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Widerstand gegen EU-HandelsvertragUnverantwortlicher Protest gegen das Mercosur-Abkommen

Kommentar von

Jost Maurin

Spätestens seit der US-Intervention in Venezuela ist klar: Die EU muss ihre Position auch durch den Handelsvertrag stärken. Die Einwände sind schwach.

Vor allem Brasilien als Verbündeten erhalten: Ursula von der Leyen und Brasiliens Präsident Lula da Silva im Juni 2023 Foto: Andre Borges/epa

M ittlerweile ist der Widerstand gegen das Handelsabkommen der EU mit vier Staaten der südamerikanischen Mercosur-Gruppe unverantwortlich. Spätestens seit US-Präsident Donald Trump in Venezuela besonders unverfroren das Völkerrecht gebrochen hat und erneut mit der Annexion Grönlands gedroht hat, ist klar: Die Europäische Union muss stärker werden, um sich im Zweifel auch in Konkurrenz zu den USA durchzusetzen. Dazu kann das Mercosur-Abkommen beitragen.

Wenn die EU ihren Handel mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay ausbaut, bindet sie diese Staaten enger an sich. Das könnte Abhängigkeiten der Europäer von China und den Vereinigten Staaten reduzieren. Die EU muss sich vor allem Brasilien als Verbündeten auf der Weltbühne erhalten. Würden die Europäer das Abkommen nach mehr als 25 Jahren Verhandlung nun scheitern lassen, wäre das ein Affront gegen die südamerikanischen Partner.

Nicht zuletzt braucht die EU den Vertrag auch, um sich wirtschaftlich zu behaupten. Die deutsche Wirtschaft zum Beispiel stagniert seit Jahren, die Arbeitslosigkeit nimmt zu. Trumps willkürliche Zölle haben gezeigt, wie verwundbar die vom Export abhängige Industrie ist. Da kann es sich die EU nicht leisten, auf ein Abkommen zu verzichten, das wegen des Abbaus von Zöllen für die Industrie ihr Bruttoinlandsprodukt Modellrechnungen zufolge steigern würde.

Am lautesten protestieren einige Bauern gegen das Abkommen. Tatsächlich schadet es der Landwirtschaft der EU kaum. In wenigen Bereichen wie Geflügelfleisch würde es die Erzeugung lediglich minimal senken, wie Wissenschaftler kalkuliert haben. Das ist ein sehr kleiner Preis im Vergleich zum politischen und gesamtwirtschaftlichen Nutzen.

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Kaum Gefahr für den Regenwald

Es stimmt, dass die EU wegen des Mercosur-Abkommens mehr Pestizide exportieren könnte, die hierzulande wegen Gesundheitsrisiken untersagt sind. Aber dieses Problem sollten die Europäer besser durch ein Verbot solcher Ausfuhren lösen, statt das große Ganze aus den Augen zu verlieren.

Falsch ist, dass das Abkommen nur Konzernen nützen würde. Die Mehrheit der deutschen Exporteure sind kleine Unternehmen. Und auch die Auswirkungen auf den brasilianischen Regenwald oder Indigene werden gering sein, da die Mercosur-Staaten ihre Produktion von Rindfleisch und Ölsaaten wie Soja infolge des Vertrags ebenfalls nur in sehr überschaubarem Ausmaß erhöhen werden.

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Redakteur für Wirtschaft und Umwelt
Jahrgang 1974. Er schreibt vor allem zu Ernährungsfragen – etwa über Agrarpolitik, Gentechnik und die Lebensmittelindustrie. Journalistenpreis "Faire Milch" 2024 des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter. 2018, 2017 und 2014 gewann er den Preis "Grüne Reportage" des Verbands Deutscher Agrarjournalisten. 2015 "Bester Zweiter" beim Deutschen Journalistenpreis. 2025 nominiert für den Deutschen Journalistenpreis, 2022 nominiert für den Deutschen Reporter:innen-Preis (Essay "Mein Krieg mit der Waffe"), 2013 für den "Langen Atem". Bevor er zur taz kam, war er Redakteur bei der Nachrichtenagentur Reuters und Volontär bei der Süddeutschen Zeitung.
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25 Kommentare

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  • Das Mercosur-Abkommen ist ein weiterer Pflock, der eingeschlagen wird, um die die kapitalistische Weltordnung unverbrüchlich abzusichern. Freihandel ist ein Freibrief für Investoren und Spekulanten, die sich so weitere Räume für legale, halblegale und illegale Abenteurer eröffnen können. Für die einzelnen Staaten, ihren Gesellschaften und ihren Teilen, wie lokale Gemeinden, Indigene usw. wird es damit noch schwerer eigene Wege zu gehen und mit alternativen Wirtschafts- und Lebensformen zu experimentieren. Überall drückt der Markt, erhalten ökonomischen Interessen Vorrang und übernehmen die Investoren die Kontrolle. Wer auch nur ein bisschen an demokratische Mitbestimmung glaubt, kann solche Freihandelsabkommen nicht akzeptieren. Zustimmung von grünen oder linken Parteien kommt einer Selbstaufgabe gleich. Daran ändert sich nichts dadurch, wenn manche Nationalisten Freihandelsabkommen ablehnen. Schon morgen kann der Freihandel Einfallstor für ihre Großmachtpläne sein.

  • Europa, Deutschland braucht neue Handelspartner, punkt. China erpresst uns mit seltenen Erden, Trump erschlägt uns mit Zöllen. Mercosur eröffnet Europa und Deutschland neue Möglichkeiten, das EU-Mercosur-Abkommen enthält mehrere Schutzklauseln für die europäische Landwirtschaft.

    Für sensible Produkte wie Rindfleisch (99.000 Tonnen jährlich bei reduziertem Zoll), Geflügel, Zucker und Ethanol gibt es feste, begrenzte Kontingente. Diese decken nur einen kleinen Teil der EU-Produktion ab (z. B. weniger als 2% beim Rindfleisch) und verhindern eine Marktflut.

    Es kann nicht sein, dass die Bauern alles blockieren, 2024 lag der Anteil der Landwirtschaft am deutschen BIP bei 0,83%, in Frankreich zwischen 1,49 bis 1,9%.

  • Zähneknirschend, denn CO2-mieses Rindfleisch bzw. Tierfutter gehört nicht verbilligt, sondern auf angemessen hohes Preisniveau.



    Gilt umgekehrt auch für Verbrennerautos etc.



    Transport soll seine Kosten stets auch zahlen.



    Auch noch mal prüfen, ob sich nicht Konzerne eine bevorzugte Rechtsposition damit erwirken könnten (ich kenne jetzt den letzten Stand nicht).

    Politisch hingegen eine Partnerschaft mit klarem Sinn. Gerade derzeit.

  • Dieser Artikel ist nach dem Motto: der Feind meines Feindes ist mein Freund ! Lasst doch die paar Landwirte jammern nur weil sie weniger verdienen, nur das große Ganze zählt. Nur lässt sich diese "Logik" dann auf alle Branchen, Gruppen übertragen. Ein, zwei Prozent weniger Lohn für alle wäre auch eine gute Sache für unseren Außenhandel, ein, zwei Prozent weniger Sozialkosten könnte auch unseren Exportmarkt stärken.



    Das man hier die eigene Landwirtschaft für den Export opfern möchte ist die eine Seite, wie passt das aber mit den Forderungen an die Deutsche Landwirtschaft zusammen nur noch strengstens Biologisch zu wirtschaften, gleichzeitig aber Werbung für Produkte macht die mit chemischen Mittel erzeugt werden die (selbst) bei uns seit Jahrzehnten verboten sind. Lassen wir dann in Zukunft auch Autos ohne Bremsen und Licht auf unseren Straßen zu wenn es der Wirtschaft hilft ??

  • Der die meisten Leserbriefe ignorieren zwei Knackpunkte: Erstens die eingebaute Lizenz für private Schiedsgerichte, in denen Privatfirmen ohne Berufungsinstanz gegen staatliches Handeln Milliardenklagen starten dürfen. Zweitens der neokoloniale Anspruch, von Europa aus den Regenwald überwachen zu wollen, während Südamerika durch den Vertrag keinerlei Handhabe bekommt, gegen Europas Klimasünden vorzugehen.

  • Ich finde dieses Abkommen, mit genannten Ländern, sehr fragwürdig. Lebensmittel die im eigenen Land hergestellt werden, über 1000 km zu importieren ist das nachhaltig.?Was hat uns EU in jüngster Zeit beschert, Pestizide ohne Ende und jetzt noch das Abkommen, habe mir im Fernsehen einen Bericht über Rinderhaltung in diesen Staaten angeschaut...Brandrodung inklusive. Ich kann keinen Sinn in den Verträgen sehen. Und von wem abhängig ist doch egal, abhängig ist abhängig. Das sieht man beim Gas. Und von Waren abhängig zu sein, die wir selber produzieren können, finde ich nur peinlich. Man sollte lieber Biolandwirtschaft voran treiben ,das wäre mal eine Maßnahme. Aber es geht ja ja nur noch um Macht und Kapital, nicht um Umwelt und die Menschen die darin leben. Ich bin gegen die Einmischung "der Mächte" überall auf der Welt. Man sollte sich um das eigene Land / Kontinent kümmern, da gibt es genug zu tun. Ich bin nicht generell gegen Handelsabkommen, aber grundsätzlich für weitestgehend autarke Lebensmittelversorgung, bei den Lebensmitteln die wir selber herstellen können, denn in diesen Krisenzeiten ist das meiner Meinung nach unabdingbar. Dipl. Agra Ing. ich weiß was geht .

    • @Ina ECKSTEIN:

      Das sehe ich ähnlich wie Ina.

  • Ich stimme dem Artikel komplett zu. Wenn man sich den Vertrag anschaut, dann ist er noch immer sehr vorteilhaft für die EU. Wir können froh sein, wir stark der zu unseren Gunsten verhandelt wurde. Und irgendwann ist auch mal Schluss, dass hier jeder Landesfürst seine Pfründe sichern will. Wir leben in einer Gemeinschaft und sind Kompromisse an der Tagesordnung. Und ja die EU muss sich behaupten. Nächster Schritt: Vereinigte Staaten von Europa 🇪🇺🇪🇺🇪🇺. Europäische Verfassung. Europäische Armee. USE Präsident. USE Steuern und eigener Haushalt. Vollwertiges EU Parlament. Außen und Sicherheitspolitik wird alleinige USE-Aufgabe.

    • @Pransito87:

      "Vereinigte Staaten von Europa"

      Solange die EU ein Dinosaurier ist, der die Bürokratie zum Ideal hat, lehne ich das ab. Die ersten Ziele müssen lauten:







      Einfacher und schneller. Kein Vetorecht mehr. Kurze Verfahren. Eine Kommunikationssprache (Englisch). Vereinheitlichungen. u.ä..







      Dann können schrittweise Bereiche zentralisiert werden, z.B. gemeinsame Armee.

  • Mir scheint der Kommentar stark von Illusionen geprägt.

    "Wenn die EU ihren Handel mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay ausbaut, bindet sie diese Staaten enger an sich."

    Diese "Bindung" wird nicht sehr groß sein. Schon allein weil Milei mit an Bord ist. Dieser hat Argentinien so von den USA abhängig gemacht, dass er praktisch Trumps Handpuppe ist.



    Und natürlich wird auch Brasilien weiter eine eigenständige Politik machen und sich an niemanden binden.

    "Die deutsche Wirtschaft zum Beispiel stagniert seit Jahren, die Arbeitslosigkeit nimmt zu. Trumps willkürliche Zölle haben gezeigt, wie verwundbar die vom Export abhängige Industrie ist."

    Da liegt eigentlich das Kernproblem. Die vom Export abhängige deutsche Wirtschaft. Statt diese Abhängigkeit zu reduzieren, will man das Modell irgendwie am Leben erhalten. Auch mit Mercosur wird das langfristig nicht funktionieren. Die Welt wird sich weiter verändern. Dagegen hilft dann auch ein aus der Zeit gefallenes Abkommen nicht.

    " Die Mehrheit der deutschen Exporteure sind kleine Unternehmen."

    Kleine Unternehmen exportieren kaum. Wir reden schon von Firmen mit deutlich über 100 Mitarbeitern.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Kleine Ergänzung.



      Man will das Abkommen wohl jetzt gegen Frankreich durchdrücken. Denkt jemand an die Folgen für die EU? Nächstes Jahr sind dort Wahlen, die extrem wichtig für die EU sind...

  • "Nicht zuletzt braucht die EU den Vertrag auch, um sich wirtschaftlich zu behaupten. "



    Ja, das ist sicherlich richtig.



    Fragt sich nur wie sich dieses 'Behaupten' des Militärmolochs 'EU-NATO' global ausprägen wird.



    Die militärischen Gesamtausgaben aller NATO-Staaten und ihrer 'allies' werden sich sukzessive der Summe von 3.000Mrd. annähern.



    Ein ultimativer Alptraum für den Rest des Globus.



    Venezuela war vermutlich nur ein erster kleiner Aufschlag einer Phase verschärfter kolonialer Realisationen. GB ist sichtlich mit an Bord, EU hat gerade mal ein kleines 'Du Du Du' herausgebracht (= heimliches Einverständnis),



    Mal schaun, wie sich das Mercosur Ding dann da einordnen wird.



    Die Leinwand das Dramas ist ja mittlerweile die in hybride Kriege übergeschwappte Blockkonkurrenz der 2 bis 3 kapitalistischen internationalen Konkurrenzen.



    Europa ist und bleibt dabei abseits der Sonntagsreden ein Kontinent von Krieg, Destruktion und Ausbeutung.



    Oder glaubt jemand ernsthaft, dass die real existierende v.d.Leyen/Meloni-EU in irgendeiner Weise die Welt besser zu machen gewillt ist?



    Zeit die Illusionen abzulegen und einen klaren Blick auf die leider sehr traurigen Realitäten zu suchen.

    • @Anne in Pink:

      Der erste, auch nicht sonderlich kleine "Aufschlag einer Phase verschärfter kolonialer Realisationen" ist doch wohl ganz klar Russlands imperialistischer Unterwerfungskrieg gegen die Ukraine. Das macht die aktuelle Agenda der Trump-Regierung zwar nicht besser, sollte hier jedoch nicht unerwähnt bleiben.

    • @Anne in Pink:

      Wo bitte war die NATO oder die EU an Venezuela beteiligt? Wo ist Europa aktuell an "Krieg, Destruktion und Ausbeutung" beteilgt? Und wo drohen aktuell NATO-Intervention, die für den Rest des Globus einen "ultimativen Alptraum"?



      Vielleicht sollten Sie mit dem geforderten "klaren Blick auf die Realitäten" zunächst mal bei sich selbst anfangen.

  • Nervosität führt zu mehr transatlantischen Handel



    Also mehr Umweltzerstörung



    Und das alles um ein Zeichen gegen Trump zu setzen?

  • Hat jemand mal das komplette Vertragswerk gelesen und auch verstanden? Bisher waren diese sog. Handelsverträge ja vor allem dafür, privaten Unternehmen völlige Freiheit zu geben und Schutz vor jeglicher Regulierung. Und auch dieses Abkommen, wiederholt noch einmal viele Bestimmungen die sich eigentlich als Fehler herausgestellt haben, wie das Verbot von Kopierschutz-System zu umgehen, welches in Deutschland dazu geführt hat, dass man nicht mehr auf einen YouTube-Downloader verlinken darf. Ich glaube nicht, dass dies ein Vertrag auf Augenhöhe ist. Und es sind nicht nur Landwirte, sondern auch Gewerkschafter und Umweltschützer die diese Verträge kritisieren. Und selbst wenn sie aktuell keinen Schaden anrichten, geht es ja auch um die zukünftige Entwicklung und was passiert, wenn ein Staat mehr Umweltschutz und mehr Arbeiterrechte gegen EU-Unternehmen durchsetzen möchte.

  • Danke wenigstens mal ein vernünftiger Kommentar in der taz zum Mercosur Abkommen. Ansonsten fragt man sich in welchem Traumschloss und Elfenbeinturm Grossteile der taz Redaktion (und der deutschen und europäischen ökologischen Linken) leben.

  • "Und auch die Auswirkungen auf den brasilianischen Regenwald oder Indigene werden gering sein, da die Mercosur-Staaten ihre Produktion von Rindfleisch und Ölsaaten wie Soja infolge des Vertrags ebenfalls nur in sehr überschaubarem Ausmaß erhöhen werden." Wer glaubt denn so etwas?



    Der Handel wird vereinfacht. Das bedutete schon immer mehr Handelsmengen. Damit wird noch mehr Regenwald gerodet für Soja und Weideland. Aber auch Bodenschätze werden mit Unterdrückung der indigenen auch gerade ohne Lieferkettengesetz ausgebeutet, das im besonderen für die Kleinbetriebe aufgehoben wurde. Und alles nur damit wir im aktuellen globalem Wirtschaftskrieg bestehen können, damit wir ein paar Jahre später bei immer häufigeren Katastrophen dann trotz lukrativen Handelsabkommen ins Gras oder in Europa ins Eis beissen. Die nordamerikanischen Indigenen hatten uns schon vor "Jahrhunderten" davor gewarnt.



    Also bitte nicht schönreden, nur weil es so aussieht als würde Europa zwischen den Wirtschaftsmächten zerrieben.

    • @RosaProsa:

      Meinungsvielfalt statt widerspruchslose Einheitsmeinung...

  • Welche Auswirkungen auf Umwelt und Klima hat es, täglich multitonnenweise Waren und Tiere über die Meere zu befördern, die es in der Zielregion zur Genüge schon gibt oder wo nur eine hineingedichteter Bedarf besteht?

  • Eigentlich haben wir jetzt das bekommen, was gerade linke Gruppen immer gefordert haben: Ein Vertragswerk für beide Seiten auf Augenhöhe. Das heißt aber eben auch, die Zeiten, wo die Europäer anderen Staaten ihre Vorstellungen von Umwelt-, Sozial- und Menschenrechten quasi verpflichtend in Verträgen hätten vorschreiben können, sind vorbei. Bleibt zu hoffen, dass wir in der entstandenen neuen Weltgemengelage wenigstens noch hierzulande die erworbenen Standards einigermaßen halten können. Sicher ist auch das keineswegs.

    • @vieldenker:

      Schön wär’s – aber in der Praxis sieht es düster aus. Wenn Verträge wirklich auf ‚Augenhöhe‘ abgeschlossen werden, verlieren wir den Hebel, um unsere Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards außenpolitisch durchzusetzen. Gleichzeitig stehen wir hierzulande unter enormem wirtschaftlichem Druck: Wettbewerbsfähigkeit, Energiepreise, Globalisierung. Das bedeutet, dass Unternehmen zunehmend an internationalen Normen ausgerichtet arbeiten, statt an unseren eigenen strikten Regeln – und der Gesetzgeber wird sich schwer tun, Schritt zu halten. Die ‚erworbenen Standards‘ könnten also schneller bröckeln, als man ‚Vertragswerk auf Augenhöhe‘ sagen kann