: „Viele AfD-Wähler:innen werden trotz des Hitlergruß-Fotos die Partei wählen“
David Muschenich
Was wäre das normalerweise für ein Skandal: Spitzenpolitiker zeigt Hitlergruß. Ein Foto belegt es, Zeugen bestätigen es. Ein Landesvorsitzender und dazu noch Bundestagsabgeordneter war’s. Kurz vor der Wahl. Beschämte Entschuldigung, Rücktritt und trotzdem der Umfrageabsturz.
Bei der AfD läuft das anders. Sachsens-Anhalts AfD-Chef Martin Reichardt sagt, das Foto von 2020 zeige ihn gar nicht beim Hitlergruß, den habe er noch nie gezeigt. Eine Art „Ritterschlag“ sei es gewesen. Dass er dabei mit „mein Führer“ angesprochen worden sein soll? Haben die Ritter sicher auch schon gemacht.
Foto: privat
David Muschenich ist Korrespondent in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Zumindest bei Ulf Poschardt, „Freister Mitarbeiter“ der Welt, scheint das Zweifel geweckt zu haben. Er schreibt, es gehe nur um „eine Art ‚Hitlergruß‘ “. Dabei brachte sein eigenes Blatt das Foto an die Öffentlichkeit und befragte Zeugen.
Womit Poschardt allerdings recht hat: Viele AfD-Wähler:innen werden trotz des Hitlergruß-Fotos die Partei treu wählen. Im Zweifel rechts, lautet das Prinzip. Hoffnung gibt nur, dass Reichardt den Hitlergruß dafür noch abstreiten muss. Es ist noch nicht alles verloren.
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