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Reform des GesundheitssystemsSchwarz-Rot doktert an den Symptomen rum

Anna Lehmann

Kommentar von

Anna Lehmann

CDU-Gesundheitsministerin Nina Warken meint es ernst mit ihren Vorschlägen. Doch die reichen nicht aus, um die Kosten der Krankenkassen gerechter zu verteilen.

Nina Warken (CDU), Bundesministerin für Gesundheit, stellt ihre Sparvorschläge für das deutsche Gesundheitssystem vor Foto: Sebastian Gollnow/dpa

G esundheitsministerin Nina Warken steht mal wieder in der Kritik – diesmal für ihr Tun statt fürs Nichtstun. Das ist immerhin erfreulich und kam so überraschend, dass sich manche Medien zu Lobeshymnen hinreißen ließen. Auf die CDU-Ministerin, die gerade ihre Sparvorschläge für das deutsche Gesundheitssystem vorstellt, prasselt Unmut von allen Seiten ein: von Krankenkassen, Apotheker:innen, Ärzt:innen, Krankenhauslobby, Patientenvertreter:innen. Auch das ist kein schlechtes Zeichen, Warken legt sich tatsächlich mit (fast) allen der zahlreichen Interessengruppen an. Und dennoch doktert sie mit ihren Reformen nur an den Symptomen, aber nicht an den Ursachen der Probleme herum.

Das deutsche Gesundheitssystem kostet, mehr als 350 Milliarden Euro gaben die Krankenkassen im vergangenen Jahr aus. Im EU-Vergleich ist Deutschland mit seinen Gesundheitsausgaben Spitze, nicht aber mit den Gesundheitsdaten. Unsere Lebenserwartung etwa ist leicht unterdurchschnittlich, in Italien oder Schweden leben die Menschen im Durchschnitt fast drei Jahre länger. Das deutsche Gesundheitssystem ist besonders teuer, aber nicht besonders gut.

Dass Warken die wachsenden Ausgaben nun an die Einnahmen koppeln will, so dass die Beiträge nicht weiter steigen, ist richtig. Folgerichtig ist auch, dass sich Warken alle Sektoren vornimmt. Aber am Ende sind es doch wieder die Versicherten, die überproportional zahlen sollen. Mit höheren Zuzahlungen für Medikamente und einige auch bald mit höheren Beiträgen, weil die kostenlose Mitversicherung für Ehepartner wegfallen soll. Wer das okay findet, übersieht, dass auch die Zusatzbeiträge in den vergangenen Monaten gestiegen sind, die Menschen bezahlen also bereits mehr, bekommen dafür in Zukunft aber weniger. Das erzeugt eine soziale Schieflage zu Lasten derer, die ohnehin jeden Euro umdrehen müssen, eine Schieflage, die auch die geplante Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze um 300 Euro nicht ausgleichen kann.

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Auffällig ist, wer sich im Konzert der Kri­ti­ke­r:in­nen gerade zurückhält: Die Pharmaindustrie nämlich. Dabei sind Medikamente in Deutschland überdurchschnittlich teuer und die Ausgaben der zweitgrößte Kostenblock. Es wäre nur recht und für die Versicherten billiger gewesen, wenn Warken deren Aktienkurse und Gewinnmargen, die munter nach oben streben, etwas gebremst hätte.

Die Koalition hat nicht den Mut, die ursächlichen Probleme anzugehen

Aber so konfliktfreudig ist Warken dann doch nicht. Und ebenso wenig haben sie und die schwarz-rote Koalition den Mut und den Willen, die ursächlichen systemischen Probleme im Gesundheitswesen anzugehen: die teure Doppelstruktur der ambulanten und stationären Facharztversorgung, das unsolidarische Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung und die generelle Möglichkeit, aus den von der Allgemeinheit finanzierten Strukturen private Profite zu schlagen. Das wären echte Reformen für die Mehrheit der Menschen.

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Anna Lehmann
Leiterin Parlamentsbüro
Schwerpunkte SPD und Kanzleramt sowie Innenpolitik und Bildung. Leitete bis Februar 2022 gemeinschaftlich das Inlandsressort der taz und kümmerte sich um die Linkspartei. "Zur Elite bitte hier entlang: Kaderschmieden und Eliteschulen von heute" erschien 2016.
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32 Kommentare

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  • “Im EU-Vergleich ist Deutschland mit seinen Gesundheitsausgaben Spitze, nicht aber mit den Gesundheitsdaten. Unsere Lebenserwartung etwa ist leicht unterdurchschnittlich […] Das deutsche Gesundheitssystem ist besonders teuer, aber nicht besonders gut.”

    Ich wundere mich immer über diesen schnelleren Rückschluss.



    Wie unterscheidet sich denn das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung in diesen Ländern? Wie sind Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten? Wie stark ist Rauchen verbreitet und welchen Stellenwert hat übermäßIger Alkoholgenuss in der Gesellschaft? Das alles muss man doch erstmal erörtern bevor man dem Gesundheitswesen den Stempel “ineffizient” aufdrückt.



    Eine Gesellschaft, die sich selbst weniger gut gesund hält, gesund zu halten, ist eben teurer und aufwendiger als eine Gesellschaft gesund zu halten, die selbst etwas mehr darauf achtet.



    Der Fassanstich zum Massenbesäufnis von Politikern ist dabei nicht Ursache, sondern Folge einer gesellschaftlichen Haltung. Wir verteidigen Bier, Schnaps, Eisbein und Autos im Übermaß als deutsche Traditionen und erwarten oftmals Genesung ohne große Eigenleistung.

  • Man kann das ja nachlesen bei :



    www.bundesgesundhe...richt_20260330.pdf

    Das Einsparpotential pro Versicherter/Jahr:



    z.B.



    Streichung der vollen Tarifrefinanzierung in der medizinischen



    Behandlungspflege und Vorsorge/Rehabilitation ca. 8€



    Hautkrebsfrüherkennung : 2€



    Die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie soll eingeschränkt werden. Dadurch sollen 5 Mio€ / Jahr = 10 Eurocent / Versicherten gespart werden. "Es sind positive Effekte auf die Qualität der Versorgung zu erwarten, da die Regelung Leistungen betrifft, die klinisch nicht indiziert sind." " Klinisch indiziert" heißt: Ausgaben sind erst sinnvoll, wenn der Mensch darniederliegt (gr. klinien=liegen), also schon krank ist.



    Die Kinderärzte sollen auch weniger bekommen.

    Die beitragsfreie Mitversicherung des Ehepartners soll 4 Mrd. einsparen , das ist bei 50 Mio Versicherten ca. 80 € / Jahr. Das ist nicht einmal ökonomisch okay.

    Fazit : Es wird heute gespart, an dem was morgen gebraucht wird.

    Der Bericht hat 483 Seiten. Wer hat die Zeit, Konsequenzen zu erschließen ?

  • Wieso sollte sich aus heiteren Himmel, die Politik vom aussitzen und in die nächste Legislaturperiode zu verschieben sich irgendetwas ändern, so sieht die Politik aus wie sie seit 30 Jahren praktiziert wird, eine Politik nach dem Motto, den letzten beißen die Hunde. Das ist die selbe Politik die uns genau an dem Punkt gebracht hat, wo wir heute sind. Die jetzigen Änderungen im Gesundheitssystem entsprechen wieder dem besagten Pflaster was man seit 30 Jahren immer wieder in allen Bereichen erlebt, also business as usual! Wieso wird z.b. die private Krankenversicherung und die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nicht einfach abgeschafft? Das schlimmste das sind die Krankenkassen in ihren Glaspaläste, die das Geld nur von A den Beitragszahler nach B ins System Überweisen, ohne die Heilungsprozesse und die ärztlische Qualität der Behandlung von den Beitragszahler zu kontrollieren. Die ganzen Pharmafirmen im Gesundheitswesen sind auch eine ganz eigene Spezies, die eigentlich einen sehr besonderen Umgang und einer genauen Behandlung bedürfen.

    • @taz.manien:

      "Das schlimmste das sind die Krankenkassen in ihren Glaspaläste, die das Geld nur von A den Beitragszahler nach B ins System Überweisen, ohne die Heilungsprozesse und die ärztlische Qualität der Behandlung von den Beitragszahler zu kontrollieren."

      Das stimmt nicht ganz:



      Die Versicherten sind über die Sozialwahl an der Aufsicht über die Krankenkassen beteiligt :



      z.B:



      patientenvertretun...a-und-ihre-rechte/



      In



      netzwerk-sozialrec...r-sozialwahl-2023/



      wird das genauer erklärt.



      Das Grundproblem ist die niedrige Wahlbeteiligung der Versicherten, deswegen gibt es bei vielen Krankenkassen nur noch "Friedenswahlen".



      Beitragsbemessungsgrenze : Einkommensteile, die diese Grenze übersteigen, sind beitragsfrei = das Gegenteil von Sozialstaat. Das ist seit dem Evangelium nach Matthäus so : Wer da hat dem wird gegeben, Matthäus wusste was er schrieb, er war im Zivilberuf Zolleinnehmer.



      "Die Private Krankenversicherung gehört abgeschafft" : Das werden Sie nicht schaffen, sie ist ein Lizenz zum Gelddrucken ohne Wechselmöglichkeit der Versicherten.

  • Alle Versicherungen (Kranken, Renten, Pflege, und Arbeitslosen) sollten sich selber tragen. Der Staat sollte alle Versicherungsfremden Leistungen übernehmen und dann haben die Versicherungen sich zu 100% selber zu tragen. Wenn das Geld nicht reicht werden Leistungen gekürzt oder Beiträge erhöht. Darüber stimmen dann alle Versicherten ab. Dann kann der Staat Versicherungen nicht mehr für populistische Projekte missbrauchen und Rentenerhöhungen, etc. liegen in der Hand der Beitragszahler. Dann schafft man noch den Taschenspielertrick des Arbeitgebernanteils ab. Der Staat konentriert sich dann auf seine Kernaufgaben.

    • @Machiavelli:

      "Darüber stimmen dann alle Versicherten ab." Kennen Sie die Wahlbeteiligung der Versicherten bei den Sozialwahlen ?

      • @Hans - Friedrich Bär:

        Die müsste dann steigen.

      • @Hans - Friedrich Bär:

        Dann wird die Wahlbeteiligung sprunghaft steigen.

  • "... gerechter zu verteilen" ist nicht Sinn und Zweck dieser Übung!



    Es ist einfach eine weitere Runde in der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach ganz oben.



    Dieser Aufgabe haben sich diese Bundesregierung und alle ihre Minister als Erfüllungsgehilfen des Kapitals (in diesem Teilbereich z.B. die Besitzer der Pharmaindustrie) nun mal verschrieben; dafür werden sie persönlich fürstlich entlohnt.



    Das ist alles, worum es hier geht - Gesundheit spielt keine Rolle!

    • @Tiene Wiecherts:

      Besser kann man es nicht sagen !

    • @Tiene Wiecherts:

      ""... gerechter zu verteilen" ist nicht Sinn und Zweck dieser Übung!"

      Es war nie Sinn und Zweck irgend einer Regierung irgendetwas gerecht zu verteilen. Das ist doch genau der Grund wieso wir in dieser Misere stecken, die fehlende faire und gerechte Verteilung von Vermögen und staatlicher Belastungen!

  • 12 Milliarden müssten für die Bürgergeldempfänger*innen seitens des Bundes in die GKV eingezahlt werden. Warum geschieht das nicht? Es ist eine Gesamtaufgabe und eben KEINE Aufgabe der Versicherten dieses Geld aufzubringen.

  • So ist das mit dem Einfluss der Lobbys und der entsprechenden Kampagnen gegen den Sozialstaat. Man stelle sich mal vor die " Regierenden" würden mal konsequent gegen Steuerhinterziehung vorgehen. Es gibt keinen mehrheitsfähigen politischen Willen bzgl. einer gerechteren Steuer- und Verteilungspolitik. Dafür wollen sich viel zuviele der einflussreichen Herrschaften weiter bereichern.

  • Viel gespart würde schon, wenn die Krankheitskosten der Bürgergeldempfänger, hiervon nach meiner Kenntnis 47 % ohne deutschen Pass, von uns allen über Steuern bezahlt würde und nicht alleinig durch die Mitglieder der gesetzlichen Kassen. Die Regierung bedient sich hier schamlos bei den gesetzlich Versicherten.



    Beamte und privat Versicherte lachen sich einen.

    • @Filou:

      Da haben Sie ja wunderbar den Focus Artikel wieder gegeben! Wo wollen Sie denn die 12 Milliarden denn her Zaubern ohne denen die Krankenversicherungen zu entziehen, was rechtlich nicht geht weil eine Versicherungspflicht existiert. Beim Focus Artikel wäre die Lösung alle in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen zu lassen, viel Spaß dabei das wird schon seit 30 Jahren versucht, und Steuererhöhungen ist in den Augen der Union Teufelszeug! Also nochmals wo wollen Sie realistisch die 12 Milliarden her holen!

    • @Filou:

      So ist es.



      Und beinahe hätten sie, fast unbemerkt, sich eine satte "Gehaltserhöhung", beim Kanzler so "lächerliche 62.500 € / Jahr", genehmigt. Das wird nichts werden mit dieser Regierung. Schlimm ist, dass viele ihr Kreuz stattdessen bei der AfD machen.



      Aber kann's eigentlich noch schlimmer werden?

      • @Pico :

        Letzteres frage ich mich auch. Und zwar von Tag zu Tag mehr...



        Wenns nicht so endgültig sein könnte: Was kann die blaue Truppe eigentlich noch verschlimmern? Hat das alles noch Sinn, wenn uns die Regierenden ja ohnehin den Bach runterschicken wollen?

  • Entscheidend ist leider in Deutschland immer wer die Lobby hat. Auf jeden Fall die Pharmaindustrie und die Chefärzte in der Krankenhausindustrie incl. Ärztebund. Ohne Lobby schultern die Bürger natürlich wieder den Hauptlast der Kosteneinsparungen. Und bei der Reform des Rentenversicherungssystem wehrt sich die Lobby der Politiker und Beamten vehement gegen jede Streichung in ihrem Pensionsparadies. Wie grotesk das staatliche Selbstversorgungssystem aus dem Ruder gelaufen ist, zeigt die Posse um Innenminister Dobrindt,CSU der Kanzler Friedrich Merz, CDU fast eine Gehaltserhöhung von 65.000 € pro Jahr genehmigt hätte. Die Rentenkommission der Bundesregierung prüft ja jetzt den Vorschlag auch Politiker und neue Beamte in die Rentenversicherung einzubeziehen.Wird aber auch höchste Zeit. Das ganze Pensionssystem muß im Jahr der Reformen 2026 mit auf den Prüfstand.

  • Und der Tanz um das goldene Pharmaindustriekalb inklusive Pharmaaktien geht weiter...

  • Ich würde auch die Honorare für niedergelassene Ärzte hinterfragen wollen, sowie das Apotheken-Privileg,

    • @Samvim:

      Wenn Sie wollen, dass KEIN niedergelassener Arzt mehr einen Nachfolger findet (es sind jetzt Schon erschreckend Viele) und die Notfallapotheke künftig in der nächsten Großstadt sitzt und man da die halbe Nacht vor Schlange steht...



      Kennen Sie die betriebswirtschaftliche Kalkulation einer jeden Land- oder Augenarztpraxis oder auch einer Kleinstadtapotheke (im Unterschied zu zu einer Centerlage oder einer Netzapotheke)? Nein?



      Nun, die meisten von denen, die diese Honorare zu "hinterfragen" hätten, leider auch nicht. Letztlich wird da Gießkannen-Planwirtschaft betrieben. Und die führt halt dazu, dass langfristig die beplanten Leistungen nur noch von einem kleinen Teil Idealisten aus purem Verantwortungsgefühl heraus und einem großen Teil Schlaufüchse erbracht werden, die vielleicht nicht mehr so genau wissen, wie man einem Patienten richtig hilft, aber umso besser sagen können, mit welchen Tricks sie ihn am umsatzstärsten behandeln können. Das System wird dadurch natürlich auch nach der fünfzehnten Sparrunde ganz erstaunlicherweise wieder nur teurer...

      • @Normalo:

        Nunja, so eine Radiologie-Praxis macht laut aktuellen Zahlen 1,2 Mio Reingewinn im Jahr. Im Wesentlichen auf Kosten der Beitragszahler. Bei Zahnärzten geht es Richtung 300k, etc. Und der Sinn unserer Apotheken war es mal, die Medikamente herzustellen. Diese Zeiten sind aber lange vorbei, heute sind sie eine Doppelstruktur um die Verschreibungen der Ärzte zu kontrollieren. Kann man sich alles leisten wenn zu viel Geld da ist

  • Die arbeitende Bevölkerung und die Rentner sind an ihrer Belastungsgrenze angelangt.

    Daraus ergeben sich logischerweise folgende Möglichkeiten :

    1.An der Kostenseite arbeiten

    2.Der Staat der je Grundsicherungsempfänger lediglich pro Person 140€/Monat einzahlt, diese jedoch realen durchschnittlichen Kosten von 550€ im Monat gegenüberstehen muss auch handeln.

    3.Mehr Menschen dazu bewegen wieder zu arbeiten

    4.Prüfen und neu überdenken welche Leistungen wir an Menschen im Ausland noch erbringen wollen

    • @Sole Mio:

      Leistungen an Menschen im Ausland???

      • @portolkyz:

        Ja, die gibt es. Kann man nachlesen.

  • Sehe ich genauso -- es ist meiner Meinung nach an der Zeit für einen großen Umbau, nicht für kleine Herumzappeleien und minimale Änderungen.

  • "CDU-Gesundheitsministerin Nina Warken meint es ernst mit ihren Vorschlägen. Doch die reichen nicht aus, um die Kosten der Krankenkassen gerechter zu verteilen." Ums "gerechter verteilen" ging's ja auch nie, nur ums sparen.

  • Leider erwähnt der Artikel nicht das größte Problem der GKV, die



    Kosten versicherungsfremder Leistungen, die den Versicherten



    statt dem Steuerzahler aufgebrummt werden, zB die Unterdeckung der Krankenversicherten Bürgergeldempfänger. Die Abwehrhaltung des Bundesfinanzministers mit der Begründung „ Linke Tasche, rechte Tasche“ ist doch grotesk daneben, den die Linke Tasche



    Sind die Versicherten der GKV, die Rechte Tasche alle Steuerzahler



    und damit würden die Kosten einen ganz anderen Kreis von Zahlern treffen.

    • @behr Behr:

      Sehr gut erkannt.



      Die Gesundheitskosten müssten von der Allgemeinheit und nicht nur von den gesetzlich Versicherten getragen werden. Dies würde den GKV 10-13 Mrd € ersparen. Auch würden dann auch Beamte, privat Versicherte an den Kosten beteiligt.

  • Eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze um 300€ ist, wenn man ehrlich ist, ein Witz. Ein paar Großverdiener:innen zahlen jetzt (sofern sie nicht privat versichert sind) also 40€ mehr im Monat. Bzw. 20€ mehr, der Rest geht auf die Firma.

    Die Zuzahlungen gelten für alle, ab dem ersten Euro, mit ein paar Ausnahmen. CDU macht sozusagen SPD-Politik (genauer gesagt: SPD-Realpolitik) und wird dann auch dort landen, wo die SPD jetzt steht.

    • @derzwerg:

      Es gibt da gewisse verfassungsrechtliche Grenzen, weil es eben bei aller Einkommensgebundenheit ein Versicherungsbeitrag ist, der in irgendeinem Verhältnis zum versicherten Risiko stehen muss. Das Risiko lässt sich ganz gut beziffern - es liegt bei etwa 550 € Kopf pro Monat, Höchstbeitrag bei etwa 1.260 €. Rechnet man hinzu, dass auf einen Beitragszahler knapp 1,3 Versicherte kommen, liegt der Höchstbetrag also bei etwa dem doppelten des durchnittlich (mit)versicherten Risikos, während es für den Einzelnen schon an den Faktor 2,5 heranreicht. Das dürfte die Grenze dessen sein, was man an (zwangs-)solidarischer Überbeteiligung verlangen kann. Mehr müsste dann schon in Form von Steuern erbracht werden.

    • @derzwerg:

      Man darfs aber auch nicht uebertreiben. Irgendwann wirds mir auch zu bloed und ich gehe als freiwillig gesetzlich Versicherter zu den Privaten. Dort bekomme ich bei geringeren Kosten deutlich bessere Versorgung - und nein, ich bin nicht 20, 30 oder 40.



      Unabhaengig davon muessen versicherungsfremde Leistung in den Haushalt, damit sich auch die Privatversicherten daran beteiligen. Und damit meine die Kosten fuer alle Nichteinzahler, also nicht nur Arbeitslose, sondern auch Kinder.