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Geplante Einsparungen bei KrankenkassenSchmaler Grat zwischen gerecht und ungerecht

Barbara Dribbusch

Kommentar von

Barbara Dribbusch

Die Regierung will die kostenlose Mitversicherung Familienangehöriger einschränken. Der Plan lässt jedoch noch viele offene Fragen zurück.

Wer ist in Zukunft bei mitversichert? Und wer nicht? Foto: Breuel-Bild/imago

E s ist schon länger ein Gerechtigkeitsthema und wird jetzt wieder aktuell, wo die Krankenkassen Geld sparen sollen: In den gesetzlichen Krankenkassen soll die kostenlose Mitversicherung von Kindern und Ehe­part­ne­r:in­nen eingeschränkt werden. Der Vorschlag ist Teil eines Sparpaketes, das am kommenden Montag als Diskussionsgrundlage einer Regierungskommission offiziell vorgestellt wird.

Bisher sind Ehepartner:innen, deren Einkommen die Minijobgrenze von rund 600 Euro im Monat nicht übersteigt, kostenlos mitversichert, wenn etwa der Mann in einer gesetzlichen Krankenkasse ist. Gleiches gilt für die Kinder. Würde die kostenlose Mitversicherung von Ehefrauen abgeschafft, die weder Kinder betreuen noch Angehörige pflegen – dies ist offenbar der Vorschlag – so wäre das vertretbar.

Denn wenn sich Frauen quasi per Heirat eine kostenlose Krankenversicherung verschaffen können, auch wenn sie nicht oder nur im Minijob arbeiten und keine Kinder betreuen, so ist das eine Ungleichbehandlung gegenüber Doppelverdiener-Partnerschaften, wo beide auf ihren Arbeitslohn Krankenversicherungsbeiträge entrichten müssen.

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Kein Wundermittel für Einsparungen

In der Praxis dürfte sich diese Einschränkung so auswirken, dass etwa minijobbende Frauen aufstocken auf einen Teilzeitjob, auf den sie dann Krankenversicherungsbeiträge zahlen. Frauen, die nicht arbeiten, müssten den Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte in die gesetzliche Krankenkasse, also etwa 230 Euro im Monat zahlen. Das ist viel.

Und es bleiben Fragen: Bis zu welchem Alter der Kinder soll die Versicherungsfreiheit gelten? Wie zum Beispiel sollen ältere kranke Ehe­part­ne­r:in­nen ihre Krankenversicherung bezahlen, wenn für sie die Gratisvariante nicht mehr existiert? Rein statistisch gibt es etwa eine Million kostenlos mitversicherte Ehepartner:innen, die ohne Kinder im Haushalt leben. Auch mit Teilzeitjobs würden sie nur geringe Krankenkassenbeiträge entrichten. Ein Wundermittel für Einsparungen ist dieser Vorschlag also nicht.

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Barbara Dribbusch
Redakteurin für Soziales
Redakteurin für Sozialpolitik und Gesellschaft im Inlandsressort der taz. Schwerpunkte: Arbeit, soziale Sicherung, Psychologie, Alter. Bücher: "Schattwald", Roman (Piper, August 2016). "Können Falten Freunde sein?" (Goldmann 2015, Taschenbuch). Kontakt: dribbusch@taz.de
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123 Kommentare

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  • Ist doch nur fair, wenn das abgeschaftt wird. Die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern ist nicht sozial, sondern das Gegenteil davon. Nur weil jemand geheiratet wurde und in aller Regel ohnehin schon ein wesentlich besser abgesichertes und komfortableres Leben führt als sozialversicherungspflichtig arbeitende ledige Menschen, und erst recht als sozialversicherungspflichtig arbeitende alleinerziehende und/oder pflegende Menschen, darf dieser Jemand u. a. die eben genannten Gruppen finanziell ausnutzen und sich über deren sauer erarbeitete Krankenkassenbeiträge mit versorgen lassen??

    Heiraten ist keine Leistung. Somit gehören eigentlich SÄMTLICHE finanziellen Vorteile für Ehepartner abgeschafft, soweit diese Vorteile dazu führen, dass weniger in irgendwelche Kassen (Krankenkassen, Finanzamt, etc) einbezahlt werden muss als bei nicht verheirateten Paaren. Die Ehe ist ein privatrechtlicher Vertrag zwischen den Eheleuten, sowie eine geistliche Institution. Sie sollte also nicht dazu führen, dass die Eheleute finanzielle Wohltaten zu Lasten der Allgemeinheit abgreifen können.

    • @skye:

      Nicht so helle?



      Ehefrauen bekommen in der Regel die Kinder, was heute fast immer der Grund ist warum sie nicht arbeiten.



      Die Bevölkerung wird immer älter und bekommt immer weniger Kinder.



      Und jetzt sollen die, die Kinder bekommen auch noch bestraft werden? Super Idee.



      Oder bist du so einer der glaubt Ehefrau arbeiten nicht.

      Und komme nicht mit dem dämlichen Argument wenn sie Kinder hat kann sie ja mitversichert werden. Und was ist mit der Zeit davor, bis es mit einem Kind klappt?

      Aber für dich ist sicherlich Kinder bekommen und den Haushalt führen auch keine Arbeit, keine Leistung. 🤮

  • Ein Einziger hier verweist mal auf die unfreiwillig nicht arbeiteten Ehepartner. Die aufgrund von Krankheit eines Partners nur ein Einkommen haben. Die aufgrund von Krankheit, dann auch keine Kinder haben. Dieses beschissene Beispiel von einem Rentnerehepaar, wo einer der beiden soviel Rente bekommt, wie andere gerade mal als Nettogehalt.



    Diese Ehepartner, die wirklich nur die Option eines einzigen Einkommens haben, sollen aufgrund von Wegfall der Mitversichung und durch Wegfall des Ehegattensplittings mehrer Tausende Euro Mehrbelastung im Jahr haben.

    Es ist doch auch schon jetzt abzusehen, dass die Preise für Sprit, Betriebsmittel und Lebensmittel demnächst weiter steigen....da diskutieren die Herren der Union tatsächlich noch zusätzlich um eine Mehrwertsteuererhöhung. Da kommen dann zusätzlich nochmal auf einen Schlag mehrere tausend Euro Mehrbelastung auf den unfreiwilligen 1-Einkommenshaushalt.

    Wir sprechen hier ja nicht um eine Mehrbelastung von ein paar hundert Euro im Jahr, sondern von mehreren Tausend.

    Es ist zum Verzweifeln.

    • @Wasgeht?:

      Sollte das aber nicht ein direkter Transfer besser lösen als eine weiterlaufende System-Verzerrung?

  • Versicherung: Man zahlt etwas ein und erhält im Versicherungsfall eine Leistung. Wenn die Leistungen die Beiträge übersteigen werden diese angehoben. Die Krankenversicherung ist ein Sonderfall, der nicht mehr lange finanzierbar ist.



    Gründe:



    1. Einige zahlen viel, andere wenig oder gar nichts für gleiche Leistungen. Das wäre so, als wenn das zweite Auto eines Paares kostenlos beim ersten mitversichert wäre.



    2. Die Menschen werden immer älter, mit der Boomer-Generation , die demnächst in Rente geht, fallen hohe Beiträge weg und Leistungen werden steigen.



    3. Warum gibt es hunderte Krankenkassen? Dieser Verwaltungsaufwand kann sicher deutlich reduziert werden.



    Es wird kein Weg daran vorbeiführen, entweder für alle die Beiträge massiv zu erhöhen oder die Leistungen zu senken. Dagegen kann demonstriert werden bis ins neue Jahrhundert, es lässt sich meiner Meinung nach nicht ändern. Es gibt Versicherungsmathematiker, die genau dafür da sind, diese Entwicklung zu erläutern und den Menschen klar zu machen.

    • @Metulski:

      Wen meinst du? Die Beamten?



      Versuch es mal mit Denken.



      Beamte kosten die Kasse mehr als Ehepartner die NICHT arbeiten.

    • @Metulski:

      Der Verwaltungsaufwand ALLER Krankenkassen zusammen liegt kontinuierlich unter 5% der Ausgaben des Systems GKV. Selbst eine deutliche Reduzierung würde bei der Berechnung von Protentsätzen für die KV-Beiträge in der Rundungsgenauigkeit untergehen...

      Dass sich der Staat als Beitragszahler für Bürgergeldempfänger gegenüber dem Beitragssatz für "Selbstzahler" einen Rabatt von fast 50% einräumt, hat da schon etwas mehr Auswirkungen...

      • @FriedrichHecker:

        Ja los auf die ärmsten. Schön nach unten treten. Ist immer besser.

    • @Metulski:

      "Es wird kein Weg daran vorbeiführen, entweder für alle die Beiträge massiv zu erhöhen oder die Leistungen zu senken."

      Man könnte natürlich auch die Beitragsbemessungsgrenze komplett streichen. Aber gut, das würde die Wohlhabenden und die Reichen in D belasten. Das geht nun wirklich nicht. Jedenfalls nicht in Deutschland

    • @Metulski:

      >Es wird kein Weg daran vorbeiführen, entweder für alle die Beiträge massiv zu erhöhen oder die Leistungen zu senken.<

      Man kann die Gesundheitskosten ins Unendliche steigern. Die Corona-Maßnahmen waren ein guter Schritt in diese Richtung. Man könnte aber auch sagen, das Leben ist endlich und der Aufwand, das Lebensende herauszuschieben soll nicht so hoch sein, dass das Leben keinen Spaß mehr macht.

      Ich persönlich - relativ gesund - bin bereit, 500€ monatlich für eine solidarische Krankenversicherung aufzubringen. Wer als Politiker mehr von mir fordert wird von mir nicht mehr gewählt.

      • @test_name:

        Jeder zahlt mehr ein als zurückkommt, wie bei Versicherung häufig, eben bis auf das letzte Jahr - das ist die Daumenregel und mein Hinweis zu Solidarität: keine Angst, bekommen wir am Schluss wieder halbwegs raus, auch wenn wir dann wohl gerne darauf verzichten würden.

        Die Corona-Maßnahmen versuchten übrigens im Rahmen des jeweiligen Wissens, nicht nur Leben zu retten, sondern die Kosten des Gesundheitssystems im Rahmen zu halten.

        Ich fordere ansonsten noch Freibier vor Vier, die taz täglich für 500€/Jahrzehnt, da ja alle gefälligst Dienstleister für mich zu sein haben.

        Etwas netter ausgedrückt und vielleicht nicht so weit auseinander: Mit steigendem BIP wird die Gesundheitsquote steigen. Wir können nicht immer mehr fressen, noch mehr Kerosin und Sprit raushauen, ... der Bereich Gesundheit wird da schon zunehmen. Es gibt gleichwohl mögliche Kosteneinsparungen, und nicht jeder Apparat, jedes Medikament muss auch abgefeuert werden. Statt Antibiotikasalve bei Viren die Erkältung im Bett auskurieren, so etwas. Pharmavertreterinnen in die Produktion, Gerätelobbyisten ans Krankenbett, Privatkrankenkassen absterben lassen.

        • @Janix:

          Aber Sie können auf Behandlungen verzichten, wenn Sie das wollen. Es gibt in Deutschland keinen Zwang, sich lebensverlängernd (oder anders) behandeln zu lassen. Patientenverfügung ist in diesem Zusammenhang das Stichwort.

    • @Metulski:

      Älter heißt inzwischen nicht mehr kränker. Hängen Sie ein paar Monate länger arbeiten an (ohne dass das Geld zur Kapitalseite wandert), lassen Sie jüngere Menschen liberaler als heute einwandern, sieht es ganz anders aus - vergleiche frühere Kassandrarufe.



      Dazu mehr bei Wirtschaftsmathematiker und Statistikprof Gerd "Jäächd" Bosbach nachzulesen, nicht verwandt, nicht verschwägert.



      Bei 1 und 3 freilich bei Ihnen.

      Andere Länder ohne komplizierte "Privat"- etc. Kassenstruktur sind günstiger unterwegs bei ähnlichem Ergebnisniveau. Vielleicht ist der NHS zu studieren (und ich meine den, bevor die Tories ihn ideologisch versuchten kaputtzumachen) oder auch Lösungen anderer Länder. Die Spaltung und die Schw**neprofite von Pharma & Co. hierzulande können es wohl nicht mehr lange sein.

  • Sinnvoll, zeitgemäß und überfällig! Das hilft auch überkommene Familienstrukturen aufzubrechen.

    • @Nachtsonne:

      What?



      Also Ehe abschaffen, Kinder, abschaffen.



      Ja das wird die Beiträge senken.



      Was wäre deine nächste Idee? Ein maximal Alter?

  • 90 "neunzig" gesetzliche KVs in Deutschland. Könnte man da nicht sparen?

    • @A.S.:

      Ja, und wie der Kollege schon vorrechnete, wird auch das nicht reichen. Es spart Aufsichtsräte, Vorstände, Marketingkosten. Es bündelt die Einkaufsmacht gegenüber Pharma, Medizin. Der Verwaltungsaufwand bei den Praxen und Kammern freilich ginge ebenfalls deutlich runter, wenn etwa quasi jede(r) in einer Art NHS wie im UK wäre. Ein Argument dagegen ist, dass evtl. die Innovation geringer würde. Manche entgegnen darauf, dass die aber auch nicht darin bestehen sollte, Globulismus zu finanzieren o.ä., was gerne die "Differenzierung" der Kassen ist.



      Zurück zum Artikelthema. Manchmal haben Krisen Vorteile. Es werden längst sinnvolle Sachen auch mal gegen Lobbyblockaden gemacht (nicht alles, was gemacht wird, ist dabei automatisch sinnvoll).



      Jetzt könnte eine verantwortungsvolle Regierung aufräumen, u.a. hier. Weil es richtig ist. Dann aber bitte auch gleich Privat ab Ende 2026 ins Auslaufen schicken. Und bei Gesetzlichen die Fehlanreize jäten.

  • wir denken mal an das verfassungsgerichtsurteil...



    nach dem die krankenkassen ihre hohen rücklagen verringern mußten.dazu dann die cduasozialität der verminderung der beiträge sowohl der unternehmer wie der arbeitenden bevölkerung.das zerstört logisch die tragbarkeit der seit mehreren generationen aufgebauten sozialen solidaritätskassen.verwerfliche politik und juristerei.die entsolidarisierung durch politische zersetzung des kapitals und ihrer büttel.



    wir brauchen einen menschenrechtstüv in deutschland



    der nicht abhängig ist also europäische menschenrechtsjustiz.die verfassungsjustiz ist zu sehr unterbesetzt und nicht mehr in der lage zureichend



    die mehr als bitter notwendige arbeit zu erbringen..



    allein die wesenskernänderungen in den grundrechtzen gegen diese selbst sind schon zureichender grund genug für einen zusätzlichen überstaatlichen schutz der menschen u. grundrechte



    in de sorge zu tragen..passt hier alles vom umfang gar nicht hin. in einem satz..die brd ist menschen.- und grundrechtswidrig sowohl in ihrer verfasstheit wie auch in der politischen und juristischen händelung.und das wieder zu richten, ist kein verfassungsgericht mehr in der lage...

  • diese bundesregierung ist in vielerlei hinsicht



    menschen und grundrechtswidrig..so auch in der sozialstaatlichkeit..die haben hinreichend zu sein,werden aber hintergangen.auch in sachen energie und klimamenschen u. grundrechte.. in sachen sondervermögenveruntreuungen ect.. p.p. diese bundesregierung ist in einigen sachverhalten ein fall für den eugh...o.auch eughfmr.wohnen ist grund und menschenrecht..durch diese regierung werden di bisher armen in not und die mit bescheidenen einkommen in die armut gedrängt. das ist verfassungswidrige politik.zusätzlich setzen die spezis auf antidemokratische energiemonopoilisten..ebenso antidemokratisch wie verfassungswidrig.



    es wird zei für eine umfassende klage beim eugh wegen vgrundrchtsvertragswidrigen handeln in unzählogen fällen....die bisher noch nicht aufgearbeiteten solleten durch einen menschenrechtstüv des eughfmr aufgearbeitet werden. so rechtsveruntreuend und verschlampend hitergehend sind die geschäfte der res publica vertragsmäßig durch regierungen nicht zu leiten.



    eine strafermittlung gegen diese cducsuspd wäre in dieser hinsicht menschenrechtsdemokratie erhaltend..wir brauchen keine rechtsaußenregierung.

    • @L.peltier:

      Ob der EuGH das annimmt, ist offen. Und ich halte die Politik der jetzigen Bundesregierung für nun bereits schwer erträglich. Gewisse Dinge sind politisch, durch Wahlen zu lösen. Andere durch Klagen zu erzwingen (soziales Minimum, Generationengerechtigkeit, ...), da wäre bei bewusstem Versagen der Regierung wiederum Karlsruhe erst einmal der Anlaufhafen.



      Ein kleiner Hinweis, wenn ich noch darf? Mehr werden etwas lesen, wenn Abstände, Groß- und Kleinschreibung das Lesen vereinfachen.

  • Die Lösung aller "gültigen Gerechtigkeitsfragen" dient lediglich dazu, die wirtschaftliche Situation zumindest der 92% der finanziell unteren Bevölkerungsschichten zu verschlechtern.

  • So spontan fällt mir ein, dass privatversicherte Ehegatten von Beamten ca. 70 % Beihilfe erhalten und das auch noch bei einem eigenen Einkommen von ca. 20 T€. Als Privatpatient müssen sie selbst nur ca. 30 % absichern, 70% zahlen wir mit unseren Steuern.

    • @Filou:

      Das ist grundsätzlich richtig aber doch nur die halbe Wahrheit.



      Ja, Beamte zahlen nicht in die gesetzliche Krankenversicherung, ebensowenig fällt für den Arbeitgeber des Beamten auch kein Arbeitgeberanteil an, dafür gibt es die Beihilfe. Diese beträgt 50 -70 Prozent, bei Kindern 80 Prozent.



      Der Arbeitgeber spart sich dadurch den Arbeitgeberanteil in die Sozialversicherung, ist für ihn wahrscheinlich günstiger wie die Beamten in die gesetzliche Versicherung zu überführen.

      Den Eigenanteil haben Beamte selber privat abzusichern, diese Beiträge erhöhen sich bei mitversicherten Angehörigen.



      Dieses angebliche Privileg kann auch schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn der Arzt sich nicht an die Beihilfehöchstsätze hält, muss er nicht. Da der Arzt direkt mit dem Patienten abrechnet, ist dieser auch voll zahlungspflichtig, Beihilfe oder Krankenkasse halten sich hier raus.



      Die Mehrzahl der Beamten sind übrigens eher durchschnittlich verdienend bei den Finanzämtern, der Zollverwaltung, der Polizei usw..

      • @celcon52:

        Ah ja. Beamte gering verdienen.



        Durchschnittlich ist beim Bund meridian 4200, Lehrer steigen mit 5000 ein, gehobener Dienst 4500.



        Und nein es wird gar nicht teurer bei einer Umstellung.

        Aber selbst wenn. Warum sollten bei den einen die Ehefrau rausgenommen werden und bei den anderen nicht. Die sogar noch bezuschusst werden wenn sie arbeiten und gut verdienen.



        Ist das der Sinn von Gerechtigkeit?

  • Es macht oft den Eindruck als wären alle freiwillig in einem Minijob/Familienversicherung und könnten locker mehr machen.



    Aber viele sind auch unfreiwillig in diesem System und für die wäre diese Änderung eine enorme finanzielle Belastung.

    • @sneaker:

      Was ja auch anders aufzulösen wäre, nämlich fairere Löhne, sozialere Politik, Flexibilität, wo möglich und Unterstützung bei Pflege von Kindern, Verwandten und Nachbarn.

      Bei solchen Förderungen per Krankenkassenkonstruktion profitiert doch nicht zuletzt der Arbeitgeber von so möglichen Niedriglöhnen.







      Laut Umfragen wollen schon sehr viele (Frauen v.a.) mehr arbeiten. Einige weniger (eher die Männer).

  • Es holt ein bisschen hinein, ist vor allem wohl gerechter gegenüber Frauen, die so auch besser aus der Nicht-Erwerbstätigkeit oder Mini-Beschäftigung herausfinden.

    Am besten alles in ein Paket.



    Mütter-Rente-Sackgasse wieder abschaffen



    Splitting ab Ende 2026 auslaufen lassen



    Frühverrentung und "Altersteilzeiten" nicht mit Geldern der Allgemeinheit fördern



    Subventionsabbau in der Breite, sodass alle jammern, inklusive die Fossil- und Verbrennermafia.



    Erbschaften, Vermögen und hohe Einkommen wieder angemessen beitragen lassen



    Es gibt da noch mehr gute Hebel für einen handlungsfähigen Staat (eine kostensparende Versicherung für alle), doch nehmen wir mal die, die wir auch Schwarz-Rot noch zutrauen können.

    • @Janix:

      Dir fällt aber schon auf das nur am unteren Ende gespart wird und es um kleine Summen geht?



      Wir haben 92 KV mit über 360 Vorständen die im Schnitt über 360k pro Jahr verdienen. Dazu kommen über 500 Sonderposten für spezielle " Mitarbeiter" die so 300k im Jahr verdienen.



      Es gibt Versicherungen mit ein paar hundert Versicherten aber einem großen Verwaltungsapparat.

      Aber ja, fangen wir bei Mütter an.

      Und woher sollen die Jobs den kommen in denen die Ehefrauen arbeiten? 600k offene Stellen noch 5 Mio Arbeitslose. 👍🤦

    • @Janix:

      Ihr Vorschlag wird Frauen ärmer machen.

  • Ich selbst bin privat versichert, meine Frau immer gesetzlich. Nach langer Krankheit wurde sie ausgesteuert. Für ihre gesetzliche Versicherung zahle ich jetzt über 500€, weil trotz diverser Atteste die DRV einer Erwerbsminderungsrente nicht zustimmt. Widerspruch läuft. Da kommt Freude auf

    • @Ahnungsloser:

      Im Widerspruchsverfahren wird Ihre Frau auch keine Erwerbsminderungsrente erstreiten können. Dafür muss man klagen. Das Widerspruchsverfahren ist bei der DRV in der Regel eine reine Formsache; im Verfahren wird der Antrag dem "Widerspruchsausschuss" vorgelegt. Dieser bestätigt in den meisten Fällen die Entscheidung der Behörde, also wird die Rente auch ablehnen. Es ist fast immer eine Klage nötig, Frist beachten! Die Klage kann man auch fristwahrend ohne Anwalt einlegen.

    • @Ahnungsloser:

      Sie sind privat versichert, d.h. Sie haben sich entschieden, aus dem Solidarsystem der Krankenkassen auszusteigen.



      Sie sind verheiratet, d.h. Sie haben sich entschieden, als Ehepaar gesamtschuldnerisch aufzutreten. Dafür werden Ihnen steuerliche Vorteile gewährt.



      Dass Ihre Frau schwer erkrankt ist, tut mir sehr leid.



      Ihr Klagen über die Kosten für die Krankenkasse kann ich aber nicht verstehen.

      • @Ringsle:

        Ich musste in die private Versicherung aus Gründen, die ich hier nicht im Detail erläutern möchte. Ich war früher Beamter.



        Mir ging es darum, dass das gesamte Gesundheitssystem inkl. Krankenkasse angegangen werden muss. Warum zahlt jemand für 6 Personen (verheiratet plus 4 Kinder) in der gesetzlichen KK genauso viel wie ein Single?

      • @Ringsle:

        Er könnte auch Beamter sein...

      • @Ringsle:

        Über den Einzelfall des Users wissen wir nur sehr wenig. Er ist unter dem bekannten Sachverhalt mE nicht "ausgestiegen", sondern er dürfte wohl vielmehr eine rationale wirtschaftliche Entscheidung getroffen haben. Ich freue mich nicht über jede Form von organisierter (gesetzlicher) Freiheit, weil sie die Gesellschaft zerstört. Das Ergebnis tut mir für die Gesellschaft sehr leid. Ihr konkretes Beklagen über die getroffene Wahl des Users nach dem ihm zur Verfügung gestellten Instrumentenkasten kann ich aber nicht verstehen.

  • Wie sieht denn der Arbeitsmarkt aktuell für zB Frauen über 50 aus, die nach Jahrerlanger Pause wg Familie jetzt wieder arbeiten möchten / sollen?



    Wäre ja bei diesen ganzen Überlegungen vielleicht auch kein ganz unwichtiger Punkt.

    • @T-Rom:

      Warum?

      Diese Frauen haben selber beschlossen sehr lange zuhause zu bleiben, ohne kleine Kinder im Haus.

      • @Lio:

        Ist nicht ganz so einfach. Viele Frauen sind in einer Atmosphäre aufgewachsen, in der Frauen , die nicht bei den (fast erwachsenen) Kindern blieben, als Rabenmütter beschimpft wurden und in der Männer, deren Frauen arbeiten gingen, als Versager galten.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Das ist aber nicht die Generation, die jetzt 50 ist, sondern vorher.

          Ich bin jetzt bald 40, ich war in meinem Umfeld fast die einzige, die 2 Jahre zuhause geblieben ist. Alle andere sind nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen

          • @Lio:

            "Das ist aber nicht die Generation, die jetzt 50 ist, sondern vorher."

            Da muss ich widersprechen. Noch in der Kohl Ära waren solche Ansichten in der Union Mainstream. Was da im Bundestag losgelassen wurde...

  • Alle Parteien überbieten sich darin wem man von der Bevölkerung wieviel wegnehmen kann, aber keine einzige Partei redet davon wo sie, der Staat selber sparen müssten. Ob es jetzt Bürgergeld, Krankenkassen, Bundeswehr, usw. ist, überall frisst die aufgeblähte Verwaltung den Großteil der Kosten. Wenn Deutschland was dringend braucht dann eine Reform seines ganzen Systems auf das kleinste mögliche Minimum, auch wenn das einen massiven Stellenabbau bedeutet.

    • @Günter Witte:

      Eigentlich geht's um Beamte, wenn man auf der Suche nach Beitragszahlern ist, aber davon lenken wir schnell wieder ab.

    • @Günter Witte:

      Anteil Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben der GKV (2024): 3,85%

      Das ist nicht nichts aber alleine die Kosten der jährlichen Preissteigerungen bei den Medikamenten sind höher als das gesamte Verwaltungsbudget (aller Kassen zusammen).

    • @Günter Witte:

      Der Anteil der Verwaltungskosten in der gesetzlichen Krankenversicherung an den Gesamtausgaben liegt zurzeit bei 3,86 %. Das ist kein "Großteil".

    • @Günter Witte:

      Wenn Sie sich mal mit den tatsächlichen Kostenblöcken bei den Ausgaben der GKV beschäftigen würden, würden Sie den Elefanten im Raum sofort sehen.



      Das Geld landet bei gewinnorientierten Unternehmen. Klinikkonzernen und Pharmaunternehmen.



      Die Verwaltungsausgaben der Kassen sind dabei Pipifax.

    • @Günter Witte:

      Ich wäre sofort dabei, die Nicht-Investitionen kritisch anzusehen: Steuergeschenke, Subventionen an Auto & Fossil, überhöhte Preise an Rheinmetall, Pensionsgeschenke hier oder dort, Frühverrentung mit 60, damit die Nachfolgerin nicht so nervt. Schuldendienst kostet auch viel, was eine realere Steuerplanung vorher erspart hätte. Digitalisierung, Zusammenlegung aller Krankenkassen zu einer, à la NHS, nur etwas besser ausgestattet. Pharmavertreter(innen) in die Produktion.



      Wäre machbar. Ich sehe _da eher den gerade fehlenden Mumm. Gegen den "Staat" haben schon einige Parteien sehr wohlfeil gesprochen.



      Auch in den 1920ern schuf sich Weimar das eigene Problem, weil Reiche nicht mehr angemessen beitrugen und auch andere Steueranpassungen nicht stattfanden. Der Staat "sparte" sich die Handlungsfähigkeit weg und damit auch die Widerstandskraft gegen Braun, als das ausländische Kapital fortging.



      Worauf sich einigen ließe: Faktor Arbeit entlasten, gerade bei denen mit niedrigem Stundensatz. Dafür arbeitsloses Erben, Besitzen und Giga-Gehälter wieder angemessen heranziehen. Zusammen mit einem breiten Subventionskürzen (Fliegen, Auto, und zur Balance auch bei Solar) hülfe das schon weiter.

  • "Denn wenn sich Frauen quasi per Heirat eine kostenlose Krankenversicherung verschaffen können, .."

    Ich kann mir nicht helfen, in meinen Ohren klingt es abwertend.

    Fast misogyn.

    • @rero:

      Eine kostenlose Kranken Versicherung gibt es auch ohne Heirat in Deutschland,…

      • @MatB1012:

        Wo?

    • @rero:

      "...in meinen Ohren klingt es abwertend. Fast misogyn."



      Ist es auch. Wer solche Konstellationen ausschließlich Frauen zuschreibt, benutzt sexistische Klischees.



      Dass die Wahrscheinlichkeiten und Mehrheiten dem Recht zu geben scheinen, ändert daran nichts.

    • @rero:

      Ich hätte es auch besser gefunden, wenn der Begriff "Personen" verwendet worden wäre, denn die Möglichkeit, durch eine Eheschließung eine kostenlose Krankenversicherung zu erhalten, besteht für m/w/d gleichermaßen.

      • @*Sabine*:

        Ihr Vorschlag insbesondere mit " erhalten " statt " verschaffen" - hört sich für mich perfekt neutral formuliert an.

    • @rero:

      Könnten Männer auch, findet nur sehr selten statt.



      Und sorgt leider wirklich für die beschriebenen Verzerrungen der Anreize.

      Dass es mal thematisiert wird, zeigt, dass gerade auch scheinbare Tabus angeguckt werden. Wieso auch nicht?

  • taz: **Die Regierung will die kostenlose Mitversicherung Familienangehöriger einschränken.**

    Nennen wir das Kind doch beim Namen, denn diese Regierung heißt "BlackRock-Fritz".

    • @Ricky-13:

      Genau so ist es, leider .



      Der alte Fritze muss in die Gruft , jedenfalls



      in die Politische .

  • Ist das nicht schon wieder ein Leistungskürzung auf Kosten der abhängig Beschäftigten. Ich finde erstmal sollten alle in die gesetzliche Krankenkasse einen gerechten Beitrag einzahlen, d.h. auch Beamte, Abgeordnete, Selbstständige & Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze.

    • @Luminezz:

      Die Beitragsbemessungsgrenze ist ein Gegenstück zur Deckelung von Geldleistungen aus der GKV.



      Geldleistungen wie Krankengeld gibt es nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Wenn die also fällt, steigen gleichzeitig die Kosten für Krankengeld, weil Krankengeld dann im Gegenzug in unbegrenzter Höhe gezahlt werden müsste.

      • @Life is Life:

        Krankengeld ist nicht der große Brocken, außer bei Chronischem. Die Grundsatzfrage ist: Wie sozial soll das System sein? Ich kann den nötigen Ausgleich auch nur anderswo machen (also stärker als jetzt) oder ich schaue auch bei Gesundheit darauf.



        Die Deckelung führt derzeit zu einem glutheißen Abzug in der oberen Arbeitseinkommen-Mittelschicht und danach weniger (!) pro Euro.



        Degressive Steuersätze wären ein No-Go, wie halten wir es mit degressiven Abgabesätzen?



        Ceterum censeo sollten wir aus dem teuren Privat-Gesetzlich-Theater raus und Privat ab dem Jahresende auslaufen lassen.

    • @Luminezz:

      Ja, danach stellt sich übrigens auch dieses Thema anders dar.

      Und ein solidarisches Gerechtigkeitsgefühl in der Breite macht die Braunblauen nebenbei einstellig.

  • Die GKV soll ein solidarisches System sein. Meine Erfahrung war aber schon immer eine andere. Als freiwillig versicherter Kleinverdiener mit etwa 1.200 € im Monat habe ich früher, vor 2019 rund 460 € an Beiträge gezahlt. Das lag auch an der damaligen Mindestbemessungsgrenze, durch die selbst geringe Einkommen künstlich höher angesetzt wurden.



    Gleichzeitig gab es schon immer eine Beitragsbemessungsgrenze nach oben. Wer viel verdient, zahlt ab einem bestimmten Punkt nicht mehr und wird damit prozentual deutlich weniger belastet.



    Das ist nicht sozial sondern assozial.



    Und wenn ich mir die aktuelle Diskussion anschaue, habe ich das Gefühl, dass sich daran wenig ändert: Statt die Finanzierung wirklich breiter und fairer aufzustellen, wird wieder vor allem darüber gesprochen, wie man die Belastung für die unteren Einkommen erhöht.

  • Wenn die SPD weiterhin Politik für die Versicherungswirtschaft macht und gegen Familien mit arbeitenden Eltern, wie damals und heute wieder mit Riester und Betriebsrenten, als sie - anders als Österreich - die gesetzliche Umverteilungsrente von Bismarck ruiniert hat, jetzt für die klammen Krankenversicherungen, indem sie die Mitversicherung abschafft, dann ist der Weg unter die 5%-Hürde vorgezeichnet. Dass sie nebenbei auch das Ehegattensplitting abschaffen will, statt es zum Familiensplitting wie in Frankreich umzuwandeln, ist wirklich kostenlose Wahlwerbung für die AfD.

    • @hedele:

      Kann es sein, das Sie vor lauter "Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation" den Arktikel nicht richtig gelesen haben?



      Es geht wohl gerade um das Gegenteil, also NICHT um die Streichung der Mitversicherung "arbeitender Eltern" sondern um die von NICHT - oder nur geringfügig - arbeitender NICHT-Eltern. Weil nämlich deren bisherige Mitversicherung gegenüber - arbeitenden wie erziehenden - Eltern (oder auch entsprechend mehr einzahlenden "DINKS") als unfaire Entlastung gesehen wird. das dürfte eigentlich in Ihrem Sinne sein.



      Von daher: Kostenlose Wahlwerbung für die AfD sind eher solch brutalstmögliche Missverständnisse wie das, was Sie da schreiben: Die Regierung sagt "Wir überlegen, X zu machen", und Sie schreiben "Boah, die wollen U machen! Sind die noch bei Trost?!!". So entstehen "alternative Fakten".

      • @Normalo:

        "Es geht wohl gerade um das Gegenteil, also NICHT um die Streichung der Mitversicherung "arbeitender Eltern" sondern um die von NICHT - oder nur geringfügig - arbeitender NICHT-Eltern."



        Quasi ein Mutterkreuz durch die Hintertür, mit subtilem Zwang zur Arbeit für Nichtmütter? Sauber.

  • Für den mitversicherten Ehepartner sind 250 € für die Krankenversicherung geplant, für Bürgergeldempfänger zahlt der Bund dagegen nur 133 €, also etwas mehr als die Hälfte. Das ist sicher nicht gerecht. Es kann nicht sein, dass der Ehepartner für die Mitversicherung als doppelt so viel bezahlen soll, wie der Bund für Bürgergeldempfänger. Zusammen mit der diskutierten Abschaffung des Ehegattensplittings ist das ein Ausplündern von Familien.



    In der Krankenversicherung, muss man an die Leistungseite ran. Und damit meine ich nicht irrelevanten Firlefanz wie Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt. Wir sollten gesellschaftlich diskutieren, was wir an lebensverlängernden Maßnahmen Menschen im Sterbeprozess zumuten wollen. Ein großer Schritt wäre es, bei der Patientenverfügung vom aktuellen Opt-out zum Opt-in zu wechseln.

    • @MK:

      "Es kann nicht sein, dass der Ehepartner für die Mitversicherung als doppelt so viel bezahlen soll, wie der Bund für Bürgergeldempfänger."

      Es ist eher so, dass der Bund Kraft seiner Rolle als Gesetzgeber sich selbst einen Rabatt eingeräumt hat, der von den Beitragszahlern ausgeglichen werden muss...

    • @MK:

      "Euthanasie" bei den Nazis fing damit an, die angeblichen Kosten von Behinderten für die "Volksgemeinschaft" plakativ vorzurechnen. Zuerst wurde dann dort gemordet, noch vor Sobibor und Belzec. Verstehen Sie, warum wir aus gutem Grunde die Würde des Menschen als Oberstes haben?



      Es darf jede und jeder für sich so bestimmen und es seinen Nächsten auch darlegen. Längst gemacht. Abzuverlangen ist es nicht.

    • @MK:

      Wenn Sie kinderlose Paare als wesentliche Bedeutung des Begriffs "Familie" verstehen, dann mag man das so sehen. Tatsächlich soll nur an der Mitversicherung gerüttelt werden, wenn es keine Kinder gibt und trotzdem nur ein Ehepartner sozialversicherungspflichtig arbeitet.



      Härteregelungen wären für Kinder- UND Langzeitarbeitslose zu finden, aber grundsätzlich sehe ich auch kein Problem damit, dass in einem System, das Beiträge nach Leistungsfähigkeit erhebt, Bürgergeldempfänger als die "Ärmsten der Armen" auch einen verbilligten SV-Beitrag zahlen müssen - egal ob den der Staat übernimmt.

      • @Normalo:

        "Tatsächlich soll nur an der Mitversicherung gerüttelt werden, wenn es keine Kinder gibt und trotzdem nur ein Ehepartner sozialversicherungspflichtig arbeitet."



        Und tatsächlich bedeutet das einen Arbeitszwang durch die Hintertür für kinderlose Paare.



        Aber die böse AfD will, dass sich die Deutschen vermehren. Ein Schelm, wer hier Parallelen sieht.

        • @Encantado:

          Und warum sollen kinderlose Paare bzw. einer davon sich die KV-Beiträge durch die ledigen Einzahler schenken lassen dürfen?

      • @Normalo:

        Bürgergeldempfänger zahlen gar keine Beiträge. Der Staat ist verpflichtet, ihre Gesundheitsversorgung sicherzustellen (Teil des Existenzminimums) und hat das so geregelt, dass die Bürgergeldempfänger (wie schon vorher die Arbeitslosengeld-2- bzw. Hartz IV-Empfänger) in der gesetzlichen Krankenversicherung (und in der sozialen Pflegeversicherung) versichert sind. Und hierfür muss der Staat die Beiträge übernehmen. Deren Höhe ist gesetzlich geregelt, und da liegt die Schweinerei: Die Beiträge sind nämlich bei weitem nicht kostendeckend. Der Staat spart Steuergeld und lässt die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenversicherung die Differenz ausgleichen. Und hier versagt die Demokratie: Alle im Bundestag vertretenen Parteien sind prinzipiell dafür, dass der Staat für Bürgergeldempfänger kostendeckende Beiträge zahlt; die Ampelkoalition hatte im Koalitionsvertrag vereinbart: "Wir finanzieren höhere Beiträge für die Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld II aus Steuermitteln." Aber diese löblichen Absichten werden nicht umgesetzt, weil das Milliarden kostet, die, wenn es konkret wird, die jeweilige Bundestagsmehrheit lieber für anderes ausgeben will.

    • @MK:

      Das der Staat seine jährlichen Kosten von 10 Milliarden Euro für Bürgergeldempfänger halt gar nicht bezahlt ist das Problem. Alle diese Kosten werden auf die Beitragszahler der öffentlichen Kassen umgelegt, somit bezahlt auch derjenige dessen Partner mitversichert ist jedes Jahr mehr ein. Wenn ein System Jahrzehnte funktioniert, finanzierbar war, muss man halt das ändern was es jetzt scheitern lässt.

  • Heisst das dann, dass die Beträge gesenkt werden sollen, wenn es durch die Abschaffung der Familienversicherung mehr Beitragszahler geben wird?



    Oder ist das nur ein weiteres Mittel, um noch mehr Einnahmen zu generieren?



    Wann werden einmal endlich ernsthaft die Ausgaben angegangen. Wir haben - im Vergleich zu ähnlichen Ländern - mit das teuerste Gesundheitssystem. Andere Länder haben mit weniger Kosten eine gleich gute oder zT auch bessere Gesundheitsversorgung. Da liegt das Problem, nicht bei den Einnahmen.

    • @T-Rom:

      "Oder ist das nur ein weiteres Mittel, um noch mehr Einnahmen zu generieren?"



      Das ist angesichts der leeren Kassen eine rethorische Frage, oder?

  • Es ist durchaus ein Unterschied, ob bei einem Ehepaar mit doppeltem Einkommen beide abhängig von ihrem Verdienst jeweils Krankenkassenbeiträge bezahlen oder ob der Einzelverdiener oder die -verdienerin mit vielleicht 2000 € netto (oder weniger) dann 225 € (von seinem Netto!) zusätzlich aufwenden muss. Und das Argument, auch in der Privaten Krankenversicherung wäre das so, greift nicht: Niemand ist gezwungen, in eine PKV einzutreten.

    Da wurde am letzten Sonntagabend von allen Parteien lamentiert und gerätselt, warum die AFD wieder mal zugelegt hat, und zeitgleich wird ein solcher Vorschlag gebracht. Manchmal habe ich den Eindruck, die demokratischen Parteien sehen keine Zusammenhänge mehr und haben den Bezug zur Realität von Durchschnitts- und Geringverdienern komplett verloren.

    Wenn die SPD da mitspielt wird sie der FDP ins politische Nirvana folgen.

  • Hauptsache die Beitragsbemessungsgrenze bleibt, damit Hochverdiener nicht so "leiden" müssen.

    • @So,so:

      Bei Erreichen / Überschreiten der Bemessungsgrenze sind die Krankenkassenbeiträge jetzt bei ca 15'000€ in Jahr.



      Und das soll immer noch nicht genug sein?



      Die "Hochverdiener" bekommen ja richtigerweise auch nur dieselben Leistungen wie alle anderen.



      Im Übrigen sind die wirklichen "Hochverdiener" idR in der PKV. Vielleicht wäre das eher ein Punkt, dass alle in die GKV einzahlen sollten.

    • @So,so:

      Die Hochverdiener, die derzeit noch in der GKV sind, würden dann (bis auf ein paar "schlechte" Risiken") ebenfalls in die PKV wechseln. Damit wäre nichts gewonnen.

  • Von welchem Geld soll mein studierendes Kind die Beiträge bezahlen ohne Einkommen? Achso- ich soll die bezahlen. Verstehe.



    Das wird sicherlich das herkunftsunabhängige Studieren erleichtern und Studienzeiten verkürzen.



    Nämlich auf Null.



    Bildungsgerechtigkeit gibt es sowieso nicht mehr in Deutschland.



    Passt zur €DU/spd Strategie

    • @So,so:

      Es geht um Ehepartnerinnen. Kinder sollen weiter in der Familienversicherung versichert sein.

      • @sujall:

        es sei denn, das Kind heiratet, oder? Oder gelten für verheiratete Kinder, die zB studieren dann wieder andere Regelen?

        • @T-Rom:

          "Oder gelten für verheiratete Kinder, die zB studieren dann wieder andere Regelen?"



          Ich mutmaße mal: an solche Nebenwirkungen hat der verehrte Herr Klingbeil bislang keinen Gedanken verschwendet.

      • @sujall:

        Da könnte man sich fragen, wie lange noch, wenn der Damm erstmal gebrochen ist. Unsere Abgeordneten sind zum großen Teil privatversichert, die trifft das nicht.

        Und übrigens, es gibt auch Ehen, in denen ein Ehepartner eine Ausbildung macht oder ein Studium absolviert und der Ehepartner während dieser Zeit allein das Geld verdient. Z. B. bei uns war das so....

  • Kann man (schrittweise) einführen. Es bringt aber nicht viel. Und solche kleinen Maßnahmen dürfen nicht davon ablenken, was längst überfällig ist. Die Zusammenlegung der gesetzlichen Krankenkassen zu einer Kasse. Das würde an sehr vielen Ecken Geld sparen, ohne dass Leistungen gekürzt werden müssen.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Unbequeme Wahrheit eines Insiders aus dem Gesundheitswesen: Zunehmend subventionieren die privat Versicherten Praxen und Krankenhäuser, da das gesetzliche Leistungsversprechen nicht mehr hinreichend finanziert wird.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Zum Thema "kleine" Maßnahmen:

      Kosten versicherungsfremde Leistungen der GKV (2024) 58 Mrd. € abzgl. der 14,5 Mrd. Zuschuss dafür vom Bund = 43,5 Mrd. ungedeckte versicherungsfremde Leistungen (=13,3% von 327,4 Mrd. € Gesamtkosten)

      Verwaltungskosten Krankenkassen (2024): 12,6 Mrd. € (= 3,85% von 327,4 Mrd. € Gesamtkosten)

      Ich bin zwar ebenfalls für die Einheitskasse aber das alleine würde doch kein Problem lösen. Alleine der jährliche Anstieg der Leistungsausgaben (Preissteigerungen) ist regelmäßig größer als die Verwaltungsausgaben aller Kassen zusammen: Z.B. betrug dieser Anstieg von 2023 zu 2024 alleine schon 24 Mrd. € !

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Es sollten wenigstens zehn konkurrierende Kassen verbleiben. Sonst drohen NHS-Verhältnisse.

      • @Normalo:

        Nein. Die Leistungen sind, bis auf ein paar Zusatzleistungen, die keiner braucht und die nur dem Marketing und Vertrieb dienen, einheitlich. Und die Verträge der Kassen mit Ärzten, Krankenhäusern usw, sind bis auf wenige Ausnahmen auch einheitlich. Nach außen betreiben die Kassen Wettbewerb und beschäftigen ganze Stäbe, um Werbung zu machen und einander Mitglieder abzujagen, aber hinter den Kulissen, wo es um die Organisation der Versorgung geht, arbeiten sie alle zusammen. Und wenn eine Kasse pleite geht, fangen die anderen die Verluste auf.

      • @Normalo:

        Einer der Hauptzwecke einer einzigen Kasse ist, Geld nicht mehr für Konkurrenz zu verschwenden. Die Kassen vergeuden viel Geld (Beiträge), um um Kunden zu werben ect.

        Es geht aber um Gesundheit. Nicht darum, eine Ware zu verkaufen.

      • @Normalo:

        Der NHS ist seit jeher sehr kosteneffizient, besonders, bevor Thatcher ihn kaputtmachen wollte. Keine Drohung, eher eine Verheißung. Wir sollten nur etwas mehr als Tory-Regierungen ins System geben

        • @Janix:

          Frau Thatcher hat durch "Reformen" das britische Gesundheitswesen nachhaltig ruiniert. Kern war, Gesundheit als Ware zu betrachten.

  • Alle Subventionen für Hausfrauen gehören weg also bitte als nächstes das Splitting abschaffen. Bei uns in Sachsen mit der höchsten Beschäftigungsquote von Frauen bundesweit sind wir davon sowieso kaum betroffen.

    • @Šarru-kīnu:

      Was mir an diesem und auch anderen Kommentaren auffällt, dass es offenbar schwer ist, Frauen zuzugestehen, dass sie andere Lebensentwürfe haben können als die eigenen.



      Natürlich kann man die Familienversicherung in Frage stellen. Und man kann sich dabei auch auf kinderlose Frauen konzentrieren.



      Nun werden wohl auch diese Frauen ihre Gründe haben, warum sie sich auf diese Abhängigkeit einlassen wollten oder mussten oder warum sie keine Kinder haben oder bekommen konnten.



      Man muss für diese Gründe kein Verständnis haben. Man kann als Gesellschaft auch zum Schluss kommen, dass andere Gründe Vorrang haben sollen.



      Doch für mich hört sich diese Diskussion auch nach Ablenkungsmanöver an. Ist das der große Wurf? Kinderlose Frauen in der Familienversicherung reißen die großen Löcher im Gesundheitssystem?



      Es geht mir nicht darum, dass die Familienversichung so bleiben soll wie sie ist. Doch wenn dies der große Durchbruch sein soll, dann hat es die Lobby der PKV im Parlament gut hinbekommen.

    • @Šarru-kīnu:

      Ich hoffe nur, daß war jetzt Satire.....oftmals ist es eben auch so, daß Partner aus gesundheitlichen Gründen Hausmann oder frau wider Willen sind.



      Diese Leute würde es dann " volle Breitseite " treffen, versenkt......



      Ich hoffe dann wenigstens, das Schuldnerberatungen und Insolvenzbetreuer zur Genüge vorhanden sind.

      • @Andreas Horn:

        Die Ehepaare, in denen einer der Partner aus gesundheitlichen Gründen Hausfrau/Hausmann wider Willen ist, wären übrigens auch durch eine Abschaffung des Ehegattensplittings betroffen, die gern mit dem Argument beworben wird, dass dadurch ein "Anreiz" zur Erwerbstätigkeit geschaffen werde.

      • @Andreas Horn:

        Die Feministen kämpfen dafür. Wie sehr sich die Frauen zum Schluss darüber freuen wird man sehen. Aber eines dürfte klar sein die Arbeitgeber werden sich freuen.



        Und man sollte den Vorteil sehen Wahrscheinlich gleicht sich dann sowohl bezahlte Arbeit als auch geteilte Carearbeit bei beiden Geschlechtern weiter an. Durch die insgesamte Mehrarbeit steigt auch der Stress, aber sei es drum.

  • Die Einsparpotentiale sind vielleicht woanders interessanter, aber schwieriger durchzusetzen.



    Die Mitversicherung von Angehörigen in der GKV aufzukündigen, könnte auch die Krankenkassen selbst treffen, wenn die vielfach unbezahlte Unterstützung durch Care-Arbeit im familiären Umfeld wegfällt.



    Bei handelsblatt.com



    "Kosten steigen rapide – Fusionen können das System stützen



    90 Prozent der Deutschen sind gesetzlich versichert. Weil viele Krankenkassen fusionieren, sinkt ihre Auswahl. Eine Studie zeigt: Der Prozess könnte helfen, das System finanziell zu stabilisieren."



    Man muss es aber besser machen:



    Bei neuezeit.at



    "2020 legte die ÖVP-FPÖ-Regierung die vormals neun Gebietskrankenkassen und die Betriebskrankenkassen zur „ÖGK“ zusammen. Versprochen wurden Einsparungen (Stichwort „Patientenmilliarde“) und weniger Bürokratie. Geblieben ist – mit der Prognose für 2023 einberechnet – ein Verlust von 730 Mio."



    Der Katalog an Einsparmöglichkeiten ist ziemlich lang, ebenso der Arm der Lobbyist*innen.

  • Wie wäre es denn, wenn statt des Versicherungsmodells aus Kaisers Zeiten Gesundheitsleistungen aus Steuermitteln finanziert würden wie in anderen Ländern?



    Dann wären auch die im Artikel gestellten Fragen nach millimetergenauer "Gerechtigkeit" total überflüssig und Artikel 1 des Grundgesetzes (Menschenwürde zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt) käme zum Zuge. Aber Gesundheit gilt wohl weiterhin als Luxusware...

    • @Rudi Lipp:

      Genau das, grundlegende Krankenversicherung sollte für jede Bürger:in gewährleistet sein, unabhängig davon, ob er oder sie in Lohnarbeit ist, oder nicht. Wer Chefarztbehandlung und Einzelzimmer will, kann das gerne zusätzlich (sic!) privat absichern.

  • Eine Million kostenlos mitversicherte Ehepartner:innen?



    Der Sozialstaat in Deutschland hat irgendwann die falsche Kurve genommen.

    • @GaGaZar:

      Das dürften nur die Partnerinnen von Gutverdienern sein, und die Zahlen den Höchstbeitrag. Denn wer sonst könnte sich das leisten. Und warum überhaupt die "Ehefrauen"? Es ist genau so gut möglich, dass der männliche Partner zu Hause die Kinder versorgt.

  • War ein Bürgergeldbezieher in einer gesetzlichen Krankenkasse, zahlte der Bund im Jahr 2025 133 Euro im Monat für ihn ein, im Jahr 2026 sind es 144 Euro. Wie kommt man dann auf 225 Euro für mitversicherte Ehepartner?



    Für Bürgergeldbezieher in einer privaten Krankenkasse werden übrigens bis zu 508 Euro vom Staat übernommen. www.mdr.de/nachric...ge-kritik-100.html

    • @Offebacher:

      Die 225 Euro beziehen sich auf den Mindestsatz, den freiwillig Versicherte derzeit an die Krankenkasse abführen müssen. Anders als bei den Bürgergeldbeziehern, für die der Staat (als Gesetzgeber darf er das) einfach eine Summe X festschreiben ließ, wird für freiwillig Versicherte ein fiktives Mindesteinkommen von 1318,18 Euro veranschlagt, aus dem sich der Beitrag errechnet.

      • @Cerberus:

        Ein Dankeschön für die Erklärung zum fiktiven Mindesteinkommen.



        Wobei ich es dann trotzdem seltsam finde, dass bei den Bürgergeldbeziehern anderes gilt. Hier hat der Staat es sich als Gesetzgeber einfach gemacht und sehr zu seinem Vorteil gehandelt.

  • Auf Grund meiner internen Kenntnisse das Gesundheitswesen betreffend möchte ich folgenden Vorschlag machen: jede/r gesetzlich Versicherte erhält am Ende jedes Quartals in dem er/sie ärztliche Leistungen in Anspruch genommen hat, eine Information darüber, was von den Ärzt/innen mit den Krankenkassen abgerechnet wurde und welche Diagnosen angegeben wurden. Diese Transparenz ist bei jeder anderen Dienstleistung das selbstverständlichste der Welt. In Zeiten der KrankenkassenApps und elektronischen Kommunikation kostet das noch nicht einmal Porto. Ich verwette meine Rentenansprüche darauf, dass durch diese simple Maßnahme die Kosten im Gesundheitswesen deutlich zu senken sind.



    Um das journalistisch genauer zu untersuchen kann man ja auch mal die TAZ Mitarbeiter/innen, die gesetzlich versichert sind, bitten, bei ihrer Krankenkasse genau diese Daten abzufragen. Ich wette, da tun sich Sachverhalte auf, die eine Story wert sind.....

    • @KaEs:

      Das ist bei meiner GKV seit Mitgliedschaft (2016) schon immer möglich und nennt sich „Patientenquittung".

    • @KaEs:

      Das ist ein wichtiger und notwendiger Vorschlag. Troz ambulanter OP wurde bei meiner Frau ein Tag im Krankenhaus abgerechnet. Bemerkt haben wir das nur, weil wir die üblichen 10 € Zuzahlung leisten sollten. Natürlich haben wir die Krankenkasse über die unrechtmäßig Abrechnung informiert, aber bei uns entstand der Eindruck, dass das niemanden interessiert hat. Jedenfalls hat die Kasse nichts mehr von sich hören lassen. Bei einem anderen Krankenhausaufenthalt wurde eine Chefarztvisite abgerechnet, die nicht stattfand. Aufgrund einer privaten Zusatzversicherung haben wir überhaupt nur davon erfahren. Leider hatte auch dies niemanden interessiert.

      • @Thomas_aus_Marl:

        Es kann sein, dass die Abrechnung des Krankenhauses nach der ambulanten OP rechtmäßig gewesen ist. Als Ausnahmeregelung wird bei ambulanter Behandlung mit erhöhtem Aufwand (z.B. Intensivpflege, Narkosebegleitung etc.) der Aufenthalt als "teilstationär" abgerechnet, es wird also quasi ein Tag Krankenhaus in Rechnung gestellt.



        Die abgerechnete Chefarztvisite ist der Klassiker, es gibt viele Privatpatienten, die die Chefarztbehandlung aus dem Leistungskatalog streichen, weil die immer abgerechnet, aber nur selten durchgeführt wird.

    • @KaEs:

      An sich guter (und gar nicht neuer Vorschlag). Letztlich der MO der PKVen. Bloß glaube ich nicht, dass das dann in der GKV auch wirksam wäre (ob und wie wirksam das in den PKVen ist, wäre dann auch zu recherchieren), weil die AbRechnungen der Ärtze an die GKVen ja schon bezahlt sind. Other people‘s money 🤷🏻‍♂️

      • @EffeJoSiebenZwo:

        Ist in der PKV nur begrenzt wirksam. Man hat als Patient den nervigen Briefwechsel mit der Arztpraxis, bekommt jede Menge langer Schreiben, warum der Posten auf der Rechnung in Ordnung gewesen sei. Die PKV unterstützt einen bei Reklamationen nicht. Die Arbeitszeit ihrer Sachbearbeiter ist vermutlich teurer als die letztlich eingesparten Arztkosten. Außerdem werden die sowieso auf die Beiträge umgelegt.



        Ich merke mir halt die entsprechenden Ärzte und gehe da nicht mehr hin. Auch bei den üblichen Floskeln wie "Das ist sicher harmlos, aber wir sollten das beobachten. Kommen Sie in drei Monaten wieder." oder "Machen Sie sich keine Sorge. Wir sollten nur zur Sicherheit noch diese und jene Untersuchung durchführen." bin ich ganz schnell draußen. Ich habe Ärzte in der Familie. Die grinsen immer breit, wenn ich von meinen Abenteuern als Privatpatientin erzähle.

    • @KaEs:

      Das gibt es schon längst, aber das Gesundheitswesen ist nicht billiger geworden. Sie können sich jederzeit eine "Patientenquittung" ausstellen lassen, z. B. online bei Ihrer Krankenkasse oder direkt in der Praxis/dem Krankenhaus.

      Die einzige Story, die sich hier auftut, liegt in der geringen Höhe der Honorare, mit denen z. B. die Hausarztpraxis auskommen soll (wenn sie sie wegen der Budgetierung überhaupt bekommt).







      Ich helfe gerne, nehme Sie aber auch beim Wort - übertragen Sie Ihre Rentenansprüche auf mein Konto?

  • Schmaler Grad. Da es im Artikel um Krankenkassen geht, könnte man direkt einen freudschen Verschreiber vermuten.

  • Kann das aus dem privaten Umfeld sehr bestätigen. Was da für Trickserein mit gesparten GK Beträgen hantiert wird.... Unternehmer im Ruhestand schlüpft bei Midi Job der Frau in die Krankenkasse mit rein. Auch Monate Mitversicherung der Kinder die eigentlich Studenten sind.... abstellen den Käse. Jeder muss zahlen, Schlupflöcher schließen oder arbeiten gehen für Versicherungsschutz.

  • Was ist mit Menschen, die ihr Leben auf Basis der jetzigen Gesetze gelebt haben. Sollen jetzt Hausfrauen sich nach 30 Jahren wieder einen Job suchen, weil ihre drei Kinder erwachsen sind?



    Eine gute Lösung wäre natürlich, wenn alle jungen Frauen in Deutschland voll arbeiten würden und gar keine Kinder bekommen. Das wäre super für das Bruttosozialprodukt und langfristig auch für das Klima ohne die Deutschen und ihren CO2-Ausstoß.

    • @Semon:

      30 Jahre, bis die Kinder erwachsen sind? Bei den meisten geht das schneller, selbst wenn die Geburten recht weit auseinander liegen. Teenager sind normalerweise dankbar, wenn Ihnen Mutti nicht ständig hinterher läuft, sondern was Vernünftiges zu tun hat.

    • @Semon:

      " Sollen jetzt Hausfrauen sich nach 30 Jahren wieder einen Job suchen, weil ihre drei Kinder erwachsen sind?"

      Das, oder die Krankenkassenbeiträge für sich selbst vom Ehemann bezahlen lassen, wie Miete, Lebensmittel, Friseur, Auto usw. auch.

    • @Semon:

      Ja?

      Warum soll ich für die mitbezahlen?



      Eigene Entscheidung, solange zuhause zu bleiben.

      Ich arbeite wieder seitdem die Kids 1,5 sind. Wir sind mit 2 kitakinder beide berufstätig und *überraschung* es klappt.

      PS: wenn es nötig ist wegen Behinderung etc, siehts anders aus. Aber ansonsten ist das ein Luxus der sich geleistet wurde auf Kosten anderer, zB arbeitender Eltern

    • @Semon:

      " Sollen jetzt Hausfrauen sich nach 30 Jahren wieder einen Job suchen, weil ihre drei Kinder erwachsen sind?" Selbstverständlich.

  • Anders als die Autorin meint, gibt es ein Wundermittel. Die Neuregelung sollte nur für Ehen gelten, die nach der Gesetzesänderung geschlossen worden sind.

    • @DiMa:

      Egal, ob nur für neu geschlossene Ehen, oder für alle - es bleibt ein Griff ins Portemonnaie der Familien.

      • @Thomas_aus_Marl:

        Nur können sich Neuverheiratete bereits darauf einstellen.

    • @DiMa:

      Im Einzelfall führt das immer noch zu Ungerechtigkeiten. Z. B.: Wenn ein/e Deutsche mit einem/r Partner/in aus einem Nicht-EU-Land zusammenleben, dann setzt das in der Regel eine Heirat voraus. Familiennachzug für "Lebensabschnittspartner" gibt es nicht.

      Das gilt natûrlich genauso für hier lebende Auslànder. Dort können die 230 Euro zusätzliche Ausgaben aber den Unterschied ausmachen zwischen einer Zustimmung und einer Visumsablehnug, weil hierfür nachgewiesen werden muss, dass der Lebensunterhalt gesichert ist.

      Insgesamt bedeutet der Vorschlag einen Bruch mit dem bisherigen System, das sich durch alle mögluchen Rechtsbereiche zieht. Man müsste dann logischerweise auch den hõheren Freibetrag bei der Erbschaftssteuer, die Witwenrente und insondere die staatliche Beihilfe in Höhe von 70% für die Krankheitskosten von Ehepartnern von Beamten abschaffen.

      • @ORothe:

        "Wenn ein/e Deutsche mit einem/r Partner/in aus einem Nicht-EU-Land zusammenleben, dann setzt das in der Regel eine Heirat voraus." und "Dort können die 230 Euro zusätzliche Ausgaben aber den Unterschied ausmachen zwischen einer Zustimmung und einer Visumsablehnug, weil hierfür nachgewiesen werden muss, dass der Lebensunterhalt gesichert ist."

        Wenn 230 Euro pro Monat einen Unterschied machen, sollten vielleicht beide Partner erwerbstätig sein, bis Kinder kommen. Ein nicht erwerbstätiger Partner muss ja ohnehin vollständig "subventioniert" werden, Miete, Lebenshaltungskosten, Sportstudio usw..

      • @ORothe:

        Sie bringen jetzt eine ganze Reihe von Argumenten, nur haben diese nichts mit der Mitversicherung zu tun.