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Klimafreundlichere Alternative zum FlugNeuer Nachtzug zwischen Paris und Berlin startet

Ein neuer Nachtzug verbindet Paris und Berlin: European Sleeper startet mit drei Fahrten pro Woche – ab Mitte Juli auch über Hamburg.

Zurückbleiben bitte! Der neue Nachtzug von European Sleeper verbindet Paris und Berlin Foto: european sleeper

dpa/taz | Zwischen Paris und Berlin gibt es wieder einen Nachtzug: Die erste Verbindung des niederländisch-belgischen Bahn-Unternehmens European Sleeper sollte am Donnerstag (18.03 Uhr) vom Pariser Gare du Nord Richtung Bundeshauptstadt starten. Dreimal pro Woche ist der Zug zwischen beiden Metropolen unterwegs. Die Fahrzeit beträgt rund 16 Stunden. Einziger Zwischenhalt in Deutschland ist vom 13. Juli an der Bahnhof Hamburg-Harburg. Außerdem hält der Zug in Mons, Brüssel und Lüttich. Nachtzüge sind eine klimafreundlichere Alternative zu vielen Flügen.

European Sleeper übernimmt damit eine Strecke, die die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) Mitte Dezember wegen wegfallender staatlicher Zuschüsse aus Frankreich eingestellt hatten. Dieser von der ÖBB in Kooperation mit SNCF und DB eingesetzte Zug fuhr dabei über Straßburg, Frankfurt und Erfurt. Gegen die Einstellung dieser erst zwei Jahre zuvor wieder neu eingeführten Verbindung gab es größeren Protest. Daraufhin sprang European Sleeper ein, um die beiden Metropolen zu verbinden. Das Unternehmen betreibt bereits eine Verbindung zwischen Brüssel und Prag über Berlin.

Am Donnerstag kostete ein Ticket für eine Fahrt am Freitag, 26. Juni, von Berlin nach Paris für einen Erwachsenen im Sitzabteil knapp 50 Euro, im Liegeabteil mit 5 Plätzen rund 50 Euro und im Liegeabteil mit 3 Plätzen 110 Euro. Es gibt auch teurere Optionen, zum Beispiel mit breiteren Betten.

Rege Nachfrage nach Nachtzügen

Nachtzüge erfreuen sich zwar reger Nachfrage, da sich wieder mehr Menschen für eine Fernreise per Bahn entscheiden und dabei auch vor langen Fahrten nicht zurückschrecken. Die staatlichen Bahngesellschaften beklagen aber dennoch, dass diese Verbindungen nicht rentabel sind. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Nachtzüge tagsüber auf dem Abstellgleis stehen, während ein ICE beispielsweise mehrmals täglich auf einer Strecke hin- und herfährt und damit wirtschaftlicher ist.

Bei European Sleeper handelt es sich eigenen Angaben zufolge um ein genossenschaftliches Eigentumsmodell. Projektunterstützer erwerben Anteile und finanzieren so die Verbindungen.

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