die drei fragezeichen

„Frau Merkel steht jederzeit zur Verfügung“

Foto: privat

Franz-Robert Liskow, 31, ist Chef des CDU-Kreisverbands Vorpommern-Greifswald, wo auch Merkels Wahlkreis liegt.

1 taz am wochenende: Herr Liskow, Angela Merkel will für die CDU nicht mehr wahlkämpfen. Wie sehr be­dauern Sie das? Immerhin stehen bei Ihnen in Mecklenburg-Vorpommern Ende Mai Kommunalwahlen an.

Franz-Robert Liskow: Natürlich ist es für uns ein Einschnitt, wenn auch kein überraschender. Frau Merkel hat immer gesagt, dass sie hauptsächlich in ihrer Funktion als Parteivorsitzende den Wahlkampf unterstützt. Insofern war für uns klar, dass es so kommt. Auch wenn wir natürlich wissen, dass sie uns als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete weiter unterstützen wird.

2 Das heißt, in ihrem Wahlkreis macht sie eine Ausnahme? Was ist geplant?

Ich gehe davon aus, dass sie vielleicht ein, zwei Termine mit uns als Abgeordneten machen wird. Bislang gibt es aber noch keine genauen Absprachen, auch größere Veranstaltungen sind nicht geplant. Letztere sind bei der Kommunalwahl ohnehin eher unüblich. Wir haben über 600 Kandidaten im Landkreis, da kämpft jeder für sich. Eher kann ich mir daher kleinere Formate mit Frau Merkel vorstellen. Wir wissen: Wenn wir Unterstützung brauchen, steht sie jederzeit zur Verfügung. Bei uns war sie immer ein Bonus.

3 2013 holte Merkel in ihrem Wahlkreis gut 56 Prozent der Erstwahlstimmen. JedeR NachfolgerIn dürfte es schwer haben …

Ein neuer Kandidat oder eine neue Kandidatin hat es natürlich schon deshalb schwerer, da er oder sie nicht so bekannt ist. Einen solchen Bekanntheitsgrad baut man sich nicht von einem Tag auf den anderen auf. Genauso sind wir uns darüber im Klaren, dass aus unserem Wahlkreis nicht immer der Kanzler oder die Kanzlerin kommen kann.

Interview: Daniel Godeck