BELGIEN

Risse in Reaktoren größer als gedacht

BRÜSSEL | Die in zwei belgischen Atomreaktoren entdeckten Risse sind größer und zahlreicher als bislang angenommen. Dies teilten der Betreiber Electrabel und die belgische Atomaufsicht AFCN unter Berufung auf genauere Untersuchungen mit. Sie betonten zugleich, dass die Risse seit ihrer Entdeckung 2012 aber nicht größer geworden seien. Die betroffenen Reaktoren Doel 3 in Flandern und Tihange 2 in der Wallonie stehen seit längerem still. Die größten Risse in Doel sind den neuen Messungen zufolge 18 Zentimeter lang, während die Messungen im Jahr 2012 noch höchstens 9 Zentimeter ergeben hatten. In Tihange wurde das Maximum sogar von 6 Zentimetern 2012 auf aktuell 15,5 Zentimeter revidiert. Es gibt weiterhin Bedenken über die „unerwartete“ Brüchigkeit des Materials der Behälter. Nach Angaben der AFCN besteht das Risiko, dass bei einem Unfall, bei dem der Reaktor mit kaltem Wasser gekühlt werden müsste, die Mantelung bricht und radioaktiv verseuchtes Wasser austritt. (afp)