Ein geschichtsrevisionistischer Verleger hat einen verurteilten Holocaustleugner zu Gast. Munier und Zündel feiern gemeinsam die Sonnenwende.von Andrea Röpke & Andreas Speit

Hier war der Zündel nicht: Sonnenwendfeuer in Baierbrunn. Bild: dpa
In der breiten Öffentlichkeit meidet Verleger Dietmar Munier einschlägige Kontakte. Am Samstag jedoch kam zu seiner Sonnenwendfeier in Martensrade internationale, rechtsextreme Prominenz: der Holocaustleugner Ernst Zündel.
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In die schleswig-holsteinische Provinz war Zündel, der zur Zeit in Baden-Württemberg lebt, extra angereist. Für den Nachmittag hatte Munier, dessen Verlagsgruppe Lesen & Schenken das Landesamt für Verfassungsschutz (VS) als „bedeutendsten“ geschichtsrevisionistischen Verlag in Deutschland bezeichnet zur Brauchtumsfeier geladen.
Gegen 15.00 Uhr zogen die etwa 50 „lieben Freunde“ vom Steinkreis auf dem weitläufigen Anwesen Muniers zum Feuerstoß (taz berichtete). Fast am Ende der langen Kette von trachtenartig Gekleideten mit Fackeln: Zündel. Eine Aufnahme, die jetzt ausgewertet werden konnte, zeigt den 73-jährigen, mehrfach verurteilten Leugner des Holocaust.
Die Einladung legt nahe, dass dem Verleger der Gast bekannt war. Heißt es doch: „Gerne sind uns weitere Gäste willkommen, die Einladungen bitten wir aber mit uns abzusprechen“. In dem Besuch sieht VS-Chef Dieter Büddefeld einen „kleinen Baustein“ der die Beziehungen des Verlegers zum Rechtsextremismus nahelege. Auf Nachfrage der Presse antwortet Munier, dass es ein private Familienfeier gewesen seien soll und stritt die Teilnahme indirekt ab.
Vor zwei Jahren erst kam Zündel in Mannheim aus dem Gefängnis. Im Jahr 2007 hatte das Landgericht Mannheim ihn wegen Volksverhetzung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Vorsitzende Richter bezeichnete ihn als „überzeugten Nationalsozialisten“. Vor der Verurteilung musste er aus Kanada ausgeliefert werden. Ab 1976 hatte er von Kanada und den USA aus begonnen Schriften zu veröffentlichen, die die Vernichtung der europäischen Juden bestreiten.
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