piwik no script img

Nach Blackout in Berlin„Vulkangruppe“ bedauert Zeitpunkt des Anschlags

Die „Vulkangruppe“, die sich zum Anschlag aufs Berliner Stromnetz bekannte, äußert sich erneut – und amüsiert sich über das Tennis-Debakel von Kai Wegner.

Polizeikräfte stehen an der Brandstelle der Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Lichterfelde in Berlin Foto: Michael Kappeler/dpa

Nach dem Brandanschlag auf eine Stromkabelbrücke im Berliner Ortsteil Lichterfelde meldet sich die „Vulkangruppe“, die sich zu der Tat bekannte, nochmals zu Wort – diesmal mit einem „Offenen Brief“ an die vom Stromausfall Betroffenen und an die linke Bewegung. Der Anschlag wird darin erneut verteidigt. Selbstkritisch aber wird eingeräumt: „Mit dem heutigen Wissen um die Auswirkungen für Teile der Bevölkerung, hätten wir diese Aktion in eine warme Jahreszeit verlegt.“

Das Schreiben lässt sich nicht final überprüfen, wirkt aber authentisch. Es wurde auf einer einschlägigen Internetseite veröffentlicht, auf der auch Bekennerschreiben zu früheren „Vulkangruppen“-Aktionen und weiteren Sabotageaktionen auftauchten. Auch korrespondiert der Duktus mit vorherigen Schreiben und der Text offenbart noch einmal mutmaßliches Täterwissen, wie die Kabel entzündet wurden.

In der Nacht zu Samstag hatten Unbekannte in Berlin eine Kabelbrücke vor dem Gaskraftwerk Berlin-Lichterfelde in Brand gesetzt. Das führte zu einem tagelangen, großflächigen Stromausfall, der Zehntausende Haushalte betraf und bis Mittwoch andauerte. Schulen und Supermärkte blieben geschlossen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen mussten mit Notstromaggregaten versorgt werden.

„Die Tragweite war weder beabsichtigt noch einkalkuliert“

„Die Aktion war kein geplanter Angriff auf die Stromversorgung Berlins“, wird in dem aktuellen Schreiben der „Vulkangruppe“ beteuert. Ziel sei es gewesen, das „fossile Gaskraftwerk auszuschalten, weil es nicht mehr verantwortbar ist, weiter die Erde zu zerstören“. Die Folgen der Aktion seien nicht absehbar gewesen. „Die Tragweite der Auswirkung auf ungefähr 40.000 private Haushalte war von uns weder beabsichtigt noch einkalkuliert.“ Man sei davon ausgegangen, dass ein Stromausfall nur einige Stunden dauern würde.

Die Au­to­r*in­nen betonen, sie hätten bewusst Fernwärmerohre nicht angegriffen, „weil es uns nicht darum ging, der Bevölkerung Unannehmlichkeiten und Härten während des Frosts zu bereiten“. Die Gruppe will auch jede Gefährdung von Menschenleben ausgeschlossen haben. „Wir hätten diese Aktion nicht durchgeführt, wenn wir dessen nicht sicher gewesen wären.“

Weiter heißt es: „Die pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige lassen uns nicht kalt.“ Dass diese und andere Menschen es „schwer hatten“, daraus „können und sollten wir, andere Vulkangruppen und andere militante Gruppen, Schlüsse ziehen“. Die Gruppe begrüßt, wie sich die Betroffenen des Stromausfalls vielfach selbstorganisiert hätten. Davor habe man „großen Respekt“. Hier sollten sich auch linke Gruppen bei künftigen Krisenfällen, ob durch Sabotage oder nicht, einbringen.

Den Anschlag an sich aber verteidigt die Gruppe. Und sie erklärt: „Den toten Villenvierteln allerdings weinen wir keine Träne hinterher.“ Dass Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zuletzt von Linksterrorismus sprachen und inzwischen die Bundesanwaltschaft zu diesem Vorwurf ermittelt, weist die Gruppe brüsk zurück.

Die Bekennerschreiben der „Vulkangruppe“

In einem Schreiben einer „Vulkangruppe“ hatten sich die Ab­sen­de­r:in­nen erstmals am 4. Januar 2026 zu dem Brandanschlag auf das Stromnetz in Berlin bekannt. Am 6. Januar wurde ein weiteres Schreiben einer „Vulkangruppe“ veröffentlicht. In einer sogenannten Richtigstellung, reklamierten sie den Angriff noch einmal für sich, nachdem spekuliert wurde, ob der Angriff nicht eine Sabotage-Aktion Russlands war. In einem dritten, am 7. Januar publizierten Schreiben behaupteten mutmaßlich andere Au­to­r:in­nen, sie seien die ursprüngliche „Vulkangruppe“ und hätten mit den Anschlägen der letzten Jahre nichts zu tun. In einem vierten Schreiben einer „Vulkangruppe“, bedauert diese, dass neben dem Gaskraftwerk auch private Haushalte betroffen waren, da dies nicht beabsichtigt gewesen sei. Mit dem heutigen Wissen um die Auswirkungen, hätte die Gruppe den Angriff in eine warme Jahreszeit verlegt, heißt es dort.

Terrorvorwurf wird zurückgewiesen

„Wenn man von der heraufziehenden Klimakatastrophe nichts wissen will, dann zeigt man mit den Fingern auf andere und schreit Terrorismus“, heißt es im Schreiben. Die „Terrorismuskeule“ sei „der hilflose Versuch, sich der Auseinandersetzung um Widerstand gegen die Zerstörung der Erde zu entziehen“. Um mit dem Vorwurf des Terrors zu überzeugen, würden nun Betroffene „aus den Altenheimen und Se­nio­r*in­nen­re­si­den­zen hervorgeholt“. Das sei „pure Heuchelei“.

Wie in einer vorherigen, kurzen zweiten Stellungnahme nach dem Anschlag weist die Gruppe auch nochmal zurück, dass der Anschlag eine „False Flag Aktion“ und eigentlich russische Sabotage gewesen sein könnte. Man lasse sich auch nicht steuern durch Geheimdienste: „In Russland und China würden wir Menschenmögliches tun, was den Diktaturen schadet und den Menschen hilft. Sabotage wäre naheliegend.“

Auch eine Distanzierung einer vermeintlichen Ursprungsgruppe der „Vulkangruppe“, deren erstes Bekennerschreiben 2011 nach einem Brandanschlag am Berliner Bahnhof Ostkreuz auftauchte, wird abgetan. Dieser Text komme „nie und nimmer von einer Vulkangruppe“, schreiben die jetzigen Autor*innen. Er sei „ein Fake“, weil viel zu „flach“, inhaltlich unausgegoren und ohne „Autorisierung“ und Belege, dass er wirklich von einer „Vulkangruppe“ stamme.

Entweder komme der Text von einem „Troll“, einer Einzelperson oder von einem Geheimdienst oder „Faschisten“, die Verwirrung und Spaltung stiften wollten, mutmaßen die Autor*innen. Betont wird aber, dass es mehrere Zellen gebe, die als „Vulkangruppe“ unterwegs seien. Man selbst könne nur Verantwortung für den aktuellen Anschlag in Lichterfelde übernehmen.

Bisher keine Tatverdächtigen ermittelt

Sicherheitsbehörden hatte das erste Bekennerschreiben der „Vulkangruppe“ als authentisch erachtet und den Anschlag den Linksmilitanten zugeschrieben. Tatverdächtige konnten dazu bisher nicht ermittelt werden – auch bei allen bisherigen Taten der „Vulkangruppen“ seit 2011 war dies nicht gelungen. Er­mitt­le­r*in­nen werten aktuell Spuren vom Tatort, Zeu­g*in­nen­hin­wei­se und Bilder von Überwachungskameras aus, um diesmal Verantwortliche zu finden. Die „Vulkangruppe“ gibt sich in ihrer aktuellen Erklärung unbesorgt: „Wir sind entspannt.“

In der Berliner Landespolitik wird derweil weiter über das Krisenmanagement von Regierungschef Wegner diskutiert – der am ersten Tag des Anschlags Tennis spielen war, statt sich voll der Krisenbewältigung zu widmen, wie ihm Kri­ti­ke­r*in­nen vorwerfen. Die „Vulkangruppe“ äußert sich auch dazu – und das belustigt: Diese Entwicklung sei „ein amüsantes Detail“ des ganzen Geschehens.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

43 Kommentare

 / 
  • Liebe Taz und zahlreiche Kommentator*innen..



    Es bleibt doch dabei: Egal wer sich hier wie auch immer „bekennt“.. solange niemand klar identifiziert worden ist und alle Erkenntnisse sich allein (!) auf vermeintliche „Bekennerschreiben“ stützen, bleibt die wahre Identität der Täter reine Spekulation !



    Hingegen keine Spekulation ist die seriöse und in der Kriminalistik gestellte Grundfrage: wem nützt die Annahme, dies sei ein „linksextremer“ bzw „linksterroristischer“ Anschlag gewesen !



    Fakt ist: am allerwenigsten denjenigen für die die vermeintlich Verantwortlichen vorgeben es in deren Sinne getan zu haben: Ziele wie Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit.. eine „progressiv-linke“, oft als „woke“ diffamierte Grundhaltung könnte man kaum besser und noch tiefer in Verruf bringen als durch eben so eine Aktion.



    Einen Linksextremismus heraufzubeschwören ist leider sowohl im Interesse Rechtskonservativer, um sich als wahre Mitte der Gesellschaft zu positionieren (“Hufeisentheorie”), als auch Rechtsextremer, die damit den “gesellschaftlichen Frieden” weiter erodieren, was sich nachweislich auch mit russischer Motivation deckt.



    Please 🙏 think twice

  • ich tippe auf Kiew

  • Wieso bieten Sie der "Vulkangruppe" hier so viel Raum? Sarkastischerweise formuliert, müssen wir offenbar nicht bangen, dass da eine neue RAF entsteht? Sondern man lässt uns am Leben, auch wenn wir in einer VIlla leben?

  • Also, für mich ist das ganz klar Terrorismus - und die Betroffenen frierten, darunter Kinder und alte Menschen (die besonders schnell unterkühlen).



    "Das hääte man nicht gewusst" ... HÄ?! Wie wenig Hirn muss man haben, um nicht die Konsoquenzen einer solchen Handlung mitten im Winter vorher zu erkennen?



    Das sie eigentlich die Gasleitungen treffen wollten macht die Sache (Idee) auch nicht besser!

    Die Linke Struktur in Leipzig-Connewitz ist ja nicht neu und vielerorts hatte man denen sogar zugestimmt, weil sie den Finger in die soziale Wunde legten und auf Missstände hinwiesen. Aber diese Untergruppe ist über das Ziel hinausgeschossen.

    Ich bin dafür, dass die verantwortliche Gruppe für die Betroffenen Menschen einen Sozialen Dienst erfüllen müssen: bei Minus 5° und im Schnee warme Suppe verteilen (z.B.) ... vielleicht vergeht denen dann solche Unternehmungen.

  • Wann sind wir eigentlich in den Realitätszweig des Klamauk abgebogen?

    Vielleicht sollten alle weitere Einlassungen von vermeintlichen Vulkangruppenmitgliedern nicht mehr durch Medien oder Platformen gejagt werden. Mir scheint das entwickelt sich grade zum Volkssport.

  • Auch nicht die Hellsten, die Vulkangruppe.



    So bringt man Menschen gegen sich auf.



    Total sinnfrei und gefährlich solche Aktionen.

  • Terroristen bedauern den eigenen Terroranschlag. Augen auf bei der Berufswahl…..

  • "...sie hätten bewusst Fernwärmerohre nicht angegriffen...". Als ob Fernwärmeheizungen bei Stromausfall weiter funktionieren würden. Auch da gibt es in den Häusern eine Steuerungsanlage, die, man glaubt es kaum, mit Strom funktioniert. Wie doof sind die eigentlich? Intellektuell auf dem Niveau von Donnie oder dumpfen AFDlern. Maßnahmen verlangen (...fossile Kraftwerke abschalten, jetzt!) ohne einen Hauch von technischem Sachverstand. Die Welt wird einfach in schwarz/weiß eingeteilt, Forderungen auf Kleinkind-Niveau gestellt ("..ich will das jetzt haben, rabäääähhh") . Völlig überfordert mit unserer heutigen komplexen Welt. Fast schon witzig, wenn's nicht so traurig wär.

    • @AndreasM:

      Zeigt halt das es im Linken Spektrum auch dumme Leute gibt und nicht nur kluge

  • Lieber user nutzer,

    das ist doch bereits gestern geschehen und ist auch noch kommentierbar:

    taz.de/ICE-Gewalt-...innesota/!6143789/

    liebe Grüße und schon einmal ein angenehmes Wochenende

    • @Waagschale:

      ja, da stimme ich ihnen zu, Berichte über das shooting gibt es. Ich meine aber die politischen Reaktionen darauf, die Reaktionen z.B. von Tim Walz Governor von Minnesota, der heute die Nationalgarde von Minnesota in Bereitschaft gesetzt hat, um sie zur Not gegen ICE einzusetzen. Ähnliches hat auch ein weiterer Governor angekündigt. Ebenso die Reaktion einiger Republikaner, Trump solle diese Ankündigung als Aufstand werten... Dies sind Entwicklungen, die hierzulande noch nicht bewertet wurden und aus der Sicht als Nachrichtenkonsument diesseits des Ozeans sind diese Entwicklungen nicht wirklich einzuordnen, aber es scheint, als ob die Demokraten einen anderen Ton anschlagen.

  • Es gibt die Floskel "Schwall im All". Als mehr sind die Äußerungen dieser - leider unbekannten - Autorengruppe nicht zu werten. Rhetorisch betrachtet auf sehr hohem Niveau, gesellschaftlich und menschlich bewertet jedoch auf dem Level eines Kleinkindes. Wer einen solch gezielten Anschlag verübt, dem ist die Tragweite sehr wohl bewusst.

    Allen etablierten Medien würde es zudem gut zu Gesicht stehen, wenn sie nicht zum Sprachrohr dieser vermeintlich terroristischen Gruppierung verkommen. Schon alleine der Tatsache wegen, da die Urheberschaft so unbekannt ist wie die Inhaltsstoffe eines Jägermeisters. Jede x-beliebige Person kann unter indymedia einen Artikel veröffentlichen und ihn mit "Lavadome" signieren.

    • @Mopsfidel:

      Natürlich können Täter die solch einen Terroranschlag machen dumm sein und die Tragweite nicht erkennen! Man kann nicht davon ausgehen das die Menschen alle alles wissen was passiert wenn sie handeln

  • Klingst als wären das ziemlich geistige Tiefflieger, wenn man nicht damit gerechnet hat, dass bei Minusgraden die Stromversorgung zu kappen zu so etwas führen kann.



    Wenn man sich dann nicht über das Tennisspiel des Bürgermeisters lustig macht, dann scheint man das ganze eher lustig zu sehen und dann braucht man eine Reue nicht anzunehmen.

  • Da haben sich die "Vulkanier" gehörig verkalkuliert und tatsächlich Gesundheit und Leben von Menschen gefährdet, können es aber nicht eingestehen. Und setzen deshalb noch einen drauf. Nein,ihr Idioten, ihr habt den Anschlag gemacht, ohne umfassendes Wissen über die tatsächlichen Gegebenheiten zu haben! Die Debatte/Streit zwischen militanten contra friedfertigen Widerstand ist uralt und nicht so ganz einfach und pauschal zu beantworten. Doch wer Sabotage an kritischer Infrastruktur begeht, sollte schon über die Auswirkungen genau Bescheid wissen und im Zweifelsfall lieber Abstand nehmen. Es hätte auch mindestens einen Toten geben können - der Beatmungspatient - was wäre dann gewesen? "Oh, hoppla, tut uns leid. Aber nicht wir, sondern das System ist schuld! Und was ist schon ein bißchen Kollateralschaden, wenn's dem guten Zweck dient?"



    Denkt doch mal weiter als nur von zwölf bis Mittags!

  • Auf Indymedia tauchen derzeit immer wieder Schreiben von Vulkaniern auf. Einschließlich eines, wo behauptet wird, man habe Geld dafür erhalten. Es scheint viele Trittbrettfahrer und wichtigtuer zu geben.

    Im Moment wird Indymedia gerade angegriffen/ zugespammt.

  • Oh, na dann ist ja alles gut, Schwamm drüber, war ja nicht so gemeint - Nicht!



    Die primäre Strategie, dass andere die Schuld am Scheitern der eigenen Vorgehensweise haben, funktioniert hier natürlich nicht.



    Also sekundäre Strategie mit "war nicht so gemeint, konnte ja keiner ahnen etc."



    Die Empathie des Schreibens kaufe ich denen nicht ab, reiner Begrenzungsversuch des Shitstorms. Zumal die ja auch selbst schreiben, dass leidende Menschen ok sind, wenn es "die Richtigen" trifft.

  • Liebe Taz, könntet Ihr einmal über die Proteste und politischen Reaktionen in den USA gegen das ICE shooting von Renee Good berichten? Tim Walz und andere Governers beziehen eindeutig Stellung und es scheint, dass ein Punkt erreicht sein könnte, wo sich wirklich Widerstand formiert. Dies findet sich bis jetzt noch in keiner deutschen Medienberichterstattung wieder.



    Tut mir leid diese Kommentarspalte zu kapern...

    • @nutzer:

      Guter Gedanke. Doch für eine runde und fehlerfreie Recherche gehört auch, nicht abzuschreiben, sondern sich erstmal selbst zu orientieren.



      Um einen unabhängigen journalistischen Bericht abzuliefern gehört es mehr.



      Ich denke, die taz wird dem schon auf den Fersen sein ...



      Aber man kann ja mal nachfragen.

  • Wow. Die Kaltschnäuzigkeit ist beeindruckend. Man habe beachtet, dass niemand zu schaden kommt. Klar, sehen 40.000 Haushalte ohne Heizung und Strom bestimmt auch ganz locker.

    Schön wäre auch ein kritisches Wort vom Redakteur, dem das Leid der Menschen scheinbar auch egal ist

    • @Kriebs:

      Ja.

  • Na, wenn das so ist: Habt ihr fein gemacht. Ich wünsche Euch trotzdem in den Knast und gehe jetzt zum Sport.

  • Was für ein Dienst an der linken Bewegung. Menschen, die eh schon nichts haben im Winter in die Kälte bomben, wirklich die dümmste Idee der Geschichte. Kann mir auch beim besten Willen nicht erklären, wie man mit einer derart beschwerten Idee die Menschen hinter sich versammeln will.

  • Wer auch immer das alles geschrieben oder verursacht hat, es zeigt sich, wie bescheuert und wichtigtuerisch dieser Anschlag auf die Stromversorgung war und im Grunde genommen eigentlich unpolitisch, wenn es nicht den Rechten und einer Springer Journallie wieder einmal zur Hetze gegen alles angeblich 'Linke' ermöglicht hätte. Zumal hier auch -anders noch als bei den genauso sinnlosen- 'Straßenklebern' als angebliche Klimaschützer- noch nicht einmal von irgendeiner Seite überhaupt ein Verständnis für solche Taten erwartet werden kann. Oder waren es doch eher rechte Kreise ? Ich möchte keine komischen Verschwörungstheorien befeuern, aber Springer & Co hat es genug Futter ermöglicht.

    • @Dietmar Rauter:

      Mit dieser Aktion hat die "Linke" selbst geschadet! Dafür braucht es die Springerpresse nicht mal!

  • "Mit dem heutigen Wissen um die Auswirkungen für Teile der Bevölkerung, hätten wir diese Aktion in eine warme Jahreszeit verlegt." Ja, klar, dass Heizungen ohne Strom nicht funktionieren kann man kaum von vornherein wissen. "Die Folgen der Aktion seien nicht absehbar gewesen." Verständlich, an Mittel und Hochspannungsleitungen hängt gewöhnlich ja auch nur ein halber Straßenzug und das Gaskraftwerk hat Strom zum Spaß erzeugt. Sind die wirklich so doof? Unfassbar.

  • Das Ziel gegen die Zerstörung der Erde vorzugehen ist absolut korrekt.

    Mit der Aktion haben sie ihre Attention gekriegt, aber leider nur negativ. Dem Klima ist mit solchen Aktionen ähnlich wie dem unsinnigen Klimakleben kein bisschen gedient.

    Unintelligent. Kinderkacke.

    Vielleicht wäre es sinnvoll sich mal mit guten Marketingagenturen zu unterhalten.

    Die werden sagen, Aufmerksamkeit ist der erste Schritt, doch das Ziel ist Profit.

    Der Profit wäre hier die globale CO2-Produktion zu drosseln.

    Beispiel: 2025 waren allein auf dem chinesischen Festland 1195 Kohlekraftwerke in Betrieb. Dreckschleudern ohne Ende. 100 weitere befinden sich aktuell im Bau.

    Deutschland hat 97 Kohlekraftwerke im Betrieb, die in den nächsten 15 Jahren abgeschaltet werden sollen.

    Atomkraftwerke keine mehr.

    Deutschlands Strom ist so teuer, dass energieintensive Unternehmen das Land verlassen und woanders arbeiten. Mit vermutliche dreckigerer Energie.

    Was wollen diese Leute? Rabbatz oder sinnvolle Arbeit? Z. B. mehr Photovoltaik auf Industriedächern?

    www.wiwo.de/techno...utzt/29087076.html

  • "Die Tragweite der Auswirkung auf ungefähr 40.000 private Haushalte war von uns weder beabsichtigt noch einkalkuliert.“

    Ja das glaube ich sofort. Aber genau darum geht es eben.

    Ich glaube den Sonntagspredigern und marktwirtschaftlich begeisterten Wohlfühlrednerinnen auch unbesehen, dass die Krise am Wohnungsmarkt eigentlich nicht so gegen die gemeint ist, die halt die Mietpreise nicht bezahlen können. Sicher will man auch nicht Bürgergeldempfangende wohnungslos machen. Folgen auf Sanktionen Wohnungsverlust. Sicher soll auch keine Rentnerin, kein Rentner von einer Hungerrente nicht leben können sollen.



    Aber...fürs Grosse und Ganze muss das eben sein. So wie ein Stromausfall, für den die Urheber hernach wie Regierungen auch keine Verantwortung übernehmen.

    Soweit also wie bekannt und nichts Neues. Nur das ich mir derartige Belehrungen und Zumuten nun auch von Leuten anhören muss, die sich für links, für Revolution, Widerstand halten und mir dabei noch erzählen wollen was ich schon weiss: Klar spielen die Herrschenden Tennis, während in ihrem Auftrag 3-Fache Mütter in ihrem Auto erschossen werden. Und die Erdatmosphäre zerstören.

    Woher die Idee ich bräuchte da Nachhilfe?

  • Wo haben sie das Schreiben veröffentlicht? Ich finde überhaupt nichts dazu... weder auf indymedia noch bei knack. Wieso nutzt taz nur sich selbst als Quelle?^^

  • Ziel sei es gewesen, das „fossile Gaskraftwerk auszuschalten, weil es nicht mehr verantwortbar ist, weiter die Erde zu zerstören“. Das Kraftwerk kann aber weiterlaufen, durch den Stromausfall abgeschnitten sind die Stromabnehmer. Wie dumm oder borniert muss man sein, das nicht zu kapieren?



    "Den toten Villenvierteln allerdings weinen wir keine Träne hinterher." Wer hat mehr Möglichkeiten,dem Stromausfall zu begegnen oder davonzufahren? Die Mieter in den Mehrfamilienhäusern und Hochhaussiedlungen oder den Villenbesitzern? Wo werden vermutlich mehr Notstromaggegate im Keller stehen, und wer wird mehr Geld haben, um einfach von "Dunkelberlin" in ein Hotel in "Restberlin" oder in Potsdam umzuziehen? Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über soviel Dummheit nur noch lachen.

    • @Offebacher:

      Am extrem Rand hat sich was verändert, früher brannten Nachts Porsches und Mercedes, heute Kleinwagen.

  • Zumindest ist klar geworden, dass man auch gegen Tennisplätze etwas tun muss. Schilder anbringen "Wegen Notlage heute geschlossen" oder so. Und Notlage ist aus meiner Sicht, siehe Klimawandel, jetzt immer. Und, wir schauen ja auch über den großen Teich, bei Golfplätzen. Da könnte man ja zu Ostern in den Löchern volle Hundekotbeutel verstecken. Um so auf die wenigen Abfalleimer hinzuweisen. Ich glaube, dass ist alles noch mit der freiheitlichen-demokratischen Unordnung zu vereinbaren.

    • @BS:

      Ich denke da an die Grüne Umwelt-Ministerin Anne Spiegel, die bei der Ahrtal Katastrophe noch eine Nachricht abgesegnet an Campingplatzbetreibende , das keine Jahrhundertflut zu erwarten sei und man beim Katastrophenschutz gut aufgestellt sei. Auf ihre Anweisung wurde die Nachricht korrekt gegendert.



      Als am nächsten Tag die Katastrophe ersichtlich war hat sie sich alles in Bewegung gesetzt um die Schuld von sich zu schieben. Sie nannte es blame Game. Grüne können beim Katastrophen Management auch zuerst an ihre eigene Haut denken. Der Rücktritt von Frau Spiegel war auch erst lange später.

  • Naja, Freunde. Ich befürchte mal wieder: Ihr verschwendet euer Leben für Rechthabereien. Das bringt null und nix und ist darüber hinaus auch noch dümmlich und zurecht, kriminell.

  • Wegner gehört aus ganz anderen Gründen abgewählt - ich hoffe, da laufen rot-grün-rote Gespräche bereits jetzt. Aber mal eine Stunde sich rausziehen darf und sollte jeder, sobald das Wichtige geregelt ist (nur Unwahrheit eben auch nicht). Ich verteidige da auch Menschen, deren Politik ich als unüberlegt, großmäulig und sehr schädlich für Berlin sehe.

    Doch zum Schreiben: Klingt zumindest hiernach schon deutlich reflektierter als das von Springerpresse & Co. Unterstellte. Mit Stromkabel, Heizung, Licht ... spielen aber Kinder immer noch nicht! Gerade, wenn sie nicht wissen, was sie tun.

  • "Terrorvorwurf wird zurückgewiesen"



    Natürlich seid ihr Terroristen gemäß Definition Terror: "Terror (lateinisch terror „Schrecken“) bezeichnet das gezielte Auslösen von Angst und Schrecken von Menschenmassen oder Einzelpersonen durch kriminelle Taten, um ein individuelles oder politisches Ziel zu erreichen." Wikipedia.



    Tausende Menschen in die Dunkelheit und Kälte zu versetzen ist Gewalt und Terror. Hoffentlich werdet ihr ermittelt und auch so bestraft.

  • Also die vielen Kommentare die behauptet haben es war nicht die Vulkangruppe sollten das sich nochmal hinterfragen!

    Bezüglich der Aussage, das es kein Terrorismus war ist falsch! Es war Terrorismus den der Grund war nicht persönlich sondern als politischen Gründen und da es ein Anschlag auf die Infrastruktur die mehrere Menschen geschadet waren sind alle Punkte die Terrorismus nachweisen erfüllt

    • @Marcelo:

      1) Ja es war Terrorismus, da stimme ich ihnen zu.



      2) Wie die Gruppe sich nennt ist mir eigentlich total egal, ich nenne sie Terroristen.

  • Das wirkt wie ein Pink-Ponk- (oder Tennis-?) Match zwischen Staat, Tätergruppe, rivalisierenden Grüppchen, ein Erbe der theorielastigen K-Gruppem aus derselben Stadt vor einem halben Jahrhundert ...

  • Für ein echtes Bedauern sollten sich diese Idioten der Polizei stellen. Dieser Anschlag war einfach nur Terrorismus und hat mit linker Gesinnung nichts zu tun, daran hätte auch eine Verschiebung in den Sommer nichts geändert.

  • das merkwürdige Gebaren innerhalb der selbsternannten „Widerstandsgruppen“ erinnert mich an den Film „ Das Leben des Brian“. Hier ein Originalzitat:



    Brian: Seid ihr von der judäischen Volksfront?“



    Reg: Verzieh dich.



    Brian: Was?



    Reg: Judäische Volksfront. Quatsch. Wir sind die Volksfront zur Befreiung Judäas.

    Realsatire Reloaded? Auf jeden Fall werden alle sinnvollen und durchdachten Initiativen in Misskredit gebracht. Der dadurch entstehende (Image) Schaden ist enorm.

  • Was für selbstgerechte ignorante Feiglinge. Hoffe, es gibt diesmal keine Sympathisanten für solche Spinner.