die wahrheit

Häschen der Liebe

Das geheime Tagebuch der Carla Bruni Heute: Hoppeln auf der Wiese.

Ganz entspannt geben der kleine Nicki und seine Première Dame ihren treuen Fans Autogramme.  Bild: reuters

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Mist, Nici ist schon wieder eingezogen. Ich dachte, ich hätte ein paar Tage mehr Ruhe. Aber, was klage ich, ich bin ja selbst schuld. So schwach, so willenlos, wenn er den Eroberer gibt. Wenn er, wie gestern Abend, in seinem weißen Satinanzug vor der Türe steht, mit einer Rose im Mund, und diesen Dobermannblick auflegt - das macht etwas mit mir, das macht mich machtlos. Da kann ich nur noch Frau sein …

Was auch mal wieder Zeit wurde. Ich hatte schon ganz vergessen, wozu das da unten gut ist. Aber jetzt weiß ich es wieder. Eine kleine Strafe für sein schlechtes Betragen habe ich mir aber doch ausgedacht: Nici musste heute das Hasenkostüm anziehen und für die gesamte Familie die Eier verstecken. Das waren mehr, als in sein Körbchen passten, denn es waren wirklich alle da: die Kinder, die Großeltern, die Geschwister samt Brut, sogar meine ehemals marode Schwester hat sich gezeigt. 24 Personen waren wir und hatten unsere helle Freude, das kleine Häschen über die Wiese hoppeln zu sehen, während wir schon beim Kaffee saßen. Ich bin ein Biest. Ich weiß. Ich habs aber wieder gutgemacht. Am Abend. Da war ich die Wiese, und er durfte noch einmal suchen gehen … Leider gefallen ihm die Manschettenknöpfe nicht, wir werden sie wohl tauschen müssen.

 

Verdammt, an allen Ecken läuft es schief! Momentan treffe ich ständig falsche Entscheidungen und kann förmlich zusehen, wie ich aus der Hemisphäre der Trendsetter und Stil-Apostel drifte. Erst will ich kein schwarzes Kind adoptieren, ein paar Monate später sind schwarze Kinder der letzte Schrei. Ich lehne Mama Obamas Angebot ab, mir einen Gemüsegarten anzulegen - jetzt kann ich zusehen, wie Madonna, Victoria Beckham und Vanessa Paradis, dieser singende Sperling, mit Gemüsegärten in die Medien drängen. Dann die Idee, ich könnte ein Kochbuch schreiben. Für ein ehemaliges Supermodel total lächerlich! Und was macht Kate Moss?!? Ein Kochbuch! Wobei mir nicht klar ist, was die auf den Tisch bringen will. Koks-Soufflé à la Kate? Reiswaffel nach Anorexia-Art?

Und als würde das alles nicht reichen, kommen jetzt die Obamas mit ihrem blöden First Dog um die Ecke und tun so, als hätten sie das Hundhaben erfunden. Ich überlege, Hoppetosse ins Spiel bringen. Als Premiére Pony sozusagen. Gegen ein richtiges Pferd sehen doch selbst die Black-Beauty-Obamas blass aus.

Donnerstag, 16. 4. 2009

Liebes Tagebuch, hilf! Wir müssen uns etwas für Nici ausdenken. Ich brauche eine Eingebung. Oder einen geheimen Zauber. Vielleicht sollte ich einen Schamanen engagieren, der nachts an sein Bett schleicht und die Geister der Caesaren aus ihm treibt. Oder einen geheimen Trank bereitet, der ihn auf den Boden der Tatsachen bringt. Sein Größenwahn nimmt immer entrücktere Formen an. Nicht nur, dass er glaubt, Obama müsse noch viel von ihm lernen und das Walross Merkel würde ihm blind folgen, weil sie insgeheim total heiß auf ihn sei, er erzählt es auch noch! Einfach so, beim Essen mit Parlamentariern! Das Schlimme ist, dass er ernsthaft glaubt, die anderen seien alle dumm. Der nimmt die gar nicht ernst! "Carla, ich geh spielen", sagt er, wenn er zu einem Gipfel reist. Dann will er "Bestimmer" sein, die "Banden" zusammenstellen und meint, Obama tüftele Strategien aus, wie er die Bande der "Euros" entmachtet.

Freitag, 17. 4. 2009

Merde! Merde! Merde! Ich fass es nicht! Wie konnte mir das passieren?!? Mir?!? Tochter aus gutem Hause. In den besten Schulen Europas ausgebildet. Zur internationalen Femme fatale erzogen, zur Frau mit Eigenschaften. Ich!, ich bin in der Muschi-Falle gelandet! Dem Ehefrauen-Syndrom anheimgefallen. Wie die letzte Vorstadt-Mutti soll ich für meinen Mann die Kohlen aus der Asche seiner sozialen Inkompetenz holen.

Das ist wieder typisch. Der Mann legt die Hebel der Weltpolitik um und das Frauchen ist für die Sozialkontakte zuständig. Und soll kitten, was der kleine Rambo in Stücke haut. Nach Nicis Merkel-Meckereien meinen seine Berater, wir sollten Monsieur Merkel was zum Geburtstag schicken. Der wird 60. Damit Madame Merkel nicht mehr so sauer auf Nici ist, weil er sie als "Nachmacherin" bezeichnet hat. Nici findet das natürlich eine Superidee: schenken - und raus ist er. Allerdings lässt er schenken. Denn er will das nicht machen. Einem Mann was zu schenken, das findet mein kleiner König "zu schwul". Womit nicht nur klar ist, dass ich einen Homophoben geheiratet habe, sondern auch, dass mal wieder alles an mir hängen bleibt. Schließlich kann ja wohl kaum sein Friseur das Präsent absenden. Immerhin hat er sich überlegt, was das sein soll. Ich soll Jojo Sauer einen Kompass schicken, hat Nici vorgeschlagen, und auf die Karte schreiben: "Damit Sie Ihrer Frau zeigen können, wo es langgeht."

Die Wahrheit auf taz.de

 

Alles über die Bruni im Élysée-Palast und ihren Alltag mit Sarkozy. Auf der Wahrheit.

21. 04. 2009

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