Mogadischu machte ihn legendär

Im Alter von 88 Jahren ist der GSG-9-Gründungskommandeur Ulrich Wegener gestorben

Er galt als „Held von Mogadischu“. Mit der Erstürmung der von einem palästinensischen Kommando gekaperten Lufthansamaschine „Landshut“ im Oktober 1977 sicherte sich Ulrich Wegener einen Platz in den Geschichtsbüchern. Jetzt ist der erste Kommandeur der Antiterroreinheit GSG 9 gestorben.

Wegener, im Jahr 1929 im brandenburgischen Jüterbog geboren, stammte aus einer nationalkonservativen, preußisch-militärisch geprägten Familie. Sein Vater, den er zeitlebens als sein großes Vorbild bezeichnete, war Offizier in der Reichswehr, dann der Wehrmacht. Er selbst verlebte von 1939 bis 1945 seine Schülerzeit in der Hitler-Jugend.

Als Student in der DDR wegen vermeintlich „gesellschaftsfeindlicher Tätigkeit“ zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, floh Wegener im Jahr 1952 unmittelbar nach seiner Haftentlassung nach Westberlin und kam schließlich nach Baden-Württemberg. Dort ging er zunächst zur Bereit­schaftspolizei, wechselte dann zum Bundesgrenzschutz, der für ihn „eine Gegenorganisation gegen das kommunistische System war“, wie Wegener einmal in einem Interview formuliert hat.

Als die Bundesregierung nach der missglückten Geiselbe­frei­ung 1972 bei den Olympischen Spielen von München die GSG 9 als Spezialeinheit der Bundespolizei gründete, wurde Wegener ihr Gründungskommandeur. Bis 1979 führte er die Antiterroreinheit an. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1989 reiste er als Sicherheitsberater um die Welt. Wie erst jetzt bekannt geworden ist, starb Wegener bereits am 28. Dezember. Er wurde 88 Jahre alt.