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FDP-BundesparteitagKubicki mit Ach und Krach zum neuen FDP-Chef gewählt

Eigentlich galt die Wahl Wolfgang Kubickis beim FDP-Parteitag als Formalie. Dann kam es anders. Vor allem die Brandmauer-Debatte bestimmt das Treffen.

Apo-Opa soll es richten: Wolfgang Kubicki, neuer Parteivorsitzender der FDP Foto: Michael Kappeler/dpa
Rainer Rutz

Aus Berlin

Rainer Rutz

Die FDP mag am Boden liegen. Für Überraschungen ist sie trotzdem noch gut. Das stellte sie am Samstag bei ihrem Bundesparteitag in Berlin eindrucksvoll unter Beweis. Seit Wochen galt es als ausgemacht, dass das FDP-Fossil Wolfgang Kubicki bei dem Parteitreffen zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt wird. So sollte es zwar auch kommen. Der 74-Jährige, lange Zeit Vize-Chef der FDP, ist der neue Ober-Liberale.

Dennoch drohte die Parteitagsregie aus dem Ruder zu laufen, als kurz vor der vermeintlichen Wahlformalie die Europa-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann in letzter Minute als Gegenkandidatin auf den Plan trat. Strack-Zimmermann begründete ihren überraschenden Schritt mit ihrem Ärger über den „faulen Burgfrieden“ zwischen den unterschiedlichen Parteiflügeln, über hässliche Sticheleien aus dem Kubicki-Lager, über die befürchtete weitere Erosion der FDP.

„In Teilen der Partei macht sich jetzt nicht gerade die Aufbruchstimmung breit, die die FDP braucht“, rief die 68-Jährige den rund 660 Delegierten in einer langen, teils zornigen, auf jeden Fall nicht erst gerade eben verfassten Bewerbungsrede zu. Und: „Macht, die ihre Seele verkauft, ist keine liberale Macht.“ Wolfgang Kubicki schienen kurz die Züge zu entgleiten. Strack-Zimmermann bekam viel Applaus und viele Buhrufe. Und am Ende immerhin fast 40 Prozent der Stimmen.

Das Rennen machte freilich Kubicki. Mit 59 Prozent Zustimmung hätte der Einstand als neuer Chef aber verstolperter kaum sein können. Der Mann aus Schleswig-Holstein war auf die Gegenkandidatin offenkundig nicht vorbereitet. In seiner weitaus kürzeren und insgesamt eher unambitioniert heruntergenuschelten Bewerbungsrede beschwor er vor allem die Einheit der FDP. „Wir sind eine liberale Familie. Ich kenne keine geteilten oder halben Liberalen“, sagte er mit Blick auf die Flügelkämpfe in der Partei. Als Strack-Zimmermann ihm nach seiner Wahl gratulierte, sah er sie nicht einmal an.

Abtritt eines Glücklosen, Auftritt eines Rüpels

Der stets knurrig, bisweilen rüpelhaft auftretende Kubicki ist nun also der Nachfolger von Christian Dürr, der den Parteivorsitz vor einem Jahr übernommen und Anfang April nach einigem Hin und Her schließlich erklärt hatte, nicht mehr als Chef zur Verfügung stehen zu wollen. Dürr stand für die Fortsetzung der FDP-Politik aus dem letzten Ampel-Jahr, propagierte Disruption und Marktradikalität. Im Ergebnis stürzten die Liberalen noch weiter in die Bedeutungslosigkeit.

Am Samstag wurde Dürr mit Standing Ovations verabschiedet. In seiner an Plattitüden nicht armen letzten Chef-Rede arbeitete sich der Niedersachse zuvorderst an der schwarz-roten Bundesregierung ab. Für seine eigene Partei erklärte er: „Die FDP muss der Gegenentwurf zur Mutlosigkeit in der deutschen Politik sein.“

Was nicht ohne Witz ist. Schließlich zeigte sich in der Frage um die Dürr-Nachfolge die FDP vor dem großen Auftritt von Marie-Agnes Strack-Zimmermann am Samstag selbst von ihrer mutlosen Seite, nachdem ein ursprünglicher Zweikampf um den FDP-Vorsitz Mitte Mai einfach abgeblasen wurde: Kubickis moderater Gegenkandidat Henning Höne kniff kurzerhand und wollte plötzlich nur noch Stellvertreter Kubickis sein.

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„Leider“, sagte Strack-Zimmermann am Rand des Parteitags zur taz. Sie galt als dezidierte Unterstützerin des 39-jährigen FDP-Landeschefs von Nordrhein-Westfalen und hatte für ihn ihre eigenen Ambitionen auf das Amt der Parteivorsitzenden zunächst aufgegeben. „Wir sprechen in der FDP immer über Wettbewerb und dann läuft der hier nicht?“, sagte Strack-Zimmermann. Auch deshalb kandidierte sie jetzt selbst.

Bombe in den Graben werfen – und dann mal schauen

Höne hatte seinen Rückzug damit gerechtfertigt, dass er die Gräben in der FDP nicht noch weiter vertiefen wollte, und auf Gräben ließe sich ja auch nichts aufbauen. Man könnte das wahlweise als noble Zurückhaltung interpretieren oder als lasches Statement. Aber das ist vielleicht der große Unterschied zu Wolfgang Kubicki. Der neue FDP-Vorsitzende würde eher noch eine Bombe in den Graben schmeißen. Und dann mal schauen, wen es erwischt hat.

Viele in der Partei bleiben nicht nur deshalb skeptisch. Strack-Zimmermann warnte vor gut einem Monat, dass Kubicki die FDP nach rechts verschieben werde. Sie reagierte damit auf Äußerungen ihres Gegenspielers in einem Interview, bei denen nicht nur sie Puls bekam.

Kubicki hatte erklärt, er kenne keine Brandmauer, er wisse auch nicht, wer die erfunden habe. „Die steht weder in der Verfassung, noch ist sie gesetzgegeben“, sagte er. Zwar schränkte er dann ein, er würde keinem AfD-Antrag zustimmen, nicht mit der AfD koalieren oder sich von ihr dulden lassen. Er sei kein Rechtspopulist, betonte er auf dem Parteitag noch einmal. Die Brandmauer-Debatte ist in der FDP dennoch in vollem Gange.

Neben Kubicki selbst sorgte in dieser Hinsicht sein designierter Generalsekretär Martin Hagen für Gegrummel bei den Sozialliberalen. Der Geschäftsführer der rechtskonservativen Denkfabrik R21 nannte die Brandmauer einen „Popanz“, den die FDP nicht brauche. Beim Parteitag wurde er gleich in mehreren Redebeiträgen attackiert. Hagen sagte: „Traditionell ist der Generalsekretär ja ein Kettenhund.“ Er habe auch keine Angst davor, „mal anzuecken“. Nur 58 Prozent der Delegierten überzeugte das und stimmte für den gegenkandidatenlosen Wunschgeneral von Kubicki.

Wofür Kubicki steht? Unklar

Mehr als deutlich war zuvor – auch wegen Hagen – der ehemalige Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle mit seiner Partei ins Gericht gegangen. Nicht nur, dass die FDP allzu häufig „Kulturpessimismus, Untergangsstimmung und schlechte Laune“ verbreite. Auch seien viele Menschen „maximal irritiert über die Lockerungsübungen zur AfD“. Das sei der falsche Weg. Es dürfe „keine indirekte und keine direkte Zusammenarbeit“ mit der extremen Rechten geben, sagte Kuhle.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte am Samstag zur taz, dass sie bei ihrer Warnung vor einem Rechtsruck, einer Normalisierung und Relativierung der AfD bleibt. „Ich mache mir Sorgen, und zwar ernsthafte Sorgen.“ In anderen Parteien mag es „ein Gerüttel“ an der Brandmauer geben. „Ich hoffe, dass es bei den Liberalen kein Gerüttel geben wird.“

Die offene Frage ist, wofür Wolfgang Kubicki nun eigentlich steht. Der erste Teil des zweitägigen Parteitags sorgte hier erst mal nicht für Klärung. Möglicherweise spielte es bei seiner Wahl auch keine Rolle. Wolfgang Kubicki bekam die Zustimmung von einer – nicht eben berauschenden – Mehrheit der Delegierten, weil er Wolfgang Kubicki ist, neben Strack-Zimmermann das einzige bekannte Gesicht der Partei, das noch in der Öffentlichkeit steht.

Er wurde dafür gewählt, dass er Bundeskanzler Friedrich Merz „Eierarsch“ nennt, das ZDF einen „Lügenkanal“ oder den türkischen Präsidenten Erdogan eine „kleine Kanalratte“. Dafür, dass er den politischen Gegner – lange Jahre bevorzugt die Grünen – und bei Gelegenheit die eigenen Parteileute ankoffert.

FDP weiter im Umfragenkeller

Kubicki hatte jüngst gesagt: „Wir stehen vor der Alternative Erfolg oder Bedeutungslosigkeit.“ Und Erfolg werde es nur mit ihm geben. Das Problem: Der Erfolg lässt vorerst weiter auf sich warten. Trotz eines wochenlangen medialen Kubicki-Hypes kommt die FDP in einer am Samstag veröffentlichten Insa-Umfrage nicht über 3 Prozent hinaus.

Längst blasen andere Parteien zum großen Halali. Kanzler Friedrich Merz erklärte die FDP unlängst für tot und forderte deren Wäh­le­r:in­nen auf, künftig für die CDU zu stimmen. Und auch ein Teil der Realo-Grünen umwirbt die scheinbar heimatlosen Ex-FDPler:innen. Der grüne Europa-Abgeordnete Sergey Lagodinsky sagte jetzt im Interview mit der taz: „Bei uns sind sehr wohl Menschen gut aufgehoben, denen zwei zentrale Bestandteile des Liberalismus wichtig sind: der Sozialliberalismus, den die FDP-Führung auch unter neuer Führung ignorieren wird, und der Bürgerrechtsgedanke.“

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49 Kommentare

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  • Die FDP ist längst obsolet, daran wird auch der zu erwartende Versuch die AfD niveautechnisch noch zu unterkellert nichts mehr ändern. Klappe zu, Affe tot - ist nicht schade drum.

  • Sehe es ähnlich wie @abdurchdiemitte. Die FDP wird m.E. auferstehen. Die potentiellen Wähler sind da. Es dürfte genug Liberalkonservative geben, die Merz & Spahn für Windbeutel halten. Und auch harte Wirtschaftsliberale (Libertäre), die vielleicht Alice Weidel gut finden, denen die AfD im Ganzen aber zu völkisch ist. Eine FDP mit Kubicki an der Spitze mag die ansprechen.

    Während MASZ m.E. das Aus für die Partei bedeutet hätte. Wofür steht sie? Sie hätte dem LibMod-Flügel der Grünen Konkurrenz machen können. Aber Wirtschaftsliberalismus und Neocon-Ideologie lassen sich nicht wirklich unter einen Hut bringen. Freihandel und Krieg gehen nicht zusammen.

  • Die Agnes wollte mal, dann wieder nicht und dann doch. Kubicki sagt was er denkt und dürfte jetzt zu dieser Zeit der richtige sein, allen Unkenrufen zum Trotz.

  • Mal am Rande: Die taz schenkt dieser Splitterpartei aber sehr viel Aufmerksamkeit. Vermisst ihr sie etwa?

    • @Thomas Raukamp:

      Hoher Unterhaltungswert Genre Boulevard



      nzz.ch aktuell:



      "Viele Liberale hadern mit Kubicki – doch er ist die letzte Hoffnung der FDP



      Mit der Kandidatur des 74-Jährigen unternehmen die deutschen Liberalen einen letzten Kraftakt, um zu überleben."



      Das ist doch wie die Ankündigung eines Heldenepos.



      Da sitzen wir auch alle wieder gerne in der ersten Reihe.



      Ganz im Stile des Protagonisten.



      Im übertragenen Sinne natürlich😉



      Bei sueddeutsche.de in 2010



      "Wenn ich abends spät nach Hause komme, kann ich mich am besten entspannen, wenn ich mir im Fernsehen alte Kriegsfilme anschaue." In dem Zeit-Interview äußerte sich Kubicki ausführlich über Politik im Besonderen und das Leben im Allgemeinen - hier zu seiner bevorzugten Form der Entspannung."



      Reminiszenz zu 2008:



      "Die Parolen aus dem Ministerium und der Koalition erinnern mich inzwischen an die Meldungen aus dem Oberkommando der Wehrmacht. Dort hat man auch noch bis zum Frühjahr 1945 gemeldet, dass der Krieg gewonnen werden würde." Mit diesem Satz sorgte Kubicki 2008 für Empörung in Kiel: Damit kommentierte er in den Lübecker Nachrichten die Bewertung der Pisa-Ergebnisse durch die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Ute Erdsiek-Rave."

  • Wenn sie zwei ungefähr gleichwertige Kandidaten zur Wahl stellen, dann wird das Ergebnis immer ein knapper Sieg sein. Insofern würde ich es nicht "mit Ach und Krach" benennen. Dass die FDP aber mit altem Personal einfach die alte Politik weiterführen will, als Beispiel Atomkraft ja bitte, könnte ihr Untergang bedeuten. Diese FDP der alten Garde braucht keiner, wählt keiner.

  • "Die offene Frage ist, wofür Wolfgang Kubicki nun eigentlich steht."

    Sicher, durch Weglassen kann man diesen Eindruck erwecken. So etwas hat die taz doch eigentlich nicht nötig; besser wäre es gewesen, die Ziele aufzulisten und anschließend zu kritisieren bzw. zu widerlegen.

    Auszug: Bürokratie, u.a. sollen beantragte Genehmigungen nach 3 Mon. automatisch als erteilt gelten.

    Jobs, Einführung einer 50%-Regel; von jedem mehr verdienten Euro sollen 50c übrigbleiben (zZ sind es im Extremfall 36) / 2 Karenztage bei Krankheit und weitere Verschlechterungen bei Teilzeit und Befristungen.

    Schuldenbremse wieder scharfstellen (da stellt sich die Frage, wie alles finanziert werden soll) / 100 von 900 Bundesbehörden sollen wegfallen oder zusammengelegt werden.

    Steuern: Soli weg, 4 ESt-Stufen mit 15/25/35/42%

    Rente: langfristiger Einstieg in die Aktienrente, Abschaffung festes Rentenalter, Aktienrente statt Pension für neue Beamte.

    Also Licht und Schatten. Insgesamt finde ich, Kubicki ist die letzte Chance der FDP, trotz seines Alters der richtige Mann in dieser für die Partei schwierige Zeit. Alle anderen sind zu farblos und nichtssagend.

  • Wer findet, dass die FDP überflüssig ist, kann sich jetzt entspannt zurück lehnen. Solche Leute wie der völlig unseriöse Politclown Kubicki und ein sich v.a. auf Twitter/X wie offene Hose aufführende Martin Hagen, die beide definitiv mit massiv dazu beigetragen haben, dass kaum noch jemand die FDP als eine zu irgendwas zu gebrauchende und seriöse politische Kraft wahrgenommen haben, sollen also jetzt die FDP vor dem finalen Untergang retten.



    Mehr Bock zum Gärtner machen geht eigentlich nicht. Gut, ist Sache der FDP, nicht verstehen zu wollen, warum sie kaum noch jemand wählen mag. Also dann FDP, go for it...

  • Immerhin 59% der stimmberechtigten FDP-Leute haben sich für Kubicki entschieden und damit einer Zukunft ihrer Partei die Absage erteilt (nicht, dass sie unter der ständig geistig überforderten MASZ eine gehabt hätte). Genauso unrühmlich wie der Anfang der FDP als Sammelbecken von Altnazis, die Schluss mit der Entnazifizierung forderten -- "Schlussstrichpolitik" -- ist wohl nun auch ihr Ende mit Leuten, die Schluss mit "Brandmauern" fordern.



    Na gut, man möchte wünschen, dass die nun bei der AfD mitmachen, um dieser mit ihrem Gewicht zu einem Profil im Rahmen der Verfassung zu verhelfen, aber das bleibt vermutlich Wunschdenken...

  • Mit ziemlicher Sicherheit wird es die FDP jetzt wieder in den Bundestag schaffen. Ein paar martialische Auftritte des Populisten Kubicki während der Wahlkämpfe in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern könnten auch schon ganz nützlich sein. Mal sehen.



    Ein perfektes Drehbuch für die Auferstehung der FDP und die Kampfkandidatur Strack-Zimmermanns gehörte dabei zum Skript.



    Wichtig aber ist: eine bürgerliche Regierungsmehrheit benötigt zur Legitimation auf Bundesebene schlicht die FDP (auch wenn es diese Mehrheit jetzt schon mit AfD und Union gibt).

    • @Abdurchdiemitte:

      Glaube ich nicht. Wer für martialische populististische Auftritte empfänglich ist, wählt gleich AfD. Die maximal 4%, oder so, denen AfD wählen dann doch zu weit geht, oder die letzten 3 FDP-Stammwähler, werden die FDP nicht vor dem Untergang retten. Und für eine sich sozial-liberal verortete Wählerklientel hat die FDP kein ernstzunehmendes personelles Angebot. Der sozial-liberale Flügel in der FDP ist tot und die albernen Vertreter des "Freiheit-Ultras"-Flügels wie Kubicki, Martin Hagen, Dürr und Christian Lindner haben die FDP ja erst gegen die Wand gefahren. Ich denke, das war's jetzt. Wer vermisst denn eigentlich noch ernsthaft eine lediglich die Partikular-Interessen sehr weniger vertretende Partei, die über die letzten 10 Jahre zu einer Polit-Clown-Truppe verkommen ist?

  • Hier sieht man, dass es nicht immer vorteilhaft ist, wenn Leute bis 70 "arbeiten". Wenn dieser unsägliche Radaubruder die letzte Hoffnung der Partei ist, kann man nur froh sein, dass Gerhardt Baum und Burkhardt Hirsch das nicht mehr sehen müssen.

  • Guter Mann, der Kubickei. Hat Strack-Zimmermann verhindert.

  • Kubicki ist jedenfalls um eine Größenordnung besser als AStraZi. So ein eigenständiger Geist könnte schon Mainstream-kritische Menschen (also vor allem aus AfD und BSW) zur FDP lenken. Mal sehen.

  • "Wofür Kubicki steht? Unklar" Na jedenfalls steht er für eine Verrüpelung der Politik.

    • @shitstormcowboy:

      Ein Hinweis aus 2010



      Quelle sueddeutsche.de



      "FDP: Wolfgang Kubicki



      "Hauen, bis die Schwarte kracht"



      13. Dezember 2010 (...)



      Er sagt von sich, er habe die "Ausstrahlung eines Kühlschranks" und sehe zur Entspannung am liebsten alte Kriegsfilme: Wolfgang Kubicki ist ein verbales Sturmgeschütz der FDP. Dabei feuerte er häufig in die eigenen Reihen. Seine besten Sprüche."



      Ein Beispiel dort



      "Hauen, bis die Schwarte kracht" Dieses Zitat sorgte im März 2010 für Wirbel: Kubicki kündigte in einem Interview mit der Wochenzeitung Zeit einen harschen Umgang mit der CSU an, als Ersten solle man sich CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt vornehmen. Der erwiderte prompt: "Dem Kubicki ist wohl die Schweinegrippe aufs Gehirn geschlagen."



      Eine unterhaltsame Lektüre.



      Last but not least:



      "Kubicki , Ihre politische Karriere hat sich damit erledigt. Kubicki, Sie sind wie ein Boxer, der sich einen schlimmen K. o. eingefangen hat. They never come back." Volker Zastrow in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach dem Rücktritt von Kubicki im Jahr 1993. Kubickis Antwort: "Das werden wir ja sehen." So zumindest schilderte er es in dem Zeit-Interview von März 2010."



      Stehaufmännchen ist dann wohl sein Zweitname

  • Ein Neuer würde der FDP gut tun.

    • @Mondschaf26:

      "Ein Neuer würde der FDP gut tun..."



      Ja, um gelbe Kubicki-Trikots zu unterschreiben... Aber Neuer ist doch schon in der Fußballnationalmannschaft überzählig... (Sorry...)

  • "Kubicki mit Ach und Krach zum neuen FDP-Chef gewählt"



    Ich verstehe die Medien nicht (mehr).



    Ihr wünscht euch Demokratie, honoriert aber Diktatur.



    Demokratie heißt doch Abstimmung.



    60 zu 40 ist ein demokratisches Votum.



    Ihr aber macht einen Skandal daraus.



    Ein Gegenkandidat - welch Affront.



    Demokratie lebt doch von Wettbewerb.



    Was soll das für eine Demokratie sein, wenn immer nur ein Kandidat antritt?



    Parteitage wo Vorstände 90% erhalten als Krone der Demokratie ist eine Verklärung von Demokratie.



    Als ob 90% in einer Partei einer Meinung wären...



    Kubicki ist mir grundunsympatisch. Und ich bezweifle stark, dass die FDP mit ihm zurück in die Spur kommt. Eher driftet sie ins Reaktionäre ab.



    Aber was die Abstimmung betrifft, gerne mehr davon. Das war Demokratie.



    Ein Parteitag mit Streit. Politische Debatte. Leben. Realität.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Stimmt!

    • @Astrid Sehnefeld:

      Das ist doch ein Evergreen. Gibt es einen Kandidaten nennt man es Wahl, gibt es 2 ist es eine Kampfkandidatur!

    • @Astrid Sehnefeld:

      Danke, sehe ich genauso.



      Kubicki hat sich zur Wahl gestellt, wo andere, viele andere, gekniffen haben und sich verantwortungslos j in die zweite Reihe stellen um im Bedarfsfall "schon immer alles besser wussten". Und ehrlich gesagt ist Kubicki der bessere Kandidat, deutlich besser als Strack-Zimmermann.

  • Tja, das war's dann wohl ?



    Klima egal, Brandmauerdebatte statt klarer Verbotsperspektive, Atomkraft wiederbeleben und dann mit abgewrackten Figuren auflaufen - wer soll das denn noch ernst nehmen ?

    • @StromerBodo:

      Ich denke mal viele konservative Bürger

  • Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, will Kubicki nur ein Jahr Parteivorsitzender sein. Sollte die FDP nicht in diesem Zeitraum "versterben", so wäre die Frage, ob es eine neue Kampfkandidatur zwischen Str-Z/Höne und Hagen geben könnte.

    Es ist jammerschade, was aus der Partei von Baum/Hirsch/Hamm-Brücher geworden ist!

    • @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      "Es ist jammerschade, was aus der Partei von Baum/Hirsch/Hamm-Brücher geworden ist!"



      Bedauerlicherweise vor dem Hintergrund historischer Fakten sozialliberaler Regierungen, aber mit einem Einwand:



      Es klingt nach "Schicksal", ist es aber nicht.



      Und es gibt kleine Hoffnungsschimmer für die wahrscheinliche "Konkursmasse" kompatibler Ansätze und für Personen mit Compliance:



      Bereits 2025 bei spiegel.de



      Anschlussfähigkeit attestiert:



      "Angebot von SPD-Boss Klingbeil



      Volker Wissing will »derzeit nicht« Genosse werden



      Bei den Sozialdemokraten sei für ihn »immer eine Tür offen«, lockte Parteichef Lars Klingbeil den scheidenden Verkehrsminister Volker Wissing. Dieser will aber weiter parteilos bleiben."



      Auch 2025 zu den Ursachen:



      www.derwesten.de/p...d-id301458600.html

  • "Ach und Krach" -



    Wohl nicht ganz wach!



    Chance auf Reanimation:



    Verpasst mit diesem Ansatz schon.



    Das Ganze wirkt kaum ausgereift,



    Jemanden, der öfters so keift,



    Und verbal dann daneben greift,



    Aus dem Ruder manchmal läuft:



    Die 'Alte-weiße-Männer-Masche':



    Trapattoni's Satz mit Flasche...



    /



    www.derstandard.at...-geschichtsbuecher



    /



    Aus liberal wurde oft grün?



    Jetzt graue Zellen mal bemüh'n:



    Es ist doch hier in diesem Land



    Annähernd allen nun bekannt,



    Wo sich Kubicki hat verrannt:



    Die Ampel haben sie "verbrannt".



    /



    Aber worauf man(n) zählen kann:



    Auf Widerspruch Strack-Zimmermann!

  • Da hat die FDP gerade nochmal die Kurve gekriegt. Mit S-Z als "Sympathieträgerin" wäre es mit der Partei wohl komplett vorbei gewesen. Aber ob Kubicki mit 40% als Mühlstein um seinen Hals wirklich eine Neuausrichtung schafft, wage ich zu bezweifeln.

  • • • • 💅

    • @Lowandorder:

      DAS - waren noch Zeiten! Verdamm lang her Selbst 🤖 stand voll auf dem Schlauch 🧐😛🤣



      Die Geburtsstunde der F.D.P. mit 3 Punkten



      Die Jungtürken-Revolte: Im Jahr 1956 stürzten die jungen FDP-Politiker in Nordrhein-Westfalen (darunter Willi Weyer, Walter Scheel und Wolfgang Döring) die Regierung des CDU-Ministerpräsidenten Karl Arnold. Sie schmiedeten stattdessen eine Koalition mit der SPD.



      Der historische Schwenk: Dieser Coup schwächte die Bundesregierung unter Konrad Adenauer massiv, leitete den Abschied der Liberalen vom rein national-konservativen Kurs ein und bereitete den Boden für die spätere sozialliberale Koalition im Bund.



      Die offizielle Firmierung: Als die Generallinie der Jungtürken endgültig die Oberhand gewann, wurde auf dem Bundesparteitag 1968 in Stuttgart der offizielle Parteiname in die Schreibweise mit den drei Punkten (F.D.P.) geändert. Unter diesem Kürzel steuerte Walter Scheel die Partei ab 1969 als Außenminister in das sozialliberale Bündnis mit Willy Brandt.



      & Däh



      Das Ende der Punkte-Ära



      Ganze 33 Jahre lang „firmierte der Laden“ unter diesem Logo. 🪂Erst im Jahr 2001 wurde die Satzung geändert. Im Zuge einer Modernisierungskampagne unter Guido Westerwelle

  • Kubickie verkörpert den strauchelnden Verlierer, der es noch einmal krampfhaft versucht. Bei ihm hat das etwas Komisch-Theatralisches. Warum tut er sich das an?

    Will er einen kämpferischen Abgang? Der scheint gelungen.



    Ein Dernière voller Güte!

  • Rüpel ist gut, es sind solche Winkeladvokaten, die maßgeblich die demokratischen Institutionen untergraben.

    • @Axel Schäfer:

      Inwiefern ist Kubicki denn ein "Winkeladvokat"? Man mag ja seinen Positionen nicht zustimmen oder ihne auch persönlich nicht mögen - aber er tritt immer mit offenem Visier auf. Seine Positionen sind gesellschaftlich liberal und wirtschaflich für Deregulierung.



      Strack-Zimmermann hingegen trat die letzten Jahren als Fürsprecherin der RÜstungsindustrie auf und erweckte jedenfalls den Eindruck von Interessenskonflikten.

  • Herzlichen Glückwunsch! Hoffentlich kann er die Partei retten, denn eine demokratische Partei für mehr Freiheit und weniger Staat ist sonst nicht in Sicht.

    • @Otto Mohl:

      Mehr Freiheit ist immer gut, aber weniger Staat können sich nur Reiche leisten. Gut nachzulesen bei Ulrike Herrmann.

      • @NinaZ.:

        Wir brauchen einen Staat, der verlässlich klare Regeln setzt und deren sein Haltung gewährleistet.



        Wir brauchen keinen Staat, der alles überwuchert und erstickt.



        Ein Staat, dessen einzige Wachstumsbranche die Verwaltung ist, hat keine grosse Zukunft vor sich.

    • @Otto Mohl:

      Jaaa!!! Mehr "Freiheit" für Raser, für Waffenfans, für Konzerne! Das ist es was wir nötig haben.



      Was diese Lobbytruppe aka fdP unter Freiheit versteht, das hat nichts mit dem zu tun, was die Aufklärung bezweckte und von den Philosophen erklärt wurde. Da besteht mehr Potential als nur Profit und Egoismus.....

  • „Mit Ach und Krach 60%“?



    Bei welcher Partei gab es denn zuletzt überhaupt noch die Wahl zwischen zwei Kandidaten? Ich kann mich nicht erinnern. Dafür immer super Ergebnisse von 90% und mehr. Und das ist besser?



    Dann lieber Konkurrenz. Ich wäre mal gespannt, wie die Ergebnisse bei den anderen Parteien ausfallen würden, wenn sich mal wieder jemand trauen würde, gegen die etablierte Konkurrenz anzutreten.

  • Ich glaube, Strack-Zimmermann hätte echte Chancen gehabt, wenn das nicht so eine Last-Minute-Aktion gewesen wäre. Eine entsprechende Vorbereitung dieser Kandidatur wäre sinnvoll gewesen. So bleibt ein etwas fader Beigeschmack. Ich bin gespannt, was Wolfgang Kubicki mit der FDP anstellt - eine echte liberale Partei wäre eine Bereicherung für unsere Demokratie, aber ich traue ihm nicht unbedingt eine Erneuerung dieser Partei zu - und die wäre dringend nötig, denn wer noch vor anderthalb Jahren mit "mehr Musk und Milei wagen" zur Bundestagswahl angetreten ist, der hat einige Hausaufgaben zu machen, wenn man eine Partei der demokratischen Mitte und nicht der populistischen Spinnereien sein will.

    • @Agarack:

      Wer ausgerechnet mit mehr „Musk und Milei wagen“ punkten will, den halte ich für brandgefährlich angesichts der Lage, in der sich unsere parlamentarische Demokratie derzeit befindet. Global gesehen ist die Demokratie wegen solcher wirtschaftlich neoliberaler und politisch autoritärer Typen doch so schwer in Bedrängnis geraten.



      Und braucht es hierzulande zwischen einer rechtsextremistischen AfD und einer konservativen Union in unserer Parteienlandschaft wirklich noch eine liberale Partei, die den ungehemmten Manchester-Liberalismus genau so in Reinformat vertritt wie die schon vorgenannten Parteien?



      Ein Remake des „Freie Fahrt für freie Bürger“ ist in angesichts der vielen nationalen und globalen Krisen so surreal, dass einem der Polit-Dinosaurier Kubicki fast schon wie ein Wiedergänger vorkommt.



      Nicht viel anders jedoch die knallharte Rüstungslobbyistin Strack-Zimmermann. Fast schon bedauerlich, dass sie sich nicht gegen den Rechtspopulisten Kubicki durchsetzen konnte. Mit dieser ausgesprochenen Unsympathin an der Spitze hätte die FDP nämlich noch weniger Chancen, in Zukunft wieder über die 5%-Hürde gehievt zu werden.

      • @Abdurchdiemitte:

        Eine vernünftige FDP, die eine nach beiden Seiten anschlussfähige Partei der Mitte sein will, wäre in diesem Lande dringend nötig und sehr bereichernd. Eine liberale Partei mit sozialem Gewissen hätte auch ein großes Potenzial, wie die Grünen in Baden-Württemberg, die im Grunde eine solche Partei darstellen, eindrucksvoll beweisen - die Grünen anderswo hingegen kann man diesbezüglich leider weitgehend vergessen. Insofern wäre es mir schon sehr lieb, die FDP würde wieder versuchen, konstruktiv Politik zu machen.

    • @Agarack:

      Das war nicht Last-Minute, das war von länger Hand geplant und sagt viel über ihren Charakter aus.



      Erst offen Kubicki unterstützen und dann heimlich kurz vor knapp antreten.



      Sagte ja Kubicki selbst nach seiner Wahl, dass es komisch ist, wenn man angeblich spontan antritt, dann aber eine Stunde lang eine vorbereite Rede hält.

      • @Otto Mohl:

        Aber es hat ja wahrscheinlich ihre eigenen Chancen geschmälert. Eine halbstündige Rede braucht zudem keine zwei Wochen Vorlauf, schon gar nicht für eine Politikerin, die auch Mitarbeiter*innen beschäftigt. Hätte sie von vornherein gesagt, dass sie antritt, hätte sie ja auch besser abschneiden können.

      • @Otto Mohl:

        Ich halte ja persönlich auch nicht viel vor Frau Strack-Zimmermann. Aber ihre Warnungen vor Kubicki als Unterstützung zu interpretieren, erfordert eine ganze Menge Kreativität.

      • @Otto Mohl:

        Zuerst wollte sie ne Doppelspitze. Da sie aber in Bruessel hockt sollte er die Hauptlast tragen. Das lehnte er dankend ab.

        • @elektrozwerg:

          Die hockt doch überwiegend in Talkshows. Sie ist eines von zwei Gesichtern der FDP. Sie vertritt die im ÖRR gerne gehörten Positionen, er ist der Krawallmacher.

          Beide haben keine Zukunft, alleine durch ihr Alter (naja, Merz, Trump, Putin zeigen, dass Altersdiskriminierung gar nicht schlecht wäre...). Kubicki sagt das ja selbst. Mit MASZ wäre die FDP gleich tot. Totale Unsympathieträgerin. Kubicki kann Tiktokkrawall - muss er in der APO auch. Jetzt muss man sehen, ob er die jungen Leute der Partei (Höhne, Teuteberg...) einbinden und stark machen kann und ob sie die passende Kampagne finden. Durch seine Brandmauer-Äußerungen hat er wahrscheinlich schon den richtigen Weg gefunden. Eine weitere Brandmauerpartei mehr brauchen die Wähler auf dem Weg von der CDU zur AfD nicht. Vielleicht kann die FDP so noch ein paar Wähler abfangen, bevor sie bei den blauen landen.

  • Es ist amtlich: Kubicki wird das Licht ausmachen. Und das hat eine Partei, die es nicht schafft, eine:n Kandidat:in diesseits der 60 zu finden, auch verdient.



    Respekt für Agnes Strack-Zimmermann, die sich der geriatischen Testosteron-Überdosis aus der untersten Schublade entgegengestellt hat, was sich in der FDP offensichtlich niemand traute.

    • @Anne Pipenbrinck:

      Schätze, Kubicki ist der geeignete Entertainer für einen krachenden letzten Akt.



      Und Frau St.-Zi ist, wer sie ist ,und das ist auch gut so.



      Good bye, fdp.

      • @NinaZ.:

        Ich schätze, Kubicki ist aus bürgerlicher Sicht eher die Idealbesetzung (weil als ausgewiesener Populist eben populärer als Strack-Zimmermann), um der Merz-CDU langfristig den Allerwertesten zu retten.



        Ein anvisiertes bürgerliches Regierungsbündnis mit der AfD hätte nämlich deutlich ein ‚Geschmäckle‘, aber eine FDP-Beteiligung an diesem Projekt würde die CDU-Basis wahrscheinlich beschwichtigen. Es käme dann ja alles nicht so schlimm.



        Wir werden ja sehen, wie der neue FDP-Vorsitzende von den bürgerlichen Medien für diesen Job in Stellung gebracht wird.



        In der verbleibenden Legislaturperiode müsste es doch möglich sein, die FDP wieder über die 5%-Hürde zu reden und zu schreiben?