Protest am Hamburger Flughafen

Lampedusa-Abschiebung verhindert

In Hamburg sollte ein Mitglied der Lampedusa-Gruppe abgeschoben werden. AktivistInnen haben dagegen am Flughafen erfolgreich protestiert.

Ein violettes Priority-Check-In-Schild, daneben DemonstrantInnen

Abschiebung verhindert: Aktivisten demonstrierten am Hamburger Flughafen. Foto: JOTO

HAMBURG taz | Am Montag sollte ein Mitglied der Hamburger Lampedusa-Gruppe abgeschoben werden. AktivistInnen haben dagegen am Fuhlsbüttler Airport protestiert und waren erfolgreich: Die Bundespolizei hatte Angst, dass es im Flugzeug zu Widerstandshandlungen von Unterstützern mit Tickets kommen könnte.

Die etwa 300 Mitglieder der Lampedusa-Gruppe erhalten in Hamburg eine breite Unterstützung und wurden bislang vom Senat stillschweigend geduldet. Weil sie ihre Asylanträge in Italien gestellt haben, haben sie rechtlich in Deutschland keinen sicheren Aufenthaltsstatus.

Der Mann hatte lange im Vorbau am Golden Pudel Club in St.Pauli gelebt und ist auch Opfer des Feuers geworden. Der Club hatte in der Nacht zu Sonntag gebrannt, die Feuerwehr spricht von einem „Totalschaden“. Laut Polizei soll es sich um Brandstiftung gehandelt haben.

Der Flüchtling befand sich zum Zeitpunkt der Brandstiftung im Pudel Club. Als er versuchte, seine Habe und Papiere aus den Flammen zu retten, wurde er von Polizisten festgenommen und zur Davidwache gebracht. Dort habe er eine Bescheinigung für die Ausländerbehörde bekommen, die bestätigte, dass seine Papiere verbrannt sind. Als er am Montag dann in Begleitung von FlüchtlingshelferInnen des Hamburger „Cafe Exils“ die Behörde aufsuchte, ist er prompt von fünf Polizisten verhaftet worden, um abgeschoben zu werden.

 

Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Verfolgung und Armut. Im Mittelmeer sterben Zehntausende. Und die EU setzt auf Abschottung.

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