwicklung und Produktion von Drohnen erhebliche Fortschritte zu verzeichnen hat. Nicht von ungefähr interessiert sich mittlerweile auch das Ausland für dieses im Verlauf des Kriegs erlangte Know-how. Kompletter Schutz gegen unbemannte Luftfahrzeuge, die gezielt Zivilist*innen ins Visier nehmen, ist trotzdem kaum möglich.
Die ukrainische Luftabwehr hat aber noch andere Probleme. Infolge russischer Raketenangriffe auf Kyjiw starben in der Nacht zu Mittwoch mindestens 17 Menschen. Keine Rakete konnte unschädlich gemacht werden – aus dem einfachen Grund, dass Kyjiw die Mittel fehlen. Wo die Abwehrsysteme herkommen sollen, weiß niemand. US-Präsident Donald Trump ist und bleibt ein unsicherer Kantonist. Für die Ukraine ist das wahrlich keine gute Nachricht.
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