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Deutschlandticket als Pflicht in NRWWas für ein absurder Vorschlag

Nanja Boenisch

Kommentar von

Nanja Boenisch

Die NRW-CDU will Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r:in­nen zum Kauf eines Deutschlandtickets verpflichten. Ausgerechnet die, die ohnehin fast nichts haben.

E s ist zum Haareraufen. Um Geld in die Kassen der Nahverkehrsbetriebe zu spülen, wollen CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r:in­nen ein Deutschlandticket als Sachleistung aufzwingen. Mehr Geld bekämen die Menschen dafür nicht – der Betrag, der normalerweise selbstbestimmt für Mobilität ausgegeben werden kann, würde ihnen gestrichen.

Die Überzeugung der CDU-Politiker, dass sie da eine wirklich gute Idee hatten, zeigt, wie wenig sie von der Lebensrealität einkommensarmer Menschen verstehen – und wie erschreckend leicht es ihnen fällt, immer noch mehr Geld und Freiheit bei Armen abzuzwacken. Selbst, wenn es stimmt, dass die Verkehrsverbünde von mehr Kun­d:in­nen im Abomodell profitieren: Der Vorschlag ist absurd und abschätzig. Das Ticket gibt es seit gut zwei Jahren. Seit dieser Zeit ringen Bundesregierung, Länder und Verkehrsverbünde über das Angebot. Sie alle finden es gut, aber niemand will so recht für die Kosten aufkommen.

Gleichzeitig rufen die Länder nach mehr Geld vom Bund für den Nahverkehr. In den vergangenen Jahren hat die Bundesregierung die Mittel immer mal wieder erhöht, Schwarz-Rot hat im Koalitionsvertrag eine weitere Erhöhung zugesagt. Und doch sollen es ausgerechnet Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r:in­nen sein, die die Löcher stopfen sollen? Die Bürgergeldempfänger:innen, denen die Bundesregierung gerade erst die Freibeträge gekürzt und schärfere Sanktionen aufgebrummt hat?

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Seit das Deutschlandticket auf dem Markt ist, gab es zahlreiche konstruktive Vorschläge, wie mehr Einnahmen generiert werden können: ein Jahresabo für einen stabileren Kund:innenstamm, ein bundesweites Sozialticket zu einem niedrigeren Monatspreis, ein höherer Finanzierungsanteil des Bundes. All diesen guten Ideen konnten oder wollten sich die Ver­kehrs­mi­nis­te­r:in­nen bisher nicht widmen. Spätestens jetzt können sie das nachholen, um dem absurden CDU-Vorschlag etwas entgegenzusetzen.

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Nanja Boenisch

Nanja Boenisch Redakteurin

Schreibt im Ressort Wirtschaft + Umwelt über Mobilität und Verkehrswende.
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2 Kommentare

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  • Diese Art von Gesetzesinitiativen beweist wieder wie würdelos gerade CDU-Politiker, aber auch andere Mandatsträger mit den Bürgern an der Armutsgrenzen umgehen, egozentrisch Machtpositionen ausleben und über einen Teil der Wähler in undemokratischer Weise bestimmen. In diesen Positionen gibt es viele, die nur sehr wenige Fähigkeiten haben, ihr Wirken demokratisch im Sinne unserer Verfassung auszuüben. Viele sind darunter die ihre Position als Job verstehen, ohne ihrer Verantwortung gerecht zu werden.



    Kein Wunder, dass derzeit die politische Lage immer mehr in die nationalsozialistisch geprägte Ecke verrutscht. Denn es geht immer mehr nur um Macht, Einfluss und Geldverdienen auf Kosten von Schutzbefohlenen.

  • Kostenloser Bahn- und Bus für alle, das Geld dafür ist da man muss es sich nur holen bei Dienstwägen, Treibstoffrabatten und Pendlerpauschale.