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Antifaschistische LandpartieWenn die Kleinstadthütte brennt

Antifas aus der Großstadt fahren gern aufs Land, um die Ge­nos­s*in­nen vor Ort zu unterstützen. Aber ist das überhaupt eine Hilfe?

U m Bornhagen in Thüringen, knapp 200 Einwohner*innen, blüht der Löwenzahn. Plötzlich steigen 200 junge Menschen in Sportklamotten mit Sonnenbrillen aus Reisebussen. Sie laufen, Parolen rufend, von Hunderten Po­li­zis­t*in­nen mit Wasserwerfern begleitet, durchs Dorf. Sie tragen Transparente auf denen steht: „Gegen die Idiotie des Landlebens“ und „Scheiß Drecksnest“. Dann fahren sie wieder nach Hause.

Zehn Jahre ist das her. Im Mai 2016 hatten antideutsche Gruppen aus Halle und Berlin zu einer Demo durch den Wohnort des thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke aufgerufen. Sie richteten sich explizit auch gegen „die Provinz“. Die Or­ga­ni­sa­to­r*in­nen schrieben danach auf Facebook: „Das Dorf ist empört, wir sind erfreut.“

Das war natürlich Provokation. Solche „Strafexpeditionen“, also linksautoritäre Stippvisiten, um Aufmerksamkeit auf rechte Landstriche zu richten, gibt es kaum noch. Trotzdem berührt die Aktion eine Frage, die An­ti­fa­schis­t*in­nen schon lange diskutieren und die immer noch aktuell ist: Sollten Antifas aus der Stadt aufs Land fahren? Und wenn ja: Wann ist es gut, wann eher schädlich und wie kann nachhaltige Solidarität aussehen?

Ort der Emanzipation

Wenn wir den Gegensatz von Stadt und Land aufmachen, dann ist der Antifaschismus eher in der Stadt zuhause und der Faschismus eher auf dem Land. Aus radikal linker – und städtischer – Perspektive ist die große Stadt der Ort der Emanzipation, die Provinz der des Rückschritts.

Schon Rosa Luxemburg nannte die Peripherie ein „Reservat der Reaktion“. Dem deutschen Faschismus dagegen war die große Stadt das Feindbild: lauter anonyme, entfremdete, kommunistische, jüdische Perverse. Auf dem Land verorteten die Nazis das ursprüngliche, deutsche Leben. Vater-Mutter-Kinder, der Gemüsegarten, der Schäferhund.

„Antifa ist auf dem Land komplett verbrannt als Label“

Ich komme aus einem Dorf in Ostsachsen. In der Schule habe ich zehn Jahre lang aufs Maul bekommen, weil ich nicht mit den Nazis mitgerannt bin. Heute bin ich als Gemüsegärtner viel im ländlichen Sachsen unterwegs und agitiere dort für radikale antifaschistische Strukturen. Es gibt antifaschistische Stadt-Land-Kooperationen, auf die ich total positiv blicke. In Dresden gibt es zum Beispiel Gruppen, die sich gezielt einen Landkreis raussuchen und dort langfristig mit lokalen Gruppen zusammenarbeiten. So entstehen Beziehungen, die über reine Bündnisse hinausgehen, und ein differenzierteres Verständnis für die Situation vor Ort.

Aber leider werden nur selten Brücken von der Stadt ins Land aufgebaut. Es gibt häufig ein interventionistisches Verständnis antifaschistischer Politik, das sich auf dem Land extrem negativ auswirkt. Ich rede von Demos mit Schwarzem Block ohne Grund, die mit einer aggressiven hooliganmäßigen Maskulinität auftreten, mit klassistischem Shaming von ländlich-proletarischen Namen, ganzen Milieus und Berufsgruppen wie Bäuer*innen.

Einen Höhepunkt hat das 2015 bis 2017 erreicht, als die rassistische Gewalt gegen Geflüchtetenheime in Sachsen eskaliert ist. Da haben Großstädter Demos in den Kleinstädten angemeldet und reisten mit bis zu 500 schwarz gekleideten Leuten an. Schon die Ankündigungen hatten einen aggressiven Tonfall, das Auftreten war eindeutig: wir gegen die komplette Kleinstadt.

Sie hatten keine Idee von Struktur und Aufbau der Opposition. Es wurde gar nicht gefragt: Wer vor Ort hat ähnliche politische Überzeugungen, traut sich aber nicht, sich zu organisieren? Dabei hätte es ja darum gehen müssen, wenn das Ziel wirklich gewesen wäre, Geflüchtete vor rechter Gewalt zu schützen. Solche Interventionen haben keinen messbaren Positiveffekt. Sie liefern nur den extremen Rechten Futter, um eine antifaschistische städtische Bedrohung herbeizuimaginieren und sich selbst als Schutzgarant zu inszenieren.

Entscheidend ist, langfristig vor Ort zu sein und nicht die Ressentiments gegen die Antifa weiter zu füttern. Es verhärtet sich im ländlichen Raum ein Bild von ihr als westdeutsches, akademisches und gewaltvolles Großstadtphänomen, hinter dem eigentlich auch gar kein Dissens mit dem System steht.

Als ich mich als Jugendlicher organisiert habe, war klar: Die Großstadt, der Westen, das ist der noch größere Feind als die Nazis. Heute stilisiert die AfD die Antifa als Schlägertrupp des Staates. Gerade im ländlichen Osten, wo das Vertrauen in die repräsentative Demokratie zutiefst erschüttert ist, verfängt diese Erzählung. Antifa ist auf dem Land komplett verbrannt als Label.

Das hat sich zum Beispiel 2025 in Riesa gezeigt. Der Versuch des Widersetzen-Bündnisses, den AfD-Parteitag zu verhindern, mag auf Bundesebene etwas gebracht haben. Für die antifaschistischen Strukturen vor Ort war er ein Fiasko. Nach den Protesten standen viele wesentlich schlechter da als vorher. Sie mussten sich gegenüber anderen aus dem Dorf für jedes Transparent und jede Blockadeaktion rechtfertigen.

Bei einer funktionierenden antifaschistischen Stadt-Land-Kooperation wäre eine Intervention mit einer Demo vielleicht der zehnte Schritt. Man müsste erst mal den ersten machen, aber dafür haben viele in antifaschistischen Großstadtbewegungen weder das Verständnis noch die Geduld.

In der Stadt ist die Einstellung häufig: Wer einmal die AfD gewählt hat, ist für mich gestorben. Diese klare Abgrenzung wird als antifaschistische Stärke verstanden. Als Linker auf dem Dorf ist das ein völliger absurder Standpunkt. Hier kann man nicht einfach so eine übelst harte Abgrenzungspolitik fahren.

Max (Name geändert), 38, Freie Arbeiter*innen-Union Dresden (Protokoll: Lilly Schröder)

In der heutigen Realität kommt man mit solchen Kategorien nicht weit. Fast sechzig Prozent der Bevölkerung in Deutschland leben nicht in Großstädten, sondern in Dörfern, Klein- und Mittelstädten, auch bekannt als „ländlicher Raum“ oder „Provinz“.

Großstadt-Antifas mögen sich mitunter überlegen fühlen, wenn sie durch ihren Szenekiez schlendern – vom linken Straßenfest zum besetzten Haus, zur linken Kneipe, zum angesagten Club. Aber sie wissen auch, dass keine Veränderung zu machen ist, ohne die Provinz mitzunehmen.

Außerdem will man die Ge­nos­s*in­nen in der Provinz nicht hängenlassen, die durch ihr Engagement viel mehr riskieren als Großstädter*innen. „Antifa heißt Landarbeit“, das ist seit den 90er Jahren auch in den Großstädten angekommen.

Aber was heißt „nicht hängenlassen“? Ist es nicht paternalistischer Größenwahn, wenn Nachwuchs-Antifas aus Hamburg-Altona in die schleswig-holsteinische Kleinstadt fahren, um das von Nazis angegriffene Jugendzentrum zu verteidigen? Welche Straßenerfahrung sollen die schon mitbringen? Wer muss dann am Ende wen verteidigen?

Bedrohung auf dem Schulhof

Die schlagkräftigste Antifa-Szene findet man nicht in der Großstadt, wo man Neonazis eher vom Hörensagen kennt. Sondern da, wo auch die Rechten sind: im ländlichen Raum. Die reale, handfeste Bedrohung auf dem Schulhof, im Freibad oder an der Bushaltestelle schafft Entschlossenheit und Zusammenhalt bei denen, die sich dagegen behaupten müssen.

Wo die linke Szene zu klein ist für die x-te Abspaltung, da schließt man lieber die Reihen. In Görlitz, Halberstadt oder Bargteheide ist man trotz inhaltlicher Differenzen immer wieder zur Zusammenarbeit gezwungen. In Großstädten sieht das ganz anders aus, innerlinke Konflikte sind hier an der Tagesordnung – auch, weil man es sich (vermeintlich) leisten kann.

Wenn beide Gruppierungen auf Augenhöhe wären, wieso sollte es dann paternalistisch sein, wenn die eine der anderen hilft?

Die Frage, ob eine von beiden Gruppierungen der anderen überlegen ist – die zahlenmäßig stärkere, aber fragmentierte Großstadt-Antifa oder die überschaubare, aber handlungsfähigere Kleinstadt-Antifa –, weist vielleicht schon auf das Problem hin. Wenn beide auf Augenhöhe wären, wieso sollte es dann paternalistisch sein, wenn die eine der anderen hilft?

In vielen kleinen Orten wünschen sich An­ti­fa­schis­t*in­nen dennoch Unterstützung aus der Großstadt. Ob die Ham­bur­ge­r*in­nen oder Ber­li­ne­r*in­nen nahkampferprobt sind, will man vielleicht gar nicht so genau wissen. Die gewaltvolle Konfrontation versucht man in den meisten Fällen ohnehin zu vermeiden – das gilt zumindest für die Kleinstädter*innen, die auch hinterher noch Gartenzaun an Gartenzaun mit den Rechten leben müssen deren Kinder den Kindern der anderen auf dem Schulhof begegnen. Die Großstädter*innen, die nur ein paar Stunden da sind und dann ciao, sehen das womöglich anders.

„Die meisten Dorf­be­woh­ne­r*in­nen lassen die Jalousien runter“

Schnellroda ist ein kleines Dorf im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Dort wohnt der selbst ernannte neurechte Vordenker Götz Kubitschek mit Familie. Sein Institut für Staatspolitik (IfS) hatte dort seinen Sitz

In Schnellroda ist alles klar. Es gibt das Rittergut von Götz Kubitschek und einen Gasthof, in dem seine Gäste sich treffen und ein paar Wohnhäuser – und dann kommen wir.

Bevor wir 2016 das erste Mal demonstriert haben, hat Kubitschek noch dazu aufgerufen, Schnellroda zu verteidigen. Er hat Bauzäune ums Dorf gestellt. Für Kubitschek war es so: Auf der einen Seite das ganz normale Dorf, er und seine Nachbarn, auf der anderen die Städter, die im Reisebus ankommen, alle gekauft, die da überhaupt nicht hingehören.

In Wahrheit ist es so: Es ist er, der den Ort benutzt und bis zu 600 Rechtsextreme einlädt. Darunter sind Leute wie Martin Sellner aus Wien und von der Neonazigruppe Junge Tat aus der Schweiz.

Wenn wir zum Gegenprotest aufrufen, steigen 60 szenemäßig angezogene Leute aus Halle aus dem Reisebus aus, aber auf der Demo kombiniert sich das mit dem Opa und seinem Enkel aus der Region. Das finde ich schön.

Im Dorf gab es lange nur zwei Familien, die sich getraut haben, sich dagegen zu positionieren, die zu unseren Demos und Veranstaltungen kamen. Kubitschek hat sie öffentlich geoutet, bedroht und beleidigt, eine Familie ist inzwischen weggezogen.

Die meisten Dorf­be­woh­ne­r*in­nen lassen die Jalousien runter, wenn wir kommen. Von einigen werden wir angepöbelt. Es gibt Leute im Dorf, die zwar nicht rechtsradikal sind, aber auch nicht mit unserem Ansinnen sympathisieren. Sie finden uns scheiße und die Rechten in Ordnung. Die 50 Prozent für die AfD im Saalekreis müssen ja auch irgendwo herkommen.

Wir haben lange alle Dorf­be­woh­ne­r*in­nen mit Zetteln im Briefkasten eingeladen, damit aber irgendwann aufgehört. Es wäre toll, wenn es eine Organisation im Ort gäbe, die sich gegen das IfS stellt. Aber man muss auch sehen, dass Angst eine Rolle spielt.

Wir haben in Schnellroda einen politischen Konflikt, der über lebensweltliche Fragen von Stadt und Land hinausgeht. Das IfS beansprucht, die Machtübernahme der AfD zu planen. Deswegen ist es wichtig, aus der Stadt nach Schnellroda zu fahren, um diese politische Bruchlinie aufzuzeigen. Man kann das nicht den Menschen in den umliegenden Dörfern und Städten überlassen, eigentlich sollten Menschen von viel weiter weg kommen! Kubitschek kommt aus Ravensburg und hat in Hannover studiert. Die Antifa Hannover könnte auch mal vorbeikommen.

Lukas Wanke, 33, vom Kollektiv IfS Dichtmachen aus Halle (Saale), das Menschen aus den umliegenden Städten nach Schnellroda mobilisiert. Am 11. Juli protestiert IfS Dichtmachen gegen Kubitscheks „Sommerfest“ ( Protokoll: Amira Klute)

Wer Menschen von außerhalb dazu holt, gibt ein Stück weit die Kontrolle ab. In Demmin hat das bis auf ein Mal gut geklappt. In die 9.500-Einwohner*innen-Stadt in Mecklenburg-Vorpommern kommen jedes Jahr am 8. Mai Hunderte Rechtsextreme, um einen „Trauermarsch“ zu veranstalten. Als Anlass dienen ihnen die Massensuizide in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Zwischen dem 30. April und dem 4. Mai 1945 nahmen sich rund 1.000 Menschen in Demmin das Leben, auch aus Angst vor der anrückenden Roten Armee.

Gegen den rechtsextremen Trauermarsch mobilisiert seit 2009 das lokale Bündnis 8. Mai Demmin. Heinz Wittmer, 57, ist von Anfang an dabei. Er erinnert sich, wie sie 2008 nicht mal zwei Hände voll Leute waren, die sich mehr als 300 Neonazis entgegenstellten.„Es mussten mehr Leute her, die am 8. Mai auf der Straße sind“, sagt er.

Party gegen Trauermarsch

Die Arbeit des Bündnisses bestand von Anfang an darin, An­ti­fa­schis­t*in­nen aus anderen Städten dazu zu bewegen, am 8. Mai nach Demmin zu kommen. Mit Erfolg: Zwei Jahre später waren sie mehr als die Neonazis. Das Bündnis setzte ab 2015 auch auf Partycharakter, gegen den geschichtsrevisionistischen Trauermarsch der Neonazis. Es kamen über die Jahre immer mehr Linke.

Im vergangenen Jahr dann der Rekord: mehr als 3.000 Menschen, davon rund 700 aus Berlin, fünf Reisebusse aus Hamburg. Das ist auch ein Verdienst des antifaschistischen Aktionsbündnisses Widersetzen, das seit Ende 2024 am 8. Mai nach Demmin mobilisiert.

wochentaz

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Immer, sagt Wittmer, hätten sie für Absprachen geworben, mit denen, die kommen. „Wir ham gesagt: Wir wünschen uns, dass die Leute sich an gewisse Sachen halten.“ Keine brennenden Barrikaden zum Beispiel, auf der Straße sitzen sei okay, aber nicht noch die Autos der Nazis kaputt zu hauen. Warum? „Damit die Menschen in Demmin nicht noch mehr gegen uns sind. Wir wollen ja immer noch versuchen, die Menschen hier zu erreichen mit unseren Inhalten.“

Einmal, 2016, war das gründlich schief gegangen. Da hatten An­ti­fa­schis­t*in­nen während einer NPD-Kundgebung aufgeblasene Sexpuppen in die Peene geworfen, auf der die Nazis immer ihre Gedenkkränze schwimmen lassen. In dem Fluss hatten sich 1945 Hunderte Dem­min­er*­in­nen ertränkt.

Die Sexpuppenaktion riss Wunden bei den Ein­woh­ne­r*in­nen auf und holte Traumata hervor, die die Stadt jahrelang nicht aufgearbeitet hatte. Die Aktion sei mit den lokalen Or­ga­ni­sa­to­r*in­nen nicht abgesprochen gewesen, sagt Wittmer.

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Haustürmobilisierung kostet Zeit

In Demmin haben sie deshalb auch überlegt, die Menschen aus der Region stärker einzubinden. Aber so eine Haustürmobilisierung kostet Zeit, oft bedeutet es jahrelange kontinuierliche Arbeit. „Wir konnten nicht ewig warten, bis wir den Nazis was entgegensetzen“, sagt Wittmer. Wie überall, wo die Ressourcen begrenzt sind, entscheidet der Pragmatismus mit.

Aber kann man dauerhaft etwas verändern, ohne die mühselige, kleinteilige Arbeit mit den Menschen vor Ort? Bei der letzten Bundestagswahl wählten 47,3 Prozent der Dem­min­er*­in­nen per Zweitstimme die AfD. Die jüngsten Umfragen prognostizieren der Partei für die Landtagswahl im September 36 Prozent.

Vielleicht, nein ganz sicher, lässt sich der Rechtsruck nicht stoppen, indem die Antifa aufs Land fährt, wenn die Ge­nos­s*in­nen dort Hilfe anfordern. Aber für diejenigen, die den Rechten in der Provinz tagtäglich die Stirn bieten, macht es einen riesen Unterschied, ob jemand kommt, wenn sie nach Unterstützung rufen.

Pflicht zum Großstadt-Soli

Sollte es nicht eine Pflicht sein, sie nicht hängen zu lassen – und zwar die Pflicht je­de*r Bürger*in? Eine Großstadtabgabe, ein Soli. Dafür, dass man in Berlin-Kreuzberg, Leipzig-Connewitz, Köln-Ehrenfeld, Hannover-Linden oder Hamburg-St. Pauli seine Ruhe vor rechten Kackbratzen hat.

Allerdings richtet die Unterstützung mehr Schaden an, wenn die Berliner Gym-Boys oder Hamburger Schläger-Girls Absprachen mit den Locals ignorieren. Aber endet man dann nicht bei Befehl und Gehorsam? Autonome organisieren sich bekanntlich nicht wie das Militär.

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Die taz, "widersetzen" und der AfD-Parteitag

An diesem Wochenende mobilisiert das antifaschistische Bündnis „widersetzen“ zu Blockaden gegen den Bundesparteitag der extrem rechten AfD in Erfurt. Zehntausende Menschen werden erwartet. Diesem Anlass widmet die wochentaz einen 17-seitigen Schwerpunkt, fragt unter anderem: Macht „widersetzen“ Sinn? Oder nicht? Warum konnten die antifaschistischen Kräfte der Gesellschaft zuletzt realpolitisch so wenig bewirken – aller Mobilisierungspower zum Trotz? Und wie ließe sich das wieder ändern?

Alle Texte des Schwerpunkts lesen Sie ganz ohne Paywall hier: taz.de/antifa. Am Samstag werden wir mit einem Live-Ticker auf taz.de über die „widersetzen“-Proteste und dem AfD-Parteitag berichten.

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Vielleicht lautet die Frage gar nicht, ob Stadt-Antifas aufs Land fahren sollten, sondern ob sie bereit sind, dort nicht die Hauptrolle zu spielen. Ob sie sich an Abmachungen halten, die sie selbst lieber nicht treffen würden.

Im Zweifel kann das bedeuten, zusammen mit der SPD zu demonstrieren. Oder mitzusingen, wenn die ganze Kundgebung mit den Omas gegen Rechts „Imagine“ singt. Ja, das kann weh tun. Aber eine wehrhafte Antifa muss das aushalten können.

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Amira Klute

Amira Klute

Jahrgang 1997, seit November 2024 Volontärin der taz nord in Hamburg. Hat Sozialwissenschaften in Halle (Saale) studiert, kommt vom Freien Radio. Foto: Timo Knorr.
Katharina Schipkowski

Katharina Schipkowski Redakteurin | taz Nord

Jahrgang 1986, hat Kulturwissenschaften in Lüneburg und Buenos Aires studiert und wohnt auf St. Pauli. Schreibt meistens über Innenpolitik, soziale Bewegungen und Klimaproteste, Geflüchtete und Asylpolitik, Gender und Gentrification.
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