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Antwort auf Verkehrsminister SchniederBahn-Bashing? Nicht mit uns!

Nun lästert selbst Verkehrsminister Schnieder über die Deutsche Bahn. Da sollte er mal diesen Text lesen: Nur Gutes über den bundeseigenen Konzern.

Kopfstand zur Ehrenrettung der Bahn! Foto: Markus Mainka/imago

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat der Funke Mediengruppe gesagt, der Zustand der Deutschen Bahn (DB) „geht schon in eine demokratiegefährdende Richtung“. Ja, der bundeseigene Konzern muss besser werden, aber dieses mittlerweile übliche In-Grund-und-Boden-Reden ist übertrieben.

Die meisten (!) Fernzüge kommen pünktlich: 2025 erreichten laut Konzern 60,1 Prozent der DB-Fernverkehrszüge pünktlich das Ziel. Der Abstand zum Flugverkehr ist geringer, als viele denken: An den vier größten Flughäfen Deutschlands starteten im vergangenen Jahr dem Fluggastrechteportal Flightright zufolge zwar 72,5 Prozent der Verbindungen pünktlich. Aber da gilt eine Abweichung von mindestens 15 Minuten als verspätet, bei der Bahn sind es nur 6 Minuten.

Wer früh bucht, fährt konkurrenzlos billig: zum Beispiel für 47 Euro mit BahnCard 25 und 2 Kindern selbst an einem Großreisetag wie dem Beginn der Winterferien von Berlin an den Vierwaldstättersee in der Schweiz.

Kinder bis inklusive 14 Jahre reisen im Fernverkehr kostenfrei mit einer Begleitperson, die mindestens 15 Jahre alt ist. Das gibt’s weder im Flugzeug noch im Bus oder bei den meisten Bahngesellschaften in Europa.

Gepäck ist anders als bei Billigfliegern inklusive.

Mit dem City-Ticket (bei vielen Fernverkehrstickets dabei) ist die Fahrt mit S-Bahn, Tram oder Bus zum Startbahnhof und vom Zielbahnhof zum Hotel in rund 140 Städten bereits kostenlos enthalten.

Die Bahn ist oft viel schneller als das Auto oder der Bus. Von Berlin Hauptbahnhof nach München Hauptbahnhof braucht die Bahn 4 Stunden, das Auto 6:15 Stunden der Bus 7:40 Stunden (plus Fahrt zum Zentralen Omnibusbahnhof).

Während das Auto zur Ferienzeit unweigerlich im Stau steht (was die 6:15 Stunden nach München schnell auf 9 Stunden verlängert), fährt die Bahn auf ihrer eigenen Trasse einfach vorbei.

Bei der Bahn verliert man keine Zeit bei Sicherheitskontrollen wie am Flughafen.

Bahnhöfe sind mitten in der Stadt – nicht außerhalb wie viele Flughäfen.

Die Bahn ist nach Berechnungen des Umweltbundesamts von 2024 das klimafreundlichste der wichtigsten Verkehrsmittel. Pro Kilometer und Person stößt sie im Fernverkehr im Schnitt nur 26 Gramm CO₂-Äquivalente aus, der Fernbus 30, das Auto 164 und der Inlandsflug 290 Gramm.

Die Bahn ist das sauberste der wichtigen Verkehrsmittel. Pro Kilometer und Person produziert sie im Fernverkehr demnach im Schnitt nur 0,03 Gramm Stickoxide und 0,001 Gramm Feinstaubpartikel. Das Auto zum Beispiel liegt bei 0,29 Gramm Stickoxiden und 0,012 Gramm Partikeln.

In der Bahn ist die Gefahr von Unfällen viel niedriger als in Bussen oder Autos. „Im Zehnjahresschnitt von 2015 bis 2024 war das Risiko für Reisende, mit dem Zug tödlich zu verunglücken, 52-mal geringer als für Insassen eines Autos“, schreibt die Allianz pro Schiene. Vergleicht man die Sicherheit von Zug und Auto pro Personenkilometer, ist das Risiko einer schweren Verletzung bei jeder Autofahrt gut 140-mal höher als bei einer Bahnfahrt.

Die Deutsche Bahn zahlt Entschädigungen bei Verspätungen meist problemlos. Fluggesellschaften dagegen verweigern sich regelmäßig.

Vielfahrer bekommen Freigetränke in der Bordgastronomie: Wer mit dem Bahnbonus-Programm binnen 12 Monaten mindestens 1.500 Statuspunkte (1 Euro Umsatz = 1 Punkt) sammelt, hat den Silber-Status und bekommt 8 Getränke gratis. Wer noch mehr fährt, erhält noch mehr.

Die DB Lounges an 13 Bahnhöfen haben super WLAN, kostenlose Getränke und sogar gedruckte Zeitungen. Der Zutritt ist gratis zum Beispiel für BahnBonus-Kunden ab Silber-Status.

Besonders Sechserabteile oder Vierertische sind kommunikativer als Bus oder Flugzeug. Da haben sich schon künftige WGs kennengelernt.

Bahngeschwindigkeit ist humaner als Flugtempo. Gerade bei sehr weiten Fahrten kann man viel mehr Gefühl für die Weite und Vielfalt Europas entwickeln.

Besonders die neuen ICE sind schick und komfortabel – inklusive Toiletten mit kontaktloser Spülung.

In der Bahn kann man sich viel mehr bewegen als in Auto, Bus oder Flugzeug. Das ist jetzt besonders wichtig bei Reisen mit Kindern.

Bei der Deutschen Bahn zahlt man sein Geld nicht an einen privaten Konzern, sondern an ein staatliches Unternehmen. Bahnkunden füttern nicht irgendwelche Reichen.

In der Bahn kann man die Zeit sinnvoll nutzen und muss nicht steuern.

In der Bahn muss man sich nicht anschnallen.

Im Zug gibt es keine Turbulenzen.

In der Bahn wird man nicht reisekrank wie viele Leute im Auto oder Bus.

Dank Steckdosen an fast jedem Platz (im ICE) und Tischen sowie WLAN ist die Bahn das einzige Verkehrsmittel, in dem man produktiv am Laptop arbeiten kann. Im Auto geht das gar nicht, im Flugzeug und Bus ist es oft zu eng.

Während Haustiere im Flieger oft in den Frachtraum müssen oder im Bus gar nicht erlaubt sind, können Hunde in der Bahn (angeleint und mit Maulkorb) unkompliziert mitreisen.

Nachtzüge sparen eine Hotelübernachtung ein. Man steigt abends in Berlin ein und wacht morgens in Paris, Wien oder Zürich auf – das bietet kein Auto und kein Flugzeug in dieser entspannten Form.

Moderne Züge wie der neue ICE L oder ICE 3neo ermöglichen Rollstuhlfahrern oder Eltern mit Kinderwagen einen deutlich einfacheren, oft sogar stufenlosen Einstieg als die engen Gänge und Treppen in Flugzeugen oder Bussen.

Bahnfahrer kommen im Stadtzentrum an und müssen keine horrenden Parkgebühren in Parkhäusern zahlen oder ewig kreisen, um das Auto loszuwerden.

Der ICE bietet spezielle Ruhebereiche, in denen lautes Telefonieren und Musik untersagt sind. Das gibt es weder im Bus noch im Flugzeug, wo man oft der Geräuschkulisse der Sitznachbarn ausgeliefert ist.

Im Bordrestaurant des ICE isst man nicht aus Plastikschalen wie im Flieger. Man bekommt sein Essen auf echtem Geschirr. Ist auch umweltfreundlicher.

Die Bahnstrecken führen oft durch Naturschutzgebiete, über historische Viadukte oder direkt an Flüssen (wie dem Rhein) entlang, die man von der Autobahn aus nie sehen würde.

ICE-Fahrgäste können sich jederzeit im Bordbistro einen frischen Kaffee oder Snack holen. Sie müssen nicht warten, bis der Servicewagen im engen Flugzeuggang endlich bei ihrer Sitzreihe ankommt.

Da Züge am Boden bleiben, gibt es keinen schmerzhaften Druckausgleich in den Ohren wie beim Start oder Landeanflug eines Flugzeugs – besonders für Menschen mit empfindlichen Nebenhöhlen ein Pluspunkt.

Im Gegensatz zum Flugzeug kann man im Zug sein Lieblingsshampoo in der 500-Milliliter-Flasche, eine Glasflasche Wein oder die Thermoskanne Kaffee mitnehmen, ohne sie bei einer Kontrolle abgeben oder umfüllen zu müssen.

Im Gegensatz zum Flugzeug müssen Bahnfahrer ihr Smartphone oder Tablet nie in den Flugmodus schalten oder weglegen. Es gibt kein Handyverbot wie beim Starten oder Landen eines Flugzeugs.

Die Deutsche Bahn kann über sich lachen. Die vom Konzern in Auftrag gegebene Webserie „Boah, Bahn! Wir sitzen alle im selben Zug“ mit Anke Engelke in der Hauptrolle nimmt auch die Tiefen des Bahnalltags selbstironisch auf die Schippe.

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74 Kommentare

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  • Die Bahn wird saniert und darüber sollte jeder jubeln!



    Stattdessen wird gemault.



    Von wem?



    Von den 80 Millionen "Bundestrainern".

    Danke für diesen Artikel in der taz!

  • Eim paar Punkte fehlen mir noch:

    Stundenlanges Warten auf kalten, zugigen, verdreckten, stinkenden Bahnhöfen auf heillos verspätet Züge oder Ersatzbusverkehre.

    Hocken auf Zugfluren, meist vor den Toiletten, weil der Zug mit Sitzplatzreservierung im Ganzen oder in Teilen nicht kam, der Zug überfüllt ist und die Reservierung futsch.

    Nervtötende Mitresende, die schmatzend über Stunden Dinge mit ekelhaftem Geruch verspeisen.

    Mitreißende, die den ganzen Wagon beschallen mit ihrem Geschwätz.

    Johlende und prostende Kegelclubs auf Tour oder Junggesellinenabschiede.

    Diverse Körpergerüche, die durchs Abteil wabern.

  • Was mich an der Bahn am meisten stört ist, dass es dort immer noch alkoholische Getränke zu kaufen gibt (Stichwort "8 Getränke"), Wenn man mit ca 180 Menschen für mehrere Stunden zwangsvergemeinschaftet ist , ist bestimmt eine/r dabei, der das eigentlich nicht verträgt und möglicherweise unberrechenbar wird.



    Z. B. ist für Personen mit einer sozialen Phobie (= diffuse Angst vor anderen Menschen, Jahresprävalenz in Deutschland 8% der Bevölkerung) einsperrt sein mit ca. 180 anderen eine erhebliche Belastungsprobe, die bekanntermaßen mit Alkohol bis zur Selbstbetäubung bekämpft wird. Ich kann mich an erheblich desorientierte Betrunkene im ICE erinnern, die den Zugbegleiter vor eine unlösbare Aufgabe stellten.

    Welche alkoholischen Getränke gibt es an Bord?



    "Wir bieten alkoholische Getränke wie Bier, Wein, Sekt und Spirituosen an."



    db-bordgastronomie.de/faq

  • 2 Wochen war mein Auto kaputt. 2 Wochen Hölle!

    Station 15 Minuten entfernt , mit Fahrad ein klar.



    RE, 2 Stationen zwischen zwei benachbarten Städten im Pott, 1 Station Straßenbahn vom HBF zur Arbeit.



    Fahrzeit inkl. umsteigen laut Bahn: 33 Minuten.

    Keinen Tag unter 1h unterwegs gewesen!

    Keine Info in der Bahn, wann es weiter geht, oder am Steig wann die Bahn gedenkt zu kommen.

    Und das Beste: auf der Rückfahrt wird der nachbarstadtteil angefahren, nicht die Station wie am Morgen. Fahrrad steht also falsch… also zurück der normalen Bahn.

    War ich froh, als das „neue“ Auto da war.

    Es geht nicht mal un schnell. Es geht um verlässlich, um Informationen. Es ist ein Unding ohne Info 20 Minuten in der Bahn irgendwo auf den Gleisen zu stehen.

    Und das war zwischen 2 Großstädten! Nicht auszumalen, wie es auf dem Dorf aussieht

  • Leute, es geht nicht um Eure Bequemlichkeit. Es geht um das Funktionieren der Gesellschaft. Wir leben ein ökonomischen Modell, in dem Verkehr sein muss und es inzwischen als normal angesehen wird, mal eben für wenig Geld in kurzer Zeit kurzentschlossen irgendwo hin zu kommen, und ist es eine Woche auf den Malediven. Das geht nur mit Auslagerung sämtlicher Umwelt- und gesellschaftlichen Kosten, z.B. für die Erdölförderung ins Nigerdelta, für den Bau von Autobahnen und Ortsumgehungen durch Wälder und Moore (und landwirtschaftliche Flächen, die wir dringend brauchen werden) statt durch Siedlungsgebiete, in denen der Verkehr entsteht und für die Umlagerung von Steuereinnahmen in den Auto- und Flugverkehr statt auf die Schiene.



    In Zeiten des Klimawandels sollte es langsam klar sein, dass das nicht normal sein darf und auf Kosten der Zukunft unserer Enkel geht .



    Frage ist also nicht, was bequemer und billiger ist, Auto, Zug oder Flugzeug, sondern wie wir Wege verkürzen und den öffentlichen Verkehr funktionierend gestalten (auch im ländlichen Raum)

    • @JKPotsdam:

      Die Bahn und den Busverkehr müsste Deutschlandweit so sehr ausgebaut werden das würde Milliarden kosten und wir bräuchten so viel Personal das ist nicht zu schaffen und Deutschland hätte nicht das Geld dafür. Da hilft auch keine Steuererhöhung. Für den Staat ist das Auto billiger

  • Stimmt wahrscheinlich alles. Wenn der Zug fährt. Aber das tut er allzu oft nicht.

  • Das verstehe ich jetzt mal als pure Satire... Die Leidensfähigkeit von Bahnkunden ist schon gewaltig. "Von Berlin Hauptbahnhof nach München Hauptbahnhof braucht die Bahn 4 Stunden" das sagt eigentlich schon alles. Wie die meisten Bahnkunden muss ich nicht von Berlin nach München. Ich muss zum Beispiel aus dem Dorf in der Nähe von Würzburg in ein Dorf nahe Augsburg. Zwei oder drei mal umsteigen wenn alles optimal läuft klappt es in 4h24min und dann kommen noch Fusswege on Top. Mit dem Auto ist das in 2,5 Stunden erledigt von Tür zu Tür. Das ist die Realität der Menschen, die nicht in der City neben dem Bahnhof leben und warum ich auf ein Auto auf keinen Fall verzichten will.

    Das D Ticket habe ich trotzdem ich finde es durchaus praktisch den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen und mich nicht um irgendwelche Waben oder Zonen kümmern zu müssen.

    Und Stau gibt es doch bei der Bahn. Bei meinem letzten Ausflug nach Stuttgart mit dem Zug sind wir im Stau gestanden. Wegen Bauarbeiten war nur 1 Gleis nutzbar, was zu einem Stau von Zügen mit passender Durchsage und Verspätung geführt hat. Ist halt schon blöd wenn RB RE ICE und jeder Güterzug nacheinander über ein Gleis rumpeln...

    • @Moonlight:

      Ich hab es mal für mich nachgeschaut, ich fahre gerne nach Tübingen und komme aus dem Bergischen Land. Die Fahrt mit der Bahn spontan (nächstes Wochenende) würde zwischen 6 und 8h dauern und mich zwischen 90-160€ kosten. Busse mit eingerechnet müste ich min. 5 mal Umsteigen. Dazu kämmen dann noch ein paar Laufwege, welche schweres Gepäck unmöglich machen.

      • @JSch:

        Die Laufwege sind das geringste Problem, die können Sie planen. Schweres Gepäck einfach als Krafttraining nutzen. Aber falls Sie unbedingt in Tübingen ankommen wollen, sollten Sie lieber mal 16 Stunden einkalkulieren. Falls Ihnen irgendwo in Baden Württemberg reicht, sollten 10 bis 12 Stunden reichen. Unbedingt eine voll aufgeladene Powerbank mitnehmen, denn Sie werden alle 5 Minuten in der Bahn-App nachschauen müssen, wo Sie als nächstes umsteigen, weil sich die Verbindungen wegen verspäteter oder ausfallender Züge laufend ändern. An grösseren Bahnhöfen haben Sie Internet, das klappt dann schon.

  • Bahn beste wo gibt. Kein Stau, entspannt aus dem Fenster gucken, oft sogar in Fahrtrichtung, ab und an ne Marzipankartoffel kämpfen und den Leuten bei der tagtäglich Hektik zusehen. Hat auch schon mal was meditatives. Solange man eben keine Termine hat

    • @DerLurch:

      Korrektur: es soll natürlich "mampfen" heißen, nicht "kämpfen"

  • Danke für den Artikel.



    Aber, wer schon mal während der Fahrt seinen Snack im Bordbistro holen wollte, weiß: Auch in der Bahn gibt es Turbulenzen.



    Die einen allerdings nur stören, wenn man rumläuft, was man im Flieger ja meist nicht tut. (Thrombosegefahr in der Bahn daher auch meist geringer)



    Es ist höchste Zeit, der Bahn wieder ein besseres Image zuzugestehen, damit die berechtigten Forderungen in Bezug auf Zuverlässigkeit und Komfort auch auf die Möglichkeit einer erweiterten Zielgruppe stoßen.

  • Siehe allerdings auch den Sektvierer,

    taz.de/Laute-Fraue...der-Bahn/!6168012/

    Aus dem Text geht nicht hervor, ob die das Lärmabteil genutzt haben. Und Ruhe im Ruheabteil ist zumindest in Deutschland eh nicht.

    • @derzwerg:

      Ruheabteil ist Muss! Außerhalb ohne noise cancelling Kopfhörer unerträglich, insbesondere in der 2.Klasse

      • @Flocke:

        Ich freue mich, dass Sie die Vorzüge der ersten Klasse genießen. Aber ansonsten kann man die lauten Mitfahren den auch freundlich auf ihr Fehlverhalten ansprechen. Dann hat man auch in der zweiten Klasse Ruhe und kann die Reise entspannt verbringen

        • @DerLurch:

          ich fahre nicht Bahn, um Erwachsene zu erziehen. 80% fahre ich 1.Klasse, den Rest 2.Klasse, das habe ich kürzlich wieder mal gemacht und meinen reservierten Sitzplatz nach 15 Minuten aufgegeben, weil das Mitteilungsbedürfnis vieler Mitreisender doch erheblich war. Ich bin dann auf den Gang vor der Toilette umgezogen, da hatte ich meine Ruhe.

  • Alles, was an der Bahn nicht funktioniert, stammt aus mehreren Jahrzehnten CSU-Politik mit Kaputtsparen und Umverteilung der Steuermittel zugunsten von Autos und Flugzeugen, und das findet weiterhin statt. Statt mit dem Investitionsvolumen tatsächlich zusätzlich Investitionen zugunsten der Bahn vorzusehen, wurde der Titel im Haushalt auf Null gesetzt . Und das bei einem SPD-Minister, der es besser wissen sollte, schließlich ist die Bahn das eigentlich soziale Verkehrsmittel, und nicht Flugzeug und Auto, die sich alle nur deshalb leisten können, weil sie, anders als die Bahn, die wahren Preise nicht widerspiegeln.

  • Mag ja alles in der Theorie stimmen, in der Praxis ist Bahnfahren für mich persönlich inzwischen der reine Horror.



    Ich habe richtig Angst, einen Nahverkehrszug zu betreten - Angst nicht anzukommen und Angst vor "Mitreisenden", welche unsozial auftreten. Im Ruhebereich des ICE ist noch ein wenig von der Atmosphäre von früher zu spüren: wenigstens etwas Ruhe. In den anderen Abteilen: nur Krach, Lärm und Gestank. Sechser-Abteil: no way, nur wenn maximal zwei weitere Personen drinsitzen.



    Frühbuchen? Was ist, wenn man dann doch nicht fahren kann: keine Erstattung.



    Spontan fahren: ebenso nicht drin, da oftmals Fernzüge nicht mehr buchbar sind, weil überfüllt.



    Verspätungen: ausgefallene Züge werden nicht in der Statistik erfasst - und ich habe viele ausgefallene Züge gehabt dieses Jahr.

    Fazit: nur Angst , Krach, Dreck und Stress durch Ausfälle und Spontanbaustellen mit SEV in der Bahn.

    Und: ja, die Bahn präsentiert den Zustand unserer Gesellschaft und somit letztlich der Demokratie. Und dieser Zustand ist erbärmlich.

    • @Hobbes:

      Leider kann ich Ihre Erfahrungen bestätigen. Sonntagmorgens beim Betreten der S-Bahn einem menschlichen Kackhaufen mitten im Mittelgang ausweichen. Nachts im ICe von Düsseldorf nach München Schlägerei zwischen Fahrgästen und Zugpersonal. Meine letzte Fahrt mit der Schwebebahn in W-Tal brachte mir zwei Situationen ein, in denen ich von zwielichtigen "Männern" deutlich belästigt wurde. Mir reicht es inzwischen und ich weiß, dass dieses Vermeidungsverhalten keine Ausnahme mehr ist. Dann lieber im eigenen Auto sitzen. Stau und hohe Spritpreise nehme ich lieber in Kauf als Gewalt und Belästigung

    • @Hobbes:

      Hallo Hobbes,



      ihre Erfahrungen im Nah-und Fernverkehr kann ich Gott sei Dank nicht bestätigen.



      Ich wohne im Großraum München, fahre mehrmals die Woche S-Bahn, bin viel in Bayern im Regio unterwegs, nutze aber auch ab und zu den ICE und hatte so gut wie nie negative Erfahrungen mit Mitreisenden. Angekommen bin ich auch immer. Wenn auch manchmal verspätet oder über Umwege.



      Im Strassenverkehr gibt's auch Staus, Totalsperren, Umleitungen und Ärger mit anderen Verkehrsteilnehmer.



      Leider wurde die Infrastruktur kaputt gespart.

    • @Hobbes:

      Konsequenz also? Autofahren? Viel Spaß mit deinem Geldbeutel: Ölkonzerne reagieren derzeit neoliberal auf die Staatsdoktrin "Nur einmal am Tag den Preis erhöhen, beliebig oft senken", sprich Diesel und Benzin einmal richtig fett teuer zu machen, und ihn leicht bis garnicht zu senken. Klappt wunderbar, heute mit 2,20€ Diesel an der Zapfsäule in einer Kleinstadt, und alle nehmen es zähneknirschend hin.

      Erst, wenn es hässlich für die PKW-Fahrer wird, wird die Regierung die marode Deutsche Bahn enteignen und mit Steuergeldern, die an den Straßenbau gehen sollten, sanieren.

      Bessere Konsequenz: Darauf arbeiten, die Nutzung des PKW madig zu machen. Dann erst können die Menschen wieder unbeschwert Bahn fahren können.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Trotz 2,20€ wechseln die Autopendler nicht zur Bahn. Madig machen hilft nicht, wenn die Alternative praktisch nicht existiert oder zu langsam ist. Es müssen für den ländlichen Raum mehr und wesentlich schnellere Alternativen statt Bimmelbahnen angeboten werden.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Autofahren madig machen? das hilft bei den Menschen, die Bus und Bahn als funktionierende Alternative vor der Nase haben und sie nur nicht nutzen wollen. Für die meisten Menschen ist es aber nicht so. Laut BMLEH leben 57% der Menschen in Deutschlan im ländlich geprägten Raum. Dort gibt es keine Straßenbahnen sondern bestenfalls den stündlichen Bus und das nur Werktags. Vieles ist gar nicht erreichbar mit Bus/Bahn. Fernverkehr bedeutet erstmal 20min mit dem Bus zur Bahnhaltestelle und dann 1,5h mit dem Bummelzug zum ICE Bahnhof zu fahren.

        Außerdem: Spontan mit drei Freunden in den Fernzug steigen und ans andere Ende von Deutschland fahren kostet 170€ pro Person ohne Rückfahrt und ohne die Hagrt zum ICE Bahnhof und zum eigentlichen Ziel, spontan das Auto voll machen und die selbe Reise antreten kosten nun mit den hohen Spritpreisen und Verschleiß, Verischerung etc. großzügig mit reingerechnet ca 25€ pP und einfacher ist es auch. Wer darin das Problem beim Auto und nicht bei der Bahn sieht hat zuviel Geld.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Ein Unternehmen zu enteignen, dessen Anteile zu 100% dem Staat gehören, ist ein sinnvoller und zielführender politischer Vorschlag. Ich bin dafür! Und danach privatisieren wir die Herstellung von Coca Cola.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Klasse Idee: Auto fahren, was funktioniert, so schlecht machen, das es schlechter ist als die Bahn. Wie wäre es damit, die Bahn besser zu machen, auch wenn es teurer wird?

        • @Strolch:

          Am besten Beides zur gleichen Zeit.



          .



          Parkgebühren erhöhen, Sprit teurer machen, Mautgebühren einführen für die Stadt und gegebenfalls auch für die Autobahn, 1 Fahrstreifen für Bus/Straßenbahn/Taxis umwidmen, in der Innenstadt für PKW nur Einbahnstraßen damit es Platz für Fahrradwege gibt, Fahrrad-Ampeln, .... UND in Infrastruktur/Automatisierung investieren.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Deutsche Bahn enteignen? Wovon? Die deutsche Bahn gehört dem Staat. Die kann man nicht enteignen. Die Bahn ist staatsversagen auf alle Ebenen und das seit 60 Jahren! Das Auto ist immer noch die besser Wahl

        • @Marcelo:

          Die Deutsche Bahn ist privatisiert und eine Enteignung soll darauf abzielen, dass die Privatisierung verboten wird und das Geld gleichmäßig an die Arbeiter verteilt wird anstatt dass die oberste Etage das meiste Geld verdient. Bei Entfall der jährlichen Top-Gehälter hunderter Manager kann die marode Infrastruktur endlich finanziert werden, zusammen mit Steuergeldern aus dem PKW-Bereich: Wer Auto fährt finanziert keine Straßen mehr, sondern die Bahn. Der Lohn muss weiterhin hoch genug sein, dass es Anreize schafft, dort zu arbeiten.

          Ab wieviel Euro pro Liter ist das Auto eigentlich die schlechtere Wahl? 3 Euro pro Liter?

          • @Troll Eulenspiegel:

            Ich wohne auf dem Land und Der Sprit kann noch so hoch sein ein wechsel ist nicht sinnvoll da es bei mir keine Züge gibt und die Busse fahren nur in einer Stadt und das stündlich bis 19 Uhr unter der Woche. Mit Bus oder Bahn bin ich zwei Stunden unterwegs wo ich mit Auto eine halbe Stunde benötige pro Strecke! Es ist scheiß egal wie teuer das Auto ist! Das Auto bleibt die besser Wahl

            Nochmal die Bahn gehört dem Staat und kann nicht enteignet werden

          • @Troll Eulenspiegel:

            100% der Bahn AG sind in Staatsbesitz. Da ist nichts zu enteignen. Googeln Sie doch wenigstens, wenn Sie schon 2 Kommentare auf Ihren Fehler hinweisen.

  • Man hat auch eine viel bessere soziale Durchmischung sodass man viel öfter aus dem eigenen Safespace kommt - etwa durch Mitreisende mit gegensätzlichen politischen Ansichten oder anderem Verständnis von Sauberkeit, Hygiene und sozialem Miteinander. So hat man auch Gelegenheit das praktische antifaschistische/ antimachistische Handwerkszeug zu trainieren - Selbstverteidigung, Erste Hilfe etc.

    • @Chris McZott:

      Am Thema ÖPNV zeigt sich immer sehr schön, welches Individuum geeignet ist für Gemeinschaft und welches für Gesellschaft.

    • @Chris McZott:

      Bahnfahren erfordert eben auch mal Toleranz. Ist auch in der Schlange beim Bäcker oder im Schwimmbad so. Da muss man den Schadstoffarmen Reiseverkehr nicht verteufeln. Außerdem kann man die Leute auch höflich auf falsches oder unangenehmes benehmen hinweisen

    • @Chris McZott:

      Das war schon immer so.



      Ich sass vor 40 Jahren im Abteil mit einem Mann der stolz erzählte er fahre zum Waffen SS Nachtreffen in Schleswig Holstein.

  • So ein Artikel wurde mal Zeit.

  • Ist das schon bezahlte Werbung. Es liest sich wie auf der Legowebsite 🤣



    Seelig sind die Ahnungslosen...

    • @Das B:

      Woher kommt eigentlich diese Unart jedem der etwas sagt was nicht mit der eigenen Meinung übereinstimmt die folge von bezahlter Korruption ist?

      Das stößt mir übel auf.

      Das gilt nicht nur für den Autor, sondern auch für Diesel Dieter, der bekommt kein Geld von BP. Und wer pro Atom ist, muss kein Geld von der Atomlobby bekommen.

      Eg gibt halt einfach Leute die (schocker) eine divergierende Meinung haben.

  • Top Artikel. Fokussiert auf das Positive, was dann wieder Wirkung entfalten kann.

  • Hoppla, so viele positive Aspekte. Deckt sich mit meinen Erfahrungen, dass die Bahn besser ist als ihr Ruf. Wobei ich auch Geschichten über vermurxte Reisen erzählen könnte. Aber das kann ich auch über Flugreisen oder Autofahrten.

    • @Anna Bell:

      Danke, da bin ich bei Ihnen. Ich würde mich jetzt nicht als Bahn-Ultra bezeichnen, aber schon als Fan. Wird einfach zu viel schlechtgeredet. Oder man regt sich still und leise auf und meckert im Anschluss an die Reise, statt zu schauen, ob die Ärgernisse nicht zu ändern sind in dem Moment der Fahrt

  • Soviel April April - voll supi crazy



    ...thx Tazi 😂 🤣 😅

  • Scheint, dass in Deutschland die Bahn nur als Aprilscherz gelobt werden darf.

    • @francisco acha-orbea:

      Sowas kann man auch nur im Scherz machen.

  • Ein passender Beitrag zum 1.4.

    Ja, Bahn könnte so schön sein, vor allem so viel schöner als fliegen, aber



    - 15 ggü 6min? Dafür werden gestrichene Flüge (0.6% in DE) auch nicht aus der Pünktlichkeitsstatistik entfernt, im Gegensatz zu ausgefallenen Zügen (>4% in DE)



    - 60% Pünktlichkeit? Dass bedeutet man hat bei einer Verbindung mit 3 Umstiegen nur noch eine 22% Chance pünktlich anzukommen.



    - Reisekrank? Kann man in der Bahn sehr wohl werden - einfach mal in einem Neigezug (BR612) rückwärts sitzen



    - Ruhebereich? Schon mal versucht, auf viel befahrenen Strecken eine entsprechende Reservierung zu bekommen ohne 6 Wochen vorher zu buchen?



    - 500ml Flüssigkeit? Klar, kein Problem. Aber Taschenmesser sind illegal - im Flugzeug kann man sie zumindest ins aufgegebenen Gepäck tun



    - Sechserabteile? Bloß nicht! Keine Beinfreiheit, kein Tisch,...



    - Nachtzüge? Tolle Idee, aber zu viel selten und noch unzuverlässiger als der Rest der Bahn. Ja, IC 60403, Du bist gemeint.

    @fly: "als man die Fahrkarten am Schalter kaufen musste" - oder als es Sparpreise noch am Automaten gab.

    u.s.w. u.s.w.

    • @Max Meier:

      Gut, dass Sie das wieder zurechtgerückt haben. Wäre ja auch der Hammer, wenn wir einmal den Blick vom halbleeren Glas abwenden .... .



      Nebenbei: Was genau macht den Unterschied, wenn man ausgefallene Züge als unpünktlich berechnet? Richtig: Sie werden im Nenner und im Zähler hinzugerechnet. Wenn wir jetzt noch berücksichtigen, dass der Ausfall in vielen Fällen Tage oder gar Wochen vorher bekannt ist (immer noch ärgerlich, aber nicht vergleichbar mit einer spontanen Verspätung), ergeben sich bei diesen Zahlen Unterschiede in der Pünktlichkeit von 1-2%. Wow. Das lohnt sich wirklich. Da wäre ich gleich dafür auf eine Kundenpünktlichkeit zu gehen. Da sind die ausgefallenen Züge (und Anschlussverluste) auch berücksichtigt. Und die Zahl gibt es schon seit über 10 Jahren. Und ja: Sie ist auch nicht gut.

      • @Horst Hornblende:

        Der Ausfall ist meist Tage/ Wochen vorher bekannt? Wann sind Sie das letzte x Bahn gefahren?

        Ich kenne das eher so: 1 Durchsage:



        "Der Zug verspätet sich um circa 10Minuten. Grund XYZ"



        2te Durchsage:



        "Der Zug verspätet sich um circa 20Minuten. Grund XYZ"



        3te Durchsage



        Der Zug verspätet sich um circa 30Minuten. Grund XYZ"



        ...



        Und dann kommt iwan nach Fahrplan statt dessen der nächste Zug. Manchmal beide zur gleichen Zeit, manchmal gibt es noch eine Ansage "Zug fällt aus"



        .



        Kurzfristige Störungen machen übrigens statistisch 52.3% der Ausfälle aus. Für diese KANN es keine frühzeitige Meldung geben. Maximal ein paar Stunden vorher und die Infos in der App sind leider eben nicht zuverlässig

        • @sociajizzm:

          Ich hatte schon die Durchsage im Zug „sie erreichen in … den Anschluss nach …“. Der betreffende Zug wurde auch in der Bahn-App angezeigt. Daher bin ich vertrauensselig mit einer Reihe anderer Leute ausgestiegen. Was nicht kam, war der Anschlusszug. Keine Durchsage, keine Anzeige, kein Bahnmitarbeiter.



          Ich habe keine Lust mehr auf das Chaos und bin jetzt auf Luxuslimousine mit Chauffeur umgestiegen.

  • ... und man kommt auch fast in jedes Dorf mit öffentlichen Verkehrsmitteln, während man in vielen anderen Ländern echt aufgeschmissen ist ohne eigenes Auto



    ... und wie abgefahren, dass man für nur 63 EUR im Monat in ganz Deutschland frei den NV nutzen kann



    ... und man kann jederzeit auf's Klo und muss nicht für jedes Familienmitglied extra an die nette-teure Tank&Rast-Anlage fahren



    ... und es wird nicht plötzlich der Fahrpreis um 50% angehoben, wenn die Straße von Hormuz gesperrt ist



    ... und man hat mit den Schwiegereltern immer ein gemeinsames Thema statt sich schweigend anzustarren :-)

  • Kein Aprilscherz, sondern Wahrheit.



    Wobei sich manche sogar hier über die Bahn general-echauffieren, um nicht auf ihren Auto/Flug-CO2-Abdruck zu blicken. Gerne hierauf auch mal nicht general-echauffieren, sondern mit streiten für endlich faire Ressourcen für die gemeinsame Mobilitätsversorgung.

    • @Janix:

      Ich vermute, Sie sind nicht auf die Bahn angewiesen. Ich muss jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit und es ist jedes Mal unklar, ob und wann sie fährt. Hin macht es besonders viel Spaß - man muss und will ja pünktlich sein - und retour ist es herrlich, weil man dann gern eine Stunde zusätzlich dranhängt, mit etwas Glück sind es ja nur 30 Minuten. Ist der Schienenersatzverkehr aber vorher gefahren, weil ihn die Verspätung des Zuges nicht schert ... Und ja, von der Bahnstation nehme ich das Auto, denn ein Bus fährt weder morgens noch abends. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn ein Teil meiner Steuergelder in diesen Bereich der Infrastruktur ginge.

    • @Janix:

      Menschen mögen es nicht, dass sie auf ihre Arschlochhaftigkeit hingewiesen werden. Da nageln sie lieber jemanden ans Kreuz.



      Frohe Ostern!

    • @Janix:

      Niemand regt sich über den CO²-Abdruck der Bahn auf.



      Das ist das Einzige was läuft - weil es nicht steuerbar ist.



      Das sind ganz andere Ressourcen die da verbraten werden.

      • @Das B:

        Bei der konkreten Bahn fallen uns wohl alle noch einige Punkte ein. Da sitzen auch oft die Falschen, nämlich Flieger und Dienstautofahrer und Aussauger der Infrastruktur.



        Beginnen wir gleichwohl am besten damit, die jahrzehntelange Verplemperung für Flug und Auto zu stoppen, da ist der größte Batzen. Über den rege ich mich auf, keine Sorge.

  • Ein Glück, dass der Fernverkehr so gut läuft... das aber Menschen wahrscheinlich so eine Strecke wie München/Berlin eher seltener fahren... was solls... könnten wir den Text für z.B. die Menschen mal haben die Täglich z.B. 30 KM zu ihren Arbeitsplatz fahren, z.B. die welche sehr früh/spät fahren müssen?

    Der Text hat was von "Ich verstehe nicht warum alle Menschen sich über den Benzinpreis aufregen, mein Chauffeur tankt einfach und sendet die Rechnung direkt an meine Firma."

    • @Wayko:

      Also nach meinem Gefühl ist der Regionalverkehr deutlich verlâsslicher als der Fernverkehr.

      • @Anna Bell:

        Ich fahre berufsbedingt wöchentlich mehrfach Bahn im Regionalverkehr im Ruhrgebiet. Den Fernverkehr nutzte ich nicht, kann ihn daher nicht beurteilen. Sollte der der Fernverkehr jedoch noch unzuverlässiger sein als der Regionalverkehr, na dann gute Nacht.

      • @Anna Bell:

        Das kommt auf die Region an. Außerhalb von Berlin und Hamburg fahren S-Bahnen auf den Selben Schienennetz wie die Bahn. Mit entsprechenden Folgen.

      • @Anna Bell:

        Was nur gelten kann wenn man davon ausgeht das der Fernverkehr NOCH unzuverlässiger ist.

    • @Wayko:

      Genau. Bahn fahren ist Luxus, die wahre Arbeiterklasse nimmt das eigene Auto.

      • @nihilist:

        Und in den Urlaub fliegt man, dann muss man nicht mal tanken.

      • @nihilist:

        Dafür muss man soviel verdienen das man in nicht arbeitet sondern arbeiten lässt.



        Oder man hat einfach keine Wahl.

  • "2025 erreichten laut Konzern 60,1 Prozent der DB-Fernverkehrszüge pünktlich das Ziel."

    Das hilft halt selbst bei den 60% nur wenig, wenn sie zwischenzeitlich auch mal bei 12-20 Minuten landeten und der Anschluss leider nur 9 Minuten Toleranz hatte - es sei denn, er ist auch zu spät. Interessant wäre daher mal eine Statistik wieviele REISENDE pünktlich ihr Ziel erreichen (und gerne auch eine Erklärung, warum ausgerechnet ICH nie zu diesen Glücklichen gehöre...).

    Beim Flugverkehr sind die Toleranzen im System größer, weil die viel höhere Reisegeschwindigkeit das erlaubt. Aber zugegeben: WENN man mal einen Anschlussflieger verpasst, ist dann in der Regel ein deutlich größeres Problem als bei der Bahn.

    • @Normalo:

      Wie ist denn eigentlich die Pünktlichkeit der Interkontineltalflüge?

      Die Pünktlichkeit des gesamten Flugverkehrs mit dem kleinen (und unterdurchschnittlich pünktlichen - der Regionalverkehr ist pünktlicher) Teil des Bahnverkehrs zu vergleichen, ist statistisch eigentlich sowas von daneben...

  • Yo, in der Theorie alles schön und gut und ich wäre wirklich gerne ebenfalls Bahnultra (bzw. er schlummert tief in mir), aber meine letzten Reisen gingen einfach immer in die Hose, Zugausfülle, komplett überfüllt, Wagen mit meiner Reservierung fehlte und fast immer war ein Großteil der Toiletten defekt und der Rest dann vollkommen versifft. Unterkühlte Wägen, Bordbistro war defekt, you name it. Und auch die Kommunikation der Verspätungen klappt null, in der App alles fein, am Gleis dann „Zug fällt aus“. Gerade mit Kindern fahren wir leider inzwischen meist Auto, weil es schlicht zuverlässiger funktioniert, Stau hin oder her. Es kostet zu viel Kraft mit Kids irgendwo zu stranden.

  • Habe ich zwar fast alles schon irgendwie gewusst, aber in dieser konzentrierten Form wars mir dann doch nicht bewusst wie gut die Bahn doch noch ist. Und wenn die 3 CSU-Verkehrsminister nicht so fixiert aufs Auto gewesen wären ...



    Die Gepäckgebühren bei Fliegern grenzen ja mittlerweile an Abzocke, teilweise wird sogar für Handgepäck kassiert.

  • Wow. Noch keine Kommentare? Oder sind die negativen noch in der Warteschleife?



    Zb bzgl Fussballfans. Oder gesperrte Toiletten etc.

    Aber generelle Zustimmung. Man vergisst leicht, was alles klappt. Und um wieviel besser die Bahn geworden ist als in der „guten alten Zeit“, als es noch Holzsitze gab, als Kohlenstaub durch die Fenster reinwehte, als man die Fahrkarten am Schalter kaufen musste. Und trotzdem hat heute kaum noch einer eine Modelleisenbahn, auch weil es kein Sinnbild für Fortschritt mehr ist.

  • So geht Bahnlob. Etwas schlechtes behaupten, dann wiederspricht der kritische Journalismus positiv! 🤪

  • Ein herzliches Dankeschön für diese Lobrede auf die Deutsche Bahn!

    Ich war im Januar auf der Strecke von Oberschwaben in die Nähe von Rosenheim und zurück unterwegs. Alle Anschlüsse haben wunderbar geklappt, und die Züge waren fast auf die Minute pünktlich; ich hatte keinerlei Schwierigkeiten.

    Dass nicht alles optimal ist und hier nachgebessert werden muss, ist richtig. Aber den Problemen bei der Bahn eine "Demokratiefährdung" zuzuschreiben, ist dummes Zeug. Mir fallen da ganz andere Dinge ein, die die Demokratie gefährden ...

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Viele Arbeitende sind auf die Bahn angewiesen. Sie fahren damit nicht nur ein paar Mal im Jahr, sondern täglich morgens und abends. Oft kommen die Züge verspätet oder fallen aus. In der Tat macht es einen wütend, wenn man pünktlich um 4:00 das Haus verlässt, sich dennoch verspätet und entsprechende Sanktionen erfährt. Abends wäre man gern irgendwann berechenbar zu Hause. Klappt aber meist nicht.

      Es wird angemahnt, dass man mehr arbeiten soll und nicht krank werden darf. Das fällt besonders in der Winterzeit schwer. Bei uns auf dem Land gibt es keine DB-Lounge; man steht im Freien. Zur Bahn kommen die meisten mit dem eigenen Wagen - früh fährt gar kein Bus. Jeden Monat gehen Steuern ab, wohin? In die Infrastruktur? Ja, der Zustand ist demokratiegefährdend.

  • Ja, die Bahn ist prinzipiell das umweltfreundlicheste und risikoärmste Fortbewegungsmittel für Langstrecken. Soweit nix Neues.



    Aber ehrlich, so ein maßlos ohrenbetäubendes Umherpfeifen im Wald, sollte grundsätzlich mal mit einer empfindlichen Umweltabgabe belegt werden.

    • @Deep South:

      Irgendwas ist immer. Aber im Verhältnis zu Einflugschneisen oder Autobahnen noch immer die beste Alternative. Von dem Geld wird die Bahn übrigens auch nicht leiser und das Reh fühlt sich auch nicht weniger gestört bei ausreichender Bezahlung. Irgendwas ist halt immer

  • „ 8 Getränke gratis. ".. Hoffentlich ist das WC dann ok. 😎



    Der musste sein. Ansonsten alles fein. Mensch stellt sich drauf ein. Danke für die Lobeshymne. Ich fahre gern mit der Bahn. Was stört sind demokratiegefährdende Minister:innen - und Kanzler:innen.