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Gestärkte Wirtschaftsministerin ReicheMarktradikale mit großer Fanbase

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Katherina Reiche hat noch nichts auf die Kette gekriegt, auch aus Wirtschaftssicht. Doch ihr ideologischer Überbau schützt sie.

Lichtgestalt des marktradikalen Flügels in der Union: Wirtschaftsministerin Reiche, im Gespräch mit Kanzler Merz Foto: Michael Kappeler/dpa

K urz sah es so aus, als sei CDU-Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche angezählt. Aber sie sitzt fester im Sattel denn je – obwohl die Union mit dem Tankrabatt eine Entlastung mitbeschlossen hat, die der Christdemokratin aus „ordnungspolitischen“ Gründen mächtig gegen den Strich geht, weil sie gegen jegliche Preiseingriffe ist. Die Ministerin ist zur Lichtgestalt des marktradikalen Flügels in der Union geworden.

Nachdem Reiche SPD-Finanzminister Lars Klingbeil wegen dessen Vorschläge zur Dämpfung der Energiepreise öffentlich brüskierte, ließ Kanzler Friedrich Merz umgehend sein Befremden darüber an Medien streuen. Doch wer glaubt, damit sei Reiches Amt in Gefahr, irrt. CDU-Ministerpräsidenten nennen sie eine „Stimme der Vernunft“, die Chefs des einflussreichen Parlamentskreises Mittelstand und der Jungen Union stehen hinter ihr. In der CDU-Vorstandssitzung erhielt sie Applaus. Auch Merz stärkte ihr wieder den Rücken.

Dabei: Gründe für eine Abberufung Reiches gäbe es genug. Noch hat sie kein großes Projekt abgeschlossen, weder die Ausschreibung neuer Kraftwerke zur Absicherung des Kohleausstiegs noch die Einführung eines Industriestrompreises. Die deutsche Wirtschaft kommt auch wegen hoher Energiepreise nicht in Schwung. Die Ministerin hat offensichtlich keine Idee, wie eine Trendwende gelingen kann.

Das stört den Wirtschaftsflügel der Union und seine Ableger in Unternehmensverbänden aber nicht. Denn ihnen gefallen die simplen Antworten der Ministerin auf die schwierige wirtschaftliche Lage, weil sie sie teilen: Die Leute sollen länger arbeiten, der Sozialstaat soll geschleift, die Steuern für Unternehmen sollen gesenkt und die Klimaziele vertagt werden – und der Staat soll sich ansonsten raushalten.

Reiche lässt keine Gelegenheit aus, diese Ideen zu präsentieren. Sie hat sich damit, obwohl rhetorisch keineswegs für diese Rolle geeignet, zur Repräsentantin dieses Unionsflügels gemacht. Und der ist mächtig, auch weil der Kanzler im Prinzip genauso denkt.

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Das gibt ihr Rückenwind, um ihre verqueren energiepolitischen Vorhaben durchzusetzen. Und das wird es ihren Gegnern auch in der eigenen Koalition schwerer machen, falsche Weichenstellungen zu verhindern. Das ist bitter. Denn Reiche macht genau das, was ihrem Vorhänger Robert Habeck fälschlicherweise vorgeworfen wurde: Sie handelt hoch ideologisch, auch in Zeiten des Ölschocks.

Statt dem Ausbau der Erneuerbaren einen neuen Schub zu geben, hält sie an ihren Plänen fest, die Energiewende brachial abzuwürgen. Aus der CDU wird sie niemand daran hindern, auch wenn das Ganze ökonomischer Wahnsinn ist.

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Anja Krüger
Parlamentskorrespondentin
Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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40 Kommentare

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  • Und sie lässt offenbar auch noch die Industrie für sich arbeiten:

    "Reiche-Ministerium bat Gaslobby um Argumente für Gaskraftwerke /



    Das Wirtschaftsministerium hat beim EnBW-Konzern Vorschläge bestellt, die Batteriespeicher gegenüber Gaskraftwerken benachteiligen würden. Im Lobbyregister wurde das erst nach Anfrage des SPIEGEL vermerkt.



    Von Stefan Schultz



    15.04.2026, 11.1"

    Das halte ich für einen Skandal.

  • Natürlich würgt Frau Reiche, als ex Lobbyistin und vormalige Managerin von Westenergie die Energiewende ab. Infos bei Lobbycontol oder Parabelritter youtu.be/r1Xyu45k4...s=9tuiAAXmcJ2xjSXf

    Ihre politische Vergangenheit verbrachte Reiche in Ministerien die unter Merkel die Zeichen der Zeit verschlafen haben (Verkehr, Umwelt) ... Wir können danke sagen für fehlende Radwege, Bahndesaster ...

    Die Frau ist eben Verbrenner Freundin und produziert wenn sie den Begriff Nachhaltigkeit im Munde führt nur heiße Luft. Wir dürfen das dann schlucken. Reiche schlägt allen auf die Bronchien, verstört aktiv was biologisch noch funktioniert hat und zerschlägt Porzellan wo nachhaltiger umgelenkt wurde. Schließlich verhindert sie so die Zukunftsfähigkeit der Industrie hierzulande ... Was im Gesamtdunkeldeutschland potentiell, mehr soziale Verwerfungen und mehr Stimmen für die Rechte erzeugen dürfte.

    Reiche ist nix als ein Lude der alten emissionsgesettigten Energiewirtschaft.



    Passt zu Lobbykanzler aus der Vermögensverwaltung und Big Daddy Merz ('Töchter') vielleicht der eigentliche Lude hat hier seine Gislane gefunden. Bei ihnen heißt Maul auf schlucken - Dtl. für wen schaffst du an?

  • Reiche ist doch nicht marktradikal, sondern lediglich ihren Ex-Arbeitgebern verbunden. Wenn Sie(und ihre Ünterstützer) wirklich marktradikal wäre(n), dann würden Sie Subventionen und Marktbeschränkungen aufheben/reduzieren und die günstigsten würden sich duchsetzen. Und das wäre weder Atomkraft noch das Verbrennen von fossilen Kraftstoffen.

    • @Anna Bell:

      "... sondern lediglich ihren Ex-Arbeitgebern verbunden.": Und v.a. auch den zukünftigen. Irgendwann wird sie ja wieder einen hochdotierten Job in der Wirtschaft brauchen. Man könnte meinen, sie wähnte sich bereits in der Bewerbungsphase.

  • Aus meiner Sicht ist hier spätestens bei der Überlegung der Spaß zu Ende, dass wir alle als Steuerzahler nicht nur die Kosten für den gutbezahlten Ministerposten tragen, sondern am Ende auch für die sich jetzt schon auftürmenden Schäden, die sie dort anrichtet. Weitestgehend kenntnisfreiund ignorant gegenüber technischen Entwicklungsabläufen, moderner Ökonomie und politischer Lage darf sie unter dem Beifall von CDU und CSU die Zukunft des Landes zerstören, statt ihre Arbeit zu machen. Hier endet bei mir auch der Glaube an den Sinn des Ministereides: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“



    Es wir Zeit, das Herr Merz seine Arbeit macht, indem er sich nach einem glaubwürdigeren Beispiel für seine vielzitierten Leistungsträger umsieht.

    • @Christine_Winterabend:

      Dazu müßte Merz selbst erst einmal Leistungsträger sein, aber dazu sind seine eigenen Defizite auf nahezu allen Gebieten einfach zu groß. Runtergebrochen hat sich Merz nur deswegen an die Kasse gedrängelt, um wenigsten teilweise die Schmach zu tilgen, die ihm die Merkel zu ihrer politischen Lebzeit zugefügt hat.



      Viel wichtiger erscheint mir die Frage, warum sich die SPD für dieses Elendsschauspiel hergibt bzw. warum die verbliebenen Mitglieder dieser Partei ihre Spitzen nicht ultimativ auffordern, dem Theater ein Ende zu setzen.

    • @Christine_Winterabend:

      Reiche ist mitnichten kenntnisfrei, und auch gar nicht ignorant - gegenüber fossilen Interessen. Die vertritt sie sehr sehr gut.



      Aber ebenso wie ihrem Chef fehlt ihr jedes Interesse daran die Menschen, alle Menschen in Deutschland und der EU zu vertreten.

      Reiche und Merz sehen die Welt nur aus der Perspektive kapitalistischer Konzerninteressen. Ob sie tatsächlich denken, dass damit am Ende doch allen geholfen würde - trickle down - ob sie schlicht bösartig sind oder irgendwo dazwischen, wissen sie nur selbst.

      • @Bartl:

        Auch "trickle-down" ist in der modernen Ökonomie längst widerlegt, und wir sehen ja auch selbst gerade an allen Ecken, was das für ein Blödsinn ist. Am besten schickt man sie erst mal in eine Hauswirtschaftsschule, damit sie versteht, wie Lieschen Müller ihren Haushalt meistert. Als nächstes wäre dann der Garten dran, um zu Lernen, wozu wir das Klima brauchen.

  • Und wer kehrt dann den ganzen Mist wieder zusammen? Darüber scheint sich kaum jemand Gedanken zu machen, auch auf Wählerseite nicht. Warum werden nach jahrzehntelanger verfehlter Wirtschafts- und Sozialpolitik immer noch SPD und CxU gewählt? Weil es vielen immer noch zu gut geht und sie nie wirklich schlechte Zeiten erlebt haben? Anders kann ich es mir nicht vorstellen.

  • Das mit dem Gas stiz so nicht ganz, ein gewisser Habeck hat seinerzeit verlautbaren lassen dass 71 Gaskraftwerke gebaut werden müssen!



    Außerdem müssen wir für die E-Energien parallel Kraftwerke betrieben werden, d.h



    für jede PV-Anlage oder WKW muss eine alternative vorhanden sein, etwas, was uns die Energiewende eingebrockt hat.



    Ohne Gesamtkonzept also vollkommen sinnlose Doppelbereitstellung.

    • @Reinero66:

      Das stimmt schon lange nicht mehr. Batterien gleichen schwankende Stromerzeugung inzwischen schon über Nacht aus, mit stark steigender Tendenz.



      Es ist nicht so, daß die gleiche Kapazität erneuerbar und fossil vorgehalten werden muß.

  • "Was macht Katherina Reiche eigentlich beruflich?" fragte sich Christian Stöcker am vergangenen Wochenende in seiner Kolumne und deckt darin auf, wie diese Dame sich selbst widerpricht. Sehr lesenswert, wie ich finde!!

    www.spiegel.de/wis...-b40f-94c7877555c8

  • Wie kann man Reiches Ideologie 'marktradikal' nennen?



    Das Gegenteil ist der Fall: Marktwirtschaft funktioniert radikal nur mit wirksamer Regulierung zwecks freien und fairen Marktzugangs aller Teilnehmer. Genau das haben wir in D. in vielen Bereichen nicht. Sondern direkte und indirekte Dauersubventionierung veralteter Technologien (Dienstwagenprivileg, Dieselprivileg, Pendlerpauschale, Kohle-, Atom-(inklusive Enlagerkosten!), Stahl- und jetzt wieder geplant Gasindustrie!) bzw. ganzer Industriesektoren. Dazu ein Kartellamt, dass nahezu vollkommen untätig ist gegen das Entstehen und die Marktmacht der Kartelle (Kraftstoff, Lebensmittel"Einzel"-Handel, E-bike Preisabsprachen etc. pp.).



    Nein, Frau Reiche fördert unregulierten Kapitalismus mit allen seinen- Wohlstandsverluste für die Gesellschaft produzierenden- Nachteilen.



    Im Ergebnis macht sie Politik gegen die Menschen und für einseitige Wirtschaftslobbies, v.a. der fossilen Industrien.



    Das ist nichts anderes als:



    Korruption.



    Mit Marktwirtschaft hat das nichts zu tun.

  • Verstrickungen von Wirtschaft und Politik, ala FDP, kein Wunder werden die nicht mehr benötigt.



    Die Union hat den Populismus erfolgreich integriert. Hoffentlich beschleunigt es den Niedergang.

  • Was auch immer man von ihrer Ideologie hält, war es doch verständlich, das Reiche nicht ausgerechnet wegen einer Meinungsäußerung vom Hof gejagt wird, die sich mit der Ansicht so ziemlich aller Wirtschaftsexperten deckt: Hältst Du in einem Mangelmarkt die Preise künstlich niedrig, bleibt die Nachfrage hoch, und es ändert sich nichts am preitreibenden Mangel. Am Ende hat man Milliarden in die Preisstabilisierung gesteckt, nur um dann zuzuschauen, wie die Preise TROTZDEM weiter klettern. Ich freue mich zwar ganz egoistisch auch auf die zumindest temporäre Weitergabe des Steuergeschenks an die Zapfsäule, aber ich kann es der Wirtschaftsministerin nicht verübeln, dass sie dazu den ökonomisch besser begründeten Standpunkt vertritt.



    "Ideologisch marktradikal" wäre hier übrigens gewesen, die Steuersenkung schon deshalb zu begrüßen, weil sie eine Steuersenkung ist...

  • Klar gefällt das der Union und da den Arbeitgeberfreunden. Warum auch in die Zukunft denken, wenn man die doch selbst gar nicht mehr erlebt ?

  • Frau Reiche ist Ministerin, weil sie die Politik macht, die Merz richtig findet. Ende der Geschichte.

    • @Kaboom:

      Und für diese Politik wurde Reiche und Merz letztendlich auch von den Bürgern gewählt und der Kinderbuch Autor Habeck abgewählt

      • @Stephan Heibges:

        So ist es. Und wie immer finde ich, die Leute sollten unbedingt das bekommen, was sie mehrheitlich gewählt und damit verdient haben.

  • Schade, dass Habeck das Amt abgeben mußte, er hatte doch



    versprochen, „das Ding ( die Northvolt-Batterieproduktion in Heide)



    glatt zu ziehen“ - und wenn es auch ein paar hundert Millionen



    Steuergelder mehr gekostet hätte, das schöne Märchen von der



    Unabhängigkeit bei der Batterieherstellung wäre es Wert gewesen.

    • @behr Behr:

      Bei Batterien - da braucht es übrigens Flankierung gegen die chinesische Dumpingstrategie - ist Geld immer noch deutlich besser aufgehoben als bei rückwärtsgewandtem umweltschädlichem Fossil.



      Ja, schade an dem Platze ist Frau Reiche, um die es hier geht, wirklich.

  • Ja, Reiche ist schlecht fürs Land.



    Es ist gut, dass sich die Koalitionsspitzen an ihr vorbei geeignet haben.



    Der Artikel rückt auch nochmal die Tatsachen zurecht:



    es gab nämlich keinen "Streit in der Koalition" ( wie in den Medien verlautete), sondern Reiche allein hat Klingbeil verbal angegriffen.



    Dass Merz nur sein Befremden über Andere verlauten lässt, zeigt, wie schwach er ist.



    Realistisch betrachtet ist Reiche ein Klotz am Bein.



    Ihr, selbst von der Union als unbrauchbar gewerteter Vorschlag zur Erhöhung der Pendlerpauschale wäre übrigens wieder Arbeit für das Finanzministerium gewesen.



    Könnte sein, dass Sie bei den derzeitigen Plänen auch selbst mal was leisten muss.



    Zerstörung und Ausbremsen der heimischen Wirtschaft ist übrigens keine Leistung!



    Dass Sie die unbeliebteste Ministerin sind, haben Sie sich selbst zuzuschreiben. In Krisenzeiten ist Weitsicht, aber auch Reaktionsschnelle gefragt. Mit beidem können Sie offenbar nicht dienen.



    Die Ampel konnte sich hier auf Vieles einigen. Nun ist auch das Geld vorhanden, dass der Ampel fehlte.



    Gut, dass sich die Regierung weiter an ihr orientiert.



    Dass Zukunft Unabhängigkeit heißt, setzt sich hoffentlich auch durch!

  • "Die Ministerin ist zur Lichtgestalt des marktradikalen Flügels in der Union geworden."

    Wenn Frau Reiche das Licht ist. Was bitte ist dann Dunkelheit?

    Außer Parolen kommt von unserer Gasprinzessin nichts. Das gefällt dem marktradikalen Flügel zwar, bringt ihr aber sogar aus der Industrie Kritik ein. Schließlich setzen auch dort nicht alle auf Öl und Gas. Dort gibt es längst Geschäftsmodelle, die sie schädigt.

  • Reiche und die sie stützenden Kräfte sind konzeptionell komplett blank. Eine Idee von Wirtschaftspolitik jenseits von Maximalbereicherung, eine Idee gar, dass Wirtschaften einen gesellschaftlichen Zweck erfüllen könnte, fehlt. Deswegen gibt es keine strategische Industriepolitik und eklatante Unterinvestitionen in Zukunftsfeldern.

    • @My Sharona:

      Das fasst es sehr gut zusammen. Das komplette Fehlen jeglicher strategischer Planung ist mittlerweile geradezu das Aushängeschild erzkonservativer Politik.

  • Wer in den 1990ern nicht selbständig dachte, hat womöglich mehr Neoliberalismus inhaliert als gut tat.



    Heute sollte mensch aber mal in die Zahlen und Forschungen schauen.



    Reiche macht unser Land kaputt, und das übrigens sogar gegen neoliberal geprägten Verstand. Sie sollte rasch Botschafterin in Baku werden.

    • @Janix:

      Sie haben Recht. Man hat den Eindruck Reiche und ihre Fans haben seit den 90ern jenseits von Springer keine Zeitung mehr gelesen oder gar eine wissenschaftliche Abhandlung. Anti-Intellekttualismus und Wissenschaftsvermeidung ist notwendiger Teil des Kulturkampfes.

  • Bei den 'Beliebtheitswerten' wird sie Merz nicht gefährlich werden, außer im "negativen Ranking".



    Bei news.de vor wenigen Tagen:



    "Deutschlands Politiker im Ranking: Friedrich Merz im steilen Sinkflug - nur einer ist noch unbeliebter als der Kanzler



    In der Rangliste von Deutschlands beliebtesten Politikerinnen und Politikern geht es für Bundeskanzler Friedrich Merz weiter steil bergab. Auf den vorderen Plätzen sorgt indes eine Politikerin für eine handfeste Umfrage-Überraschung."



    (Heidi Reichinnek)



    Am Ende steht dort:



    "Das Schlusslicht bildet unverändert Unionsfraktionschef Jens Spahn auf dem letzten Platz. Der 45-Jährige verharrt auf Position 20. Einen kleinen Lichtblick gibt es für Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche: Die CDU-Politikerin verbesserte sich leicht von Rang 19 auf Platz 18. Damit belegen drei Vertreter der Unionsparteien die hinteren drei Plätze des Insa-Rankings."



    Relegationsplatz erreicht?

    • @Martin Rees:

      Wenn man davon ausgeht das in diesem Ranking Pistorius der beliebteste Politiker ist obwohl er in seiner ganze Amtszeit Null Komma Null, oder weniger, zu Stande gebracht hat zeigt den Wert solcher "" Ranglisten "".

  • es wir dmit den Füßen abgestimmt. Mal sehen, wie sich die Zulassungszahlen von E-Autos und die Installationen von Wärmepumpen so entwickeln, die Zahl derer die sich beim zweiten Preisschock bei Gas und Öl noch für Verbrenner und Gasheizung entscheiden dürfte weiter sinken.

  • Es ist wirklich zum Fortlaufen. Nichts ist teurer als der fossile Kram - und wird es auf lange Zeit bleiben. Katar hat gerade verkündet, dass alleine die Reparatur an ihrem Gasfeld 100 Milliarden Dollar kosten wird.

    Die SPD hätte mit Nina Scheer eine Energiepolitikerin von bemerkenswertem Sachverstand und die CDU wäre mit Andreas Jung auch nicht völlig blank. Statt dessen lässt man bei so einem wichtigen Thema die Gurkentruppe Reiche, Klingbeil, Merz und Söder wurschteln - und die einigen sich dann auf Subvention für fossile Kraftstoffe, weiteres Bremsen bei der Elektrifizierung des Straßenverkehrs und anschließend vermutlich darauf, dass Frau Reiche ihre Vollbremsung beim Ausbau der Netze und Speicher durchziehen darf. Praktisch in jedem einzelnen Punkt genau das Gegenteil dessen, was wir brauchen.

  • "(...) obwohl die Union mit dem Tankrabatt eine Entlastung mitbeschlossen hat, die der Christdemokratin aus „ordnungspolitischen“ Gründen mächtig gegen den Strich geht, weil sie gegen jegliche Preiseingriffe ist. "

    Na den Grünen geht das genauso gegen den Strich, die müssten dann ja jetzt zu Reiche halten und gegen die SPD holzen, die den eigentlich CO2-mäßig nötigen Marktpreis kurzsichtig-populistisch runtersubventioniert.



    www.gruene.de/arti...mineraloelkonzerne

  • Ich kann verstehen, dass man andere Ziele als Frau Reiche hat.

    Ist es aber nicht unlogisch, ihr gleichzeitig Untätigkeit und falsche Weichenstellung vorzuwerfen? Entweder oder!

    • @GregTheCrack:

      Kein Widerspruch. Reiche ist untätig, wo es nötig wäre (Netzausbau, -flexibilisierung und -speicherung) und zeigt gleichzeitig bemerkenswerte Aktivität beim Abwürgen der Umstellung auf Erneuerbare.

  • Ich sage nur: "Die Ökonomie kennt keine Übergewinne." Und auch keine Kriegsgewinnler. Und auch keine Egoisten, die die Ressourcen von morgen heute verfrühstücken.



    Was erwartet man von einem Kabinett, an desse Spitze ein Blackrocker steht?

  • Ja, das ist wohl so wie Anja Krüger das beschreibt. Und - so ist Deutschland. Ideologisch verbohrt bis in die Haarspitzen. Wenn dann noch Vermögensverlust in Aussicht steht, setzt der Besitzwahrungsreflex ein, gleichgültig wieviel Opfer das kostet. Das kann soweit gehen, wie die Deutschen 1933 schon mal erlebt haben. Es hat sich kaum was geändert, außer - die rebellische, aufklärerische Jugend fehlt. Die sind längst in der Falle der Digitalisierung und der sozialen Medien gefangen. Keine guten Aussichten.

    • @shitstormcowboy:

      Tja, Reiche ist nicht gut für die Armen.



      Und für die Umwelt schon garnicht. Aber ich würde der Jugend nicht ihre Widerstandsfähigkeit aberkennen, die Alten sind das Problem.

      • @Stefan Schmitt:

        Ja, ja, "die Alten".



        Warum nicht gleich "die Boomer"?



        Jeder braucht wohl ein Feindbild.



        Gregor Gysi oder Volker Pispers sind auch "Alte".



        In solchen Diskussionen wohlfeile Feindbilder zu bedienen, ist einer vernünftigen Diskussion nicht förderlich.

        • @The Calif:

          Es geht nicht um „die Alten“ als Menschen, sondern um die Generation, die seit Jahrzehnten am Stellwerk sitzt und die Richtung vorgibt – in Vorständen, Parlamenten und Chefetagen. Dort werden die Entscheidungen getroffen, nicht im Jugendzimmer.

          Ein paar prominente Gegenbeispiele zu nennen, ist da ungefähr so hilfreich wie zu sagen: „Es gibt auch nette Autofahrer“, während der Verkehr kollabiert.

          Und klar, niemand hört gern, dass die eigene Generation Teil des Problems sein könnte. Aber das macht es nicht weniger wahr.

          Die Jugend hat übrigens kein „Feindbild“ – sie hat eine Zukunft, mit der sie leben muss. Und reagiert auf die Rahmenbedingungen, die andere geschaffen haben.

          Man kann das moralisierend nennen. Oder einfach Realität.

    • @shitstormcowboy:

      ... oder die Kids, die Protest gewagt haben werden kriminalisiert: RAF-Nachfolger, Revoluzzer etc. Selbst hier in diesem Forum kann man lesen, dass Revolution mit Gewalt verbunden und undemokratisch sei - eine Folge der Hetze. Kein Wunder, dass sich nur noch wenige Mutige für wirksamen Protest finden. Da grummelt man lieber und fällt auf die Rattenfänger der agD herein.