Verdächtige in München gefasst: Zwei mutmaßliche chinesische Spione festgenommen
Ein Ehepaar soll für China an deutschen Hochschulen spioniert haben. Deutschlands oberste Strafverfolger lassen die Beschuldigten in München festnehmen.
Foto: Christoph Schmidt/dpa
dpa | Die Bundesanwaltschaft hat in München zwei mutmaßliche chinesische Spione festnehmen lassen. Das Ehepaar mit deutscher Staatsangehörigkeit soll für einen chinesischen Geheimdienst Kontakte zu zahlreichen Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen aufgenommen haben, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Den Angaben zufolge wollten sie so an „wissenschaftliche Informationen über militärisch nutzbare Hochtechnologie“ gelangen.
Gleichzeitig mit den Festnahmen fanden Maßnahmen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen statt. Sie betreffen laut Bundesanwaltschaft Personen, die als Zeugen geführt werden. Sie sind nicht tatverdächtig. In München wurden die Wohnräume und Arbeitsplätze der beiden Festgenommen durchsucht.
Deutsche Wissenschaftler nach China gelockt
Zu den Kontakten der mutmaßlichen Spione zählten „insbesondere Lehrstuhlinhaber für die Bereiche Luft- und Raumfahrttechnik, Informatik oder Künstliche Intelligenz“, teilte die Behörde weiter mit. Ihnen gegenüber sollen sich die Beschuldigten mal als Dolmetscher, mal als Mitarbeiter eines Automobilherstellers ausgegeben haben. „Einige Wissenschaftler wurden unter dem Vorwand nach China gelockt, gegen Honorar Vorträge vor einem zivilen Publikum zu halten. Tatsächlich erfolgten solche Vorträge dann aber vor Angehörigen staatlicher Rüstungsunternehmen.“
Die beiden festgenommenen Eheleute Xuejun C. und Hua S. sollen heute dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der ihnen die Haftbefehle eröffnet und über die Untersuchungshaft entscheidet. Das Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz geführt. Die polizeilichen Ermittlungen liegen beim Bayerischen Landeskriminalamt.
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