Um die Folgen gut gedämmter Häuser ranken sich viele Gerüchte. Aber gute Dämmstoffe sind nicht mehr gesundheitsschädlich. Bleibt der Brandschutz, aber auch da lernt man.von Bernward Janzing
Anstatt einseitig stärkere 'Dümmung' vorzuschreiben, sollte man auf eine CO2 arme Produktion von Strom und Wärme setzen. Die Herstellung der Dämmstoffe verschlingt viel Energie und belastet künftige Generationen mit Entsorgungsproblemen, weil eben meistens in den Wärmeverbundsystemen Polystyrol verwendet wird, für dessen Herstellung Rohöl verwendet wird. Man darf hoffen, dass die neue Metastudie 'Dämmstoffe', die vom Bundesministerium angefordert wurde nicht in Zusammenarbeit mit der Dämmindustrie geschrieben und begutachtet wird....
Zudem wird der Immobilienmarkt in eine absolute Schieflage gebracht. Neubauten sind wirtschaftlich nicht mehr rentabel und Wohnraum nicht mehr bezahlbar.
Die Kreditvergabe wird verschärft werden, die Zinsen werden steigen und das verfügbare Haushaltseinkommen sinken. Daran wird auch keine Zwangsverpflichtung zur Sanierung bzw. Setzen von Mietobergrenzen etwas ändern. Man ist gerade dabei sich den Mittelstand vollends zu vergraulen, denn es wurde anscheinend aus E10 nichts gelernt.
12.07.2012 13:35 Uhr
von Hans D. Stürmer:
Das ist alles nicht falsch, was da steht, nur ist die Praxis, die ich täglich in Innenluftuntersuchungen sehe, doch etwas anders: soviel Pfusch am Bau wie gerade bei Passivhäusern sehe ich sonst kaum! Es gibt eben nicht nur "gute" Dämmstoffe, auch werden gute oft an falschen Stellen verwendet, und die Brandthematik müsste um die Brandgase und die Flammschutzmittel erweitert werden, die ein echtes Problem darstellen! Dem Kommentator hans ist aber zu widersprechen: richtig gemacht, ist Wärmedämmung ein entscheidender guter Beitrag zur Energiewende, nur ist der Artikel etwas oberflächlich...
10.07.2012 13:39 Uhr
von hans:
Leider werden die Folgen für das historische Stadtbild nicht erwähnT....
Es ist krank was zur Zeit in Deutschland alles unter dem Vorwand des Energiesparens passiert.
Haben wir denn nichts aus den Lügenmärchen über die Energiesparlampe gelernt (Sie spart nicht, ist teuer und giftig - aber das sind wahrscheinlich auch wieder nur gerüchte würde die taz jetzt behaupten).....
und Wärmedämmung bring nichts - außer das sich meine Miete um 80 Euro erhöht hat (Heizkosten sind unverändert geblieben!)....
Wie blind kann man eigentlich sein? Es geht doch gar nicht ums Energiesparen ....es geht darum die Bürger abzuzocken wo es nur geht ohne rücksicht auf verluste.
so ein bericht wie dieser trägt leider dazu bei die leser zu verdummen und ihm einzureden, dass Wärmedämmung sinnvoll ist. Ist schon in Ordnung. Ich zahle gerne im Monat 80 Euro mehr für nichts und wieder nichts und verzichte auch gerne auf meine Stuckfassade....hautsache öko und so, da fühle ich mich doch gleich wie ein besserer Mensch.
(Im Mittelalter nannte man das übrigens Ablasshandel.)
10.07.2012 13:21 Uhr
von Cookie:
Das Problem bei dieser Belüftungskonzeption ist letztlich eben doch, dass auch ein spezieller low-level-lifestyle erforderlich ist, um das Grundprinzip nicht permanent durch Zusatzlüftung zu konterkarieren. Man darf sozusagen nicht "geruchsintensiv" leben, d.h. nicht rauchen, kein scharfes Anbraten von Zwiebeln, kein Fondue, kein gebratener Fisch etc. Also quasi neue Niedrigenergiehäuser für den neuen Menschen aus der grünen Erziehungsretorte.
10.07.2012 13:01 Uhr
von other.baehring@googlemail.com:
"ein PFerd aufm Flur"
10.07.2012 10:59 Uhr
von greenmask:
"Und wie gesundheitsverträglich sind die Dämmstoffe? Biozide in natürlichen Dämmstoffen seien „inzwischen kein ernsthaftes Thema mehr“, versichert der Professor. „Heute nutzt man Fasern, die sich auflösen, wenn sie in den Körper gelangen“, erklärt dazu der Freiburger Solararchitekt Rolf Disch."
Könnten sie vielleicht etwas konkreter werden, man versteht das sonst kaum!
Fungi- und Pestizide in den Fassadenputzen (Styropor) sind sehr wohl eine ernsthafte Belastung für das Grundwasser und Flüsse. Diese werden nach ca. 5 Jahren von der Witterung nahezu vollständig aus dem Putz ausgespült. Dann kommt es schon mal vor, dass auf Fassadenputzen Moose oder ähnliches wächst - eich echtes Problem. Würde man diesen Wärmeschutz entfernen wollen ist das Sondermüll - auch ein ernsthaftes Problem.
10.07.2012 10:51 Uhr
von Thomas Ebert:
Es ist ja schön zu lesen, das in Passivhäusern Schimmel kein Thema ist. Sehr wohl ist Schimmel dort ein Thema, wo im Altbaubereich Wärmedämmung und dichtschließende Fenster nachgerüstet werden.
10.07.2012 09:29 Uhr
von felix:
Ich bin leider Mieter in einem Niedrigenergiehaus. Der Schimmel ist kaum in den Griff zu bekommen. Im Winter führt die extreme Abdichtung des Hauses dazu, dass ich sehr häufig stoßlüften muss, damit sich alle Sachen nicht ständig feucht und klamm anfühlen. Nachts, wenn ich nicht alle 20 Minuten stoßlüften kann, kondensiert die Feuchtigkeit an den Fenstern so, dass ich Handtücher gegen Pfützenbildung hinlegen muss.
Bei meinen Nachbarn sind auch ein paar Eigentümer dabei. Einer davon hat einfach kleine Löcher in die Fensterrahmen gebohrt und seitdem keine Probleme mehr. Andere ließen sich die Wände durchbohren und vom Handwerker Zwangslüftungen einbauen. Danach hatten sie keine Probleme mehr mit Kondensat und Schimmel. Wiederum andere Nachbarn haben elektrisch betriebene Luftentfeucher aufgestellt. Die verbrauchen eine Menge Strom und die Energieersparnis ist dahin.
Leserkommentare
04.10.2012 09:00 Uhr
von Markus:
Die Mär vom Dämmen und Dichten.
Anstatt einseitig stärkere 'Dümmung' vorzuschreiben, sollte man auf eine CO2 arme Produktion von Strom und Wärme setzen. Die Herstellung der Dämmstoffe verschlingt viel Energie und belastet künftige Generationen mit Entsorgungsproblemen, weil eben meistens in den Wärmeverbundsystemen Polystyrol verwendet wird, für dessen Herstellung Rohöl verwendet wird. Man darf hoffen, dass die neue Metastudie 'Dämmstoffe', die vom Bundesministerium angefordert wurde nicht in Zusammenarbeit mit der Dämmindustrie geschrieben und begutachtet wird....
Zudem wird der Immobilienmarkt in eine absolute Schieflage gebracht. Neubauten sind wirtschaftlich nicht mehr rentabel und Wohnraum nicht mehr bezahlbar.
Die Kreditvergabe wird verschärft werden, die Zinsen werden steigen und das verfügbare Haushaltseinkommen sinken. Daran wird auch keine Zwangsverpflichtung zur Sanierung bzw. Setzen von Mietobergrenzen etwas ändern.
Man ist gerade dabei sich den Mittelstand vollends zu vergraulen, denn es wurde anscheinend aus E10 nichts gelernt.
12.07.2012 13:35 Uhr
von Hans D. Stürmer:
Das ist alles nicht falsch, was da steht, nur ist die Praxis, die ich täglich in Innenluftuntersuchungen sehe, doch etwas anders: soviel Pfusch am Bau wie gerade bei Passivhäusern sehe ich sonst kaum!
Es gibt eben nicht nur "gute" Dämmstoffe, auch werden gute oft an falschen Stellen verwendet, und die Brandthematik müsste um die Brandgase und die Flammschutzmittel erweitert werden, die ein echtes Problem darstellen! Dem Kommentator hans ist aber zu widersprechen: richtig gemacht, ist Wärmedämmung ein entscheidender guter Beitrag zur Energiewende, nur ist der Artikel etwas oberflächlich...
10.07.2012 13:39 Uhr
von hans:
Leider werden die Folgen für das historische Stadtbild nicht erwähnT....
Wärmedämmung = legale Zestörung wertvoller Stuckfassaden!
http://stadtbildberlin.wordpress.com/schwerpunktthema-energetische-sanierungen/
Es ist krank was zur Zeit in Deutschland alles unter dem Vorwand des Energiesparens passiert.
Haben wir denn nichts aus den Lügenmärchen über die Energiesparlampe gelernt (Sie spart nicht, ist teuer und giftig - aber das sind wahrscheinlich auch wieder nur gerüchte würde die taz jetzt behaupten).....
und Wärmedämmung bring nichts - außer das sich meine Miete um 80 Euro erhöht hat (Heizkosten sind unverändert geblieben!)....
Wie blind kann man eigentlich sein? Es geht doch gar nicht ums Energiesparen ....es geht darum die Bürger abzuzocken wo es nur geht ohne rücksicht auf verluste.
so ein bericht wie dieser trägt leider dazu bei die leser zu verdummen und ihm einzureden, dass Wärmedämmung sinnvoll ist. Ist schon in Ordnung. Ich zahle gerne im Monat 80 Euro mehr für nichts und wieder nichts und verzichte auch gerne auf meine Stuckfassade....hautsache öko und so, da fühle ich mich doch gleich wie ein besserer Mensch.
(Im Mittelalter nannte man das übrigens Ablasshandel.)
10.07.2012 13:21 Uhr
von Cookie:
Das Problem bei dieser Belüftungskonzeption ist letztlich eben doch, dass auch ein spezieller low-level-lifestyle erforderlich ist, um das Grundprinzip nicht permanent durch Zusatzlüftung zu konterkarieren. Man darf sozusagen nicht "geruchsintensiv" leben, d.h. nicht rauchen, kein scharfes Anbraten von Zwiebeln, kein Fondue, kein gebratener Fisch etc. Also quasi neue Niedrigenergiehäuser für den neuen Menschen aus der grünen Erziehungsretorte.
10.07.2012 13:01 Uhr
von other.baehring@googlemail.com:
"ein PFerd aufm Flur"
10.07.2012 10:59 Uhr
von greenmask:
"Und wie gesundheitsverträglich sind die Dämmstoffe? Biozide in natürlichen Dämmstoffen seien „inzwischen kein ernsthaftes Thema mehr“, versichert der Professor. „Heute nutzt man Fasern, die sich auflösen, wenn sie in den Körper gelangen“, erklärt dazu der Freiburger Solararchitekt Rolf Disch."
Könnten sie vielleicht etwas konkreter werden, man versteht das sonst kaum!
Fungi- und Pestizide in den Fassadenputzen (Styropor) sind sehr wohl eine ernsthafte Belastung für das Grundwasser und Flüsse. Diese werden nach ca. 5 Jahren von der Witterung nahezu vollständig aus dem Putz ausgespült. Dann kommt es schon mal vor, dass auf Fassadenputzen Moose oder ähnliches wächst - eich echtes Problem. Würde man diesen Wärmeschutz entfernen wollen ist das Sondermüll - auch ein ernsthaftes Problem.
10.07.2012 10:51 Uhr
von Thomas Ebert:
Es ist ja schön zu lesen, das in Passivhäusern Schimmel kein Thema ist. Sehr wohl ist Schimmel dort ein Thema, wo im Altbaubereich Wärmedämmung und dichtschließende Fenster nachgerüstet werden.
10.07.2012 09:29 Uhr
von felix:
Ich bin leider Mieter in einem Niedrigenergiehaus. Der Schimmel ist kaum in den Griff zu bekommen. Im Winter führt die extreme Abdichtung des Hauses dazu, dass ich sehr häufig stoßlüften muss, damit sich alle Sachen nicht ständig feucht und klamm anfühlen.
Nachts, wenn ich nicht alle 20 Minuten stoßlüften kann, kondensiert die Feuchtigkeit an den Fenstern so, dass ich Handtücher gegen Pfützenbildung hinlegen muss.
Bei meinen Nachbarn sind auch ein paar Eigentümer dabei. Einer davon hat einfach kleine Löcher in die Fensterrahmen gebohrt und seitdem keine Probleme mehr. Andere ließen sich die Wände durchbohren und vom Handwerker Zwangslüftungen einbauen. Danach hatten sie keine Probleme mehr mit Kondensat und Schimmel.
Wiederum andere Nachbarn haben elektrisch betriebene Luftentfeucher aufgestellt. Die verbrauchen eine Menge Strom und die Energieersparnis ist dahin.