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Digitale SicherheitDer Microsoft-Teufelskreis

Kommentar von

Svenja Bergt

Wenn Schulen digitaler werden wollen, setzen sie meist auf Microsoft-Produkte. Das ist in vielerlei Hinsicht ein Problem.

A ls zu Beginn der Pandemie eine Berliner Schule Microsoft Teams für Videokonferenzen einsetzen wollte und die Aufsichtsbehörde auf die Beschwerde eines Elternteils hin die Schule verwarnte, gab es einen Shitstorm. Dessen Tenor: Immer diese Datenschutz-Verhinderer, Lernen sei doch wichtiger als die Frage, ob bei Microsofts Umgang mit den Daten der Schü­le­r:in­nen alles in Ordnung sei.

Tatsächlich waren damals viele Schulen unter Druck: Sie mussten von heute auf morgen funktionierende Wege fürs Fernlernen finden und anbieten. Und wozu greifen also die Ent­schei­de­r:in­nen in den Schulen? Zu dem Anbieter, den sie selbst kennen und nutzen – und der den Schulleitungen angesichts latent klammer Kassen ein derart attraktives Angebot macht, dass man es kaum ablehnen kann: Microsoft.

Zwar wird digitale Souveränität – vor allem als Schlagwort – gerade politisch hoch gehandelt. Unabhängiger von den Tech-Unternehmen in den USA will man werden, vom erratischen US-Präsidenten und den ausufernden Befugnissen der dortigen Geheimdienste, die auf in Europa gespeicherte Daten zugreifen dürfen. Hinzu kommt, dass Trump US-Konzernen untersagen kann, ihre Dienste in bestimmten Regionen oder Ländern anzubieten – der gefürchtete Kill Switch.

Aber wenn es dann darauf ankommt, fällt oft genug doch die Entscheidung für ein Big-Tech-Produkt. Diese Wechselmüdigkeit hat einen Grund. Und der ist anscheinend mächtiger als die Angst vor Donald Trump und seinem Kill Switch und auch größer als die Sorge um mangelnden Schutz der Privatsphäre von Kindern: Gewohnheit.

Die Alternativen zu Microsoft sind kaum bekannt

Wer etwa in der Schule einen Wechsel anregen will, kann zum Beispiel sagen: Lasst uns doch OpenDesk nutzen. Oder eine der vielen Linux-Distributionen und da packen wir dann selbst so was wie LibreOffice, Thunderbird, OpenTalk und Firefox drauf. Wenn man dann Glück hat, weiß eine einzige weitere Person in einer vollbesetzten Schulaula, was damit gemeint ist. Das ist kein Wunder: Microsoft setzt seit Jahren alles daran, zum unverzichtbaren Bestandteil des Schulalltags zu werden.

Das beginnt damit, dass der Konzern Schulen sein Paket Office 365 Education kostenlos zur Verfügung stellt. Office 365 Education enthält unter anderem Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, die Anwendung für Videokonferenzen und einen KI-Chatbot – und zwar alles als Webversion. Das heißt: Die Anwendungen laufen im Browser, die Daten liegen in der Cloud, nicht lokal auf dem Rechner. Sollte Trump von seinem Kill Switch Gebrauch machen und Deutschland betroffen sein – dann wären die Daten weg.

Abgesehen davon sind in der Cloud gespeicherte unverschlüsselte Daten einer Überwachung leicht zugänglich, während das bei lokal gespeicherten deutlich schwieriger ist. Zu Office 365 Education gibt es auch gleich eine Fülle an kostenlosen Fortbildungen, vor allem online. Über 300 alleine für Lehrende der Grund- und Oberschule listet die Datenbank von Microsoft auf.

Natürlich steckt hinter der ganzen Kostenlosigkeit eine massive unternehmensinterne Quersubventionierung. Welche Firma, die Open-Source-Software samt Support anbietet, wäre wirtschaftlich in der Lage, das nachzumachen? Eben. Was eines der Probleme zeigt, die die marktbeherrschende Stellung eines Unternehmens verursacht.

Nutzung von Microsoft ähneln einem Lock-in-Effekt

Argumentativ haben es der Konzern und seine Fans nicht schwer. Windows ist in Deutschland immer noch das am weitesten verbreitete Betriebssystem, vorinstalliert auf den meisten Rechnern. In der Arbeitswelt sieht es ähnlich aus, außer in der Kreativbranche, wo wohl macOS am verbreitetsten ist, und in der IT dürften Linux-Desktops einen ganz guten Anteil haben.

Aber das grundsätzliche Argument: Microsoft in der Schule bereitet Kinder und Jugendliche auf das vor, was sie eh später auf ihrem Arbeitsrechner haben werden – dieses Argument ist gleichermaßen richtig wie gefährlich.

Denn hier dreht sich der Teufelskreis perfekt weiter: Wer nur Microsoft aus der Schule kennt, kommt natürlich auch später, ob zu Hause, in der Firma oder Behörde, nicht auf die Idee, etwas anderes in Erwägung zu ziehen. Wer Microsoft aus dem Berufsleben kennt, findet es gut, wenn die Kids es in der Schule nutzen – schließlich werden sie es später brauchen. Damit wird der Lock-in-Effekt perfektioniert: Alle stecken drin, und je mehr und je tiefer, desto schwieriger das Aussteigen.

Und der Grundstein für die nächste Produktabhängigkeit wird gerade gelegt. Microsofts KI-Chatbot Copilot ist ebenfalls in den kostenlosen Schullizenzen dabei, es gibt kostenlose Fortbildungen für Leh­re­r:in­nen zur Nutzung.

Andere KI-Anbieter für Schulen besser geeignet

Copilot zu pushen, dürfte besonders im Interesse von Microsoft sein, schließlich ist der Markt an KI-Chatbots – noch – recht breit. Darunter sind auch welche, die erst mal als geeigneter für eine Nutzung im Bildungskontext für Kinder und Jugendliche erscheinen: Solche aus Europa, etwa Mistral aus Frankreich oder das Open-Source-Modell Apertus aus der Schweiz. Oder Perplexity, das zwar aus den USA kommt, aber immerhin die verwendeten Quellen offensiver kommuniziert und stärker auf wissenschaftliches Arbeiten und Recherche ausgelegt ist.

Dass es natürlich auch ohne Microsoft geht, zeigen einzelne Schulen, die schon jetzt Open-Source-Software nutzen. Dahinter stehen meist einzelne engagierte Leh­re­r:in­nen oder Schulleiter:innen, die zudem die Rückendeckung von den politischen Ebenen darüber brauchen, damit der Wechsel klappt.

Dabei müsste es andersherum sein: Von der politischen Ebene – also von den Ländern und Kommunen – braucht es Initiativen und Verantwortung. Es braucht offene Software und Dienste, die die Schulen einsetzen können, Fortbildungen für das pädagogische Personal und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Ja, das kostet erst mal mehr und ist aufwändiger als die Gratislizenz von Microsoft. Dafür bezahlt niemand mit den eigenen Daten und persönlichen Abhängigkeiten. Es wäre eine echte Investition in die Zukunft. Denn zu verschenken hat auch Microsoft nichts.

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Svenja Bergt Redakteurin für Wirtschaft und Umwelt

schreibt über vernetzte Welten, digitale Wirtschaft und lange Wörter (Datenschutz-Grundverordnung, Plattformökonomie, Nutzungsbedingungen). Manchmal und wenn es die Saison zulässt, auch über alte Apfelsorten. Bevor sie zur taz kam, hat sie unter anderem für den MDR als Multimedia-Redakteurin gearbeitet. Autorin der Kolumne Digitalozän.
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20 Kommentare

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  • Wie der Artikel passend darstellt:



    Der Umsatz ist vom Werbeaufwand abhängig. Fertig.



    Und da freie Software kaum Werbung macht kennen sie nur wenige.



    Und wenn man den Lobbyismus der Großkonzerne noch hinzunimmt ist alles geritzt.

    Aber diese Abhängigkeit ist Peanuts gemessen an der Abhängigkeit beim Bezahlen an der Ladenkasse, beim Tanken und sogar in der Landwirtschaft in der auf Knopfdruck alle Traktoren stehen bleiben.

    Schöne neue Welt.

  • Also hier in NRW arbeiten Schulen seid Corona fast flächendecken mit Aplles Ipads, diese sind auch verpflichtend. Das hat dafür gesorgt, dass Apple hier an Schulen mitlerweile ein quasi Monopol hat und weil alle Schüler eh ein IPad haben müssen , sind viele Schüler und deren Eltern auch auf Iphones umgestiegen wegen der kompatibilität. Von Microsoft in Schulen habe seitdem ich hier noch überhaupt nichts gehört, ich weiß allerdings auch nicht wie es in anderen Bundesländern ist. Viele ärmere Familien müssen sich deshalb auch verschulden, müssen die Ipdas bei den Schulen mit Ratenzahlung abbezahlen.

  • Meiner Einschätzung nach wäre Linux als Standard-OS an Schulen unter den gegenwärtigen Bedingungen entweder deutlich teurer oder aber weniger sicher als die MS-Produkte, im schlechtesten Fall sogar beides.



    Der Umstand, dass Office 365 Education als reine Web-App läuft bedeutet eben auch, dass sich niemand um Sicherheitsupdates, Domain-Administration oder die Wartung von on-premise Servern kümmern muss. Damit sich halt einfach mal eben ein Linux auf die Schulnotebeooks zu installieren ist es eben längst nicht getan, es müsste auch entsprechende Server-Infrastruktur bereitgestellt werden und vor allem müsste man fähige Domain- und Netzwerkadministratoren einstellen die dafür sorgen, dass das auch alles zuverlässig funktioniert und dauerhaft sicher läuft. Zu erwarten, dass das eine Lehrkraft mal so nebenbei machen könnte ist völlig unrealistisch und bei rund 50.000 Schulen im Land stehen die hier eigentlich benötigten Experten am Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung.

    • @Ingo Bernable:

      Wohl wahr...



      --



      Aber bedenket, wo sich Unwetter zusammenbraut. -



      Übl(ich)er Weise in der Cloud.

  • Das was hier als man könnte ja noch dies und das dazu installieren ist bei Microsoft doch genauso. Office ist bei Linux dabei. Viele andere Dinge auch. Der Aufwand hält sich bei beiden Distributionen etwa im glechen Umfang.



    Was linux außer dem Datenschutz so attraktiv macht ist die Updatepolitik und das installieren.



    Kein gegängel. Und viel schneller als bei der Installation von windoof.



    "Alte" Hardware wird viel besser unterstützt und läuft super gut mit Linux.



    Mein alter Laptop mit Intel i5 2.gen läuft mit 2x4k Bildschirmen flüssig zum Büro arbeiten. Win11 kann ich da nicht rauf installieren.



    My2cent

  • Seit 2000 habe ich auf meinen privaten PCs Windows kaum verwendet. Nur einmal musste ich Windows installieren, weil ein Komputerspiel nur unter Windows lief.



    Ich kann mir gut vorstellen, dass Windows oder macOS notwendig werden, wenn man die eine Software braucht, die nur auf dem Betriebsystem läuft. Aber für den durchschnittlichen Gebrauch (WWW inklusive Online-Banking, E-Mail, Messenger, Musik hören, Filme abspielen, Textverarbeitung, ...) finde ich proprietäre Betriebssysteme absolut überflüssig.

    Ich kenne viele nicht IT-affine Menschen, die seit Jahren nur Linux benutzen. Natürlich kostet der Umstieg ein bisschen Zeit, genauso



    wie nachhaltig essen oder fair-produzierte Kleidung kaufen.

  • Das Problem ist nicht, dass die Unternehmen, Behörden und Schule nicht wechseln wollen würden oder einfach bequem sind. Wer mit "LibreOffice Thunderbird und OpenTalk" kommt, hat damit noch nie wirklich produktiv arbeiten oder schlimmer noch, es verwalten müssen.

    Davon abgesehen, dass diese Produkte immer noch funktionieren und aussehen wie Software der späten 1990er, sind sie kaum zentral managebar. Zumindest nicht nach heutigen Anforderungen in größeren Umgebungen.

    Ich setze Linux-Desktops seit Mitte der 1990er ein, erste Distro war Slackware-basiert mit Kernel 1.2.1. Aber "empfehlen" kann ich es für Unternehmen oder gar Schulen kaum. Sobald es um eine integrierte Office-Umgebung geht wird es ganz Zappenduster. OpenDesk hin oder her. Es bleibt Gefrickel und schafft es in Funktion und Komfort nicht mal mit Randprodukten wie Apples Privatkundenangebot iCloud mitzuhalten.

    Solange es Europa nicht schafft, selbst eine hochintegrierte Gesamtlösung anzubieten, die fortlaufend aktualisiert wird und den Admins und Supportteams ähnlich einfach von der Hand geht wie M365, Google Workspace & Co., wird das nichts. Hohe Lizenzkosten und "Souveränität"-Forderungen hin oder her.

  • Zu erwähnen ist, daß nichts mit den Programmen machbar ist, was nicht mit einem Bleistift und Papier machbar ist.

    Die einzigen Fortschritte, die IT gebracht hat, sind schnelle Kommunikation und unbegrenzte Archivierbarkeit.

    Fortschritte, die durchaus hinterfragbar im Verhältnis zum Aufwand sind.

    • @axiom:

      Auch die Erfindung des Buchdrucks hat ja nichts ermöglicht was nicht auch mit Papier und Bleistift auch schon vorher möglich war, sondern nur die Verbreitung von Information beschleunigt. Trotzdem waren die Auswirkungen auf die Gesellschaft massiv.

  • Hat sich die Autorin mal Apertus angesehen? Mistral kann ich ja als alternativen Lösungsansatz noch nachvollziehen aber Apertus wird noch eine ganze Weile brauchen, um auch nur annähernd auf dem Level der "Großen" zu sein. Man gönnte den Kids ja durchaus aus der ein oder anderen Lernerfolg und der wäre bei Apertus eher: Besser nicht verwenden. Und wenn datenschutzfreundlich müsste das eigentlich lokal laufen oder aber in einer abgesicherten Umgebung speziell für Schüler, aber dafür braucht es leistungsfähige IT und die ist ja bekanntlichermaßen in Schulen eher nicht zu finden. Oder anders formuliert: Das klingt eher nach einer Forderung nach dem Motto: "Deutsche kauft nur deutsche Bananen". Gegenfrage: Welche KI-Lösungen setzt denn die taz ein? Und wofür und in welchen Umfang? Die prinzipielle Überlegung weg von US-Big-Tech ist aber richtig ... Europa tut sich eben noch schwer mit europäischen Alternativen. Außer Mistral fällt mir da nicht viel ein. Aber Suchanfrage via Le Chat von Mistral ist auch nicht datenschutzfreundlich genug im Schülerinteresse.

  • Genau so ist es. Und man sollte nicht übersehen, dass viele es genau so wollen, weil es ja so bequem und modern und gewohnt ist.



    In meiner Erfahrung machen sich Eltern, die lautstark mehr "digital" in der Schule fordern, wenig Gedanken, was ihre Kinder eigentlich lernen und wie, ob man dazu wirklich ein Gerät mit Touchscreen braucht und ob sie im Unterricht Relevantes daran erledigen oder wild herumsurfen. Solche, leider häufigen Eltern sind glücklich und zufrieden, wenn es oberflächlich bei ihren Kindern auf dem Bildschirm so aussieht wie bei ihnen.

  • Ich habe einst meinen Rechner mit Linux ausgerüstet, genau wegen solcher Gedanken. Das ist aber leider gar nicht so einfach. Man sollte schon etwas Grundlagenwissen mitbringen. Die Zeit dazu möchte niemand in der Schule - nebenher - investieren.



    Was aber ohne Probleme geht sind Anwendungen wie Openoffice oder ähnliches. Die sind nahezu identisch zu Microsoft.

  • Von den Bigtechs ist Microsoft noch eine der sympathischeren Firmen. Microsoft hat immer externen Softwareentwicklern die Chance gegeben, Software für seine Betriebssysteme zu entwickeln und nicht auf ein geschlossenes Universum gesetzt wie z. B. Apple.

    Man kann von der Nutzung von Microsoft-Produkten jetzt halten, was man will, aber wenigstens passt alles einigermaßen zusammen, man findet kaum oder keine adäquaten Alternativen und braucht sich nicht einzubilden, kostenlose Open-Source-Lösungen seien wesentlich kostengünstiger.

    Wer aber Zeit und Lust hat, kann ja selbst beginnen, ähnliche Lösungen zu entwickeln.

    • @Aurego:

      Entschuldigung, aber die "bequeme" Lösung MS ist wirklich nur für Leute denen vieles egal ist, wie Datenschutz, Sicherheit und Kosten. Gerade heute morgen bekomme ich auf der Startseite die Mitteilung der IT, das copilot.microsoft.com gesperrt wurde weil es auch Informationen interner Webseiten nach außen übermittelt.



      Es gibt genügend Beispiele für Open Source auch an Schulen und in Verwaltungen.



      Das mit dem "wenigstens passt alles einigermaßen zusammen" stimmte vielleicht vor 10 Jahren noch etwas. Ich bin mit meinem privaten Rechnern vor ein paar Jahren zu Linux gewechselt, ausschlaggebend war hier unter anderem, dass die Installation der Steuersoftware bei der Installation unter Win10 viele Fehlermeldungen anzeigte und nicht lief und ein eher spaßeshalber vorgenommener Installationsversuch unter Linux (mit WINE) sauber durchlief. Als dann noch auf dem Netbook meines Sohnes ein Win10 Update hängenblieb und den Rechner für Win unbrauchbar machte und seitens des Herstellers (Lenovo) mitgeteilte, dass man da nichts ändern könnte, habe ich alles auf Linux umgestellt.

      • @Axel Schäfer:

        Ob man Linux oder Windows privat nutzt, ist relativ egal. In professionellen Umgebungen kommt man an Microsoft kaum vorbei.



        Ich habe bereits jede Windows-Version kennengelernt (auch die allererste) und kann nur sagen, dass damit alles funktioniert, was man braucht. Wenn Updates oder Softwareinstallationen hängenbleiben, liegt es selten an Microsoft, aber es ist schwierig, alle Hardwarekonfigurationen vorherzusehen. Apple hat es da leichter. Bei Linux kann es auch passieren, dass Treiber fehlen oder Updates fehlschlagen.



        Ohne Microsoft wären wir auch bei Linux noch nicht so weit, wie wir sind, denn Microsoft hat die Entwicklung der digitalen Welt gerade in den wichtigen 90er Jahren stärker vorangebracht als jede andere Firma. Ohne Microsoft wäre Apple wohl vom Markt verschwunden, als es in einer schweren Krise war.



        Beim Datenschutz habe ich bei Microsoft wesentlich weniger Bedenken als bei Meta, Alphabet, X oder anderen Unternehmen, die im Wesentlichen von Nutzerdaten leben.



        Ohne die ganzen Entwickler, die mit DOS und Windows aufgewachsen sind (als Linux noch in einem für Nicht-Spezialisten unbenutzbaren Entwicklungsstadium war), sähe die Softwarewelt wohl wesentlich trauriger aus.

    • @Aurego:

      Genau.



      Open Source Lösungen sind nicht unbedingt 'billiger' oder 'einfacher'.

      Sie sind jedoch einer der wenigen möglichen und 'anstrengenderen' Wege, sich aus der Abhängigkeit von BigTech und den u. U. kontrollierenden Staaten zu lösen.

      Wer das nicht für erforderrlich hält, kann getrost bei einem oder mehreren der BigTechs bleiben.

      Machs gut.



      Uli

      • @AuchNochEiner:

        Open Source ist spätestens bei der Hardware auf BigTech angewiesen.



        Warum aber sollte ich mich aus der Abhängigkeit von BigTech lösen wollen? Die wird es immer geben und sie werden immer bestimmen, wo es lang geht. Außerdem bin ich ja auch selbst in im Umfeld von BigTech tätig. Mit den quasi sozialistischen Ideen der ersten Linux-Pioniere konnte ich mich damals nicht besonders anfreunden.

  • Logineo als Alternative wurde in NRW nicht gepusht sondern an die Telekom verkauft, oder weitergegeben, und die hat es im Sande verlaufen lassen. Microsofts One Note ist mittlerweile auch aus den Open Source-affinsten gymnasialen Oberstufen nicht mehr wegzudenken. Anbieter wie Iserv werden zu wenig flächendeckend unter Vertrag genommen.



    Der Zug scheint abgefahren zu sein. Alle müssten es wirklich wollen.

  • Diese Argument, Kinder müssen auf MS-Produkten lernen, damit sie später im Arbeitsleben nahtlos weitermachen können, ist grundsätzlich falsch.



    Wenn ich auf einem Opel Corsa Fahrschule mache, dann kann ich anschliessend auch einen Golf oder Toyota fahren. So ähnlich verhält es sich mit einer Textverarbeitung, alle haben eine Unterstreich-Funktion und div. Formatierungsmöglichkeiten, sie befinden sich halt u.U. woanders im Menü, wie ein Blinkerhebel auch.

    • @Sigi Gassner:

      Das mit dem Opel Corsa funktioniert aber auch nur deshalb, weil die Funktionsweise weitgehend normiert wurde.

      Leider hat sich das alte Staroffice über Openoffice oder Libreoffice noch nicht zu einem vollwertigen MS-Office-Ersatz entwickelt. Irgendetwas funktioniert immer noch nicht genau so wie beim Original. Gibt es eigentlich WordPerfect noch?



      Warum also einen Opel Corsa fahren, wenn man auch einen Mercedes haben kann?